Pflegekräfte: Schluss mit Schwester!

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Kaleika

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Pflegekräfte: Schluss mit Schwester!


Die Not ist groß: Deshalb setzen Klinken Kopfgeld für neues Pflegepersonal aus. Doch das zieht lieber ins Ausland. Was ist dort besser organisiert – was ist bei uns rückständig?

Es wird nichts bringen, dass sie laut trillern, pfeifen, Trommeln schlagen und Trompeten blasen. Dass sie mit Schildern winken, auf denen zu lesen ist: "Pflege am Limit". In Bremen waren es im Herbst fast 2.000, die gegen Überforderung und Unterbezahlung, Stress und "Pflege im Schweinsgalopp" demonstrierten. Zwei Monate später legte sich im nordrhein-westfälischen Schiefbahn das Pflegepersonal des Hubertusstifts auf die Straßen. Motto: "Die Pflege liegt am Boden". Ähnliches sah man in den vergangenen Wochen in zahlreichen Städten, für den 12. April ist gar eine bundesweite Überraschungsdemo ("Flashmob") verabredet. Der Pflegenotstand ist ausgerufen, wieder einmal. Und welche Folgen diese Appelle haben, weiß man schon: keine.
(...)
Pflegekräfte: Schluss mit Schwester! | ZEIT ONLINE
 

libertad

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Die, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen, bekommen mehr - die anderen weniger.
Frau Merkel macht das schon.
 
E

ExitUser

Gast
Ich möchte für nichts in der Welt wieder in einer Klinik arbeiten. Auch nicht für 40€ oder 50€ mehr. Der Beruf zehrt aus, bringt wenig Anerkennung, sondern man wird als selbstverständlich hingenommen. Die Arbeit selbst ist inzwischen enorm verdichtet. Glück hat, wer sich weiterschulen darf und in den Intensiv Bereich wechselt oder in Pathologie/Labor/OP. Weniger Patientendichte, konkretere Dienstpläne.

Zum gesundheitlichen Aspekt, Herz/Kreislauferkrankungen, Bandscheibenvorfälle, durchgetretene Füsse, das sind die typischen Verschleißerscheinungen. Dicht gefolgt von jahrelangen Schlafstörungen. Ich glaub so mancher kann sich nicht vorstellen wie das ist wenn man in den Wechselschichtdienst geht. D. h. man muß sich bis zu 8 oder 9 Stunden Wachhalten selbst wenn man todmüde ist, damit man zur nächsten Schicht wieder aklimatisiert und ausgeruht ist. Das Leben läuft in Trance. Ich hab heut noch Alpträume davon und schrecke mitten in der Nacht auf, weil ich eine imaginäre Glocke höre. Das nachdem ich vor 5 Jahren den Job wechselte, das dürfte wohl unter psychosomatische Beschwerden fallen.
 

hope40

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Naja, offen gesagt, mir wars voellig wurscht, ob ich mit "schwester"angesprochen wurde oder mit "frau"...in diesem, mehr als unpersoenlichen pflegealltag in krankenhaeusern/heimen ist die anrede des pflegepersonals das geringere problem...und zeugt fuer mich nach dem wunsch der kranken, nach individueller zuwendung, die nirgend gegeben ist und das liegt am system.

eine pflege nach minuten...wer sich das ausgedacht hat, der muesste so sein lebtag leben, wie es viele der betroffnen/behinderten tun muessen und das eingesperrt, in ner "angemessnen wohnung":icon_dampf::icon_dampf::icon_dampf:

das die deutsche pflege, rudimentaer, ueberhaupt noch funktioniert , hat man einzig und allein dem engagement der pflegekraefte zu verdanken..von der politik kommt, ausser ner verschaerfung der situation NICHTS..und die betroffnen kranken/alten/behinderten sind meist nicht in der lage, sich zu wehren und ihre angehoerigen auch nicht, denn die wissen, bei den vielen aufgaben, die sie zu bewaeltigen haben, nicht, wo ihnen der"kopf steht"

Pflegekraft in deutschland sein ist der "letzte husten"in den augen der gesellschaft sein..was macht man schon?

Jemanden den a...abwischen stellen sich die meisten einfach vor..toll/niedlich, wie bei e baby..nur, das "baby"wiegt 2 zentner und ist 1.80 m gross und bewegungsunfaehig, die pflegerin(sind ja meist frauen)is 1.60m und wiegt 60 kg und die , zwar vorhandenen hilfsmittel duempeln kaputt in irgendwelchen kammern vor sich hin, weil angeblich kein geld da ist, sie zu reparieren..also, wird alles mit reiner muskelkraft bewegt..

das jeden tag..nachts hat man, in manchen haeusern, sage und schreibe 32 patienten/bewohner..fuer die man voll verantwortlich ist, man ist immer mit einem bein im"knast",denn nicht alle patienten/bewohner sind imobil..ne pflegekraft kann ja nicht ueberall sein.

dazu kommt unendlicher papierkrieg, die"dokumentation"..jede minute der pflege muss begruendet/nachgewiesen werden...das macht einen grossteil des pflegealltags aus, der den betroffnen eigentlich fehlt, wenns die pflegekraefte nicht an ihren, ohnehin anstrengenden dienst dran haengen wuerden.

das geld ist ein aspekt..die anerkennung der arbeit, als gesellschaftlich fundamentaler beitrag, ein anderer und das erschoepft sich nicht in der anrede als "schwester"oder "schwesterchen"...
 

arbeitslos in holland

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den chinesischen wanderarbeitern, die man gerade als pflegekräfte und krankenhaus-personal massenhaft ins land holt, wird die ansprache völlig schnuppe sein.

das selbe dürfte für zukünftige dt. krankenhaus-ärzte mit herkunftsland RU, MOL, UK, RUS oder BG gelten.......
 

hope40

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den chinesischen wanderarbeitern, die man gerade als pflegekräfte und krankenhaus-personal massenhaft ins land holt, wird die ansprache völlig schnuppe sein.

das selbe dürfte für zukünftige dt. krankenhaus-ärzte mit herkunftsland RU, MOL, UK, RUS oder BG gelten.......

