Pflegedienst und Leistungsvereinbarung nach SGB XI unklar

mucky

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Hallo liebe Forenmitglieder,

es geht um meine schwer pflegebedürftige Mutter, die ich mit meinem Vater auch zu Hause zusammen pflege. Wir lassen uns zusätzlich auch von einem ambulanten Pflegedienst bei der täglichen Pflege unterstützen.


Wir haben mit dem Pflegedienst eine Leistungsvereinbarung die der tägliche Ganzwaschung (LK 1) sowie u. a. auch die 4. Hautpflege mit beinhaltet (laut Leistungskomplexe SGB XI). Wir zahlen für diese Leistung etwa ca.16,40 EUR tagtäglich, wir habe natürlich noch zusätzlich 3-mal täglich LK 3 vereinbart.

Nun haben wir folgendes Problem, leider weigert sich der Pflegedienst meine Mutter nach der Ganzwaschung anschließend ihr Körper mit Feuchtigkeitscreme einzucremen. Sie müsse sich lediglich entscheiden, ob sie nun Ganzwaschung haben möchte, oder nur Eincremen, denn beides, Waschen und noch zusätzlich Eincremen, geht nicht! Ich möchte nur noch anmerken, dass meine Mutter Diabetikerin ist, und demzufolge am so genannten diabetischen Fußsyndrom leidet, und somit wäre auch der tägliche Eincremen der Haut sowie Füße sehr notwendig!

Nun meine Frage, kann ich die Hautpflege bzw. das Eincremen nach dem Waschen von Pflegedienst laut SGB XI Leistungsvereinbarung (LK 1) verlangen…?

Oder müssen wir uns mit dieser Argumentation abfinden? Ich finde es ehrlich gesagt unverschämt, denn als Leistung wird die Ganzwaschung tagtäglich abgerechnet, obwohl meine Mutter nur alle zwei Tag die Ganzwaschung (LK 1) erhält, denn sie will ja auf das Eincremen der Haut auch nicht völlig verzichten.


Ich danke schon mal im Voraus für die hilfreichen Antworten.


MFG
 

sonne26

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Hallo Mucky,

also zu meiner Zeit als Krankenschwester, war es kein Thema nach der große Pflege auch die Patienten einzucremen.
Ich würde mal bei der Pflegekasse / Krankenkasse nachfragen, dort befindet sich (wenn sich zwischenzeitlich ) nichts geändert hat ein Leistungskatalog.

Grüßle
 

Silberfunke

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Ich war lange in der häuslichen Pflege und eincremen gehört dazu!
Nennt sich Körperpflege:biggrin:

Was hier aber extrem bemängle:
Abrechnung täglich Ganzkörper waschen und es wird nicht immer gemacht:icon_neutral:

Ich kann Dir nur raten, die Leistungsabrechnung genauestens zu kontrollieren und eine Kopie zu verlangen!

Zahlt Ihr noch drauf auf die monatl. Abrechnung über die Pflegestufe?
Meistens lässt sich der Pflegeplan so gestalten, dass das Geld reicht und man als Angehörige kaum mehr Arbeit hat.
Der Leistungsplan wird natürlich zu Gunsten der Pflegestation gemacht.

Zum diabetischem Fuss:
Die Fusspflege wird von der Kasse bezahlt !

Infos gibt es hier im Krankenschwesternforum:
www.krankenschwester.de - Online Community und Forum für Pflegeberufe

und hier kannst Du auch sehr gute Infos kriegen:
Unser Beratungsangebot*
 

mucky

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Vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten.

Ihr habt mir sehr geholfen, vor allem mit den zwei Links, bei Krankenschwester.de bin ich auch schon fündig geworden. Ich habe das Gefühl, dass wir vom Pflegedienst regelrecht über den Tisch gezogen werden. Natürlich haben wir vom Pflegedienst auch ein Kostenvoranschlag bekommen, wo meine Mutter nur lediglich bei Pflegestufe II (EUR 1.100,-) ca. EUR 150,- pro Monat zu zahlen musste bzw. sollte. Leider fiel die erste Rechnung schon von der Pflegedienst viel höher aus, als tatsächlich mit denen vereinbart. Meine Mutter sollte zusätzlich zu den EUR 1.100,- noch über EUR 475,- bezahlen. Es waren Leistungen abgerechnet, die wir eigentlich gar nicht vereinbart hatten, und auch nicht so wollten. Ich habe die Rechnung zunächst bezahlt, weil ich kein Streit anfangen wollte. Dennoch habe ich die Rechnung schriftlich beanstandet und um überprüfung gebeten. Hier kamm nur die Antwort, die nächste Rechnung wir wahrscheinlich nicht so hoch ausfallen, und ich sollte einen neuen vorgefertigten Vertrag mit denen abschießen. Natürlich habe ich den Vertrag nicht unterschrieben! Mittlerweile sehe ich aber auch nicht mehr ein, dass ich für eine Leistung bezahle, die offensichtlich vom Pflegedienst nicht richtig erbracht, oder sogar gar nicht verrichtet werden, wie z.B. die Ganzkörperwaschung nur alle 2 Tage durchgeführt werden, und dafür aber jeden Tag abkassiert werden.

Sorry, wenn ich das so sage, aber ich sehe die ganze Sache von der Pflegedienst sehr betrügerisch an. Hier werden offensichtlich kranken Menschen um ihre Gelder geprellt, was mich auch natürlich sehr ärgert! Ich weiß nicht, ob ich das Recht habe, die Leistungen einfach nicht zu bezahlen, die wir auch laut Kostenvoranschlag nicht vereinbart haben, und die nächste Rechnung dann auch dementsprechend zu kürzen....? :confused:

Mein Vater (72) hat bis jetzt die Leistungsnachweise unterschrieben, obwohl er nicht der Vertragspartner mit dem Pflegedienst ist – sondern ich, und somit denke ich auch, dass es keine Bestandskraft hat. Im Nachhinein sagt er mir auch, dass er nicht wüsste, wofür er letztendlich unterschreiben habe.

MFG Mucky
 

Silberfunke

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Sowas höre ich immer wieder:icon_neutral:

Vielleicht schreibt Ihr mal einen Monat lang jeden Tag auf, was der Pflegedienst macht, einfach für Euch zur Kontrolle:icon_smile:

Habe den Mut, die Pflegedienstleitung drauf anzusprechen, sage Ihr, dass Ihr ab sofort genauestens kontrolliert, was gemacht wird und dann die Rechnung überprüft wird von kompeter Person.

Einfach drunterschreiben: unter Vorbehalt, wenn unterschrieben werden muss für die Abrechnung!! Kopie verlangen vom Leistungszettel und Rechnung!

An den med. Dienst der Pflegekasse kannst Du Dich auch wenden.

Der Pflegeplan kann ganz sicher etwas kostensparender ausgearbeitet werden.
Solange 2 Personen mitpflegen, da sage ich mal frech:
Pflegestufe 2 reicht aus ohne Zuzahlung, wenn man sie richtig anpasst.:icon_smile:
 

mucky

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Vielen Dank nochmal für die Antwort und den Vorschlag.

Ich werde mir alles nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, und die nächste Abrechnung abwarten. Natürlich werde ich jetzt die Rechnung nicht ohne Weiteres so einfach bezahlen um nicht vorher die Rechnung genau geprüft zu haben. Die Leistungen die von uns nicht vereinbart und gewünscht wurden sind, und die dennoch im Leistungsplan mit abgerechnent (als angekreuzt) werden, werde ich in Zukunft einfach nicht mehr bezahlen. Wegen der Ganzkörperwaschung die ohne Hautpflege bei meine Mutter durchgeführt wird, werde ich natürlich noch ausführlich bei der Pflegekasse nachfragen. Nochmals Danke für die sehr hilfreichen Links und Antworten.
 

mucky

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Hallo Sonne,

Dir auch ein herzliches Dankeschön für den Link, der genau auf meine Frage passt! :icon_smile:

Mir war das auch von Anfang an völlig klar, dass die Hautpflege und das Eincremen mit u.a. zur Ganzkörperwäsche (laut Leistungskomplex SGB XI gültig vom 2008) zählt. Deshalb auch meine Fassungslosigkeit über den Pflegedienst. :icon_eek:

Danke, gerne nette Grüße zurück :icon_smile:

Mucky
 

sonne26

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Hallo Mucky,

so traurig, das Thema ist, freue ich mich, dass ich dir weiterhelfen konnte.
Schreibst du später mal, wie es ausgegangen ist?

Grüßle
Sonne
 

mucky

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Hallo Mucky,

so traurig, das Thema ist, freue ich mich, dass ich dir weiterhelfen konnte.
Schreibst du später mal, wie es ausgegangen ist?

Grüßle
Sonne


Ja, selbstversändlich werde ich Euch hier weiterhin auf dem Laufenden halten. Aber ich denke letztendlich, dass ich dem Pflegedienst wechseln werde.
 
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ExitUser

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Wenn ich das jetzt richtig verstehe, wird deine Mutter 3 mal täglich besucht.
1 mal lk1
3 mal lk3

Das macht ca. 30€. Dafür 3 mal anfahren.

Das wird schwer da einen Pflegedienst zu finden der mehr leistet.

Es ist immer leicht auf den Pflegedienst zu schimpfen.
 

mucky

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Wenn ich das jetzt richtig verstehe, wird deine Mutter 3 mal täglich besucht.
1 mal lk1
3 mal lk3

Das macht ca. 30€. Dafür 3 mal anfahren.

Das wird schwer da einen Pflegedienst zu finden der mehr leistet.

Es ist immer leicht auf den Pflegedienst zu schimpfen.


Sei mir bitte nicht böse, wenn ich dir dies schreibe.....


aber es geht mir nicht um mehr Leistung der Pflegedienst, sondern wir haben mit dem Pflegedienst eine Leistungsvereinbarung getroffen – die hier offensichtlich von dem Pflegedienst nicht ordnungsgemäß und vernünftig ausgeführt wird. Es wurde z.B. Teilwaschung auf dem Leistungsplan mit angekreuzt und dokumentiert, obwohl dies von den Pflegern nicht ausgeführt wurden. Es wurden Leistungen teilweise erbracht, die eigentlich von uns nicht gewünscht und auch laut Kostenvoranschlag nicht vereinbart waren.


Des weiteren ist die Rechnung über € 300,- wesentlich höher ausgefallen, als tatsächlich im Kostenvoranschlag vereinbart. Es kann auch nicht sein, dass wir tagtägliche für eine Ganzkörperwäsche bezahlen müssen, und lediglich meine Mutter alle 2 Tage nur gewaschen wird. Dies wiederum auch noch ohne eincremen, obwohl das Eincremen auch mit zur Ganzkörperwäsche zählt. Der Pflegedienst kommt nicht nur wegen der Grundpflege zu uns nach Hause, sondern sie kommt auch wegen mehrere Behandlungspflege die 2-mal täglich anfällt, und dies wird von der Krankenkasse auch noch zusätzlich dem Pflegedienst vergütet.


Wir haben mal ausgerechnet, dass der Pflegedienst für die Grundpflege und Behandlungspflege nur insgesamt ca. 30 Stunden im Monat benötigt, und nur allein für die Grundpflege eine beträchtlich Summe von etwa ca. € 1.575 monatlich erhalten. Was wohlgemerkt auch nicht zu wenig ist!


Ich finde den Betrag, für die mangelhafte Leistungen unverschämt und ziemlich viel! Ich denke, für die stolze Summe kann ich auch verlangen, dass meine Mutter nach der Ganzkörperwäsche auch vernünftig eingecremt wird, und ihre Haare auch regelmäßig mit gewaschen werden, ohne dass ich dem Pfleger darauf hinweisen oder ermahnen muss, dass die Haare von meiner Mutter gewaschen werden müssen, weil sie wieder mal fettig sind. Nur am Rande, die Haarwäsche fällt auch mit unter der Ganzkörperwäsche. Offensichtlich geht es dem Pflegedienst in erster Linie nur um schnelles und leichtes Geld zu verdienen, und letztendlich bleibt die vernünftige Pflege leider auf die Strecke oder es fällt auf die Angehörigen…. und dies kann nach meiner Meinung nach nicht sein! Es gibt bestimmt auch noch andere Pflegedienste, die ihre Leistungen auch ordentlich und vernünftig verrichten.


Bsp.
Wenn ich einen Elektriker für eine defekte Steckdose zu mir nach Hause bestelle, muss er auch seine Arbeit vernünftig ausführen, auch wenn es nicht um eine komplette Hausinstallation handelt. Natürlich darf er auch nicht für das komplette Hausinstallation die Kosten berechnen, nur weil man von dem Kunden für die Reparatur der Steckdose zu wenig Geld verlangen kann.
 
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