Probearbeiten bezahlen lassen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Sonnenschein000

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Hallo,

wenn ein Stellenvermittlungsvorschlag vorliegt und ein - wieder mal - ein 2 wöchiges Probearbeiten vom AG gewünscht wird, kann sich der Praktikant dafür vom AG bezahlen lassen?

Gruß
 

turbodrive

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In der Regel reicht 1Tag Probearbeiten aus,danach sollte der Chef deine Arbeitsleistungen bezahlen und nicht auf Kostenloses "Personal" sich berufen.Du kannst dir das Bezahlen lassen indem du dem Chef einfach mal den Vòrschlag machst.
 

HartzVerdient

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In der Regel reicht 1Tag Probearbeiten aus.
Selbst dieser eine Tag wäre noch zuviel. IdR unterscheidet man so:

  • Einfühlungsvermögen. Dies ist diese sogenannte "Kostenlose Arbeit". Sollte idR nicht mehr als einige wenige Tage dauern. Ein Einfühlungsvermögen ist keine Arbeit. Daher gilt hier auch kein Direktionsrecht e.g. Der Chef kann euch keine Arbeit zuweisen. Ihr seit nur da, um das Unternehmen kennenzulernen und um zu sehen, ob ihr da reinpasst. Sobald man euch Arbeit gibt handelt es sich hierbei um ein Arbeitsverhältnis.
  • Probearbeit. Natürlich klar! Jedoch vertraglich geregelt mit Probezeit (z.B. die 6 Monate). Ab Tag 1 bist du Krankenversichert, Pflege- und Sozialversichert und erhälst Rentenbeiträge.
  • Praktikum. Natürlich auch bezahlt. Jedoch dient ein Praktikum nicht der Arbeitsanbahnung, sondern dient dazu in einen Beruf zu schnuppern, um zu lernen wie dieser Job funktioniert. IdR wird dies von Studenten und Schülern verlangt. Das Praktikum ist kein Arbeitsverhältnis. Es dient lediglich dem Lernzweck und Lernauftrag im Verbund mit den Anforderungen des Studiums bzw. der Schule. Also vergesst den Quatsch mit 40 nochmal 6 Monate irgendwo Praktikum zu machen.

Lasst euch also nix von Jobcentern oder so einreden. Wenn man euch mit Probearbeit für 1-2 Wochen kommt. Das gibt es nicht für umsonst. Etliche SB's kennen hier den Unterschied nicht und schicken gerne mal Kunden von A nach B.

Gerne kommen etliche Arbeitgeber mit der fixen Idee. ALG1 Empfänger arbeiten erstmal 1-2 Tage Probe zum Testen und ALG2 Empfänger arbeiten erstmal 1-2 Wochen Probe zum Testen. Beides ohne Bezahlung und sonstiges. Das geht nicht und ist rechts- und sittenwidrig.
 

Sonnenschein000

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Es geht um meinem Mann, ich selbst befinde mich derzeit in Elternzeit.

Er hat erst vor einigen Wochen für 2 Wochen umsonst gearbeitet.
(40Std/Woche auf dem Bau für Lau), da der AG das Probearbeiten nicht bezahlen wollte und die Arge sagt, dass er eh kein Anrecht auf Vergütung hat, bla bla.

Heute kam wieder ein Vermittlungsvorschlag ins Haus geflattert, schön und gut soweit aber ich würde im Vorfeld eben gerne wissen, ob er sich beim Vorstellungsgespräch, wenn es denn dazu kommt, sagen kann, dass er gern 2 Wochen zur Probe arbeitet aber gegen Bezahlung.

Meine Sorge: AG sagt "nein", kein Geld fürs Probearbeiten und dann kommt ne Kürzung von der Arge mit der Begründung "Einstellung verhindert" oder so... :icon_kinn:

Unsere SB macht nämlich immer gleich ne Maßnahme aus einem Probearbeiten, so dass er AG (angeblich) nicht dafür bezahlen muss.
 

turbodrive

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@ HartzVerdient,den einen Tag Probearbeiten habe ich deshalb geschrieben,damit das >JC es nicht so auslegen kann das der AN dann angeblich keine Lust hat zu Arbeiten.Ansonsten hast du Recht,man sollte es sich vom 1ten Tag an bezahlen lassen denn nichts ist umsonst.
 

