Pflicht zur Annahme von Eigenbemühungen?

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Marina85

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Hallo zusammen.

Ich bin seit ca drei Monaten arbeitslos. Bisher hatte ich einen TErmin beim Sachbearbeiter. Es gab keine EGV. Stattdessen eine Tabelle als Nachweis für Eigenbemühungen. In die Tabelle soll ich alle Bewerbungen und Kontakte eintragen und sie beim nächsten mal mitbringen.
In den nächsten Tagen habe ich wieder einen Termin beim Sachbearbeiter. Die Tabelle habe ich gepflegt. Allerdings steht nicht so viel drin, weil die meisten Jobangebote mir nicht gut gefallen (Angebote gibt es aber durchaus viele).
Meine EIgenbemühungen bzw. die Liste ist also relativ sparsam (etwa 8 Bewerbungen in drei Monaten).

Zwei der Bewerbungen waren sogar erfolgreich, jedoch wollte ich die Stellen dann nicht annehmen, obwohl sie zumutbar waren (Entfernung, Gehalt usw).

Sollte ich diese Bewerbungen nun aus meiner Liste streichen? Oder anders gefragt: Bin ich verpflichtet, Jobs anzunehmen, auf die ich mich in Eigenbemühung beworben habe?


Danke für eure Hilfe.

Marina
 

Pixelschieberin

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Mit folgender Frage erübrigen sich jedwede Überlegungen:
Hast du dich irgendwo schriftlich - mit deiner Unterschrift besiegelt - und/oder von dem SB nachweisbar verpflichtet, eine Tabelle zu führen, die wann, in welcher Form und von wem bezahlt einzureichen ist?
Die Belehrung war mit allem Zipp und Zapp?
Will heißen, dir ist schriftlich und nachweisbar bekannt gegeben worden, was bei Nichterfüllung des jeweiligen Auftrags passieren wird?

Nein?

Dann ist Auftrag nebst Zettel offenbar nicht (rechtsverbindlich) bei dir "angekommen".

Beschäftige mal Web- und Forensuche mit dem Suchbegriff "Eigenbemühung".
Nicht nur ein Bewerbungsanschreiben, selbst die Recherche ist schon eine "Bemühung".
Zu dem Thema wurde bereits allerhand getextet, was ich nicht besser erklären könnte.
 

Regensburg

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Moin :)

ohne EGV(VA) musst Du keine Liste vorlegen.
Ich habe seit Jahren keine EGV(VA)und gebe auch keine Liste - oder was auch immer nicht dem JC ab.

Ohne VV darf der potentieller AG kein Kontakt mit AfA / JC aufnehmen.
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Wenn Du zusammenhanglos Aussagen in den Raum stellst, um sie hinterher durch Sachverhalte zu ergänzen,
solltest Du Dich über Mißverständnisse und Berichtigungen nicht wundern. Hier Deine Aussage:
Ohne VV darf der potentieller AG kein Kontakt mit AfA / JC aufnehmen.
Auch wenn Du jetzt noch irgendwelche Links oder Erklärungen hinterherschiebst, ändert das nichts daran,
daß Deine Aussage (in Deinem ersten Beitrag völlig ohne Kontex geschrieben)
für sich alleine stehend falsch ist. Und ich lese diese Aussage für sich alleine stehend.
Entsprechend also meine Antwort auf Deine Falschaussage:
Eine Kontaktaufnahme des AG zur AfA bzw. mit dem JC setzt doch nicht einen VV voraus.
Denn:
Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) berät und unterstützt Sie rund um das Thema Personal. meinte:
Die BA bietet Ihnen ein umfangreiches Spektrum an professionellen Dienstleistungen auf kurzen Wegen.
Sie erreichen unseren Arbeitgeber-Service unter anderem persönlich in den 156 regionalen Agenturen für Arbeit,
telefonisch unter der Servicerufnummer 0800 4 555520 (gebührenfrei) oder über das Kontaktformular.
Schnelle und zuverlässige Reaktion Wir reagieren auf Ihr Anliegen innerhalb von 48 Stunden. Persönlicher Kontakt
Ab der ersten Kontaktaufnahme steht Ihnen eine persönliche Ansprechpartnerin beziehungsweise ein persönlicher Ansprechpartner für Ihre Anliegen zur Verfügung.
Achte also bitte in Zukunft darauf, nicht einfach etwas in den Raum zu stellen, ohne es argumentativ zu hinterfüttern.
Aussagen werden so gelesen, wie sie geschrieben sind. Ich lese nun mal sehr genau und weise Oberflächlichkeiten den Spiegel zu.
 

verweigerer

Elo-User*in
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Ist Sinnvoller sich zu bewerben auch ohne eine EGV /VA nach den § 10 SGB II Zumutbarkeit von Arbeit.

