Plötzlich werde ich vom Jobcenter zur Mitwirkung aufgefordert, Mietvertrag und Nachweis der Heizkosten vorzulegen. Ich möchte Euch diesbezüglich um Rat fragen.

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Kalcifer

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Schönen Tag an alle Leser.

Ich bin etwas verwirrt und möchte euch um Rat fragen.
Es geht darum dass ich vor ein paar Tagen einen Brief vom Jobcenter bekam, in welchem ich um Mitwirkung aufgefordert wurde.
Es wäre zu überprüfen, ob und inwieweit für mich Anspruch auf Leistung besteht / beziehungsweise bestanden hat.
Verlangt wird ein Mietvertrag und Nachweis über anfallende Heizkosten.

Zu erwähnen ist dass ich Krankheitsbedingt nun mehrere Jahre im ALG II fest hänge und bei meiner Mutter im Haus Wohne. Einen Mietvertrag habe ich nie mit ihr gemacht da sie nun mal meine Mutter ist und ich immer zahle was grade anfällt. Dazu gehören Rechnungen und auch Nahrungsmittel für Beide von uns.(alles eine etwas verzwickte Lebenssituation).
Als ich meinen Antrag zur Sicherung des Lebensunterhalts vor den erwähnten Jahren gestellt hatte, habe ich alles genau erklärt und nie wurde ein Mietvertrag verlangt. Es kam nur ein mal (glaube im letzten Jahr) ein mal zu einem kleinen Problem wo mir nicht rechtzeitig das Geld überwiesen wurde, nach kurzer Klärung bekam ich es aber wieder. Ich habe mich in dieser Zeit auch mehrfach erkundigt ob irgendwelche Unterlagen fehlen würden aber man hatte mir versichert dass es nur ein kleiner Fehler seitens des Jobcenter's war.

Auch jetzt, am 14.06.2020 bekam ich Post. Die Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts vom 01.08.2020 - 31.07.2021.
Wenn es also erneut bewilligt wurde, frage ich mich warum mir jetzt am 15.07.2020 eine Aufforderung ins Haus geflattert kam, in welcher mir gedroht wird die gesammte Geldleistung zu streichen wenn ich nicht bis zum 01.08.2020 die geforderten Unterlagen einreiche.
 

abcabc

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Wieviel bekommst du neben dem Regelsatz denn für die KdU zusätzlich vom JC ausgezahlt? Oder bekommst du nur den Regelsatz und 0€ für die KdU?
Davon hängt alles weitere ab.

Einen Mietvertrag habe ich nie mit ihr gemacht da sie nun mal meine Mutter ist und ich immer zahle was grade anfällt. Dazu gehören Rechnungen und auch Nahrungsmittel für Beide von uns.
Als was seid ihr denn beim JC geführt? WG, BG oder HG?
 

Kalcifer

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Also hinten auf meiner Bewilligung steht:

Höhe der monatlichen Bedarfe in Euro
Regelbedarf: 432,00
Heizkosten: 60,00
Nebenkosten: 40,00
Gesamtbedarf: 532,00

Höhe der monatlich zustehenden Leistungen in Euro
Regelbedarf - Anspruch 432,00
KdU - Miete/Eigentum - Anspruch 100,00
Summe - Anspruch 532,00
 

Larsson

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Das Jobcenter zahlt also 100 EUR als Miete?
Was hast du denn mit deiner Mutter vereinbart und gegenüber dem Jobcenter angegeben?
Pauschalmiete, Kostenbeteiligung?
Die 100 EUR gibt du nachweislich anb deine Mutter ab?
Nee, das scheinen die Heiz- und Nebenkosten zu sein. Heizung 60€, Nebenkosten 40€, zusammen 100€.
Nebenkosten sind keine Miete.
Selbst wenn die Mutter sicher keine Nebenkostenrechnung an den Sohn erstellt, so lassen sich die Nebenkosten ja trotzdem nachweisen.
 

Ines2003

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Ja, stimmt da hast du recht.
Dann braucht @ Kalcifer nur die Nebenkosten gegenüber dem Jobcenter nachweisen, z.B. im Form der jährlichen Abrechnung dur den Vermieter / Verwalter.
 

Kalcifer

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Vielen Dank an alle die so schnell geantwortet und geholfen haben.

