Pflegebereich: Solidarität mit Angelika-Maria Konietzko" (1 Betrachter)

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Komitee „Solidarität mit Angelika-Maria Konietzko“

Berlin, 2.9.2012

Pressemitteilung

Katastrophale Bedingungen im Pflegebereich


Mutige Pflegehelferin klagt vor Landesarbeitsgericht:
Kündigungsschutzverfahren wird fortgesetzt

Am Mittwoch, den 5.9. um 10 Uhr, wird am Landesarbeitsgericht
Berlin-Brandenburg, Magdeburger Platz 1, in Raum 227 in zweiter Instanz die
Verhandlung über die Kündigungsschutzklage der Pflegehilfskraft
Angelika-Maria Konietzko gegen die Hauskrankenpflege Berlin Mitte HS GmbH,
Finowstr. 25, 10247 Berlin, fortgesetzt. Bereits am 16. Mai 2012 legte das
Landesarbeitsgericht nach ausführlicher Verhandlung die Ansetzung eines
zweiten Termins zur Erörterung der Sachlage fest.

Die Sachlage:

Der Pflegedienstleister hatte Frau Konietzko im Oktober 2010
krankheitsbedingt gekündigt. Nachdem das Arbeitsgericht die Klage
erstinstanzlich abgewiesen hatte, ohne jedoch ihre Ärztinnen zur
Heilungsprognose anzuhören, führten die Darstellungen der Klägerin in der
zweiten Instanz dazu, dass das LAG sich noch keine abschließende Meinung
bildete und eine weitere Aufklärung der Sachlage für geboten hält.

Der Hintergrund des Rechtsverfahrens:

Frau Konietzko war seit 2001 als Pflegehilfskraft in einer Wohngemeinschaft
für Demenzerkrankte in Berlin-Friedrichshain tätig. Sie arbeitete in
Nachtschichten, erhielt aber für den geleisteten Nachtwachendienst nur den
geringer vergüteten Bereitschaftsdienst bezahlt. Der Arbeitgeber sah die von
Frau Konietzko tatsächlich verrichtete Arbeit nicht als notwendig an, obwohl
diese – wie Pflegefachverbände bestätigen – zur Verhinderung einer
„gefährlichen Pflege“ unumgänglich war. Die Pflegerin beschwerte sich über
die für Pflegekräfte wie Pflegebedürftige gleichermaßen unhaltbaren Zustände
in der WG, wurde deshalb mehrfach abgemahnt und gemobbt. Das führte zu
krankheitsbedingten Fehlzeiten, die Kündigung erfolgte schließlich zum
31.1.2011.

Anfang April bildete sich ein Solidaritäts-Komitee zur Unterstützung von
Frau Konietzko, die seit jetzt sieben Jahren als Einzelperson gegen
unerträgliche Bedingungen im Pflegesektor und für ihre eigene
Rehabilitierung kämpft.

Für nähere Informationen zum Verfahren steht der Rechtsanwalt von
Angelika-Maria, RA Reinhold Niemerg, unter der Rufnummer 030 6298 55 89 zur
Verfügung.

Weitere Informationen: Solidarität mit Angelika-Maria Konietzko
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