HartzVerdient

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Er hat erst vor einigen Wochen für 2 Wochen umsonst gearbeitet. (40Std/Woche auf dem Bau für Lau), da der AG das Probearbeiten nicht bezahlen wollte und die Arge sagt, dass er eh kein Anrecht auf Vergütung hat, bla bla.
Das ist natürlich sittenwidrig. Jede Arbeit hat entlohnt zu werden und das angemessen. Sei es z.B. nur 7 € aber egal. 2 Wochen für lau und das mit Kleinkind. Was euch der Arge Mensch sagt ist absolut hirntot und entspricht nicht der Wahrheit. 2 Wochen auf dem Bau bei Knochenjob sind ca. 800 € Brutto (über dem Daumen). bei 4 Wochen ca. 1600 € Brutto. Das ist eine Hausnummer für eine kleine Familie mit der sichs leben lässt. Was meinst du, was der Arbeitgeber macht ? Er fährt diese Schiene so weiter. Da hilft nur Gewerkschaft und auf Auszahlung klagen. 2 Wochen hier, 2 Monate da und am Ende kommen schnell mal die 12 Monate für den ALG 1 Anspruch zusammen.

Vorstellungsgespräch, wenn es denn dazu kommt, sagen kann, dass er gern 2 Wochen zur Probe arbeitet aber gegen Bezahlung.
Das sagt er natürlich nicht. Er sagt nicht von sich aus, dass er 2 Wochen auf Probe arbeiten möchte. Er möchte natürlich eine vollwertige Anstellung mit der gesetzlich geregelten Probezeit auf Vertrag haben. Sollte der Arbeitgeber mit dieser Idee kommen, dann natürlich auch nur auf Bezahlung.

Meine Sorge: AG sagt "nein", kein Geld fürs Probearbeiten und dann kommt ne Kürzung von der Arge mit der Begründung "Einstellung verhindert" oder so...
Ich persönlich würde in jeder Situation solch ein Gebahren ablehnen. Das ist sittenwidrig und nicht zumutbar.

Unsere SB macht nämlich immer gleich ne Maßnahme aus einem Probearbeiten, so dass er AG (angeblich) nicht dafür bezahlen muss.
In die Gewerkschaft eintreten (1.50 € / mtl.) und sich rechtlich beraten lassen. Die rufen gerne deine SB und deren Vorgesetzte an und schaffen Abhilfe.
 

angeditscht

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Sofern beim Probearbeiten nicht ausdrücklich vereinbart wurde, dass dies kostenfrei geschieht (und ich weiß nicht einmal, ob das zulässig ist), kann man auch den Tarif- oder brachenüblichen Lohn beim Arbeitgeber einfordern. Macht der das nicht, kann man wohl auch zum Rechtspfleger am Arbeitsgericht gehen und diesen Lohn gerichtlich einfordern (oder per Anwalt, mit oder ohne Beratungshilfeschein). ... Ich irre mich doch nicht?

Edit: Alles gerade schon schon besser von HartzVerdient geschrieben.
 

HartzVerdient

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[...] JC es nicht so auslegen kann das der AN dann angeblich keine Lust hat zu Arbeiten [...]
Ich verstehe! Jedoch, was soll das JC machen ? Dich sanktionieren, nur weil du kein Geld für deine Arbeit bekommen hast ? Dann die Frage, nach welcher Rechtsgrundlage denn ?
 

HartzVerdient

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[...] Rechtspfleger am Arbeitsgericht gehen und diesen Lohn gerichtlich einfordern (oder per Anwalt, mit oder ohne Beratungshilfeschein). ... Ich irre mich doch nicht? [...]
Bei Arbeitsrecht zahlt der Kläger die Gerichtskosten. Sollte er gewinnen, so kann er die Kosten vom Beklagten wiederholen. Geht so durch alle Instanzen. Daher ist es besser der Gewerkschaft beizutreten. Bei einer gütlichen Einigung teilen sich Kläger und Beklagte alle Kosten.
 

