Praktikum vor Aufnahme einer Tätigkeit

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

PeterDerMeter

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Januar 2013
Beiträge
1
Bewertungen
0
Hallo zusammen,

habe Anfang letzter Woche ein Stellenangebot in der Jobbörse der BAF gesehen und mich dort beworben. (Call-Center-Agent Inbound - min. 10€ Stundenlohn Festgehalt).

Am Mittwoch fand ein kurzes Telefongespräch statt, wo man mich zu einem Vorstellungsgespräch einlud. Ich willigte ein und erschien wie besprochen zum Vorstellungsgespräch.

Dort angekommen, erklärte man mir dann aber hingegen der Ausschreibung, es handele sich um eine Stelle im Outbound Bereich (Verkauf von Telekommunikationsverträgen an private Kunden) und der Stundenlohn läge bei 8€. Mein Gegenüber merkte dann, dass meine Begeisterung doch sehr gewichen ist und bot mir an zu Beginn dieser Woche zu telefonieren und evtl. ein 14 tägiges Praktikum zu vereinbaren, um zu sehen, wie ich mich dabei fühle und ob ich mich auch entsprechend engagieren würde, wie es sich im Outbound Bereich gehöre.

Ich habe bereits vor einigen Jahren eine gleiche Tätigkeit ausgeübt und dort ausnahmslos schlechte Erfahrungen gemacht (durfte meinem Geld hinterher rennen) und hab mich absolut nicht wohl dabei gefühlt Leute in ihrer Freizeit mit derartigen Anrufen zu belästigen. Meine SB weiß davon und äußerte mir Ihr Verständnis für meine Meinung zu dem Thema und sagte, sie würde davon absehen, mir Stellenangebote aus diesem Bereich zukommen zulassen.

Meine Frage nun, kann ich dieses Praktikum ablehnen ohne in Teufelsküche zu gelagen oder wie kann/sollte ich mich nun verhalten?

MfG PeterDerMeter
 

El loco

Elo-User*in
Mitglied seit
26 Februar 2011
Beiträge
18
Bewertungen
23
Mit diesem Arbeitgeber kann kein Vertrauensverhältnis, welches Grundlage für ein Arbeitsverhältnis sei sollte, entstehen.
In der Jobbörse werden ca. 10 € ausgelobt, daraus werden etwas 8 € im Vorstellungsgespräch.
Der Lebenslauf wurde auch nicht gelesen, sonst wäre dem Arbeitgeber bekannt, dass in dem Outbound Bereich schon gearbeitet wurde und dann noch ein Praktikum anbieten?

Ich meine, das Praktikum ist abzulehnen, weil keine Ausbildung.:icon_evil:
 

Hamburgeryn1

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 April 2011
Beiträge
3.020
Bewertungen
3.815
Meine Frage nun, kann ich dieses Praktikum ablehnen ohne in Teufelsküche zu gelagen oder wie kann/sollte ich mich nun verhalten?
MfG PeterDerMeter

Ein unentgeltliches Praktikum ist nicht verpflichtend, daher kann es auch sanktionsfrei abgebrochen werden.
Bedeutet also im Umkehrschluss, dass auch keines angetreten werden muss.

Gericht: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen
Entscheidungsart: Beschluss
Aktenzeichen: L 7 B 321/07 AS ER
Datum: 02.05.2008

1.Ein untgeltliches Praktikum abzubrechen,stellt kein Sanktionsgrund dar.Das Praktikum ist weder eine Arbeit,Ausbildung noch Arbeitsgelegenheit im Sinne des § 31 Abs.1 Nr.1 Buchstabe c SGB II

2. "Arbeit" ist im Sinne des § 2 Abs.2 Satz s SGB II jede (lohn)abhängige Erwerbstätigkeit,die sozialversicherungsrechtlich ein (sozialversicherungspflichtiges) Beschäftigungsverhältnis konstituiert.Ein unentgeltliches Praktikum erfüllt diese Kriterien nicht.
Erwerbsfähige Hilfebedürftige haben ihre Arbeitskraft zur Beschaffung Ihres Lebensunterhalts einzusetzen.Da unentgeltliche Tätigkeiten diesem Zweck (unmittelbar) nicht zu erreichen mögen,sind sie insofern auch nicht als Arbeit i.S.d. §§ 10 und 31 SGB II zu qualifizieren.

3.Ein Praktikum ist keine Ausbildung,denn der Begriff der Ausbildung betrifft die Berufsausbildung

4.Praktika stellen auch keine Arbeitsgelegenheiten dar.

5. Eine Weigerung eine Arbeit ,Ausbildung und Arbeitsgelegenheit anzunehmen,bedeutet die vorsätzliche Nichtaufnahme einer angebotenen Arbeit.Der Ablehnungswille muss sich eindeutig und zweifelsfrei aus dem Gesamtverhalten des EHB ergehen.Der Leistungsträger trägt dafür die materielle Darlegungslast.
Abbruch eines unentgeltlichen Praktikums - keine Sanktion [Archiv] - Arbeitslosen Forum Deutschland
Besser ist, künftig einen großen Bogen um Call-Center-Agent-Angebote samt der sog. "Job-Börse" der BA zu machen,
und sich niemals auf mündliche Zusagen eines SB zu verlassen. :cool:
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten