Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

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Hallo liebes Forum.

Ich beziehe seit 2012 Grundsicherung nach dem SGB XII.

Seit Anfang März pflege ich unentgeltlich meinen schwerkranken Vater (Pflegegrad 4).

Nun ergeben sich für mich ein paar Fragestellungen und Probleme und ich wäre wirklich sehr dankbar für Hilfestellung.

1.) Es wird nun Pflegegeld bei der KK meines Vaters für mich, als pflegende Angehörige, beantragt.

2.) Heute bekam ich Post von der KK meines Vaters. Ein Frageboben ("Rentenversicherung für Pflegepersonen"), da mir evtl. Zahlungen zur Pflegeversicherung, Rentenversicherung/Arbeitslosenversicherung sowie eine Unfallversicherung von Seiten der KK zustehen würden.

3.) Der Bruder meines Vaters, also mein Onkel, hat eine Vollmacht um mit der KK meines Vaters kommunizieren und seine Belange wahrnehmen zu können, da er selbst das nicht mehr schafft.

Meine für mich dringlichen Fragen wären nun:

- Muss ich dem Sozialamt das Pflegegeld melden bzw. überhaupt die Pflege meines Vaters?

- Wie gehe ich mit dem Fragebogen von der KK meines Vaters um, gebe ich da an, dass die Pflegeversicherungsbeiträge bereits vom Sozialamt gezahlt werden?
"Wir bitten auch dann um Rückleitung mit entsprechender Anmerkung, wenn die Voraussetzungen für die Rentenversicherungspflicht nicht gegeben sind. Vielen Dank." steht dort.
Bin ich überhaupt verpflichtet, auf diese Bitte zu reagieren?

- Ich habe mit meinem Onkel kein gutes Verhältnis. Er, aber auch mein Vater, wissen NICHT dass ich Sozialhilfe beziehe bzw. schon lange aus gesundheitlichen Gründen weg vom Arbeitsmarkt bin. Ich bitte euch nicht darüber zu urteilen, es hat seine Gründe und selbst mein Therapeut riet mir damals davon ab, es der Familie zu sagen. Ich möchte nicht, dass sie davon erfahren.

Kann ich der KK meines Vaters sagen, dass sie diese Information vertraulich behandeln sollen? Mein Onkel sitzt in Italien, eigentlich weit weg vom Schuß, ist aber in stetigem Austausch mit der KK via Email, Post und Telefon.

Danke euch im Voraus
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
1.) Es wird nun Pflegegeld bei der KK meines Vaters für mich, als pflegende Angehörige, beantragt.
Der Pflegegrad 4 steht doch fest?
Das Pflegegeld wird den Pflegebedürftigen ausgezahlt.

Du meinst wahrscheinlich, dass Du nun als häusliche Pflegeperson gemeldet wirst, damit Du versichert bist. (Rente, Unfall, Alg)

- Muss ich dem Sozialamt das Pflegegeld melden bzw. überhaupt die Pflege meines Vaters?
Pflegegeld ist weder für Dich oder Deinen Vater anrechenbar.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie Du je nach Umfang der Pflege, dies überhaupt leisten kannst.
Du bist ja immerhin erwerbsgemindert, also weniger als 3h täglich in der Lage irgendwelcher Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Die Mindeststundenzahl beträgt 10h/ Woche an mindestens 2 Tagen pro Woche.
Mal einen Blick in das Gutachten vom MDK werfen.
- Wie gehe ich mit dem Fragebogen von der KK meines Vaters um, gebe ich da an, dass die Pflegeversicherungsbeiträge bereits vom Sozialamt gezahlt werden?
"Wir bitten auch dann um Rückleitung mit entsprechender Anmerkung, wenn die Voraussetzungen für die Rentenversicherungspflicht nicht gegeben sind. Vielen Dank." steht dort.
Bin ich überhaupt verpflichtet, auf diese Bitte zu reagieren?
Hier geht es hauptsächlich um Rentenversicherung.
Theoretisch erhöht sich damit die spätere Altersrente.

Die gesetzliche Unfallversicherung ist auch nicht schlecht, wenn man mal den worst case hat.

 

Motivierte

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Danke für deine Antwort!

Ja, der Pflegegrad steht fest, mein Vater möchte jetzt Kombileistung beantragen, so dass ich etwas Pflegegeld bekomme, abzüglich dem was an den Pflegedienst geht.

Ja, ich hoffe auch dass ich es auf Dauer leisten kann, es kommt ja zum Glück auch noch unterstützend ein Pflegedienst. Ich komme schon sehr an meine Grenzen muss ich zugeben und hab es unterschätzt, aber ich möchte es zumindest noch eine Weile weiter versuchen. Habe meinen Vater noch nie so glücklich erlebt wie seitdem ich da bin, und er sagt auch immer wie gut es ihm seitdem geht.
 

Kerstin_K

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Das ist alless eine Frage der Organisation und der Absprache mit dem Pflegedienst. Ich war aich Pflegeperson meiner Mutter trotz GdB 100 und Rollstuhl und Vollzeit-Berufstätigkeit.

Koommt natürlich auch darauf an, in welchen Bereichen der Vater Hilfe braucht und was dem TE schwer fällt. Ich habe die körperlichen Sachen wie zum Beispeil beim Duschen Helfen dem Pflegedienst überlassen, im Ausnahmefall habe ich es aber auch mal geschafft, meiner Mutter die Windeln zu wechseln. Habe mir da ein paar Tricks beim Pflegedienst abgeschaut. Für sowas gibt es aber auch kostenlose Kurse von den Pflegekassen.

Kombipflege ist immer gut, weil man damit sehr flexibel ist. Bei uns hat zum Beispiel der Hilfebedarf meiner Mutter extrem geschwankt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Es ging mir eher darum, dass die Pflegeangehörige Leistungen wegen Erwerbsminderung bekommt.

Bei zu umfangreicher Pflege wäre das schon ein Widerspruch.
 

Kerstin_K

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Es ging mir eher darum, dass die Pflegeangehörige Leistungen wegen Erwerbsminderung bekommt.

Bei zu umfangreicher Pflege wäre das schon ein Widerspruch.
Sehe ich nicht unbedingt so. Wenn jemand zum Beispiel erwerbsunfähig ist wegen körperlicher Probleme, wrum soll der nicht einen Demenzkranken beaufsichtigen und anleiten können? Oft muss man da ja einfach nur da sein, zusehen, dass die leute regelmässig trinken, dass der Herd nicht an bleibt usw. Und andersrum jemand, der überwiegens psyvhische Probleme hat, warum soll der nicht jemanden unterstützen können, der mehr körperliche Hilfe braucht, beim Duschen, Toilettengan, begleitung zu Ärzten usw.

Ich denke, das muss man wirklich im Einzelfall sehen, was da geht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Eine Freundin von mir pflegt trotz eigener voller Erwerbsminderung ihre Frau, die PG 5 hat. Die DRV weiß das und es hat sich bisher nicht schädlich auf Verlängerungen der Rente ausgewirkt.
Kommt, wie Kerstin schon sagte, immer auf die Art der Pflege und die Gründe der Erwerbsminderung an.
 
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