turbodrive

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Ich verstehe! Jedoch, was soll das JC machen ? Dich sanktionieren, nur weil du kein Geld für deine Arbeit bekommen hast ? Dann die Frage, nach welcher Rechtsgrundlage denn ?
Der AG könnte dann ja sagen ,nach Rücksprache des JC beim AG,der AN hatte keine lust von Anfang an den Job zu machen und hat sofort "Ansprüche" gestellt.Deswegen käme dann das Arbeitsverhältnis nicht zu stande.Somit wäre dann der Job verweigert wurden.Mache ich aber den Vorschlag für einen Tag Kostenlos zu Arbeiten und die Restlichen auf Probe bezahlt,kann dann das JC kaum was Unternehmen dagegen.Denn es ist ja dein Recht sich bezahlen zu lassen..
 

angeditscht

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Bei Arbeitsrecht zahlt der Kläger die Gerichtskosten. Sollte er gewinnen, so kann er die Kosten vom Beklagten wiederholen. Geht so durch alle Instanzen. Daher ist es besser der Gewerkschaft beizutreten. Bei einer gütlichen Einigung teilen sich Kläger und Beklagte alle Kosten.
Ups. Ich dachte, dass in der ersten Instanz jeder seine Kosten trägt und die Gerichtskosten von der Staatskasse übernommen werden. Das verstand ich so zumindest für Kündigungsschutzklagen. (Was ja hier der Fall ist.)
 

HartzVerdient

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@turbodrive

Natürlich steht es jedem frei, es so zu handhaben wie es ihm/ihr zusagt. Man kann es natürlich auch wie von dir beschrieben durchführen. Ich selbst wäre da etwas abgebrühter und hätte es abgelehnt. Ein Arbeitsverhältnis ist kein Bettlertum oder so ähnlich. Sondern ich biete einem potentiellen Arbeitgeber meine Arbeitskraft gegen Bezahlung auf gleicher Augenhöhe an.

Sollte er, wie von dir beschrieben, mit dem Jobcenter Rücksprache halten. So ist dies ein Beweis der zu deinem Gunsten ausgelegt werden kann.

Was meine ich damit.

Das Jobcenter muss dir ja "Unwillen" beweisen. Alles andere ist nur eine Vermutung. Auf Vermutungen hin zu sanktionieren hallte ich für ziemlich problematisch (ist mir jetzt so noch nicht vorgekommen und ich kenne da so einige in meinem (Familären) Umfeld denen ich meine Ansicht vermittelt hatte).

Das Jobcenter muss dir eindeutig beweisen, was deren Ansicht nach gewesen sein müsste. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Arbeitgeber über dich geredet hat. Nun gibt es die Eine als auch Andere Seite der Wahrheit. Sollte das Jobcenter dir nun eindeutig etwas nachweisen können z.B. anhand einer schriftlichen Aussage oder dergleichen, so kann man dieses als Umkehrschluss als üble Nachrede gegen den Arbeitgeber verwenden und diesen dann auf die dir sanktionierte Differenzzahlung als Schadensersatz klagen. Dies jetzt aber nur theoretisch. Üble Nachrede sehen Arbeitsgerichte nicht als lappalie an, das kann richtig Konsequenzen nachsich ziehen. Ab und zu vieleicht erfrischend, wenn man einem 2 Wochen Ausbeuter damit kräftig in die Suppe spuckt.
 

Sonnenschein000

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Danke für Eure bisherigen Antworten, das hilft schon weiter.

So werden wir es halten; beim Mann wird sich morgen dort bewerben und max. 1 Tag (kostenloses) Probearbeiten anbieten, wenn mehr verlangt wird gern, aber dann nur gegen Bezahlung.

So sollte die Arge nicht meckern können.

Wir werden sehen was passiert, ich berichte Euch dann.

Vermutlich wird der AG höchst angetan sein, dass ein kleiner ALG2 Empfänger so dreist ist und sich das Probearbeiten tatsächlich bezahlen lassen willl :icon_evil::icon_smile:
 

HartzVerdient

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Mann wird sich morgen dort bewerben und max. 1 Tag (kostenloses) Probearbeiten anbieten, wenn mehr verlangt wird gern, aber dann nur gegen Bezahlung.
Jo macht das so. Dann soll dein Mann sich aber an dem einen Tag aber nicht kaputt machen lassen. Es kann gut sein, dass du sogar Fahrkosten dafür beim Jobcenter beantragen kannst. Einfach mal probieren und dort nix schenken. Immer schön beantragen auch den Kleinmist, damit deine JC durch den Arbeitsaufwand von dem Getue etwas Abstand nimmt.

