Privat oder Regel-Inso , wann ist das Auto weg?

The_Vulcan

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Aufgrund meiner sicher 5 stelligen Schulden wollte ich in die Privatinso gehen.

Habe aber neben ALGII auch noch ein Gewerbe mit dem ich aber einen eher geringen Gewinn erwirtschafte.

Nun habe ich einige Infos zusammengetragen und denke wenn ich den Weg gehe werde ich wegen des geringen Gewinnes wohl in der Privatinsolvenz landen nicht in der Regelinsolvenz.

Zusätzlich besteht hier dann ja auch die Gefahr das man meine Ausrüstung die ich zum Arbeiten Nutze pfändet und das Auto. Der Gerichtsvollzieher hat es belassen da ich damit ja Geld verdiene und das Auto ist eh keine 2.000.- Wert.

Für einen Insolvenzverwalter gelten aber andere Regeln... er wird das ganze vermutlich wegnehmen oder?


Ich Nutze das Auto aber für mein Gewerbe.... die Gewinne sind gering, aber vorhanden... selbes gilt für die Ausrüstung... und würde ich nichts weiter investieren wären die Gewinne sicher auch höher (aber stärker stagnierend für lange Zeit dann).
Auch fahre ich mit dem Auto zu Vorstellungsgesprächen. Letztens z.B. ca. 30min fahrt in eine andere Stadt....mit den Öffentlichen hätte ich natürlich auch hin gekonnt. Hätte dann vermutlich 2h gebraucht.
Denke mit eigenem Auto ist man flexibler und hat bessere chancen bei der Arbeitssuche...aber ob das zieht....

Achja, eine weitere Frage...wenn man die Inso startet... kann man sie auch abbrechen? z.B. wenn der Verwalter halt sagt Auto weg, Ausrüstung weg? Oder muss man sich dann darin ergeben?
 

Doppeloma

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Hallo The_Vulcan,

Aufgrund meiner sicher 5 stelligen Schulden wollte ich in die Privatinso gehen.
du solltest dir mal einen Termin bei einer (kostenfreien) Schuldnerberatungsstelle holen, das dauert zwar oft seine Zeit aber dort kannst du dich unverbindlich zu deinen speziellen Fragen beraten lassen und danach entscheiden, ob die PI oder die Regelinsolvenz der Weg ist den du vielleicht gehen solltest.

5-stellig kann ja viel oder weniger viel sein, es kommt auch auf dein Alter an und welche Aussichten du so hast mal wieder in einem pflichtversicherten Job dein Geld zu verdienen.

Was den selbstständigen Gewerbeteil betrifft ist da sicher auch die zukünftige Entwicklung mit zu berücksichtigen, soll es eine "Nebenjob" bleiben, soll es mal hauptberuflich werden ... das ist mit einer Insolvenz im Nacken nicht unbedingt einfacher. :icon_kinn:

Habe aber neben ALGII auch noch ein Gewerbe mit dem ich aber einen eher geringen Gewinn erwirtschafte.

Nun habe ich einige Infos zusammengetragen und denke wenn ich den Weg gehe werde ich wegen des geringen Gewinnes wohl in der Privatinsolvenz landen nicht in der Regelinsolvenz.
Das kann möglich sein aber mit so eine Kombination kenne ich mich nicht aus und ob man dir ein Auto lassen wird, wenn du mit deinem Gewerbe kaum die "Butter aufs Brot verdienst" kann ich dir auch nicht sagen, in der PI behält man einen PKW eher nur wenn man einen versicherungspflichtigen Job hat.

Letztlich wird der Treuhänder dann darüber entscheiden, ob das Auto in der Verwertung was "einbringen" kann für die Gläubiger oder eher nicht, weil es nicht besonders gut versteigert werden kann.

Zusätzlich besteht hier dann ja auch die Gefahr das man meine Ausrüstung die ich zum Arbeiten Nutze pfändet und das Auto. Der Gerichtsvollzieher hat es belassen da ich damit ja Geld verdiene und das Auto ist eh keine 2.000.- Wert.
Was der GV entschieden hat und wie man das bei einer Insolvenz einschätzen würde sind aber zwei verschiedene Dinge, ich kann dir wirklich nur raten, dich da fachgerecht beraten zu lassen, denn diese "Mischung ist nicht so verbreitet, dass es darauf einfache Antworten gibt ohne genaue Zahlen und "Gewinn- Erwartungen /Gewinnmöglichkeiten aus dem Gewerbe" einschätzen zu können.

Ich Nutze das Auto aber für mein Gewerbe.... die Gewinne sind gering, aber vorhanden... selbes gilt für die Ausrüstung... und würde ich nichts weiter investieren wären die Gewinne sicher auch höher (aber stärker stagnierend für lange Zeit dann).
Notwendige Betriebsmittel dürfen überhaupt nicht gepfändet werden aber dann wird auch ein (hoffentlich) steigender Gewinn erwartet, damit es für deine Gläubiger Aussichten auf Geld gibt, ansonsten bist du verpflichtet dich um eine (möglichst gut bezahlte) Anstellung zu bemühen ...

