"Plötzliche" Austeuerung, bin aktuell in der Klinik, wie soll ich mich bei der AfA melden ??? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

luxkompensator

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Liebes Forum,

aktuell befinde ich mich leider aus gesundheitlichen Gründen in stationärer Behandlung im Krankenhaus.

Die Krankenkasse teilte mir mit, dass mein Krankengeldanspruch noch bis zum 9.10.17 laufe. Mir fehlt somit ein Tag. Kann mir jemand sagen welche Folgen dies für mich hat?

Ich bin nun aufgrund meiner Erkrankung und der äusserst schlechten Verbindung hier, in Verzug und möchte den Antrag schnellstmöglich formlos stellen sowie nach meiner Entlassung die restlichen Unterlagen nachreichen. Mir ist klar dass der Leistungsbezug erst stattfindet wenn alle Unterlagen der Agentur für Arbeit vorliegen. Das ist aber erst mal kein Problem für mich.

Eine Faxnummer der Leistungsabteilung habe ich. Ich kann den Antrag also problemlos dorthin senden. Mir geht es lediglich um Fristwahrung.

Ich hätte folgenden Text übermittelt:

----
Hiermit stelle ich zum heutigen Tag einen Antrag auf ALG1.
Ich weise vorsorglich darauf hin dass ich mich derzeit in stationärer Behandlung befinde.

Bescheinigung liegt bei.

-----

Ist dies ausreichend?
Ich bin übrigens noch Angestellter. Job wurde nicht gekündigt. Nach Gesundung könnte ich auch bei meiner Firma wieder einsteigen.


Viele Grüße,

Fluxkompensator
 
G

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Gast
„Kann sich die leistungsgeminderte Person wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht persönlich arbeitslos melden, so kann die Meldung durch eine Vertreterin oder einen Vertreter erfolgen. Die leistungsgeminderte Person hat sich unverzüglich persönlich bei der Agentur für Arbeit zu melden, sobald der Grund für die Verhinderung entfallen ist.“

SS 145 SGB III Minderung der Leistungsfahigkeit
 

Doppeloma

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Hallo Fluxkompensator, :welcome:

aktuell befinde ich mich leider aus gesundheitlichen Gründen in stationärer Behandlung im Krankenhaus.
Mal ergänzend zu der Möglichkeit (eine Vertretung mit Vollmacht zu beauftragen, die AfA zunächst mal zu informieren), sollte es auch Sozial-Arbeiter in der Klinik geben, die sich für die Patienten um solche Angelegenheiten kümmern können.

Die Krankenkasse teilte mir mit, dass mein Krankengeldanspruch noch bis zum 9.10.17 laufe.
Wie hat dir die KK das mitgeteilt und WANN hat man dir das mitgeteilt (also wann hast du Kenntnis davon erlangt) ???

Der Bescheid zur Aussteuerung muss schriftlich erfolgen und rückwirkend ist nicht zulässig, da hätte die KK dir eben früher dazu Bescheid geben müssen.
So ist zumindest die Rechtslage, das ist ja kein "überraschend eintretendes Ereignis" ... :icon_evil:

Mir fehlt somit ein Tag. Kann mir jemand sagen welche Folgen dies für mich hat?
Für dich darf das überhaupt KEINE Folgen haben, zudem bist du doch durch den Klinik-Aufenthalt auch weiterhin (durchgehend) als AU anzusehen, also wo "fehlt" da was ... ???

Die AfA ist gesetzlich zuständig ab (regulärem) Tag 1 nach der Aussteuerung und es handelt sich ja gar nicht um eine "Arbeitslos-Meldung", sondern um die Meldung wegen der Aussteuerung aus dem Krankengeld.