An dem Tag hat dein Mann somit Gelegenheit die anderen Mitarbeiter zu löchern und sich das Umfeld genau anzusehen.

Sollte dort Schwarzarbeit oder dergleichen betrieben werden, dann kann er ja am Abend gerne beim Zoll anrufen :)
 

turbodrive

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@ HartzVerdient,ich tue das immer abwägen wie mein SB drauf ist.Ist er verständlich in der Frage bezahlung bei Probearbeit dann ist gut,denn dann mache ich dieses Angebot dem AG vom ersten Tag an.Habe ich aber einen SB der nur auf Sanktionen aus ist,dann bin ich etwas Vorsichtiger.Nicht wegen der Sanktion,sondern einfach weil dann das Geld fehlt und eh die klage durch ist dauert ja auch ne weile.
 
S

silka

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Hallo,
ein Praktikant ist er ja nur, wenn ausdrücklich ein Praktikum vereinbart wird.
Das schließt meist keine Einstellung ein.

Wenn ein Stellenangebot für eine Stelle vorliegt, kann der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag eine Probezeit vereinbaren.
Passen beide zueinender, folgt die Einstellung nach der Probezeit.
WEnn nicht, können beide ohne Angabe von Gründen innerhalb der Probezeit wieder kündigen.

Was hier versucht wird, ist mies, aber leider weit verbreitet.
Man holt sich vom JC probeweise unbezahlterweise fleißige Arbeitnehmer, läßt sie malochen...nach 1-2 Wochen wars das.
Entweder, weil der Auftrag erledigt ist, oder weils doch nicht schnell genug ging...

Ich kann nicht einsehen, warum auch nur 1 Tag umsonst gearbeitet werden sollte.
Um dem Arbeitgeber die Mühe eines Vertrags zu ersparen?
Was weiß denn einer nach 1 Tag?---findet mit Mühe den Eingang und das Klo, oder?
 
S

silka

Gast
Hallo,
das kann nicht sein!--Aus einem Stellenangebot eine Maßnahme machen.
Eine Maßnahme ist was anderes als ein vermittlungsvorschlag.
Verwechselt das bitte nicht.

Probearbeit oder Praktikum, schön deutlich und schriftlich würde ich das haben wollen.

Aufm Bau für Lau?
Ist dein Mann denn berufsfremd?
 

HartzVerdient

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Man holt sich vom JC probeweise unbezahlterweise fleißige Arbeitnehmer, läßt sie malochen...nach 1-2 Wochen wars das.
Und am Ende passiert noch etwas auf dem Hin-, Rückweg oder während der Arbeit. Dann will keiner etwas damit zu tun haben bzw. hat etwas davon gewusst. Nach dem Motto "Nö, ich kenn den Typen nicht!".

Selbst bei 1 Tag kostenloser Probearbeit ist man wie kranken-, pflege- und sozialversichert ? Du fällst vom Gerüst und brichst dir beide Hüften ? Dann ?

Also wer das mit dem 1 Tag machen möchte, bitte beim Jobcenter absegnen lassen. Alleine wegen dem Versicherungstechnischen!
 

HartzVerdient

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Ups. Ich dachte, dass in der ersten Instanz jeder seine Kosten trägt und die Gerichtskosten von der Staatskasse übernommen werden. Das verstand ich so zumindest für Kündigungsschutzklagen. (Was ja hier der Fall ist.)
Fast übersehen. Ja, da war ich etwas voreilig.

1 Instanz: Jede Partei trägt die eigenen Kosten. Ich glaube aber, dass die Gerichtskosten aufgeteilt werden.

2 Instanz: Die unterliegende Partei trägt alle Kosten im vollem Umfang.

Naja in der Praxis trägt ja jeder erstmal einen Batzen selbst. Der Anwalt will bezahlt werden usw. Gewinnst du die 1 Instanz, holt sich dein Anwalt idR. die dir entstandenen Ausgaben von der Gegenseite wieder.

Der Fall hier ist keine KüSchutzKlage sondern eher eine "Ich will meine Kohle" Klage.
 

Sonnenschein000

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Ja, mein Mann kommt sozusagen vom Bau.

