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Petitionen - demokratische Bürgerbeteiligung?

HajoDF

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Anlass zu diesem Thema ist die öffentliche mediale Aufregung über die Petitonen insbesondere von Inge Hannemann bezüglich der Sanktionen im Sozialgesetzbuch, aber vor allem auch die Petition gegen Markus Lanz und sein mißbräuchliches Verhalten als TV-Moderator im öffentlichen Fernsehen.
Sind die Urteile über den Sinn und Zweck der Hannemann-Petition noch gemäßigt, fallen sie im Falle Markus Lanz zumindest in den Mainstream-Medien verheerend aus.
Ganz offensichtlich hat die massive Bürgerbeteiligung im letzteren Fall die meinungsmachenden Medien geschockt.
Die Reaktionen reichen von aggressiven, unqualifizierten Angriffen über Erschrockenheitsstatements bis hin zur verbalen Veralberung solcher Bürgeraktionen:
Dieter Nuhr startet Online-Petition gegen Online-Petitionen

...Nuhr will damit nach eigenen Angaben gegen eine Petitionsflut im Internet aufmerksam machen. Der Aufruf unter dem Motto „Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn“, die Nuhr am Sonntag startete, wurde allerdings wenige Stunden später von der Plattform „openPetition“ gelöscht.
Quelle

Der Schock der Medien und ihrer Mietmäuler und -schreiber scheint tiefer zu gehen, als ich angenommen habe: offensichtlich gibt es neben der vierten Gewalt im Staate (journalismus) nun auch noch eine Fünfte, nämlich das Internet als neue Möglichkeit der öffentlichen Diskussion und Information.

Zu den jetzt immer wieder angeführten Begründungen zählt auffallend oft die Aburteilung der Petitionsteilnehmer als anonym, dümmlich, alltags-frustriert. Alles nur Lemmige, die einem Wortführer nachlaufen - "alles auf gar keinen Fall ernst zu nehmen."

Doch das klingt wie das Pfeifen im Walde...

Darüber würde ich gern mit euch diskutieren.
 
E

ExitUser

Gast
Eine tolle Idee :icon_daumen:. Wobei es mir selbst sehr übel aufstieß, wie die konservativen öffentlichen Medien darauf reagieren.

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Eine Petition gegen Petitionen, wie nun von Dieter Nuhr gestartet. Welche Art von demokratischem Verständnis verbirgt sich dahinter? Das ist noch nicht mal mehr Comedy, das heißt wohl eher nachtreten.

Ein kleiner Wink an die bisherigen konservativen Medien; das Net reagiert prompt, sofort. Kein ellenlanges Telefonieren oder das Thema beim nächsten Stammtisch durchkauen. Nein, im Net ist man sofort bei seiner Community, sogar oft zeitgleich.
 
E

ExitUser

Gast
@Hajo

Das ist ein interessanter Aspekt. Ich hätte nicht erwartet, dass diese Petitionen solche Wirkungen nach sich ziehen! :icon_daumen:

An der Reaktion, also der Komik, der durch Dieter Nuhr initiierten Gegenpetition, entnehme ich, dass diese nun medial ausgeschlachtet werden soll..

Wer sich allerdings solch eine Mühe macht, der nimmt dies auch ernst!
 

Roter Bock

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Davon abgesehen, das die Wirksamkeit von Petitionen eher gegen Null gehen dürfte (Wir leben im IIII. Reich, Parallelen zum III. Reich sind beabsichtigt) sehe ich das Internet noch als echte Möglichkeit den "Meinungsbildenden" auf die Füsse zu treten.

Diese denken kraft eigener Wassersuppe (...oder Dank Polsterung duch Lobbyistenschecks) die Meinung der Mehrheit zu vertreten ohne das Sie diese wirklich vertreten.

Kommt dann eine Petition ins Ziel ist man überrascht! Huch da denkt ja eine Menge Leutz gegen den Mainstream.

