Privat krankenversichert aber mehrfach in der Klemme

Wolf Larsen

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Servus Zusammen,

ich war 10 Jahre als Freiberufler unterwegs. In dieser Zeit war ich zwei Drittel etwa nicht krankenversichert. Dann kam eine Pflicht zu Krankenversicherung und ich konnte mich nicht entschließen. Später wurde man mit hohen Straf-Forderungen durch die Kassen bedroht, es sollten Jahres-Beiträge nachgefordert werden. Ich konnte mir dies nicht leisten.

Über einen Makler kam ich auf die Private Krankenversicherung (PKV). Dort gab es eine, die nicht nach einer Vorversicherung fragte und ich war versichert, ohne Straf-Zahlungen.

Dummerweise gab es einige Zeit später eine Amnestie bei den Gesetzlichen Krankenkassen. Diese Straf-Zahlungen wurden nicht mehr gefordert. Aber ich war nun schon in der PKV.

Wie alle PKV stieg dort der Beitrag sehr schnell. Ich zahle jetzt das Doppelte, ungefähr 430 Euro. Die Selbstbeteiligung stieg geschwind auf 1000 Euro. Die Leistungen sind letztendlich gering. Man zahlt immer drauf.

Im Mai 2014 gab ich meine Freiberuflichkeit auf und da der Anspruch auf ALG I verwirkt war, kam ich direkt nach ALG II, wo ich bisher auch verblieben bin.

Das Jobcenter übernimmt nicht den gesamten PKV-Beitrag. Ich zahle etwa 90 Euro selber. Nach den anderen Ausgaben wie Telefon (was Jobcenter gerne will, aber nicht zahlt) bleibt mir eigentlich nichts mehr.

Zudem bedrückt mich die hohe Selbstbeteiligung. Ich müsste 1000 Euro selber tragen bevor die Kasse überhaupt zahlt. Ich habe dieses Geld nicht und kann/gehe deshalb nicht zum Arzt.

Gleichzeitig hat die PKV eine Rückerstattung. Würde ich als Nicht-Hartzler ein Jahr keine Rechnungen einreichen, würde ich etwa 1800 Euro zurückbekommen. Man würde also etwa bis 1800 Euro keine Rechnungen einreichen. Erst darüber rechnet es sich im Normalfall. Ein guter Deal, wenn man frei und gesund ist. Aber man weiß nicht, ob die 1800 Euro auch wirklich kommen. Ein Teil davon zahlt die Kasse wahrscheinlich nach Erfolg etc. Man kann also sparen und bekommt dann doch weniger.

Der Hammer ist auch, dass Ärzte bei privatversichert sofort die Dollarzeichen aufgehen. Man kann ja den mehrfachen Satz verlangen. Am Ende werden die Kosten dann noch nicht mal von der Krankenkasse übernommen. Ich bin teilweise schon mit 1000 gepumpten Euro zum Arzt gegangen. Die Ärzte beschei*sen die Krankenkassen auf Kosten von Patient und Jobcenter.

Am Rande: Ich hatte mal eine Außenohrendzündung. Nichts weltbewegendes. Ein Dorfarzt heilte die Sache für 180 Euro. Eine Woche später bekam ich die Sache auf dem anderen Ohr: Ein Arzt in München verlangte für die gleiche Sache 900 Euro.

Wie ihr seht, bin ich im Moment gearscht: Das Jobcenter zahlt die Krankenkasse, aber ich kann nicht zum Arzt weil ich das Geld nicht habe. Gehe ich nicht zum Arzt, reiche ich nichts ein, gäbe es eine Rückzahlung, die das Jobcenter sich nehmen wird. Gleichzeitig habe ich die Ärzte dick, die mich mehrfach ausgenommen haben. Die politische Entscheidung mit diesen Straf-Zahlungen hat mich eigentlich erst in die PKV getrieben. Die ganze Sache ist unheimlich unbefriedigend. Für alle, auch für das Jobcenter.