Doch klar geht das :icon_sad:

1. Arge schickt Vermittlungsvorschlag
2. Mann bewirbt sich; Vorstellungsgespräch, Probearbeiten für 2 Wochen wir vereinbart.
3. Arge erlässt zwischenzitlich einen weiteren VA, obwohl alter VA noch gültig ist und hält das Probearbeiten als Maßnahme fest.
4. Probearbeiten muss angetreten werden (wegen Saktionsgefahr)
5. Mann malocht 2 Wochen für Lau, AG erteilt dann eine Absage wegen "nicht gut genug" und Arge schickt den nächsten Vermittlungsvorschlag. :icon_klatsch:

so und das ganze Theater wollen wir nich nochmal haben. Das letzte Mal haben wir gesagt; ok viell steckt da wirklich ein Job hinter,m vergretz den AG nich und verzichte auf den Lohn... tja Pustekuchen... kein Job, keine kleine Entlohnung...nix... mal sehen ob noch ein Anhörungsbescheid kommt wegen der Nicht. Einstellung.

So und da hier, bei diesem neuen Vermittlungsvorschlag garantiert wieder ein 2 wöchiges Probearbeiten gefordert wird (so ist es ja immer), wollen wir darauf vorbereitet sein.
 
E

ExitUser12345

Gast
@TE

Was folgt ist "m.A" & Auslegung. (vereinfacht dargestellt)

Anhand von.:

§ 138 BGB, § 612 BGB, § 614 BGB


§ 138
Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher


(1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.
(2) Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.
Selbsterklärend.

Motto.:
"Ohne vorherige, unentgeltliche Arbeit, ist leider keine Festanstellung möglich"

Ergo.:
Zwangslage, weiterhin Vermögensvorteil für A-geber.

+

§ 612
Vergütung

(1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.
(2) Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei dem Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.
Unter Ausnützung der Zwangslage, welche eine "Sittenwidrigkeit" darstellt, kann Argumentiert werden, dass i.d.r eine solche Arbeit nur gegen Vergütung geleistet werden würde.
Eine Vergütung ist jedoch nicht vereinbart, desshalb sollte Tarif / üblicher Lohn gezahlt werden.

+

§ 614
Fälligkeit der Vergütung


Die Vergütung ist nach der Leistung der Dienste zu entrichten. Ist die Vergütung nach Zeitabschnitten bemessen, so ist sie nach dem Ablauf der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten.
Ebenfalls selbsterklärend.



Demnach könnte,
wenn es sich um ein "Sittenwidriges Rechtsgeschäft" handelt,
selbst 1 Tag Probearbeit zu vergüten sein.
Eine Vergütung welche mit dem Ende der eintägigen Beschäftigung ausgezahlt werden muss / sollte.


Naja, sind jedenfalls "meine" Spinnereien zu diesem Thema. :icon_pause:
 
S

silka

Gast
Hallo,
dann aber eben nicht nochmal so eine Verschaukelei.
Dann wird das gratis-probearbeiten eben nicht vertraglich vereinbart.
Dann kommt der Vertrag leider nicht zustande.
Die Gründe und Rechtsgrundlagen hat freundlicherweise @Indeclinabilis schon geliefert.

Daß ein VV mit Arbeit aufm Bau per VA zu einer Maßnahme verhext wird, hab ich noch nicht gehört.
Hast du dazu einen §, wie die Maßnahme sich nennt bzw. wonach die gewerbliche Arbeit aufm Bau *Maßnahme* genannt werden kann?

Außerdem:
Wenn dein Mann vom Bau kommt, also nicht berufsfremd ist, verbietet sich ein Praktikum bzw. kostenloses Probearbeiten von selbst.
 

wolliohne

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Bin ebenfalls der Meinung das auch nur 1 Probearbeitstag zu vergüten ist !

Also, freundlichens Schreiben aufsetzen und Verantwortlichen zur Branchenüblichen Zahlung mit 14 täg.Frist auffordern.

Urteil muss ich suchen.
 

Sonnenschein000

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Hallo,

ja richtig, mein Mann hat eine EGV erhalten, in der das das festgehalten wurde.

(EGV aber nicht unterschrieben, da alter VA noch bis 03/13 läuft), neuer angedrohter VA kam noch nicht.)

