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Probearbeiten

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Mondkalb

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#1
Hallo,

letzten Dienstag erhielt mein Sohn einen Anruf von einer Firma, wo er sich um Ausbildung beworben hatte. Er wurde gefragt, ob er sich Mittwoch morgen 10 Uhr vorstellen könne. Natürlich sagte er sofort zu. Mittwoch morgen war er pünktlich zur Stelle und blieb gleich zum Probearbeiten bis 18 Uhr. Der Chef sagte, daß es für die Ausbildung in diesem Jahr schon zu spät sei, er ihm aber ein 6-monatiges Praktikum anbieten könne. Mein Sohn hatte sich rechtzeitig beworben. Donnerstag und Freitag arbeitete mein Sohn ebenfalls voll. Seiner SB hatte er das Probearbeiten Mittwoch abend gemailt. Antwort hat er bis heute nicht.
Am Wochenende rutschte mein Sohn aus und fiel unglücklich auf den Rücken, wobei er sich starke Prellungen zuzog. Der Arzt hat ihn heute erst einmal für diese Woche krank geschrieben.
Während er beim Arzt war, hatte besagter Chef auf die Box gesprochen und um Rückruf gebeten. Als mein Sohn ihn anrief, fragte der Chef, warum mein Sohn nicht gekommen sei. Mein Sohn sagte ihm, daß er sich verletzt hat und krank geschrieben ist. Weiterhin sagte dieser Typ, daß mein Sohn unbedingt die Finanzierung für das Langzeitpraktikum mit der ARGE klären soll und er ihn nächste Woche wieder zur Arbeit erwartet.
Zwar hat das Arbeiten meinem Sohn Spaß gemacht, auch wenn es nicht sein Traumberuf ist,aber ich finde, daß das nur Abzocke ist, 40 Stunden die Woche für lau zu arbeiten. Die Auszubildende in der Firma, welche seit fast zwei Jahren dort ist, schmeißt den Laden fast allein. Ich glaube dieser Typ will nur kostenlose Arbeitskräfte.
Wie sieht es bei einem Praktikum von 6 Monaten finanziell aus? Wie viele Stunden sind erlaubt? Wäre mein Sohn weiter versichert und würde noch Kindergeld gezahlt?

MfG MK
 

FAR2009

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#2
Dieser Chef mein das sogenannte Einstiegsqualifizierungsjahr, kurz EQJ, ein Sonderprogramm der Agentur für Arbeit. Er bekommt so um die 300 Euro pro Monat dafür von der Agentur für Arbeit. Muss allerdings Fahrtkosten, BG-Kosten sowie Sach- und Personalkosten selbst bezahlen.
Über Sinn und Unsinn dieser Massnahme lässt sich streiten, meine persönliche Ansicht tendiert zur Ausbeutung.
Schau mal hier:
Sonderprogramm Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ)
und hier:
Einstiegsqualifizierungsjahr “ Wikipedia
So sollte z.B. unbedingt ein Vertrag mit dem AG gemacht werden, in dem u.a. auch Lohnkosten und Arbeitszeiten definiert werden.

Beantragen muss die Förderung übrigens der AG selbst, nachdem geprüft wurde ob der Betrieb überhaupt zur Förderung passt.
 

Paolo_Pinkel

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#3
Hallo,

letzten Dienstag erhielt mein Sohn einen Anruf von einer Firma, wo er sich um Ausbildung beworben hatte. Er wurde gefragt, ob er sich Mittwoch morgen 10 Uhr vorstellen könne. Natürlich sagte er sofort zu. Mittwoch morgen war er pünktlich zur Stelle und blieb gleich zum Probearbeiten bis 18 Uhr. Der Chef sagte, daß es für die Ausbildung in diesem Jahr schon zu spät sei, er ihm aber ein 6-monatiges Praktikum anbieten könne. Mein Sohn hatte sich rechtzeitig beworben. Donnerstag und Freitag arbeitete mein Sohn ebenfalls voll. Seiner SB hatte er das Probearbeiten Mittwoch abend gemailt. Antwort hat er bis heute nicht.

