Post vom Finanzamt erhalten, mit der Aufforderung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2014 und 2015 als ALG 2 bezieher.

Lizard King

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Hallo liebe Mitglieder, ich habe heute das erst mal in meinem Leben Post vom Finanzamt bekommen.

Mit der Aufforderung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2014 und das Jahr 2015.

Ich habe noch nie eine Steuererklärung abgeben, hatte auch noch nie was, das ich hätte großartig absetzen hätte können.

Ich bin seit ca. Mitte 2015 Arbeitssuchend gemeldet, und beziehe ALG 2.

Was soll das Schreiben vom Finanzamt bedeuten?

Ich bin doch als ALG 2 Bezieher nicht verpflichtet eine Einkommensteuererklärung zu machen?

Zudem müsste doch laut vierjähriger Festsetzungsverjährung, die Steuererklärung von vor 6 Jahren verjährt sein?

Ich weiß nicht wie die jetzt nach all den Jahren auf sowas kommen!

Wie soll ich mich verhalten?
 

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Karl Schmidt

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Wenn du nur Alg 2 bezogen hast, schreibst du denen das. Antworten mußt du schon auf das Schreiben. Wenn du Alg 1 oder Einkommen hattest, mußt du wohl Lohnsteuerjahresausgleich machen. Das mit den vier Jahren gilt, glaube ich, nur für unsereinen. Das Finanzamt hat länger Zeit dich dazu aufzufordern. 10 Jahre oder so.
 

Curt The Cat

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schreibst du denen das.
... oder gehst da mal vorbei, wenn’s halbwegs erreichbar ist. Meine persönliche Erfahrung ist, daß da auch nur Menschen arbeiten, die sich freuen, einem ihrer „Kunden“ weiterhelfen zu können.

In meinem Fall haben die mich erstmal beruhigt und an Ort und Stelle ein notwendiges Schreiben diktiert, nachdem ich meine damals äußerst prekäre Situation glaubhaft dargestellt hatte.


:icon_wink:
 

Lizard King

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Dann werde ich dem Finanzamt mal ein Schreiben schicken und meinen fall erläutern.

Besuche sind bei uns momentan in den Finanzämtern wegen Corona nicht möglich, nur mit Termin.

Wie soll ich das den machen mit der Steuererklärung, das scheint ja recht umfangreich zu sein.

Habe noch nie eine gemacht, und wüste auch nicht was ich zu versteuern hätte!

Und einen Steuerberater oder die Lohnsteuerhilfe kann ich mir auch nicht leisten.
 

Uhus

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Seltsam: In der Betreffzeile fordert das Finanzamt die Steuererklärungen für 2014 und 2015, im eigentlichen Brieftext nur für 2014.

Wie waren denn deine persönlichen Einkommensverhältsnisse im Jahr 2014? Völlig aus der Luft gegriffen wird die Aufforderung zur Abgabe einer Einkommenssteuererklärung für dieses Jahr sicher nicht sein.
 

Lizard King

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2014 habe ich ca. 6 bis 8 Monate nur Krankengeld nach einer Operation bezogen, und vorher halt noch die 6 Wochen Lohnfortzahlung wegen Krankheit, und den Rest des Jahres bei meinem damaligen Arbeitgeber ganz normal gearbeitet.

Das im Schreiben nur von 2014 die Rede ist, ist mir auch schon aufgefallen.
 

Uhus

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Dein Krankengeld führt zur Abgabepflicht für 2014:
Wenn Sie mehr als 410 Euro Krankengeld im Jahr bekommen haben, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Die Summe des Krankengelds tragen Sie im Mantelbogen unter „Einkommensersatzleistungen“ ein. Zu diesem Zweck sollten Sie automatisch, von der Krankenkasse eine "Bescheinigung für das Finanzamt" bekommen haben, wo die Höhe Ihres Krankengelds vermerkt ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lizard King

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Ich glaub ich mach doch lieber mal einen Termin mit dem Lohnsteuerhilfeverein aus.

Mal sehen was das kostet, vielleicht kann ich das ja auch absetzen, :cautious: weiß ansonsten nicht weiter, ich hab mir die Formulare mal angesehen, ich steig da nicht durch, ist mir zu komplex die Sache.
Hat schon jemand Erfahrung mit dem Lohnsteuerhilfeverein, kann man die empfehlen?
 

avrschmitz

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vielleicht kann ich das ja auch absetzen
Ja, aber nur in dem Jahr wo die Kosten anfallen. Wenn der Lohnsteuerhilfeverein für 2014 Deine Steuererklärung in 2020 erstellt, kannst Du die Kosten auch erst bei der Einkommensteuererklärung für 2020 geltend machen. Da Du aber laut Deinem Eingangsbeitrag ALG2 beziehst, bleibst Du auf den Kosten in voller Höhe sitzen.

Alternativ kannst Du online Deine Einkommensteuererklärung selber machen. Sofern Du Deine Jahreslohnsteuerbescheinigung hast und die Höhe Deines Krankengeldes kennst, sollte das einfach möglich sein. Für 2014 und 2015 kannst Du die Erklärung sogar noch mit der Elster-Software machen, die auf dem PC läuft. Da ist das sogar noch einfacher, weil es dort ein Formular gibt, das exakt so aussieht wie die Jahreslohnsteuerbescheinigung. Online ist es etwas komplizierter, weil es für die Sozialabgaben ein separates Formular gibt.

