POL-KR: Mann versuchte im Jobcenter Krefeld aus dem Fenster zu springen

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Hartzeola

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Krefeld (ots) - Heute (28.05.2013) morgen um 10:15 Uhr kam es im Jobcenter auf dem Fütingsweg zu einem Vorfall, der sich zunächst als ein Selbsttötungsversuch darstellte. Ein 54-jähriger Krefelder saß in der fünften Etage des Gebäudes auf der Fensterbank, wobei sich ein Bein schon außerhalb des Fensters im Freien befand. Er drohte aus dem Fenster zu springen, wenn er vom Jobcenter kein Geld bekäme. Einem besonnenen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes gelang es gemeinsam mit der Polizei, den 54-Jährigen zu beruhigen, ihn von seinem Vorhaben abzubringen und festzuhalten.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der 54-Jährige zuvor im Büro seines 59-jährigen Sachbearbeiters war. Da er einen ablehnenden Bescheid bekommen hatte, wurde der 59-Jährige verbal bedroht. Im weiteren Verlauf packte er den Sachbearbeiter mit beiden Händen am Hemdkragen und versuchte ihn über den Schreibtisch zu ziehen, was jedoch misslang. Er verließ dann das Büro und begab sich zu dem Fenster.

Der 54-Jährige wurde in Absprache mit dem eingetroffenen Notarzt wegen des Verdachts einer psychischen Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen. Dort wurde er nach dem Aufnahmegespräch jedoch wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen der Polizei dauern an.
Polizeipresse: Polizeiprsidium Krefeld - POL-KR: Mann versuchte im Jobcenter Krefeld aus dem Fenster zu springen
 

sixthsense

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Der 54-Jährige wurde in Absprache mit dem eingetroffenen Notarzt wegen des Verdachts einer psychischen Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen. Dort wurde er nach dem Aufnahmegespräch jedoch wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen der Polizei dauern an.

Das ist mal wieder soooooo typisch. :rolleyes:

Kaum begehen Menschen in ihrer Not gewisse Verzweiflungstaten, versucht man sie als erstes schnellstmöglichst zu psychiatrisieren.
 
G

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Ist denn die Angst vor dem Verlust der Existenzgrundlage eine Krankheit?
 

roterhusar

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Wo sind denn die ganzen Schreiberkonsorten, die wieder die Schuld bei dem Erwerbslosen suchen.

Vielleicht wollte er sich einer Bestrafung entziehen, weil er doch den Sachbearbeiter versuchte, über den Schreibtisch zu ziehen?

Was aber misslang? Darauf wird natürlich nicht eingegangen. Was ein Antragsteller anpackt, kann ja nur misslingen. Wenn jemandem was gelingt, dann ist es der Polizei. :icon_neutral:
 

ethos07

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Ja, wenn der kurze Polizeibericht zutreffend ist, hatte der Mann vermutlich einen kurzen Blackout, als er kein Geld in Sicht sah, und packte 'die Ursache' kurz am Kragen - und darauf hat er es mit der Angst zu tun bekommen und wolle auf dem kürzesten Weg nur weg...

Ojeeee, da hat er sich ja etwas eingebrockt! Hoffentlich ist der SB nicht verletzt worden dabei...

Warum gehen die Leuts denn immer noch allein zum Amt... - Gerade wenn es um Geldleistung geht, sind 1-3 Beistände absolut wichtig, um das Recht zumindest auf einen unmittelbaren Vorschuss durchzusetzen.
 

Rocky Balboa

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ExitUser

Gast
Lies mal die Leserbriefe in der Online-Ausgabe der Krefelder Tageszeitung. Mittlerweile scheinen die Probleme der LB mit den JC in der Öffentlichkeit angekommen zu sein. Es wird durchaus differenziert kommentiert. ...

Hab ich was übersehen? Die, die dort wohlwollend antworten, sind allesamt Leistungsbezieher, selbst diese Rentner, würde ich meinen. Welche Öffentlichkeit?
 

roterhusar

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Schlecht, wenn jemand Dich an der Krawatte nach oben zerrt, und der Alarmknopf befindet sich aber unterm Schreibtisch!

Wenn ich auf dem Fenstersims bereit zu springen gesessen hätte, hätte ich die Krawatte samt Sachbearbeiter mitgenommen. Maan fällt auch weicher.
 

jimmy

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Warum gehen die Leuts denn immer noch allein zum Amt... - Gerade wenn es um Geldleistung geht, sind 1-3 Beistände absolut wichtig, um das Recht zumindest auf einen unmittelbaren Vorschuss durchzusetzen.

Weil Sie niemanden haben.
Weil der Datenschutz NICHT garantiert ist.
Weil Sie sich nicht trauen sich Hilfe zu holen.
etc..
 
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ExitUser

Gast
es kommt noch ein grund dazu,

als erwachsener menschrechnet man damit alleine seine angelegenheiten regeln zu können....auf dem JC und inzwischen einigen anderen ämtern ist das nun leider nicht mehr so.

