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Praktikum und ALG II

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Koelschejong

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#1
Ich helfe seit geraumer Zeit einer ausländischen Familie im hiesigen Bürokratendschungel.
Mutter alleinerziehend (Witwe), körperbehindert, erzielt geringes Einkommen und erhält aufstockend ALG II.
Tochter, 20 Jahre, Gymnasiastin kurz vor Abitur, erhält ALG II da als Ausländering kein BaföG Anspruch.
Tochter möchte nach Abitur in diesem Jahr ein Studium aufnehmen. Finanzierung über KfW Kredit, Stipendium und ggf. Nebenerwerb - dies ist bereits alles in "weitgehend trockenen Tüchern".
Frage bei der ich Hilfe und Rat erbitte:
Vor dem Studium wird von der Hochschule zwingend ein 6-monatiges Praktikum als Zugangsvoraussetzung vorgeschrieben. Hat die Tochter während dieses halben Jahres, also zwischen Abitur und Immatrikulation, einen Anspruch auf ALG II, oder wie kann dieser Zwischenraum sonst finanziell überbrückt werden?
 

Arco

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#2
Koelschejong sagte :
Ich helfe seit geraumer Zeit einer ausländischen Familie im hiesigen Bürokratendschungel.
Mutter alleinerziehend (Witwe), körperbehindert, erzielt geringes Einkommen und erhält aufstockend ALG II.
Tochter, 20 Jahre, Gymnasiastin kurz vor Abitur, erhält ALG II da als Ausländering kein BaföG Anspruch.
Tochter möchte nach Abitur in diesem Jahr ein Studium aufnehmen. Finanzierung über KfW Kredit, Stipendium und ggf. Nebenerwerb - dies ist bereits alles in "weitgehend trockenen Tüchern".
Frage bei der ich Hilfe und Rat erbitte:
Vor dem Studium wird von der Hochschule zwingend ein 6-monatiges Praktikum als Zugangsvoraussetzung vorgeschrieben. Hat die Tochter während dieses halben Jahres, also zwischen Abitur und Immatrikulation, einen Anspruch auf ALG II, oder wie kann dieser Zwischenraum sonst finanziell überbrückt werden?
Im Ausländerrecht habe ich keine Ahnung, aber du scheibst das das ja wohl geregelt ist mit dem Studium....

Wenn die Tochter das Abitur fertig hat, dann ist sie wie jede/r andere Bürger erst mal arbeitslos und hat Anspruch auf Hilfe....

Sie stellt sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und macht ein Praktikum für die spätere weiterführende Ausbildung. Alles weitere muß sie dann mit dem SB/FM absprechen wie das im Einzelnen geregelt wird.
 

Koelschejong

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#3
Danke für die Antwort, ich habe versucht diese Frage sowohl bei der zuständigen ARGE (klein und halbwegs überschaubar) und bei meiner ARGE (Großstadt) persönlich abzuklären. Die Antworten reichten von einem aufschlußreichen "hä????" über "da bin ich nicht zuständig" und "da wenden Sie sich bitte an Herrn XXX" bis zu einem klaren "dat han ich ja noch nie jehört, dat jitt et nich, da künne mer nix maache".
Also anscheinend alles im völlig normalen Bereich, ein langer, steiniger Weg zum Gipfel des Erfolgs.
 

Arco

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#4
Koelschejong sagte :
Danke für die Antwort, ich habe versucht diese Frage sowohl bei der zuständigen ARGE (klein und halbwegs überschaubar) und bei meiner ARGE (Großstadt) persönlich abzuklären. Die Antworten reichten von einem aufschlußreichen "hä????" über "da bin ich nicht zuständig" und "da wenden Sie sich bitte an Herrn XXX" bis zu einem klaren "dat han ich ja noch nie jehört, dat jitt et nich, da künne mer nix maache".
Also anscheinend alles im völlig normalen Bereich, ein langer, steiniger Weg zum Gipfel des Erfolgs.
Also wenn es dann soweit ist den Antrag auf Alg2 stellen und abwarten was die sagen.

Wenn Ablehnung (ich wüßte eigentlich nicht warum) dann Widerspruch und vorher hier nochmal melden...
 

Koelschejong

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#5
Die junge Dame bezieht bereits ALG II, Fortzahlungsantrag ist kürzlich rausgegangen. Diese Frage ist also derzeit geklärt, war auch nicht einfach, erste Argumentation natürlich: "Schülerin??? Dann nur BaföG!" Widerspruch, Untätigkeitsklage dann auf Anraten des SG urplötzliches Einlenken: "Ja, da Ausländerin kein BaföG sondern ALG II"
Ausländerstatus wird sich bis zum Abitur vermutlich ändern, Einbürgerung ist bei uns durch, Ausbürgerung des Heimatlandes läuft seit einiger Zeit. Wenn das erledigt ist, wird sie Deutsche.
Nach erneutem Bescheid (kommt deutlich vor dem Abiturtermin) werde ich vor Aufnahme des Praktikums eine entsprechende Änderungsmitteilung machen und um Gesprächstermin bitten. Leider gehört der bisherige SB der jungen Dame zum weniger erfreulichen Teil dieser Spezies, arrogant, dumm, dreist und von Wissen weitgehend unbelastet.
Ich werde weiter berichten.
 