Nur falls dass am Anfang etwas unter gegangen war (oder ich falsch verstehe), es wurde in der Aufforderung nicht mal nach den Nebenkosten gefragt. Wortwörtlich steht dort nur:

Folgende Unterlagen beziehungsweise Angaben werden benötigt:
- Mietvertrag und Nachweis über die anfallenden Heizkosten

Ich frage mich jetzt auch etwas wie ich das in dem Brief formulieren soll. Persönlich vorbei gehen darf man in der Corona Zeit zumindest bei mir im Ort nicht. Alles nur Telefonisch, via Brief oder E-mail. Würde am liebsten direkt hin gehen da mir Formulierungen im Brief immer schwer fallen / ich mich mit unnötigen Informationen aufhalte die mir eventuell sogar noch falsch ausgelegt werden könnten (alles schon vor gekommen beim JobCenter 😅)
 
G

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Gast
Mietverträge können durchaus auch mündlich abgeschlossen werden. Die bedürfen ja nicht der Schriftform.
Würde das dem Jobcenter so mitteilen.

"Sehr geehrte Damen und Herren, einen schriftlichen Mietvertrag kann ich Ihnen nicht vorlegen, da dieser nur mündlich geschlossen wurde.
Mündlich wurde vereinbart:
Höhe der Miete: xxx Euro
Nebenkosten: xxx Euro
Davon Wasser: xxx Euro
Davon Heizkosten: xxx Euro
Sonstiges: xxx Euro"

Oder halt falls die drauf bestehen dass ein Mietvertag vorgelegt wird, dann setzt du dich mit deiner Mutter zusammen und ihr schreibt das ganze auf.
Es gibt auch Vordrucke von Mietverträgen die man einfach nur ausfüllen muss. Könntest dich deswegen z.b. mal an den Mieterverein wenden.

Und dann teilst du dem Jobcenter mit dass auf deren Wunsch hin der existierende mündliche Vertrag nun auch in Schriftform gebracht wurde. Wichtig: Es muss darin erkennbar sein, dass dieser jetzt schriftliche Vertrag zuvor bereits als mündlicher Vertrag existierte, sonst wirft das Jobcenter dir womöglich noch Sozialbetrug vor und dass du und deine Mutter etwas Geld durch einen fingierten Vertrag verdienen wollen und dass ihr in Wahrheit eine Bedarfsgemeinschaft seid oder so. Die kommen ja manchmal auf die seltsamsten Ideen wenn es darum geht sich vorm zahlen zu drücken.
 

Woodruff

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Hallo Kalcifer,

Folgende Unterlagen beziehungsweise Angaben werden benötigt:
- Mietvertrag und Nachweis über die anfallenden Heizkosten


Warum hier nur ein Nachweis über die Heizkosten verlangt wird, erschließt sich mir auch nicht so richtig.
Es gibt ja noch so einige andere Posten die zu einer Nebenkosten- Abrechnung gehören.

Auflistung Nebenkosten:


Quelle:
WirtschaftsWoche Online
Toulouser Allee 27
40211 Düsseldorf
 

Kalcifer

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Nochmals danke an alle. Hab den Brief jetzt los geschickt in welchem ich die Lage erklärt habe. Bin schon auf die Antwort gespannt und teile diese dann auch hier mit.
 

gila

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Hoffentlich hast du nicht mitgeteilt was Du hier in deinem ersten Post mitgeteilt hast, nämlich dass du deiner Mutter nur sporadisch Geld gibst und auch Geld für Nahrungsmittel etc...

Dann fangen noch ganz andere Probleme an 😬

Es wäre gut gewesen vor dem Absendung des Briefes den Inhalt hier zu teilen, wenn man schon um Rat fragt...
 

Kalcifer

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Soooo ich habe eine Antwort erhalten.

Hoffentlich hast du nicht mitgeteilt was Du hier in deinem ersten Post mitgeteilt hast, nämlich dass du deiner Mutter nur sporadisch Geld gibst und auch Geld für Nahrungsmittel etc...
Nein habe ich nicht. Ich habe nur mitgeteilt dass ich keinen Mietvertrag vorlegen kann da ich nie einen schriftlich mit meiner Mutter vereinbart habe.