Für das Krankengeld gibt es ein eigenes Eingabefeld. Das weiss ich deshalb, weil ich schon seit Jahren für meine Kinder und deren Partnern die Einkommensteuererklärung mache. Sowohl mein Sohn als auch seine Freundin hatten in der Vergangenheit Krankengeld bezogen, was ich dort eintragen musste. Ich kann Dir aber jetzt auswendig die Nummer nicht sagen. Allerdings bist Du zur Einkommensteuererklärung verpflichtet, wenn Du KG erhalten hast. Auch wenn Du unter normalen Umständen keine Erklärung abgeben müsstest.
 

Eltax

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Hallo,
besorg dir die notwendigen Bescheide von der Krankenkasse und vom Amt falls nicht vorhanden; geh damit zum Finanzamt. Die sind verpflichtet dich zu beraten. Normalerweise machen die das dann gleich vor Ort.
 

avrschmitz

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Das ist leider schon seit Jahren nicht mehr möglich. Private Steuerberatungskosten sind nicht mehr absetzbar (seit 2006).
Das stimmt nicht so ganz. Private Steuerberatungskosten sind nicht als Sonderausgaben absetzbar, aber als Werbungskosten schon.

Das Problem bei den Werbungskosten ist, dass es einen Freibetrag von 1.000€ gibt. Übersteigt die Summe der Werbungskosten diesen Betrag nicht, nützt einem auch die Rechnung für die Steuerberatungskosten nichts. Sonderausgaben jedoch wirken sich in voller Höhe auf das zu versteuernde Einkommen aus.
 
Zuletzt bearbeitet:

avrschmitz

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Das stimmt! Aber Du schriebst ja von "Steuererklärung anfertigen lassen". Das allerdings ist nicht mehr absetzbar. Beratung hingegen schon.
Sorry, aber das artet mir jetzt doch zuviel in Haarspalterei aus.
Private Steuerberatungskosten sind seit 2006 nicht mehr als Sonderausgaben abziehbar. Jetzt können Steuerberatungskosten nur noch als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden, soweit sie im Zusammenhang mit der Einkunftserzielung stehen. Steuerberatungskosten sind also den abzugsfähigen Werbungskosten oder Betriebsausgaben sowie den nicht abzugsfähigen Kosten privater Lebensführung zuzuordnen.

Steuerlich absetzbar sind:

  • Beratung zu Einnahmen und Werbungskosten bei nichtselbständiger Arbeit, Vermietung, Kapitalerträgen, Renten
  • Kosten für Ermittlung von Ausgaben und Einnahmen, Anfertigung von Zusammenstellungen, Ausfüllen der entsprechenden Anlagen
  • Anfertigen von Einnahme-Aufstellungen für das Finanzamt
  • Beantworten von einkunftsbezogenen Fragen
  • Ermitteln von Einnahmen und Ausgaben bei Gewinneinkünften
  • Erstellen und Überwachen der Buchführung
  • Erstellen von Einnahmeüberschussrechnungen oder Bilanzen
  • Rein private Kosten für einen Steuerberater lassen sich nicht absetzen, weil es sich um Kosten der Lebensführung handelt.
Nicht absetzbar sind u.a.:

  • Ausfüllen der Einkommensteuererklärung
  • Ermitteln der Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen
  • Kosten im Zusammenhang mit Fragen zu
  • Einkommensteuertarifen und zur Veranlagung
  • Haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen und Dienstleistungen
  • Kinderbetreuungskosten
  • Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer
  • Kindergeld und Eigenheimzulage
Quelle
 

avrschmitz

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Uhus

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Mit einem Friedrich Merz (CDU) wäre das bekanntermaßen viel einfacher geworden: Steuererklärung ruckzuck auf einem Bierdeckel. Dumm nur, dass dieser Genius nicht zum Zug kam. ;)
 

Murmel266

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Liebe Lizard,

du musst nur den Hauptvordruck und die Anlage N ausfüllen. Erste Seite deine persönlichen Angaben. In der Anlage N die Daten deiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Dann das bekomme Krankengeld eintragen, die Erklärung unterschrieben ans Finanzamt weiterleiten.
Die schlechte Nachricht ist, dass die Anforderung meist bedeutet, dass eine Nachzahlung zu erwarten ist.
 

Zeitkind

Super-Moderation
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Die schlechte Nachricht ist, dass die Anforderung meist bedeutet, dass eine Nachzahlung zu erwarten ist.
Du meinst Nachforderung, so wie in meinem Fall;
Wird im betreffenden Jahr neben dem Einkommen Krankengeld von mehr als 410 € bezogen,
ist der Arbeitnehmer wegen des sog. Fron ähm ... Progressionsvorbehaltes zur Steuererklärung verpflichtet.
Die Versteuerung wird neu berechnet und die fehlende Differenz inclusive Zinsen nachgefordert.

Ich habe dem Finanzamt die vereinfachte Steuererklärung mit eTIN-Nr. und Bestätigung des Krankengeldbezuges geschickt.
Nach 14 Tagen kam der Festsetzungsbescheid mit dem meine Reserven empfindlich tuschiert wurden.
Nun heißt es; den Gürtel enger schnallen, damit Milliardäre wie Musk subventioniert werden können ...
 

Murmel266

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Ich meinte Anforderung der Erklärung und die sich dann höchstwahrscheinlich ergebende Nachzahlung aus dem Steuerbescheid, die nach vier Wochen geleistet werden muss. Nicht schön!
 

Lizard King

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Also ich hab die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2014 jetzt mit der Elster-Software gemacht o_O

Bin fix und fertig!

Die Höhe des Krankengeldes konnte ich noch nicht zu 100 % bestimmen, weil meine Unterlagen nicht Komplet sind, muss nächste Woche erst zur Krankenkasse.

Aber laut Elster bekomme ich bis jetzt Geld zurück, bin gespannt!

Hoffentlich wollen die nicht auch noch die Steuererklärung für 2015 haben.
 
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