Sowas wie den Nuhr kann man eigentlich nur mit einem gezielten Schlag mit einer "Neumann-Flasche" aus den Studios vertreiben und das sollte man auch tun! Der Mann hat die Mechanik der (Pseudo) Demokratie nicht begriffen.

Oder hat er Sie begriffen? Auch möglich - dann würde der Abschaffung der Petition die hässliche Fratze der Demakratur folgen!

Auch nicht schlecht. Ich denke die Verfasser jenes Machwerkes auf dem sich unsere sogenannte Demokratie der Demo-Kretins gründet, wären entsetzt wenn Sie heute noch am Leben wären.

Höchste Grab Rotationsgefahr.

Roter Bock
 

HajoDF

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Hier noch mal eine weitere TV-Stimme, die die Szenerie argumentativ im Sinne der Medien "beleuchtet"
TV N24

Da ist von Shitstorm die Rede, also ohnehin die Einordnung in die abfällige Schublade.

Dabei ist eine Petition nie ein Shitstorm, sondern ein mehr oder weniger sachlich formuliertes Begehren der Unterzeichner.

Artikel 17 Grundgesetz
Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden.

Das Petitionsrecht gehört zu den verfassungsrechtlich verbrieften Grundrechten der Bundesrepublik Deutschland. Artikel 17 garantiert damit jedem das Recht, eine Petition einzureichen – unabhängig davon, ob er oder sie volljährig ist, Ausländer ist oder im Ausland lebt. Voraussetzung ist nur, dass die Petition schriftlich oder online mithilfe des Onlineformulars und mit Angabe der Adresse eingereicht wird. Natürlich muss die Eingabe darüber hinaus auch im Zuständigkeitsbereich des Deutschen Bundestages liegen. Petitionen, die nicht in die verfassungsmäßige Zuständigkeit des Bundes fallen, werden an den Petitionsausschuss des jeweiligen Landesparlaments abgegeben, soweit eine Landeszuständigkeit gegeben ist.
Quelle

Doch den Medien ist gleichgültig, dass selbst der Bundestag das Mittel der Petition als demokratische Bürgerbeteiligung billigt und diesem Recht den entsprechenden Stellenwert einräumt:
Artikel 45c Grundgesetz
(1) Der Bundestag bestellt einen Petitionsausschuss, dem die Behandlung der nach Artikel 17 an den Bundestag gerichteten Bitten und Beschwerden obliegt.
Ich stelle mir gerade vor, wie Dieter Nuhr seine "Petiton gegen die Petition" auf der Bundesplattform einstellt und wie die Bundestagsplattform damit umgehen würde.
 

HajoDF

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Jetzt outen sich die Mietmäuler gleich reihenweise, unglaublich für mich zu sehen, wer uns da in der Vergangenheit so seine Meinung "gesagt" hat.

Hajo Schumacher mit einem fast brachialen Artikel, der endet:
Jemandem einfach mal eine reinzuhauen, digital und anonym, das scheint ein ewiges Bedürfnis zu sein, ganz wie früher in der Schule, als sich die Horde großer Jungs sehr stark vorkam, weil sie den bebrillten Schwächling kopfüber in den Mülleimer gestopft hatten. Was manche Schwarm-Intelligenz nennen, ist bisweilen animalische Rudel-Aggression. Höchste Zeit für eine Online-Petition gegen schwachsinnige Online-Petitionen.
Quelle

Oder auch ein lauer Herr Lauer
Christopher Lauer, für die Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus, wirbt um Unterschriften zu der These"Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will, immerhin ist er ja erwachsen". Er startete die Petition am Samstag und hatte bis zum Montagmittag gut 280 Unterstützer. Lauer findet, es gebe mindestens zehn Dinge, die wichtiger seien als Markus Lanz und sein Moderationsstil. Wer in dessen Sendung gehe - Lauer war schon mehrfach zu Gast (wie H.Schumann, Anmerk ich)-, müsse sich des Show-Charakters der Talkshow bewusst sein. Der Piraten-Politiker schließt mit den Worten: "Leute, für sowas wurden weder Internet-Petitionen erfunden noch ist es sinnvoll so viel Zeit für so einen Quark draufgehenzulassen."
Quelle: SPON
Da verwundert schon, dass Herr Lauer auf so "viel Quark" soviel Energie verwendet
 