LG von barbara
 

Christi

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Ja, wenn der kurze Polizeibericht zutreffend ist, hatte der Mann vermutlich einen kurzen Blackout, als er kein Geld in Sicht sah, und packte 'die Ursache' kurz am Kragen - und darauf hat er es mit der Angst zu tun bekommen und wolle auf dem kürzesten Weg nur weg...

Ojeeee, da hat er sich ja etwas eingebrockt! Hoffentlich ist der SB nicht verletzt worden dabei...

Warum gehen die Leuts denn immer noch allein zum Amt... - Gerade wenn es um Geldleistung geht, sind 1-3 Beistände absolut wichtig, um das Recht zumindest auf einen unmittelbaren Vorschuss durchzusetzen.
Hier im Badischen ist es ein Problem einen einzigen Beistand zu
bekommen.
Ich hatte ( mit Beistand) zur gleichen Zeit wie der Mann in Krefeld eine Termin.Ich habe mich noch gewundert,warum der SB so
freundlich war....
 

Vincet

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Ich lese "ablehnenden Bescheid", was heißt, dass dieser Mensch keine Arbeit und kein Geld hat. Was macht man denn dann? Grüßt man den SB und geht freundlich gesinnt wieder nach Hause? Gibt es bei den Menschen keine Empathie mehr?
Was erwartet man denn von einem Menschen, dem man jegliche Existenzgrundlage entzieht? In dieser Situation bleiben ja nur noch zwei Möglichkeiten: Selbsttötung oder Verbrechen. Beides hat der Mann versucht. Wahrscheinlich konnte er beides nicht durchführen, weil es immer noch genug Menschen mit Gewissen und Lebenserhaltungstrieb gibt, wie schlecht die Lage auch sein mag. Er kann ja nur hoffen, dass er für diese Aktion ins Gefängnis kommt. Denn seien wir mal ehrlich: statt von Nichts leben zu müssen, ist ein Gefängnisaufenthalt der wahre Segen.

Und auch aufgrund dessen muss man langsam aber sicher über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken. Es muss endlich aufhören, dass Ämter die Macht haben, Menschen komplett ins Elend stürzen zu können. Ein Existenzminimum darf unter keinen Umständen unterschritten werden, deshalb sind Sanktionen nicht mehr haltbar. Wenn sich nichts ändert, wird es solche Aktionen immer öfter geben. Es müssen wohl erst mal auf beiden Seiten viele Menschen sterben, bis es ein Umdenken gibt. Das erinnert doch stark an die Kindheit. Da können die Eltern noch sooft sagen, dass man nicht die Hände auf die heißen Herdplatten legen soll, und trotzdem tut man das. Doch danach tut man das nie wieder.
 

BibiBlocksberg2009

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Warum gehen die Leuts denn immer noch allein zum Amt... - Gerade wenn es um Geldleistung geht, sind 1-3 Beistände absolut wichtig, um das Recht zumindest auf einen unmittelbaren Vorschuss durchzusetzen.

... zu den bereits genannten Gründen noch als Ergänzung:

Oftmals werden Meldetermine auch ganz bewusst so kurzfristig angesetzt (2-3 Tage Vorlaufzeit), dass sich gar kein Beistand organisieren lässt.


...er einen ablehnenden Bescheid bekommen hatte...
Die wichtigste Information, um diesen "Aussetzer" zu verstehen, fehlt natürlich wieder in allen Meldungen: :icon_neutral:
Einen ablehnenden Bescheid für was?
 

spin

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Vielleicht wollte er sich einer Bestrafung entziehen, weil er doch den Sachbearbeiter versuchte, über den Schreibtisch zu ziehen?
Ich frage mich gerade, wer hier eigentlich wen über den Tisch ziehen wollte und welche "Klientel" dies eigentlich regelmäßig betreibt.
 

Nimschö

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Oftmals werden Meldetermine auch ganz bewusst so kurzfristig angesetzt (2-3 Tage Vorlaufzeit), dass sich gar kein Beistand organisieren lässt.

Ironie ON: Neiiiin, sowas kommt doch nicht vor und wenn war es sicher nur sehr eilig mal über "die berufliche Situation" des Störenfrieds, ehm, Kunden mein ich, zu reden. Also, böser Wille beim Amt? neiiiiin... :icon_mad:


Die wichtigste Information, um diesen "Aussetzer" zu verstehen, fehlt natürlich wieder in allen Meldungen: :icon_neutral:
Einen ablehnenden Bescheid für was?

"Sehr geehrter Herr Fensterbank, leider können wir Ihren Lebensberechtigungsschein, gültig bis zum heutigen Tag um 10:20 Uhr, nicht weiter verlängern. Die Aktenlage läßt keinen Schluß auf einen Nutzen des Gemeinwesens an Ihrer Existenz zu. Bitte leben Sie möglichst nah an einem Friedhof oder öffentlichem Gebäude ab um die entstehenden Transportkosten für ihre Überreste gering zu halten. Wir danken Ihnen für die Zusammenarbeit und dafür, dass Sie bereits im Vorfeld freiwillig Ihr Gewicht reduzierten, um den Abtransport zusätzlich zu vergünstigen. Mit freundlichen Grüßen..."
 
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