Das sog. Probearbeiten ist umstritten und wird nicht selten von Arbeitgebern ausgenutzt um sich somit unter dem Deckmantel der Erprobung, Einarbeitung, Qualifizierung usw. sich mit Arbeitnehmern zum Nulltarif zu versorgen. Um einen Mitarbeiter zu erproben gibt es eine gesetzliche Probezeit, welche zwischen 3 und 6 Monaten liegen kann. Das gilt auch für Azubis.

Am Wochenende rutschte mein Sohn aus und fiel unglücklich auf den Rücken, wobei er sich starke Prellungen zuzog. Der Arzt hat ihn heute erst einmal für diese Woche krank geschrieben.

Das war natürlich richtig.

Während er beim Arzt war, hatte besagter Chef auf die Box gesprochen und um Rückruf gebeten. Als mein Sohn ihn anrief, fragte der Chef, warum mein Sohn nicht gekommen sei. Mein Sohn sagte ihm, daß er sich verletzt hat und krank geschrieben ist. Weiterhin sagte dieser Typ, daß mein Sohn unbedingt die Finanzierung für das Langzeitpraktikum mit der ARGE klären soll und er ihn nächste Woche wieder zur Arbeit erwartet.

Tja. Warum wohl? Dieses Praktikum wird wohl scheinbar von der ARGE mit €€€ gefördert. Ob dabei aber im Anschluß ein Ausbildungsplatz bei rausspringt kann bezweifelt werden, weil siehe oben.

Zwar hat das Arbeiten meinem Sohn Spaß gemacht, auch wenn es nicht sein Traumberuf ist,aber ich finde, daß das nur Abzocke ist, 40 Stunden die Woche für lau zu arbeiten. Die Auszubildende in der Firma, welche seit fast zwei Jahren dort ist, schmeißt den Laden fast allein. Ich glaube dieser Typ will nur kostenlose Arbeitskräfte.

Bingo! Gewinnmaximierung. Und das staatlich gefördert. Neulich gab es eine Reportage mit dem Namen "Die Armutsindustrie". Diese solltest du dir ansehen wenn du das perfide System, welches der potentielle AG evtl. ausnutzt, verstehen willst.

Um die Absichten des AGs mal zu testen sollte man den Praktikumsvertrag so gestalten, dass sich der AG nach einem erfolgreichen Praktikum zu Ausbildung verpflichtet. Dann weißt du schnell was der wirklich will.

Wie sieht es bei einem Praktikum von 6 Monaten finanziell aus? Wie viele Stunden sind erlaubt? Wäre mein Sohn weiter versichert und würde noch Kindergeld gezahlt?

MfG MK
Gruss

Paolo
 

Mondkalb

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#4
Vielen Dank für Eure Antworten!
Den Bericht "Die Armutsindustrie" haben wir gesehen.
Dieses EQJ hatte die Dame von der IHK erwähnt, welche sich bisher aber nicht mehr gemeldet hat. Ich denke, daß liegt daran, weil mein Sohn Widerspruch gegen den VA eingereicht hat. ARGE, JBH und IHK arbeiten doch Hand in Hand.

MK
 

Volker

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#5
Vielen Dank für Eure Antworten!
Den Bericht "Die Armutsindustrie" haben wir gesehen.
Dieses EQJ hatte die Dame von der IHK erwähnt, welche sich bisher aber nicht mehr gemeldet hat. Ich denke, daß liegt daran, weil mein Sohn Widerspruch gegen den VA eingereicht hat. ARGE, JBH und IHK arbeiten doch Hand in Hand.
MK
Dieses Praktikum wird ihn mit Sicherheit keinen Ausbildungsplatz sichern. Die Situation ist eventuell mit Absicht herbei geführt um dann entsprechend einen für lau arbeiten zu lassen. Eine Ausbildung wird DAS nicht. Dieses P. nehmt es nach Möglichkeit nicht an.