Texter50

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Wie war das denn, wenn bislang in den Medien was schief gelaufen ist? Es wurden maximal dümmliche Textbausteine als Antwort rausgeschoben, wenn es überhaupt eine Reaktion auf Briefe oder Mails gab. Beschwerden gingen in die Tonne, wer wollte das schon kontrollieren. Solange die Bürger zwangsweise jeden Mist finanzieren läuft doch alles wie am Schnürchen. :icon_neutral:
Jetzt kann der Bürger selber für Öffentlichkeit sorgen, was in den entsprechenden Kreisen durchaus Ängste auf den Plan ruft. Wer wird der Nächste sein? Peinliche Figuren gibt es doch reichlich, eigentlich müsste man wöchentlich ne Petition aufstellen.

Wie immer, wenn es den vermeindlich Mächtigen nicht passt, kommen dieselben Argumente, die in Verunglimpfung der Kritiker übergehen, da sie das mit der Selbstkritik nicht kennen und nun merken, wie ihnen die Felle wegschwimmen. :biggrin:

Und was den Nuhr betrifft, mit seinen per Vorgabe klatschenden Zuschauern, der hat den Unterschied zwischen lustich und peinlich doch schon lange aus den Augen verloren. :icon_neutral:
 

HajoDF

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Nun, Herr Nuhr wird die Hand nicht beißen, die ihn füttert. Eine Jahresgage für seine 12 TVauftritte "Satire Gipfel" beträgt summasumarum 1,4 Mio Euro.
Lecker, lecker...

Interessant an dem breiten medialen Echo sind natürlich die Leserreaktionen, die den einzelnen Print medien nun so ins Haus flattern, z.B. hier:
Pro und Contra Markus Lanz

Bemerkenswert die Leserbriefe und Kommentare. Das ist nicht das erwünschte Echo und sorgt nun zusätzlich für eine breite Diskussion.
Die Bumerangs kommen zurück...:icon_klatsch:
 

Wasnun

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Träumt Ihr nur weiter! Petitionen sind Müll, dienen aber zur Beruhigung.
Mich würde echt mal interessieren, wieviele Petitionen es bis zum Bundestag geschafft haben und noch mehr: wieviele davom positiv im Sinne des Pentanden entschieden wurden. Das wird wohl gegen Null sein - und genauso wird die hier so gepushte Petition gegen Sanktionen ausgehen.
Herzliches Beileid !:icon_neutral::icon_neutral:
 

Paolo_Pinkel

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Die Angst der Mietmäuler und Meinungsmonopolisten sind durchaus begründet. Konnte man früher seine Meinung nur verbreiten, wenn man das entsprechende Geld oder die entsprechenden Kontakte vorweisen konnte, kann man das heute völlig zwanglos im Internet tun. Ohne das ein Redakteur o. ä. das nochmal gegen liest und unangenehme Teile zensiert. Die Meinungsmonopolisten haben durch das Internet ihren Einfluss auf die (Massen)Meinungsgestaltung verloren und das ist gut so!
 

HajoDF

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Hier mal der volle Text der Nuhr-Petition, um herauszustellen, mit welchen Gegenargumenten gearbeitet wird:
"Ich möchte erreichen, dass ich zum König des Internets erklärt werde und dann bestimmen darf, wer sich äußern darf und wer nicht. Bitte unterstützen Sie mich! Da heute jeder mit ein paar Klicks eine Onlinepetition starten kann, sich anonym äußern und unter Pseudonym unerkennbar bleiben kann, sind der digitalen Mobbildung und der allgemeinen Verbreitung des gesunden Volksempfindens keine Grenzen mehr gesetzt. Jeder kann sich per Tastendruck als Revolutionär fühlen. Das führt zur Renaissance des Lynchmobs und zeigt, wohin es führt, wenn sich anonyme Massen in Bewegung setzen. Verantwortliches Zusammenleben ist nur möglich, wenn jeder für sein Tun haftbar gemacht werden kann. Die Anonymität des Internet führt somit zur Bildung eines unzivilisierten öffentlichen Raumes, vergleichbar mit den rechtsfreien Räumen der prähistorischen Gesellschaften, Räume, in denen der Stärkere den Schwächeren, die Masse den Einzelnen zerstören kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Die Rückgewinnung zivilisatorischer Grundgesetze ist deshalb nur durch Einsetzung eines guten König zu erreichen."
Quelle Gegenpetition

