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Potentielle Vermieter wollen Nebenkosten nicht aufschlüsseln - Mietbescheinigung

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rufi

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#1
Hi, ich habe ein Problem mit der Mietbescheinigung.

Ich bin mit Hinweis auf zu hohe Miete vom Amt aufgefordert worden die Mietkosten zu senken. Auf dem Amt habe ich dazu eine Mietbescheinigung bekommen.

Da ich nicht möchte, das der potentielle Vermieter erfährt, das ich Hartz IV bekomme, habe ich mir 1. ein eigenes Formular entworfen, das keinen Hinweis auf ein Amt enthält und frage 2. schon in den ersten Gesprächen nach den Nebenkosten um mal zu abzuchecken, ob die überhaupt bereit sind darüber Auskunft zu geben.
Als Begründung gebe ich an, die Entwicklung der Nebenkosten im vorhinein abschätzen zu wollen ehe ich zusage.

Da ich bisher bei grossen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaften nichts gefunden habe, habe ich bisher nur mit drei privaten Vermietern Kontakt gehabt.

Interessant und leider frustrierend ist folgendes:

Bei dem ersten Vermieter habe ich ziemlich direkt meinen Wunsch danach geäussert das er so ein Formular, in dem die Nebenkosten ausgewiesen sind, ausfüllen möchte. Er hat zwar erst Bedenken geäussert, aber nicht grundsätzlich abgelehnt. Nach einigem Hin- und Her meinte er ein befreundeter Anwalt hätte ihm abgeraten sowas auszufüllen, da ich ja auf die Idee kommen könnte, bei Nebenkostenerhöhungen mit Hinweis auf das Forumular die Erhöhung nicht zu bezahlen. Darauf habe ich unter das Formular geschrieben, das der Vermieter sich vorbehält, Nebenkosten gemäß BGB 556 (glaube icH) abzurechnen und zu erhöhen. Das Ende vom Lied war dann aber einige Tage später doch, das ihm sein Anwält rät "von solchen Sachen die Finger zu lassen".

Bei dem zweiten Vermieter, habe ich beim ersten Telefongespräch nach den Nebenkosten gefragt um, schon mal abzuprüfen ob er überhaupt bereit ist, sowas anzugeben. Wir sind eigentlich nur bis zu den Heizkosten gekommen. Die Heizkosten seien in der Gesamtmiete enthalten. Auf Nachfrage, wie hoch genau die enthaltenen Heizkosten sind: "Das habe ich Ihnen schon gesagt, die Heizkosten sind enthalten". Auf nochmalige Nachfrage brach er dann das Gespräch ohne weitere Begründung ab.

Bei dem dritten Vermieter lief das ganze im Prinzip genauso, ausser das noch kam: "Na wenn Sie die Wohnung nicht wollen, dann lassen Sie es".

Ich schliesse daraus, das zumindest private Vermieter nicht geneigt sind, die Nebenkosten aufzuschlüsseln.
Nun kann es evtl. sein, das sie mich vielleicht übervorteilen wollen, aber es kann ja auch sein, das sie etwa einen Mieter, der alles genau wissen will für "schwierig" halten. Gerade auf dem Land ist so die Handschlagmentalität ja noch eher anzutreffen.

Da ich mir aber einen Umzug nicht leisten kann bin ich auf die Zustimmung des Amtes angewiesen und damit auf die ausgefüllte Mietbescheinigung bzw. einen Mietvertrag in dem die Nebenkosten aufgeschlüsselt sind.
Im Grunde sehe ich eigentlich im Moment nur folgende Optionen:
1. Sofort angeben das ich Hartz IV bekomme. Blöd, weil das hier so eine Provinz ist, das das sofort jeder mitbekommt und das meinem Gewerbe schaden könnte.
2. Nichts von Hartz IV sagen, auf die Mietbescheinigung verzichten und auf genügend Angaben im Mietvertrag hoffen. (Habe eigentlich noch nie einen Mietvertrag mit ausgewiesenen Nebenkosten gesehen). Falls nicht versuchen, das er das mit rein nimmt. Wenn das auch nicht, dann noch die Frage ob er mich den Mietvertrag überhaupt mitnehmen lässt und nicht kitzelig wird, solange das Amt "denkt".
3. Dem Vermieter irgendeine andere Begründung bringen, aber welche?

Ich weiss im Moment einfach nicht weiter. Es ist ohnehin schwer genug hier was zu finden. So 15qm Wohnklos finde ich leicht aber im Bereich 43 bis 47qm ist es sehr schwer. Dann nur noch Makler. Mit Makler aber das selbe Problem: Der weiss dann und dadurch der Vermieter, dass ich Hartz IV bekomme und die Kaution kriege ich ja nur als Darlehen.

Mag jemand einen Kommentar abgeben oder sogar einen Rat dazu? Ich weiss echt nicht weiter.
 

Kikaka

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#2
Habe eigentlich noch nie einen Mietvertrag mit ausgewiesenen Nebenkosten gesehen
-:confused: Wie bitte ?