Auch fahre ich mit dem Auto zu Vorstellungsgesprächen. Letztens z.B. ca. 30min fahrt in eine andere Stadt....mit den Öffentlichen hätte ich natürlich auch hin gekonnt. Hätte dann vermutlich 2h gebraucht.
Denke mit eigenem Auto ist man flexibler und hat bessere chancen bei der Arbeitssuche...aber ob das zieht....
Da habe ich auch meine Zweifel "ob das zieht", denn aktuell hast du ja trotz Auto offenbar nur wenig Erfolg bei deiner Arbeitssuche gehabt ... die Frage ist ja auch was wäre wenn dieses Auto mal nicht mehr fährt ... dann dürfte es in der PI kaum für ein anderes Auto reichen und zur Arbeit muss man ja trotzdem noch irgendwie kommen ???

Achja, eine weitere Frage...wenn man die Inso startet... kann man sie auch abbrechen? z.B. wenn der Verwalter halt sagt Auto weg, Ausrüstung weg? Oder muss man sich dann darin ergeben?
Das kannst und solltest du ja deswegen bereits vorher klären, wenn du eine laufende PI "abbrechen" würdest (was wohl möglich sein dürfte), dann bist du ja aus deinen Schulden auch nicht raus und die Gläubiger /Gerichtsvollzieher stehen wieder /weiter vor deiner Türe ... und ob Kontopfändungen (die auch mal folgen dürften wenn die Gläubiger sonst nicht ran kommen) unbedingt geschäftsfördernd sind, wage ich auch zu bezweifeln ...

Meine TH wollte jedenfalls mein (16 Jahre) altes Auto unbedingt "einziehen" und "verwerten" (ich hatte einen festen Job) ... bis ich ihr schriftlich mitgeteilt habe, dass sie "ihr Eigentum" dann doch bitte umgehend bei mir abholen möge, weil die Steuer aktuell fällig ist und ich kein Geld dafür habe.

Schließlich hätte die Kiste ja auch täglich "den Geist aufgeben können", sie hatte mir die weitere Nutzung ja nicht ausdrücklich untersagt. :biggrin:

Wenige Tage nach dieser Info hatte ich die "Freigabe des PKW" aus der Insolvenzmasse im Briefkasten, sie hatte wohl keine Lust sich um das Auto zu kümmern und die Steuern zu bezahlen ... (das Geld haben uns dann die Kinder geliehen und das Auto fährt 6 Jahre später immer noch :icon_hihi:) ... meine PI ist inzwischen beendet.

So muss es aber nicht laufen, meine TH war in vielen Dingen sehr "nachlässig" ...

MfG Doppeloma
 

Inkasso

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Meine TH wollte jedenfalls mein (16 Jahre) altes Auto unbedingt "einziehen" und "verwerten"
Bei einem 16 Jahre alter Bentley wäre dies aber durchaus nachvollziehbar :biggrin:

Bei einem Opel Manta eher weniger
 

The_Vulcan

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Hallo Doppeloma, ich war bei der Schuldnerberatung, daher habe ich ja die Informationen.

Und für ein paar Kilo Butter reicht es schon aus.

Ob oder ob nicht kann eine Beratungsstelle aber nicht klären weil es im Ermessen des vom Gericht zugeteilten Verwalters liegt.

Das mit der Anstellung versuche ich schon seit Jahren (erfolglos).


Das mit der Kontenpfändung ist ja der Grund wieso ich an die Inso denke.
Zwar ist mein P-Konto so nicht Pfndbar, aber wenn doch mal mehr Umsatz vorhanden ist könnte der Betrag darauf die Freigrenze übersteigen... außerdem wäre ein extra Geschäftskonto mal gut.


Mein Auto spinnt gerne mal etwas rum (ZV geht nicht oder er startet nicht und meldet Wegfahrsperre defekt). Daher tippe ich mal das der Listenwert von 1.500.- nicht erreicht werden würde bei einem Verkauf. Eher 800.- ;)
Man muss nur alle gelegentlichen Mängel erwähnen....

Aber nur weil Steuer fällig ist die Freigabe zu erteilen ist schon verrückt


Und zwar kann man vom Treuhänder die Gepfändete Sache wieder "zurückkaufen" vom nicht Pfändbaren Vermögen...aber wenn man eh kaum Geld hat will man sicher nicht noch dafür Geld berappen.... noch dazu hab ich sicher 4 Jahre auf das Auto gespart gehabt bis ich mir die Klapperkiste holen könnte.

Achja zum Thema wie man zur Arbeit kommt wenn es nicht mehr geht... Taxi. Hab ich schon mal machen müssen...(damals ohne Auto, aber es fuhr sonst nichts)
 

Doppeloma

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Hallo The_Vulcan,

tut mir leid wenn ich dir im Bezug auf geschäftliche Dinge nicht wirklich eine Hilfe sein kann, ich hatte nur einen Kredit, den ich nicht mehr bezahlen konnte als ich schwer und lange krank geworden war ...