Also das letzte 14 tägige Probearbeiten meines Mannes lief so ab:

- Vermittlungsvorschlag,
- Vorstellungsgepräch ,
- dann zur Arge EGV machen lassen mit folgendem Inhalt:

"Das Jobcenter fördert Ihre Teilnahme an einer Maßnahme des § 16 ABS 1 SGB II i.V.m § § 45 SGB II von xx bis xx. bei Firma xy, Baumontage mit Zielsetzung Feststellung der betrieblichen Eignung, JC verpflichtet sich zur Übernahme der angemessenen Kosten für die Teilnahme, soweit dies ... bla bla "

Ok, das Ding ist gelaufen, ne Einstellung gabs nicht....

Und das soll nicht nochmal so laufen.

Mein Mann will heute nochmal die Firma anrufen zwecks Vorstellungsgespräch...

sollte es zum Probearbeiten kommen ( was die AG ja immer fordern), und die Arge vorher wieder eine Maßnahme daraus macht, kann er dann trotzdem auf Bezahlung pochen?

Die SB sagte das letzte Mal ,dass er kein Anrecht auf Bezahlung hätte, da es ja eine Maßnahme nach § 16 + § 45 ist.

:icon_kinn:
 

HartzVerdient

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Die SB sagte das letzte Mal ,dass er kein Anrecht auf Bezahlung hätte, da es ja eine Maßnahme nach § 16 + § 45 ist.
Ich bin leider kein Rechtsexperte. Bei einer Bekannten von mir war das so, man hat sie in eine 1 € Maßnahme gesteckt für 1.5 Jahre (2x verlängert). In der Zwischenzeit wurden neue Mitarbeiter eingestellt. Die Bekannte wurde letztendlich wieder entsorgt und das Jobcenter hat fleißig neue Malocher da hingeschickt.

Der Rechtsverdreher der IG-Metall (sprich das DGB) hat hier auch den o.g. Passus bestätigt. Es handelt sich um eine Maßnahme, da du den Vertrag mit dem Jobcenter jedoch nicht mit dem Arbeitgeber abgeschlossen hast. Daher konnte man letztendlich nichts machen. Selbst im Arbeitszeugnis (ein Leidensthema) wurde es als Maßnahme (mit Aufgabenbenennung) und o.g. Paragraphen versehen.

Ich muss mich hier selbst etwas genauer mit der Thematik 1 € Job (Zusätzlichkeit), 400 € Job, Maßnahme usw. auseinandersetzen. Sprich, was genau ist eine Maßnahme rechtlich und wie weit greift diese. Bei einem 1 € Job könnte man noch wegen der Zusätzlichkeit dem Jobcenter einen Strick drehen. Bei nur reinen Maßnahme (die nicht in das 1 € Job Muster zugeordnet wird) muss ich selbst schauen. Jedoch tendiere ich das unEntgeltliche Maßnahmen als Malocher rechtswidrig sind. Sie dienen nicht dem Ziel, die Bedürftigkeit zu beenden.

Weiterführendes Expertenwissen bitte hier, hier, hier oder hier erfragen !

Update:

Wenn ich an Maßnahme denke, dann denke ich auch an Ausbildung. Dies führt mich zu der Erkenntniss, dass ein Maßnahmeträger auch befähigt sein muss, im Sinne einer Maßnahme maßnahmengerecht zu wirken. Wenn ich auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit schaue, dann setzt die BA gewisse Anforderungen an Maßnahme anbieter.

- Befähigung eine Maßnahme anzubieten
- Ausbildereignungsschein
- Pädagogische Fähigkeiten
- Maßnahmegerechte Arbeitsplätze
- Schutz vor Verletzungen usw.

Zynisch betrachtet gehört ein "Kurt, hau mal 40 Luftdeckenhaken bis Feierabend in den Estrich" nicht zu den pädagogischen Fähigkeiten :biggrin:

Daher würde ich mich erstmal erkundigen, welche rechtlichen Anforderungen ein Maßnahmeträger haben muss und ob dieser überhaupt befähigt ist eine Maßnahme wie es das SGB vorsieht durchzuführen.

Erst wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden und ein Arbeitsverhältnis vermutet werden kann, erst dann kann man sicherlich rechtlich dagegen vorgehen. Sprich Arbeitsgericht, Sozialgericht, Verwaltungsgericht usw. Daher ist es sinnvoll sich ein Tagebuch zu zulegen und die täglichen Tätigkeiten darin zu vermerken.
 
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