- bei Vermietern die die Offenlegung von Nebenkosten verweigern da laß mal tunlichst die Finger von

- das Problem ist : selbst wenn nach der 1. Jahresabrechnung die Nebenkosten um 100 % und mehr steigen, dann steckst Du in einer Mausefalle, denn nach einem höchstrichterlichen Urteil hast Du nur dann die Möglichkeit rechtlich gegen solchen oft vorsätzlichen
Betrug vorzugehen wenn Du

den Vermieter vor Abschluß aufgrund einer schriftlichen Nachfrage bestätigen läßt das die Nebenkosten korrekt und angemessen sind
Nur wenn Du das schriftlich hast kannst Du den Vermieter rechtlich belangen

-Bitte handle danach

Die 3 Vermieter sind alles faule Eier
 

rufi

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#3
Interessant!

Ich habe eigentlich nur gefragt, weil mich bei zweien der Drei die relativ heftige Reaktion überrascht hat und hatte dabei die Notwendigkeit im Auge umzuziehen. Den Gedanken, das die vielleicht was zu verbergen haben hatte ich zwar auch, aber... naja, ich dachte ich mache da taktisch was falsch.

Ach Mensch... :icon_sad:

P.S.
Könntest Du mir bitte einen Paragraphen oder ein Aktenzeichen dazu nennen, Kikaka?

P.P.S.
Irgendwie wäre das auch eine Erklärung, das der erste abgesprungen ist, "obwohl" ich ihm ja das mit dem 556 BGB d'runtergeschrieben hatte. Hätte ihm nicht viel genutzt, wenn er was krummes vorhatte.
 

Kikaka

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#4
Könntest Du mir bitte einen Paragraphen oder ein Aktenzeichen dazu nennen, Kikaka?
BGH, Urteil vom 11. 2. 2004 - VIII ZR 195/ 03




11
Da die Vereinbarung von Vorauszahlungen nicht an eine bestimmte Höhe gebunden ist, solange nur die aus § 4 Abs. 1 Satz 1 MHG sich ergebende Obergrenze beachtet wird, ist in der Regel kein Fehlverhalten des Vermieters bei der Vereinbarung niedriger oder sehr niedriger Vorauszahlungen zu sehen. Der Vermieter ist demnach nicht grundsätzlich verpflichtet, Vorauszahlungen auf die umlegbaren Nebenkosten so zu kalkulieren, daß sie etwa kostendeckend sind. Dies erscheint auch deshalb sachgerecht, weil zu den in Frage kommenden Nebenkosten regelmäßig, wie auch hier, Heizkosten und andere Kosten zählen, die in ihrer Höhe verbrauchsabhängig sind, wesentlichen Schwankungen unterliegen können und daher vom Vermieter weder vorherzusehen noch zu beeinflussen sind.
12
2. Eine Pflichtverletzung des Vermieters im Zusammenhang mit der Vereinbarung von Vorauszahlungen bei Vertragsschluß ist deshalb nur dann zu bejahen, wenn besondere Umstände gegeben sind (OLG Düsseldorf, WuM 2000, 591 unter 2 a; LG Karlsruhe, WuM 1998, 479 f.; Staudinger/ Emmerich, BGB (2003), § 535 Rdnr. 73; Palandt/ Weidenkaff, BGB, 63. Aufl., § 535 Rdnr. 95; vgl. aber LG Arnsberg, NJW-RR 1988, 397 f.). Solche besonderen Umstände können etwa zu bejahen sein, wenn der Vermieter dem Mieter bei Vertragsschluß die Angemessenheit der Nebenkosten ausdrücklich zugesichert oder diese bewußt zu niedrig bemessen hat, um den Mieter über den Umfang der tatsächlichen Mietbelastung zu täuschen und ihn auf diese Weise zur Begründung eines Mietverhältnisses zu veranlassen (vgl. LG Frankfurt a. M., WuM 1979, 24).

- gerade in solchen suspekt erscheinendem Verhalten wie bei Deinen 3 Fällen wäre das unbedingt geboten. Dieses Urteil ist ein Freifahrschein für Betrüger.



-
 

rufi

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#5
Tja, dann weiss ich also nun, das so ein Verhalten auf eine mögliche unredliche Absicht hindeuten kann. Dummerweise kann man das wohl auch andersherum deuten, nämlich das der Mieter Hintergedanken hat, mindestens aber "schwierig" sein könnte. Andererseits sind drei von drei auch noch keine Statistik, also lohnt es sich wohl immer noch bei privaten Vermietern nachzufragen.
 
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#6
Mehraufand
Die Aufschlüsselung der Vorauszahlungen macht für Vermieter keinen Sinn. Vermieter rechnet Betriebskosten ab. Darin sind auch Kosten der Beheizung abgerechnet.
Manchmal können die Heizkosten nicht klar getrennt werden. (Betriebsstrom)

Nicht ärgern lassen. Mit offenen Karten spielen. Erhöht die Glaubwürdigkeit.
Auch Vermieter fühlen sich von ARGE "belästigt"
 
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