Prämie / Abfindung nach befristetem Arbeitsvertrag - Welche Anrechnung? (2 Betrachter)

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stefan76

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Hallo zusammen,
ich hoffe Ihr könnt mir helfen!
Ich arbeite derzeit noch in der Kündigungsfrist. bzw. wurde mein auf 2 Jahre befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert.
Da meinem Arbeitgeber meine private Situation wohl irgendwie doch am Herzen zu liegen scheint, zahlt er mir ein Abfindung in Höhe von 3 Monatsgehältern. Was er nicht müsste.

Nun meine Frage: Wird diese Prämie oder Abfindung auf das ALG 1 angerechnet?
Die Beendigung ging ja nicht von mir aus und die Kündigungsfrist halte ich auch ein.

Wäre über eine Antwort wirklich sehr dankbar!

Grüße,
Stefan
 

Hartzeola

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Wer sich von seinem Arbeitgeber im gegenseitigen Einvernehmen getrennt hat und deshalb eine Abfindung erhält, muss keine Anrechnung auf das Arbeitslosengeld befürchten – auch dann nicht wenn er eine hohe Abfindung in seinem Aufhebungsvertrag vereinbart hat. Es gibt allerdings eine Bedingung: Durch die Vereinbarung darf die ordentliche Kündigungsfrist nicht verkürzt werden. Hintergrund: Der Arbeitnehmer soll nicht doppelt Geld bekommen. Arbeitslosengeld wird nämlich dann nicht benötigt, wenn trotz Arbeitslosigkeit kein Verdienstausfall eintritt.

KEINE ANRECHNUNG BEI EINHALTUNG DER KÜNDIGUNGSFRIST

Mehr hierzu bei: Anrechnung einer Abfindung auf das Arbeitslosengeld - Finanztip ]
 

stefan76

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Vielen Dank Hartzeola!
Das ist wirklich nett von dir.

Sehe ich das richtig, dass ein "Ruhen" des Anspruchs auf ALG1 dann auch nur erfolgt wenn man sich eben auf eine verkürzte Kündigungsfrist einigt?

Ein "Ruhen" und eine Verrechnung kommen, je nachdem, ja auch auf das gleiche raus.
 

Hartzeola

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Ja, siehste Richtig, das Arbeitsamt muss nach Beenden der Kündigungsfrist zahlen und würde nicht früher einspringe, wenn diese verkürzt worden wäre.
 

bla47

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Eine Abfindung ist nur steuerpflichtig. SV pflichtig nicht, leider so auch ohne Gegenleistungen. Da die AG Beiträge für die verschiedenen Sozialversicherungen nicht anfallen, kann man leicht "etwas mehr" bei der Verhandlungs Summe herausholen.
Wenn du die Fünftelregelung beim Finanzamt anwendest, bekommst du viel Geld zurück. Aber erst kommen Fragen als Textbausteine. Da wären:
Vorzulegen: Ursprünglicher Arbeitsvertrag, Abrechnung mit der Abfindung. ( Liefern ! )
Berechnungen zur Abfindung ( Antworten: Betriebsgeheimniss, dazu sagt Fa. nichts )
Mündliche Nebenabreden im Zusammenhang mit der Abfindung ( Antworten: Gab es nicht )
 

stefan76

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Danke für die Antworten aber das ist ja echt ganz schön kompliziert!
Das "Ruhen" der ALG 1 Zahlung ist für mich aber nocht nicht klar.
Erfolgt ein "Ruhen" des Anspruchs bei Abfindung immer?

Was ich eigentlich wissen möchte ist, wenn man es runterbricht, ob ich bzw. wir (meine Frau bzw. Freundin und Baby) das Geld behalten können ohne Anrechnung, was der Fall zu sein scheint.
Und ob ein Ruhen des ALG 1 erfolgt wegen der Abfindung.

Wo ist denn der Unterschied wenn das ALG1 zum einen angerechnet wird und zum anderen, wenn es ruht, man ABER nach einem oder zwei Monaten wieder Arbeit findet?

Das soll nicht egoistisch klingen aber wir stehen hier praktisch kurz vor dem nichts.
Meine Frau hat noch keinen Job wegen dem Baby und ich bald auch nicht mehr.
----------------
SV pflichtig nicht, leider so auch ohne Gegenleistungen.
D.h. genau? Das es doch ruht?

Hier noch ein Text von VERDI der noch etwas mehr zur Verwirrung beigetragen hat.

VER.DI
Das Ruhen des Arbeitslosengeldanspruchs gilt für die Dauer der nicht eingehaltenen Kündigungsfrist, längstens für ein Jahr. Je nach Höhe der Abfindung und gesetzlicher Freibeträge kann sich der Ruhenszeitraum verkürzen. Bei der Berechnung des Ruhenszeitraumes wird die Abfindung allerdings nicht voll, sondern nur anteilig berücksichtigt. Der Anteil, der berücksichtigt wird, richtet sich nach dem Lebensalter am Ende des Arbeitsverhältnisses und nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Der Ruhenszeitraum beginnt an dem Kalendertag nach dem letzten Tag des Arbeitsverhältnisses. Er würde sich verkürzen, wenn der zu berücksichtigende Anteil der Abfindung geringer wäre als das Arbeitsentgelt, das der Arbeitnehmer sonst in dem Zeitraum der Kündigungsfrist erzielt hätte. Solange der Anspruch auf Arbeitslosengeld wegen der Berücksichtigung der gezahlten Abfindung ruht, werden durch das Arbeitsamt auch keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung entrichtet. Die Ruhenszeit wird dem Rentenversicherungsträger von der Bundesagentur für Arbeit als Anrechnungszeittatbestand gemeldet. Eine Meldung von Amts wegen ist allerdings nur möglich, wenn der Arbeitslose rechtzeitig einen Leistungsantrag stellt und hierauf nicht, im Hinblick auf das Ruhen der Leistung, verzichtet. Ansonsten wird eine Abfindung im Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet.
 

bla47

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Die reine Abfindung ist nicht sozialversicherungspflichtig, d.h. durch die Abfindung erhöht sich z.B. das ALG 1 nicht.
Mit dem ruhen oder nicht ruhen des Anspruchs hat das nichts zu tun.
 

skorpi1958

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Moin,
unbedingt die Kündigungsfrist einhalten , unbedingt bei der AFA arbeitssuchend melden.
Solltest du die Kündigungsfrist nicht einhalten , musst du dich bis der Anspruch auf ALG1 eintritt auch selbst krankenversichern.
Dein Arbeitgeber kann dich auch freistellen , muss aber dein Gehalt weiter zahlen.

Gruß Skorpi1958
 
M

mucel

Gast
Vorallem sollte der TE mal abklären, ob das Ganze sozialrechtlich wirklich als Abfindung gilt, die frei von Sozialversicherungsbeiträgen wäre oder ob es sich doch eher um eine Prämie handelt, für die Beiträge zu entrichten wären.

Eventuell könnte die Agentur für Arbeit auch auf die Idee kommen, dass als "verlängerte Lohnzahlung" anzusehen, sodass das ALG dann erst nach Ende des 3 Monat (die "Abfindung" soll ja 3 Monatsgehälter betragen) einsetzt.

Für die sozialrechtliche Beurteilung kommt es auch nicht unbedingt darauf an, wie der AG die Zahlung benennt, sondern wie die Sozialversicherungsträger sie dann tatsächlich bewerten.

Und eine Bewertung als Abfindung, bei einem ohnehin auslaufenden Arbeitsvertrag, denke ich, könnte problematisch werden.
 
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