Was da comedyhaft daher kommt, ist in Wirklichkeit eine arrogante Aburteilung des "Mobs".

Da liegen selbst kabarettistisch gestählte Nerven offenbar sehr blank.
 
E

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Gast
Hier mal der volle Text der Nuhr-Petition, um herauszustellen, mit welchen Gegenargumenten gearbeitet wird:
Quelle Gegenpetition

Was da comedyhaft daher kommt, ist in Wirklichkeit eine arrogante Aburteilung des "Mobs".

Da liegen selbst kabarettistisch gestählte Nerven offenbar sehr blank.
Hajo, das könnte man durchaus als Satire werten. Weil der Text maßlos übertrieben und einseitig und zugleich abwertend ist.

"Ich möchte erreichen, dass ich zum König des Internets erklärt werde.... ] [Die Rückgewinnung zivilisatorischer Grundgesetze ist deshalb nur durch Einsetzung eines guten König zu erreichen." ]


 
E

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Gast
Christopher Lauer ist von den Piraten? es ist doch gerade deren Anliegen gewesen: Demokratie Direkt? Oder irre ich mich.

Nun kommt er daher und startet eine Petition für diesen Lanz. Weil er ja seine Talkshow machen darf wie er will. Nein nicht vom Geld des Gebührenzahlers. Der Begriff Talk-Show könnte dann ja auch Mono-Show lauten. Ich sehe mir so etwas an wenn ich jemandem zuhören will, dem Gast, und nicht den Kaspereien des Talkmasters!
 

HajoDF

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Hi essps,
klar, könnte...
Allerdings sind die Argumente trefflich der medialen Resonanz entnommen und nur seine Rahmenforderung "Nuhr als König und Bestimmer" hat eine gewisse satirische Verkleidung.

Hier noch Leserstimmen aus FAZ.NET
Also mal ehrlich: Der Bürger kann sich durchaus eine Meinung bilden und braucht dazu keine Journalisten. Das ist mal ein Vorzug des Internets. Und darum wird die Petition auch unisone von den Großmedien kritisert. Motto: Wegschreiben dürfen nur wir!
 

Texter50

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Die Rückgewinnung zivilisatorischer Grundgesetze ist deshalb nur durch Einsetzung eines guten König zu erreichen."
Schade auch, noch imer ist der Nutzer der König des Internets und keine peinlichen Witzchenerzähler.
Das mit dem vonne Piraten versteh ich auch nicht. Aber: unser LAW AND ORDER Innenminister Schily war auch mal bei den Grünen (?) und dann bei der SPD und dann war er einfach zu alt für noch nen Wechsel. So was pasiert eben...
 
E

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Gast
Hi essps,
klar, könnte...
Allerdings sind die Argumente trefflich der medialen Resonanz entnommen und nur seine Rahmenforderung "Nuhr als König und Bestimmer" hat eine gewisse satirische Verkleidung.

Hier noch Leserstimmen aus FAZ.NET
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass es sich hierbei um eine Mogelpackung handelt und unter diesem Aspekt bekommt das Ganze ein Geschmäckle!

Im Zuge der laufenden Petition von Frau Hannemann konnte man ja durchaus das Totschweigen durch die Presse beobachten.

Damit sollten wir dann kritischer beleuchten, welche Aufgaben die Presse hier in unserem Land noch wahrnimmt.