Über die Jahre der Freiberuflichkeit bin ich schon zu wenig zum Arzt gegangen. Ich habe keine Backenzähne mehr. Drei Bandscheibenvorfälle, einer davon operiert plagen mich. Es ist schlimm, nicht zum Arzt gehen zu können, wenn man das Geld nicht hat. Oder nicht zur Physiotherapie, die ich dringend bräuchte.

Den einzigen Weg, mich aus der PKV zu befreien, wäre eine Anstellung. Diese kann ich im Moment nicht erzwingen. Auf einen Freiberufler nach 10 Jahren hat keiner gewartet und ich bin auch körperlich und seelisch ziemlich fertig. Ich habe überhaupt nichts mehr.

Wie sehr ihr die Sache? Gibt es Leute, die ähnliche Konstellationen haben?
Gibt es Ideen oder eine Hilfe, an die man sich wenden kann?

Danke

Wolf
 

noillusions

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das Stichwort ist der Basis Tarif. Dass hätten dir die jc Typen aber auch sagen können. Vor zwei oder drei Jahren war es so dass alg2 Bezieher da rein wechseln können.alg2 Bezieher zahlen zudem nur die Hälfte so war es damals und das jc Muster dass zahlen. Selbst Beteiligung gab es keine. Vielleicht hast sich das ja nicht geändert. Die privat Kasse wird dir sowas natürlich nicht freiwillig sagen. Bemühe mal die such Machine mit den entsprechenden Stichworten ich denke du wirst da fündig. Alles klar machen und dann lässt du dich"rund erneuern".
 

Wolf Larsen

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Das Jobcenter hatte mir vom Basistarif abgeraten.

Ich erinnere mich schwach. Aber die Meinung war dass er viel teurer ist, über 700 Euro. Die Leistungen wären noch schlechter, unter gesetzlich. Und nach ALG II käme man aus dem Basistarif nicht mehr einfach raus. Auch bei Google ist ja der Basistarif verschrien.
 

HansHubert

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Also, so weit ich weiß könnte dir der Bundesfreiwilligendienst helfen. Wenn sich das nicht geändert hat, gibt es im Bundesfreiwiligendienst die Pflicht sich in einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Und du fliegst auch nicht raus, wenn der Bundesfreiwiligendienst vorbei ist.

"Freiwillige werden für die Dauer des Freiwilligendienstes grundsätzlich als Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Die Beiträge werden vollständig von der Einsatzstelle übernommen und an die Krankenkasse abgeführt. Eine gegebenenfalls vorher bestehende Familienversicherung ist für die Zeit des Freiwilligendienstes ausgeschlossen und kann - zum Beispiel bei Aufnahme einer Berufsausbildung, weiterem Schulbesuch oder der Aufnahme eines Studiums - anschließend fortgeführt werden. Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfasst grundsätzlich auch Personen, die vor Antritt des Bundesfreiwilligendienstes privat versichert waren."

https://www.bundesfreiwilligendienst.de/der-bundesfreiwilligendienst/a-bis-z.html
 

noillusions

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Das Jobcenter hatte mir vom Basistarif abgeraten.

Ich erinnere mich schwach. Aber die Meinung war dass er viel teurer ist, über 700 Euro. Die Leistungen wären noch schlechter, unter gesetzlich. Und nach ALGII käme man aus dem Basistarif nicht mehr einfach raus. Auch bei Google ist ja der Basistarif verschrien.
Die Leistungen im Basis Tarif sind vergleichbar mit denen der gkv. Warum dir ausgerechnet beim jc davon abgeraten wurde ist merkwürdig. Ich vermute das ist wieder so die Masche fern betroffenen bloss keine hilfreichen Tipps zu geben damit sie sich bloss nicht wohlfühlen um alg2 Bezug. Die Hälfte von 700€ sind übrigens 350€ und dann relativiert sich das mit den viel zu teuer wieder, Falls die 700€ den stimmen. Vor einigen Jahren waren es 590€. Und was machst du dir Gedanken über ein zurück in den Tarif wen den eh nicht zahlen kannst und Dank selbst Beteiligung. Was hast du von sowas? Willst du dich demnächst zum sterben ins Bett legen zum die selbst Beteiligung zu vermeiden?
 
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