Ich bin nun aufgrund meiner Erkrankung und der äusserst schlechten Verbindung hier, in Verzug und möchte den Antrag schnellstmöglich formlos stellen sowie nach meiner Entlassung die restlichen Unterlagen nachreichen.
Was für eine "schlechte Verbindung" meinst du gerade, ein Telefonat mit der zuständigen AfA zur Information sollte doch von jeder Klinik in D aus schon möglich sein, lass dir sagen wer dich da in der Klinik unterstützen kann und dann lässt sich das alles regeln.

Mir ist klar dass der Leistungsbezug erst stattfindet wenn alle Unterlagen der Agentur für Arbeit vorliegen. Das ist aber erst mal kein Problem für mich.
Du brauchst den Formular-Antrag und weitere Unterlagen (Lohnbescheinigung vom AG und eine Bescheinigung die noch von deiner KK ausgefüllt werden muss), die du NUR von der AfA bekommen kannst, vielleicht schickt man dir das zu (nach Hause), aber in der Regel muss das abgeholt werden, von dir oder einer beauftragten Person.

Eine Faxnummer der Leistungsabteilung habe ich. Ich kann den Antrag also problemlos dorthin senden. Mir geht es lediglich um Fristwahrung.
Es gibt aktuell keine wirkliche Frist, die einzuhalten wäre und sogar ein Telefonat wäre zunächst ein "formloser Antrag", du solltest dir aber Datum / Uhrzeit und Gesprächspartner wenigstens notieren, damit das irgendwie "nachweisbar" ist.

Ansonsten ist telefonisch nicht wirklich gut und die Leistungs-Abteilung interessiert das im Moment auch noch gar nicht. :icon_evil:

Das Anspruchs-Datum (Beginn Nahtlosigkeit nach § 145 SGB III) ergibt sich aus dem Aussteuerungsschreiben der KK, das (Tag NACH der Aussteuerung) gilt dann auch für den Antrag auf ALGI, es ist also im Moment völlig egal, wann du dich (in nächster Zeit) selber darum kümmern könntest.

Du bekommst natürlich noch kein Geld von der AfA so lange dort nicht alles auch komplett erledigt wurde, Zahltag für den Oktober ist ohnehin erst der 30.10., bis dahin kann noch alles erledigt sein.

Bei der AfA meldest du dich wegen der Aussteuerung und dafür legst du auch das Schreiben der KK vor, die Bescheinigung der Klinik ist nur aktuell als Nachweis nötig, dass du eben nicht (sofort) selber kommen kannst.

Ich bin übrigens noch Angestellter. Job wurde nicht gekündigt. Nach Gesundung könnte ich auch bei meiner Firma wieder einsteigen.
Schon deswegen bist du gar nicht "arbeitslos", darüber solltest du aber erst später mit den SB der AfA reden, wenn du dort richtig "angekommen" bist, nach deinem Klinik-Aufenthalt.

Es kann ja trotzdem noch etwas dauern bis du wieder Arbeitsfähig bist bei deinem AG und bis dahin brauchst du ja sicher auch Geld für deinen laufenden Lebensunterhalt, das bekommst du aktuell nur noch von der AfA gemäß § 145 SGB III.

MfG Doppeloma
 

luxkompensator

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Hallo Doppeloma,

zunächst vielen Dank für deine umfassende Antwort.

Ich wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, werde aber zeitnah erneut in Behandlung gehen.

Ich habe nun nochmal das Aussteuerungsschreiben der Kasse geprüft. Dieses wurde Mitte August ausgestellt.
Da war ich leider auch im Krankenhaus, hatte aber Ende August eine Entlassung und anschließend eine Pause bevor ich erneut aufgenommen wurde. Demnach kann ich die Schuld nicht der Kasse geben. Ich habe es
schlichtweg und ergreifend im ganzen Papierkrieg drumherum ausser Acht gelassen :(.

Den formlosen Antrag habe ich übrigens bei der Arbeitsagentur gestellt und zwar am 11.10.2017 vom Krankenhaus aus per Fax plus Bescheinigung der Station. Darauf hatte ich ein Schreiben vom 12.10.2017 im Briefkasten, welches
ich natürlich nicht entgegen nehmen konnte da ich ja noch im Krankenhaus war.

