Potenzialanalyse Eingliederungsvereinbarung

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E

ExitUser

Gast
Moin, moin,

ich habe eine Frage an euch und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

Hab komplette Akteneinsicht beantragt. Nun sehe ich, dass unter dem Punkt "Leistungsfähigkeit" der Unterpunkt "Arbeits- und Sozialverhalten" aufgelistet ist und dahinter steht: "vermittlungsrelevanter Handlungsbedarf".

Was heißt denn das konkret? Offensichtlich muss ja laut SB etwas an meinem Arbeits- und Sozialverhalten geändert werden. Welche Maßnahmen gibt es da, die einem vom JC angeboten werden?

Und noch eine Frage:
Nachdem doch die Eingliederungsvereinbarung auf Grundlage dieser Potenzialanalyse erstellt werden "soll", dann müssten doch irgendwelche Maßnahmen mit mir vereinbart werden, die mein "Arbeits- und Sozialverhalten" stärken? Oder reicht es, wenn in der Eingliederungsvereinbarung steht, ich muss mind. 5 schriftliche Bewerbungen im Monat machen (wie die SB genau auf diese Zahl kommt, ist mir schleierhaft.)

Bin für jede Antwort dankbar!
 

Jägerschnitzel

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Nein, muss es nicht, der SB hat da vermutlich einen Haken gemacht, um Dich (fehlerfrei) in eine komplexe Profillage zu verfrachten, dass muss er Dich nämlich nicht so oft einladen....Stichwort: Kundenkontaktdichte.

Das daraus nun irgendwelche Maßnahmen folgen, halte ich für unwahrscheinlich und wenn, kannst Du dagegen ja Rechtsmittel einlegen.
 

Roter Bock

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Sehe ich etwas anders - Du bist vorgesehen dafür in eine "Sinnlos Massnahme" verfrachtet zu werden.

Das passiert nicht unbedingt gleich, schwebt aber latent über Dir.

Wie sieht es mit der EGV aus?

Roter Bock
 
E

ExitUser

Gast
In der EGV steht nichts mit irgendeiner Maßnahme. Noch nicht.

Ich kann mir nach nochmaligem Studium meiner Akteneinsicht auch erklären, warum mein "Arbeits- und Sozialverhalten" als "vermittlungsrelevanter Handlungsbedarf" betrachtet wird:

Ich habe eine Dienstaufsichtsbeschwerde über meine SB eingereicht! Und das Datum der Beschwerde passt genau zu dem Datum bzw. Zeitpunkt, an dem man "Arbeits- und Sozialverhalten" geändert wurde. Vorher stand da nämlich "nicht relevant."
 

AEMR

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Grüß dich Doktor H4,

danke für die mitgeteilten Erfahrungen. Ich denke, Roter Bock trifft die Sache (Sinnlos-Maßnahme ... nicht unbedingt gleich, schwebt aber latent über Dir) sehr genau.

Ja, es kann wohl sein, dass du mit deiner Dienstaufsichtsbeschwerde den SB dazu gebracht hast, dir einen angeblichen Mangel im Bereich Arbeits- und Sozialverhalten zu attestieren, das wäre dann natürlich vom SB höchst unprofessionell und eine Art kleine Rache.

SB sind nach meiner Erfahrung dumm und faul, warum sollen sie also nicht zusätzlich gemein sein ... aber so etwas wird man nicht beweisen können.

Sicherlich sollte man vermeiden, etikettiert zu werden (Vorurteilsforscher reden von Labeling Approach).

Etikettierungsansatz

Andererseits kommt es auf die richtigen Etikettierungen / Markierungen durchaus an, denn wenn ich eine Förderung finanziert bekommen will, muss sie ja auch stets dem Erlangen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit dienen und da wäre mein Lieblingskurs Nummer-Sowieso ebenso "vermittlungsrelevanter Handlungsbedarf" wie irgendeine faktenferne Unterstellung bzw. kalkulierte Stigmatisierung.

Stigmatisierung

Du wirst einen guten Grund gehabt haben für deine Dienstaufsichtsbeschwerde. Tja, Herr / Frau SB: Schuhe, die mir nicht passen, ziehe ich mir nicht an ... getroffene Hunde bellen.

Ich finde gerade im Netz die mögliche Handlungsstrategie

Heranführen an das Arbeitsleben (Tagesstruktur herstellen)
Arbeits- und Sozialverhalten stärken

https://www.arbeitsagentur.de/zentr...Leitkonzept-Arbeitsvermittlung-nicht-Reha.pdf

Da lässt sich leider jedes Ganztags-Sinnlospraktikum begründen, irgendeine sonstige Gängelei und Kontrolle ... alle möglichen Gräuslichkeiten also.