Was mir nun in der Antwort dazu geschrieben wurde:
Es ist zu überprüfen, ob und inweiweit für Sie ein Anspruch auf Leistungen besteht beziehungsweise bestanden hat.
Folgende Unterlagen beziehungsweise Angaben werden hierzu noch benötigt:
Mit Ihrem Schreiben teilen Sie mit, dass Sie bei Ihrer Mutter wohnen und über keinen Mietvertrag verfügen.
- Bitte geben Sie an, ob und in welcher Höhe Sie sich an den Kosten der Unterkunft (Grundmiete und Nebenkosten) beteiligen. Wenn möglch, reichen Sie hierzu bitte Nachweise ein (Kontoauszüge)
- Des Weiteren werden die Nachweise für die Heizkosten benötigt. Teilen Sie bitte mit, wie Sie heizen und reichen die aktuellen Heizkostenabschläge ein.

Bitte reichen sie diese bis 20.08.2020 ein.
 

ZynHH

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Des Weiteren werden die Nachweise für die Heizkosten benötigt. Teilen Sie bitte mit, wie Sie heizen und reichen die aktuellen Heizkostenabschläge ein.
Deine Mutter weiss ja sicherlich, was sie an Kosten für die Heizung pro Jahr hat, gas/öl/Strom für die Pumpe, Wartung, Schornsteinfeger, reparaturen an der Heizung. Die Rechnungen für das vergangene Jahr raussuchen und kopieren. Gesamt-m2 der Wohnfläche ermitteln, deinen Anteil ermitteln. Das ganze in Kopie zum jobcenter.
- Bitte geben Sie an, ob und in welcher Höhe Sie sich an den Kosten der Unterkunft (Grundmiete und Nebenkosten) beteiligen. Wenn möglch, reichen Sie hierzu bitte Nachweise ein (Kontoauszüge)
Die Quittungen über die monatlichen zahlungen kopieren und einreichen.....
 

Birgit63

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Wobei ich 60 Euro Heizkosten im Haus der Mutter als Kostenbeteiligung schon als sehr viel erachte. Wir haben eine 3-Zimmer-Wohnung und zahlen 43 Euro Heizkosten. Vielleich möchte das JC daher eine Heizkostenabrechnung.
 

Sery

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An Deiner Stelle würde ich einen Änderungformular neuen einen Mietvertrag mit Deiner Mutter abschließen und dich über das Geld freuen
 

Larsson

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Ein Mietvertrag wird ja nicht gefordert, sondern nur ein Nachweis über Heiz- und Nebenkosten. Das ist normal, dass die das fordern.
zu den Nebenkosten gehören:
Wasser + Abwasser, MüllGebühren, Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Wartungskosten, Schornsteinfeger.
und dann Heizkosten, evtl. Stromkostenpauschale, wenn warmes Wasser über Durchlauferhitzer läuft.
Über die Posten hat die Mutter ja Rechnungen, also lässt sich das auch nachweisen.
 

Buerosklave

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Naja...was die Heizkosten angeht, kann man sowas -je nach Wohnsituation- nicht unbedingt immer "halbe-halbe" machen: jemand, der irgendwo ein ausgebautes Zimmer im Keller hat, wird höhere Heizkosten haben als jemand, der unterm Dach wohnt. Kann man auch auf andere Bereiche übertragen. Auch Forderungen nach Rechnungen dürften ein Punkt sein, über den man streiten kann. Denn soweit ich das rausfinden konnte, hat der Mieter ein Recht auf *Einsicht* in solche Rechnungen, was aber nicht zwingend auch ein Anrecht auf eine Kopie bedeutet.

Die ganze Sache erinnert mich sehr an meine eigene Situation vor Jahren, wo ich auch ab und an Rechnungen für meine Vermieterin, eine ältere Dame, gezahlt habe (z.B. wenn ich auch gleich den Wocheneinkauf für ihn mitgemacht habe) und wir das dann mit den Nebenkosten verrechnet haben. Gott, was hat das JC da für einen Stress gemacht und verlangte auch da Einsicht in die Originalrechnungen und wollte sogar *ihre*Kontoauszüge zum Beweis, dass sie die diversen Sachen wie Gas, Wasser etc tatsächlich von ihrem Konto bezahlt. Sie hat dann einen stinksauren Brief an den Direktor des JC geschrieben, das sie nicht dran denkt, solche Unterlagen in Kopie auszuhändigen, danach wollte das JC keine Nachweise mehr sehen. Wir haben ab da dann alles ganz offiziell über Überweisungen gemacht, damit das JC seinen Seelenfrieden hat. Ich vermute, dass bei solchen Forderungen oft irgendein kleiner Schreibtischhengst seinen heimlichen Gottkomplex ausleben will.
 
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