Koelschejong

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#7
Wir haben uns doch schon im Vorfeld um einen Termin bemüht, der Gesprächstermin fand soeben statt und lief wie erwartet. Wir haben ruhig erläutert, dass die junge Dame nach dem Abitur studieren werde und ihm nachgewiesen dass für ihr Studium ein 6-monatiges Praktikum zwingend erforderlich ist, ebenso wie ein erfolgreicher TOEFL-Test um brauchbare Englischkenntnisse zu dokumentieren.
Der SB nahm das zur Kenntnis und erklärte:
1) Für Studierende sei er ohnehin nicht zuständig, da gäbe es BaföG - soweit kann man ihm nicht widersprechen.
2) Praktikum, davon stünde nichts im Gesetz, daher gäbe es dafür auch keine Mittel und das ALG II könne natürlich auch nicht weitergezahlt werden, da ja ohne Weiteres eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit/Ausbildung aufgenommen werden könne. Es müsse ja nicht jeder gleich studieren, er habe auch nicht studiert. Wir argumentierten dann, dass ja wohl kaum eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zeitgleich mit dem erforderlichen Praktikum ausübbar sei. Dem stimmte der SB zu, wenn man was "anständiges" lerne, brauche man das Praktikum ja auch nicht.
3) Die dann fällige Bitte, doch seinen Vorgesetzten hinzuzuziehen, lehnte er mit dem Hinweis ab, "es sei niemand im Hause".
4) Die Bitte, uns seine Ansicht schriftlich zu bestätigen, lehnte er ebenfalls ab, er "habe schließlich besseres zu tun." Zum Abschied meinte er dann noch sehr freundlich, falls die junge Dame ihm nach der Schulzeit keine "vernünftige" Tätigkeit nachweisen könne, werde er dafür sorgen, dass sie sofort einen EEJ bekäme.
5) Den Verlauf des Gesprächs werde ich jetzt in einer Gesprächsnotiz zusammenfassen und per Einschreiben mit Rückschein der ARGE zur Kenntnis mit der Bitte um schriftliche Stellungnahme zukommen lassen.
 

Arco

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#8
Hallo Koelschejong :stern:


es darf doch nicht wahr sein :dampf: :dampf: :dampf:

du schreibst "wir" - also warst du als Zeuge dabei :daumen: :daumen:

Das mit der Gesprächsnotiz (und da fällt dir bestimmt noch mehr ein) ist richtig ! ! Aber ich würde diese Beschwerde nicht nur der Arge z.H. des Geschäftsführer oder wer das ist, sondern auch in Kopie dem Ombudsrat, dem Münte und nach Nürnberg schicken :!: :!:

Wenn schon denn schon - das ist doch eine Unverschämtheit - ich könnte wieder :dampf: :dampf: :kotz:

So ! ! du schreibst deine Bekannte wäre nach dem Abitur evtl. schon Deutsche, also die Einbürgerung durch ....... ich weiß jetzt nicht ob ich das so richtig sehe, aber dann könnte doch bei ihr doch schon bei dem Praktikum unter Umständen das Bafög greifen ? ? ? ?

Mach dich da mal schlau .........

Ansonsten halte uns doch auf den Laufenden :daumen: :daumen:
 

michaelulbricht

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#9
kleiner Tipp

Schon mal daran gedacht sich selbstständig zu machen.
Das kann die Dame neben ihrem Praktikum und am WE machen.

Dann ist sie für die Arge auf jedenfall tabu.
Und ihr werded staunen was die Arge alles auf die Beine stellt damit du als Selbständiger bloß keine gewinne erzielst und keine Aufträge bekommst.

Kann ich ein Lied von singen.

Michael
 

Koelschejong

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#10
Danke, mit dem BaföG werde ich prüfen, zumindest zu meiner Zeit waren aber BaföG Ämter ähnlich erfreulich, wie heute so manche ARGE. Der Gedanke mit der Selbständigkeit ist, so denke ich, ziemlich genial. Warum komm ich nicht selbst darauf??? Kein Mensch kann schließlich erwarten, dass eine neu gegründete Selbständigkeit aus dem Stand in die Gewinnzone kommt, im ersten halben Jahr muss man da immer mit Anlaufverlusten rechnen und danach ???? - Studium und :p
Ich werde mir für die junge Dame also eine "brilliante" Geschäftsidee ergrübeln, einen Businessplan erstellen, alles ganz professionell und so gut ich kann, damit der SB nicht von vorneherein sagen kann: Blödsinn.
 

michaelulbricht

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#11
Der SB?

Bei der Begründung einer Selbständigkeit ist die Meinung des SB völlig unerheblich.

So ein SB hat von so etwas gar keine Ahnung, sonst hätte er ja einen richtigen Beruf lernen müssen.

Ein Selbständiger kann sich so Aussagen wie "ich mein ja nur" oder "das weiss ich nicht" überhaupt nicht erlauben.

Wenn du eine gute Arge hast wird die dafür sorgen das du kaum Gewinne erwirtschaftest.

Michael
 
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