Bewerben was darf ich sagen fordern
Fachlich und persönlich nicht geeignet für eine vom Jobcenter vorgeschlagene Arbeit durch einen Vermittlungsvorschlag!
Dann darf auch nicht Sanktioniert werden.
Hier ein Hinweis

3.1.3 Verweigerung zumutbarer Arbeit, Ausbildung, geförderter Arbeit, Arbeitsgelegenheit, Sofortangebot oder sonstiger in der .
Eingliederungsvereinbarung vereinbarter Maßnahme (Abs. 1Satz 1ht. c))
Der Hilfebedürftige muss sich aber nicht vorteilhafter darstellen, als er tatsächlich ist (s.a. LSG HH 7.2.2002 – L 5 AL 53/00 - info also 2003, 149 [Bewerbungsschreiben mit unangemessenem Inhalt]); er darf von sich aus gesundheitliche Einschränkungen seines Leistungsvermögens, familiäre Betreuungspflichten oder ein gewerkschaftliches. Engagement hinweisen sein Lebensalter und die Dauer der Arbeitslosigkeit bezeichnen (BSG 9.12.2003 ~ B 7 AL 106/02 R - SozR 4-4100 § 119 Nr. 3), soweit er nicht seine angebliche Nichteignung für die angebotene Arbeit unmissverständlich im Bewerbungsschreiben zum Ausdruck bringt (BSG 27.4.2004 -. B.11.AL 43/04 B), und seine Vorstellungen zur Gestaltung der Tätigkeit, den
Arbeitsbedingungen und insbesondere zum Entgelt äußern (soweit diese nicht offenkundig überzogen sind).
Quelle: Johannes Münder SGB II LPK 2016

Für eine .Erfüllungsverweigerung'' i.S.d. lit. b)
nicht ausreichend sind nicht operationalisierte, allgemeine "Pflichten", z.B. alles zur Verkürzung oder Verminderung der Hilfebedürftigkeit Zumutbare zu unternehmen, oder sonst eine Wiederholung der in § 2 enthaltenen Obliegenheiten.

Der
weite Begriff der "Weigerung, zumutbare Arbeit zu leisten" (§ 25 Abs. 1 Satz 1 BSHG), ist auf den "Weigerung Begriff" des § 31 Abs. 1 nicht übertragbar, weil die Absenkungsvoraussetzungen in Anlehnung an die Normstruktur der arbeitsförderungsrechtlichen Sperrzeitenregelung gerade nicht - wie noch im BSHG - generalklauselartig, sondern tatbestandlich abschließend ausdifferenziert geregelte Voraussetzungen sind.

Beachtlich sind nur Verstöße gegen rechtmäßige Regelungen der Eingliederungsvereinbarung.

Quelle. Johannes Münder SGB II LPK 2016
 

Marina85

Elo-User*in
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Liebe Leute,

vielen Dank für eure Hinweise und Aufklärungen!

Die Liste mit Eigenbemühungen muss ich also weder pflegen noch vorlegen, weil ich mich dazu nie bereiterklärt habe.

Darüber hinaus muss ich keine konkreten Jobangebote annehmen, auf die ich mich freiwillig beworben habe und auf die mein Profil passen würde - es sei denn, sie wurden mir als VV (samt Belehrung) zugesandt und sind laut Gesetz zumutbar. Somit könnte ich meine Liste mit den Eigenbemühungen guten Gewissens vorlegen und bekäme keine ALG-Sperre, wenn ich sage, dass ich Jobangebot X, Y und Z abgelehnt habe. Richtig?

Meinem Verständnis nach also ist die Frage, ob die AA beim potenziellen Arbeitgeber nachfragen darf, warum ich dort nicht angefangen habe zu arbeiten, zweitrangig, sofern dieser potenzielle Arbeitgeber mir nicht im Rahmen eines VV aufgedrückt wurde.
Immer noch richtig?


Wenn ich das richtig verstanden habe, dann bliebe nur die "taktische" Frage offen. Meint: Sollte ich kooperativ sein, um den Sachbearbeiter nicht herauszufordern? Kann ich mich besser vor unliebsamen VV drücken, indem ich bereitwillig mitarbeite und dafür eher in Ruhe gelassen werde, oder indem ich in die Konfrontation gehe und nach rechtlichen Lücken suche.
Falls ihr dazu noch Meinungen habt, gerne her damit :)

Gruß
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Willkommen im Forum. :welcome:Rezeption
Die Liste mit Eigenbemühungen muss ich also weder pflegen noch vorlegen,
weil ich mich dazu nie bereiterklärt habe.
Orientiere Dich an der gegenwärtigen Rechtslage;
§ 159 SGB III - Ruhen bei Sperrzeit meinte:
(1) Hat die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben,
ruht der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit. Versicherungswidriges Verhalten liegt vor, wenn
2. die bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldete (§ 38 Absatz 1) oder die arbeitslose Person trotz Belehrung über die Rechtsfolgen
eine von der Agentur für Arbeit unter Benennung des Arbeitgebers und der Art der Tätigkeit angebotene Beschäftigung nicht annimmt
oder nicht antritt oder die Anbahnung eines solchen Beschäftigungsverhältnisses, insbesondere das Zustandekommen eines Vorstellungsgespräches,
durch ihr Verhalten verhindert (Sperrzeit bei Arbeitsablehnung),
3. die oder der Arbeitslose trotz Belehrung über die Rechtsfolgen die von der Agentur für Arbeit geforderten Eigenbemühungen
nicht nachweist (Sperrzeit bei unzureichenden Eigenbemühungen),
Abgelehnte Arbeitsangebote ohne RFB als Eigenbemühungen nachzuweisen macht wenig Sinn, außer dem SB Angriffsfläche zu bieten.
Wenn nicht in einer EGV oder per VA zu etwas verpflichtet wurde, können keine Rechtsfolgen entstehen.
Das gleiche gilt für VV ohne RFB durch die AfA. Keine Belehrung ... keine Sperre.
 
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