Volker
 

Paolo_Pinkel

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#6
Hi,

was ich mir auch noch vorstellen könnte, ist, dass der AG einen eingestellten Abzubi und deinen Sohn zeitgleich erprobt. Einmal den Azubi in seiner Probezeit und einmal deinen Sohn während der Praktikumszeit. Da spielen auch Kostengründe eine Rolle. Vielleicht um sich eine Hintertür offen zu halten, sofern der Azubi abspringt, um deinen Sohn quasi als 2. Wahl im Rennen zu halten. Denn immerhin kennt dein Sohn dann schon die betrieblichen Abläufe und muß nicht mehr eingearbeitet werden. Könnte folglich den Abzubi ersetzen.

Gruss

Paolo
 

Mondkalb

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#7
Das denke ich eben auch. Außerdem glaube ich inzwischen, daß dieser AG von Anfang an gar keinen Auszubildenden gesucht hat, sondern nur kostenlose Arbeitskräfte. Mein Sohn hatte sich rechtzeitig beworben. Es ist nicht seine Schuld, daß der AG sich erst so spät gemeldet hat und es somit angeblich zu spät für die Ausbildung in diesem Jahr ist. Seriös ist das für mich nicht.

MK:icon_pause:
 

Paolo_Pinkel

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#8
Hi,

wie gesagt. Damit rechnen mußt du ggf. Auf dem Arbeitsmarkt tummeln sich viele schwarze Schafe die das System kennen und lieben gelernt haben. Wenn der AG ernsthaft an einer Ausbildung deines Sohnes interessiert ist dann solltet ihr das auch vertraglich im Praktikumsvertra fixieren. Aber selbst dann gibt es mittel und Wege Mitarbeiter los zu werden. Diese Karte wird dann auch gerne gespielt. Gerade in der heutigen, wirtschaftlich schwierigen Zeit sind so ein paar Extraeuros ein gern gesehenes Geschenk. Die Voraussetzungen um das Geld zu erhalten sind dann schnell konstruiert.

Gruss

Paolo
 

lupe

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#10
Zwar hat das Arbeiten meinem Sohn Spaß gemacht, auch wenn es nicht sein Traumberuf ist,aber ich finde, daß das nur Abzocke ist, 40 Stunden die Woche für lau zu arbeiten. Die Auszubildende in der Firma, welche seit fast zwei Jahren dort ist, schmeißt den Laden fast allein. Ich glaube dieser Typ will nur kostenlose Arbeitskräfte.
Ja, könnte sein. Ich möchte Dir aber nur kurz mitteilen, dass mein Sohn auch einige Praktikás hinter sich hat. Davon eines bei Mercedes für 10 Monate. Alle waren nur eine einzige Ausnutze...
 

Erolena

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#11
Die Auszubildende in der Firma, welche seit fast zwei Jahren dort ist, schmeißt den Laden fast allein. Ich glaube dieser Typ will nur kostenlose Arbeitskräfte.
Die Auszubildende ist also keine Probezeitkonkurrenz sondern die einzige echte Auszubildende.

Wenn der Betrieb sich keinen Auszubildenden leisten kann, könnte man sehen, ob eines der Förderprogrammen passen könnte.
Es ist doch keineswegs zu spät für den Beginn der Ausbildung.

z.B. für NRW
Jugend und Beruf – Übersicht über zentrale Förderprogramme
http://www.gib.nrw.de/service/downloads/Programmuebersicht_JuB.pdf

Ausbildungsbonus gem. § 421r SGB III

http://www.gib.nrw.de/mags_flyer_ausbildungsbonus_k.pdf
(gibt es in Ausnahmefällen auch für Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss und mindestens einem Jahr ohne Ausbildungsplatz oder mit höherem Schulabschluss seit mehr als zwei Jahre ohne Ausbildungsplatz)
 
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