Folgendes stand in dem Schreiben.


>> Zitat

Ihren formlosen Antrag lehne ich ab.

Sie haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, da Sie sich nicht persönlich arbeitslos gemeldet haben (§137 Abs. 1 Nr. 2 Drittes SGB).

Hinweis:

Laut ihren eigenen Angaben sind Sie aktuell weiterhin arbeitunsfähgi krank. Ein Anspruch auf ALG wäre demnach nur denkbar, wenn Sie aus dem Krankengeldbezug ausgesteuert sind und die besonderen
Lesitungsvoraussetzungen des §145 SGBII - andauernde Minderung der Leistungsfähigkeit- vorliegen.
Auch hier ist aber eine persönlich Arbeitslosmeldung erforderlcih, notfalls durch einen bevollmächtigten Vertreter.


Mit freundlichen Grüßen

<< Zitat Ende

Ich habe das Schreiben erst am 26.10.2017 erhalten, einen Tag nach meiner Entlassung. Ein Gespräch per Telefon mit der AfA habe ich anschließend geführt. Das verlief aber sehr unsachlich worauf ich die Dame bat mir
nicht kontinuierlich ins Wort zu fallen. Das Gespräch ist schließlich eskaliert woraufhin die Dame am anderen Ende auflegte.

Ich habe aufgrund meines -immer noch - sehr schlechten Zustandes, dann mit einem Freund ausgemacht dorthin zu gehen. Das hat aber erst am 03.10.2017 geklappt.
Die Dame der Leistungsabteilung sagte mir dann, dass ich erst ab 03.11.2017 ALG I erhielte, weil ich mich auch erst da persönlich vor Ort gemeldet hätte.
Ändern könne man daran nichts, auch nicht die Tatsache das ich mich im Krankenhaus befand. Ich habe der AfA mitgeteilt dass ich in absehbarer
Zeit erneut ins Krankenhaus müsse und ab da keine Post erhalten könne. Daraufhin habe ich Formulare für den ärztlichen Dienst erhalten, welche
ich auch direkt abgegeben habe. Ausserdem solle ich den Antrag auf ALG1 online stellen.

Ich bin nun etwas ratlos. Nachvollziehbar ist für mich:

Ich hätte mich theoretisch auch schon am 26.10.2017 arbeitslos melden können, auch wenn es gesundheitlich nicht vor Ort möglich war.
Demnach fehlt der Zeitram vom 26.10-03.10.
Ist die Meldung zum 11.10.2017 per Fax tatsächlich nicht ausreichend?
Laut dem Post hätte ja tatsächlich auch eine telefonische Meldung bereits ausgereicht. Oder hängt dies tatsächlich ausschließlich vom Datum des Aussteuerungsschreibens ab?

Liebe Grüße
 

Fabiola

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Ich habe aufgrund meines -immer noch - sehr schlechten Zustandes, dann mit einem Freund ausgemacht dorthin zu gehen. Das hat aber erst am 03.10.2017 geklappt.
Die Dame der Leistungsabteilung sagte mir dann, dass ich erst ab 03.11.2017 ALG I erhielte, ...
Ich hätte mich theoretisch auch schon am 26.10.2017 arbeitslos melden können, auch wenn es gesundheitlich nicht vor Ort möglich war.
Demnach fehlt der Zeitram vom 26.10-03.10.
Hallo luxkompensator,
Möglicherweise wirkt sich Deine Erkrankung auf Deine Konzentrationsfähigkeit aus und Dir passieren deshalb Fehler (siehe Datumsangaben).
Überprüfe doch einfach in Zukunft in der 'Vorschau' Deine Angaben, bevor Du Deinen Post abschickst. Fehlerhafte Angaben können zu Verwirrung und falschen Antworten führen, was sicher nicht in Deinem Sinne ist.
 
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