Ob es gelingt, (auch) genau diese Daten löschen zu lassen als "nicht (mehr) zur Erfüllung Ihrer [ JC- ] Aufgaben erforderlich"? Leider wird das JC wohl sinngemäß sagen: "wir brauchen gerade diese Info sehr wohl, da sie für eine erfolgreiche berufliche Integration vermutlich unverzichtbar ist". Das dem SG gegenüber zu beweisen dürfte dem JC allerdings schwer fallen.

Maßnahmen kosten (Geld), v. a. bei Teilqualifizierungen gilt daher

Kann der Kunde auch ohne die Qualifikation in absehbarer Zeit integriert werden?
[ Seite 28 oben ]

https://www.jobcenter.wuppertal.de/medien/bindata/Arbeitsmarktprogramm_2012.pdf

Qualifizierte Weiterbildungen sind besonders teuer und schwer zu vertreten, aber das hier kann man als SB sicherlich jedem Leistungsbezieher genüsslich anheften:

Mit den Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sollen die individuelle Beschäftigungsfähigkeit durch Erhalt und Ausbau von Fertigkeiten und Fähigkeiten gefördert und die Teilnehmer umfassend bei ihren beruflichen Eingliederungsbemühungen unterstützt werden.

Die Notwendigkeit der Teilnahme an einer Maßnahme ist ausschließlich gegeben, wenn sich im Rahmen des Profilings ergibt, dass das Förderinstrument geeignet ist, die festgestellten Handlungsbedarfe zu beseitigen, dem Erfolg der Förderung auch keine weiteren Kriterien oder Hemmnisse entgegenstehen und von einer positiven Integrationswirkung des Instruments auszugehen ist.

[ ebenfalls JC Wuppertal, Seite 28 ]

Für mich scheint es so zu sein, dass eine solche, wir dürfen sagen: Etikettierung / Stigmatisierung weniger den Wiedereinstieg ins Berufsleben blockiert als vielmehr die Bewilligung einer künftigen, wirklich wichtigen Weiterbildung. Anders gesagt: ich fürchte, der SB kann zu jeder von dir gewünschten Umschulung / Förderung NEIN sagen, solange diese Bewertung in deiner Akte steht (auch elektronische Akten / Speicherorte wie VerBIS sind Akte).

Oder, wie Roter Bock ja sinngemäß gesagt hat, als Schnell-Fahrschein in eine Sinnlos-Verwahrung (die ja auch Geld kostet und ein wirklich sinnvolle Förderung mindestens vorläufig verringert nach dem Motto: Nein, in Sie haben wir schon so viel investiert für dieses Jahr ...). Auch ein Grund, unsinnige Maßnahmen abzuwehren: Die Sinnlosmaßnahme blockiert die sinnvolle Maßnahme!

Wie auch immer:

Das Stigma muss raus.

Viel Erfolg. Mit besten Grüßen
AEMR
 
E

ExitUser

Gast
Vielen Dank, AEMR.

Das war echt sehr hilfreich.

Auch wenn ich jetzt sozusagen "gebrandmarkt" bin, werde ich mich auch weiterhin nicht meiner Rechte vom SB oder JC berauben lassen und konsequent deren Einhaltung fordern.

Ich kann mit der Rolle als Querulant leben. Es ist nur erschreckend, wie mit uns in einem sog. "Rechts- und Sozialstaat" umgegangen wird.

Art. 1GG ist im Rahmen des SGB II ja vollkommen außer Kraft gesetzt.

Und ja, ich stimme dir zu: SB sind faul, dumm, inkompetent und nutzen ihre Position schamlos aus, um Hilfebedürftige zu demütigen und zu schikanieren.
 

Roter Bock

VIP Nutzer*in
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Ob SGB II das GG außer Kraft setzt, ist nicht durch ein mir bekanntes Urteil bestätigt.

Über Ralf Boes kann man streiten, aber ihn ging es wohl darum genau einen Prozess zu erreichen um dem GG für Elos mehr Bedeutung zuzumessen. Wenn ich das richtig kapiert habe...

Jedoch...

ist das Thema für die JC so heikel, das der Typ wohl kaum eine Sanktion zu Gesicht bekommt. Das ist Prozessvermeidungsstrategie der JC. Im Klartext: Im Unrecht suhlt sich das Schwein "JC" am liebsten.

Roter Bock
 
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