Und das bewusste Auto (ein Suzuki Swift) gehörte mir eigentlich nicht alleine (lief aber auf meinen Namen), das hatten mein Ehemann und ich mal zusammen gekauft, als wir von PI noch nicht mal in Gedanken was gewusst haben ... aber das interessierte meine TH nicht im Geringsten ...

Aber nur weil Steuer fällig ist die Freigabe zu erteilen ist schon verrückt
NaJa, sie hätte auch noch rund 15 Km überwinden müssen, um das Fahrzeug aus unserer Tiefgarage abzuholen ... :icon_hihi:

Und zwar kann man vom Treuhänder die Gepfändete Sache wieder "zurückkaufen" vom nicht Pfändbaren Vermögen...aber wenn man eh kaum Geld hat will man sicher nicht noch dafür Geld berappen....
Richtig, ich sollte den Wert meines Autos selber "einschätzen" und habe ihn mit "höchstens 300 Euro" in den PI-Unterlagen "taxiert" (die TH habe ich nie zu sehen bekommen und sie mein /unser Auto auch nicht ...), so bekam ich dann tatsächlich das schriftliche "Angebot" ihr den Wagen für die (von mir :biggrin:) geschätzten 300 Euro abzukaufen ...

Hatte ihr geschrieben, dass mir der Wagen nicht alleine gehört und mein Mann schon aus gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen sei ... dann kam das Schreiben mit dem Rück-Kaufangebot und ich habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass mir das Geld "leider nicht zur Verfügung steht weil ich in PI bin" ... ich könne nicht mal die demnächst fällige Steuer bezahlen, daher möge sie das Fahrzeug doch bitte umgehend abholen ... :wink:

Ich würde es sonst still legen lassen ... ich hatte mich inzwischen schon damit abgefunden kein Auto mehr zu haben und mein Männe auch ... war ja sowieso unklar wie lange der noch durchhalten würde ... :icon_hihi:

So kann es gehen aber mit meiner TH hatte ich letztlich ohnehin öfter mal so meinen "Spaß", fand ich damals nicht immer komisch, aber sie hat sich durchaus einige Schnitzer erlaubt die auch am Gericht wohl nicht unbedingt "Folgeaufträge" bewirkt haben werden.

MfG Doppeloma
 

The_Vulcan

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Inzwischen tun sich mehr Fragen als Antworten auf....

Die Schuldnerberatung meinte nur soviel zu mir wie... Sie haben Schulden die müssen sie ja auch bezahlen...

Sprich, wenn Ihre Nebenberufliche Selbständigkeit Geld einbringt und es Gepfändet wird vom Insolvenzveralter ist das absolut in Ordnung. Und wenn das Jobcenter dann das Geld auch haben will weil es ja Gewinn ist, dann ist das Ihr Problem.


Sehr hilfreich das ganze...


Nun habe ich ein wenig rum gelesen was das Thema Freistellung angeht.

Kann einem die Selbständigkeit eigentlich verwehrt werden? Ich höre nur Freistellen oder Verwalten... also entweder die Selbständigkeit wird Freigestellt... dann muss man den Gewinn der über der Pfändungsfreigrenze ist abführen. Oder der Verwalter kümmert sich um die Ausgaben und die Einnahmen bekommt er quasi irgendwie so.

Ersteres wäre gut, da kann man dann auch die Ausrüstung behalten etc.... letzteres klingt seltsam.

Doch was ist wenn er die Betriebsausrüstung Pfändet... ich mache Fotos und brauche dafür halt Kamera und Auto... aber ich mache das Nebenberuflich... ich suche auch noch nach einem festen Job (erfolglos), würde das aber immer weiter nebenberuflich machen...

Leider sind meine Monatliche Gewinne im besten Fall gerade so 3 stellig... der Jahresumsatz liegt im unteren 4 Stelligen Bereich.

Nun kann der Insolvenzverwalter ja sagen... das lohnt sich nicht, wird nicht freigegeben !?

Oder würde der eher sagen, besser sie verdienen 100.- im Monat als 0.- im Monat ?


Die Schuldnerberatung würde auf meine Frage nur sagen das sie keine Hellseher seien...



Was das Abkaufen der Gepfändeten Sachen angeht... welche Mindestrate gibt es da eigentlich? Betrifft das Nur das Auto? Oder auch so Sachen wie Kameras, Fernseher, Laptops und so?


Bin derzeit eher wieder drauf und dran es zu Lassen... ich kenne Leute die Lachen wenn sie hören wie niedrig meine Schulden sind.... und die denken nicht mal dran ne Inso zu machen... mache von denen zahlen aber sogar Raten vom ALGII die gerade mal die Zinsen decken....
 
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