Der sinn ist:

Auslaendische kraefte koennen schon, auf grund der sprachbarriere und der rechtsunkenntnis, sich gegen die "ausbeutung bis aufs blut"nicht wehren..wenn sie dann ausreichende sprachkenntnis haben und sich ueber ihre rechte informieren koennen..bis dahin sind sie koerperlich verschlissen und werden entsorgt, wie alte putzlappen.

Und da china meines wissens nach, nicht zur EU gehoert, duerfte kaum ein anspruch auf ALG I oder II bestehen und ob sich aus dem mageren "salaer"ein rueckflugticket ansparen laesst ?

Ergo duerften diese menschen dann in unserem"paradies"gestrandet sein und sich selbst ueberlassen...aehnlich wie die vitnamesischen vertragsarbeiter aus der ehemaligen DDR zur wende damals.

Das die deutsche pflege schon seit jahrzehnten nur noch mit hilfskraeften aus aller herren laender funktioniert, entgeht den meisten..ohne sie, wuerde manchem kranken die sch...zum kragen raus schwappen :( :(

Fuer mich ist der"pflegeschluessel"nur ein "feigenblatt"..zu pflege, wie sie sein soll, kommen die pflegekraefte eh nicht und das ist auch so gewollt.
 

arbeitslos in holland

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nein.

kh sind im neoliberalen weltbild und in der neuen (a)sozialen marktwirtschaft nur noch reine wirtschaftsunternehmen mit dem produkt "gesundheit"
so wie andere unternehmer auch, sucht man sich weltweit die billigsten kräfte, die den drecksjob zu jämmerlichsten billiglohn machen. den profit machen die shareholder der großen klinikkonzerne........

die amerikaner sehen es heute als schweren fehler an, ihre eisenbahnnetze von chinesischen sklavenarbeitern bauen haben zu lassen................

in einem ndl. betrieb habe ich mal an einem schwarzen brett einen dazu passenden spruch gefunden:
das leben ist nicht lange genug, um jeden fehler selbst zu machen
:icon_hug:
den beknackten "gesundheitsunternehmern" untersagt niemand diesen wahnsinn.

die folgen haben wir dann in 50 jahren und dann werden uns die "kopftuchmädchen u. gemüseverkäufer" als goldene vergangenheit vorkommen.......
 

USERIN

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Alleine die für normal gehaltenen Anreden wie "Herr Dr. Sowieso" und "Schwester Gisela" werfen ein entsprechendes Abbild der Wertschätzung aus der Gesellschaft.

Solange sich schon hier nicht viel ändert, ist auch anderweitig kaum etwas zu erwarten.

Arzt Volker bitte zum Patienten! Habe ich noch nie gehört.

In welchen anderen Bereichen spricht man Mitarbeiter mit dem Vornamen an (von cafe-to-go-Buden mal abgesehen) ?
 

hope40

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Alleine die für normal gehaltenen Anreden wie "Herr Dr. Sowieso" und "Schwester Gisela" werfen ein entsprechendes Abbild der Wertschätzung aus der Gesellschaft.

Solange sich schon hier nicht viel ändert, ist auch anderweitig kaum etwas zu erwarten.

Arzt Volker bitte zum Patienten! Habe ich noch nie gehört.

In welchen anderen Bereichen spricht man Mitarbeiter mit dem Vornamen an (von cafe-to-go-Buden mal abgesehen) ?

Als ehemalige ex.altenpflegerin und jetzt pflegebeduerftige, dein gedankengang mal aus meiner, rein persoehnlichen sicht:

Wenn man nur mal bedenkt, wie nahe einem pflegekraefte kommen koennen, das ueber jahre/jahrzehnte..im vergleich zu einem"herr/frau doktor"..nun ja, eine anrede "schwester x"/"pfleger y" impliziert ein, wenn auch unfreiwilliges/notgedrungenes "intimverhaeltnis" und hat nix mit respektlosigkeit dem pflegenden gegenueber zu tun..eher mit dem abbau von (peinlicher) distanz.

Nun ja..ich kann sagen"du pfeiffe, dr.x"...oder"SIE pfeiffe, dr.x"( trifft auch auf die "unteren chargen"zu)..die aussage ist die gleiche.

Es ist, in der pflege aber durchaus nicht unueblich, seine pflegekraft mit "herr x"/frau y"an zu sprechen (ausser im krankenhaus ) der einfachkeit halber und weils mittlerweile mehrere berufsgruppen in der ambulanten/stationaeren (alten) pflege gibt, hat sich die bezeichnung "schwester"/"pfleger"gehalten..denn, wuerde man von der "klientel "die korrekte berufsbezeichnung erwarten, die oft genug dement ist...

Deswegen denke ich, die anrede ist nebensaechlich, die meisten pflegebeduerftigen haben sehr wohl respekt vor der arbeit ihrer pfleger...aber, die gesellschaft hat diesen respekt NICHT, was sich in den miesen loehnen/erbaermlichen arbeitsbedingungen ausdrueckt..weil sich die wenigsten nen"kopf"machen, wie es ist/waere, pflegebeduerftig zu sein/werden..

Nur, mit immer mehr geld wird das problem nicht geloest, denn es kommt beim personal nicht an, sondern versickert im "gewinnmaximierungssumpf"

Wenn menschen eine sache waeren..prestigeobjekte, man wuerde sie hegen/pflegen...es liegt am menschenbild!
 
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