"Ich möchte erreichen, dass ich zum König des Internets erklärt werde und dann bestimmen darf, wer sich äußern darf und wer nicht. Bitte unterstützen Sie mich! Da heute jeder mit ein paar Klicks eine Onlinepetition starten kann, sich anonym äußern und unter Pseudonym unerkennbar bleiben kann, sind der digitalen Mobbildung und der allgemeinen Verbreitung des gesunden Volksempfindens keine Grenzen mehr gesetzt. Jeder kann sich per Tastendruck als Revolutionär fühlen. Das führt zur Renaissance des Lynchmobs und zeigt, wohin es führt, wenn sich anonyme Massen in Bewegung setzen. Verantwortliches Zusammenleben ist nur möglich, wenn jeder für sein Tun haftbar gemacht werden kann. Die Anonymität des Internet führt somit zur Bildung eines unzivilisierten öffentlichen Raumes, vergleichbar mit den rechtsfreien Räumen der prähistorischen Gesellschaften, Räume, in denen der Stärkere den Schwächeren, die Masse den Einzelnen zerstören kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Die Rückgewinnung zivilisatorischer Grundgesetze ist deshalb nur durch Einsetzung eines guten König zu erreichen."
Oder ist ein Shitstorm etwa nicht legitim? :icon_mad:
 

HajoDF

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Ein shitstorm ist gerade das, was die Mainstreammedien loslassen,
nämlich massenhafte "öffentliche" Entrüstung, die dazu führt, dass sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen bis hin zur Schmähkritik vermischt und eine sinnvolle Diskussion dadurch verhindert wird.
Quelle

Merkwürdigerweise wird die Petition gegen das Verhalten eines Moderators (Lanz) im von Bürgern bezahlten TV heftig abgelehnt, gleichzeitig wird Herr Lanz oft im selben Artikel aber der Mittelmäßigkeit und Langeweile geziehen. Schon fast schizophren.
 
E

ExitUser

Gast
Ich frage mich was würde ein Lanz oder Nuhr wohl dazu sagen sich in einem Theater echtem Live Publikum zu stellen? Ich meine ohne "instruiertes Publikum"? Was wäre wenn da Tomaten fliegen und Buhrufe?

Das kam mir in den Sinn, weil mir eine Begebenheit einfiel. Mein Mann, meine Eltern und ich waren mal vor gut 15 Jahren in einem Studio als Gäste wo aufgezeichnet wurde. Wir (das Publikum) wurden instruiert wann wir zu klatschen oder zu lachen hatten, wenn der Witz etwas hängte half ein Animateur nach. Nach ca. 20 Min. wurden wir in Studio N°2 gebeten um dort ebenfalls Statisten Publikum abzugeben, weil nicht genügend Gäste vorhanden waren. Dasselbe Spielchen nochmal, das geschah dann auch noch in Studioaufzeichnung N° 3, wohin wir gebeten wurden. Wir wussten zu guter Letzt gar nicht für welche Shows das Publikum aufgezeichnet wurde. Später fand ich heraus, das diese Praxis ganz normal ist, wenn Touristen zur Besichtigung von Fernsehstudios kommen.
 

ThisIsTheEnd

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Christopher Lauer ist von den Piraten? es ist doch gerade deren Anliegen gewesen: Demokratie Direkt? Oder irre ich mich.
Ach, der Lauer, der trollt nur rum. :biggrin:

Niggi hat es mal wieder auf den Punkt zusammengefasst, mit vielen Beispielen, wie abstrus die Presse auf die Petition reagiert.
So mögen sie Gulaschsuppe essen: Eine Kritik der Kritik an der Lanz-Petition

[Hier geht es nur am Rande um Markus Lanz. Bitte haben Sie ein paar Zeilen Geduld.]
Ist doch klar: Weil im Internet ein schlimmer Mob regiert, der per se »unverhältnismäßig« agiert, weil er es nicht erträgt, wenn seine virtuellen Fackeln und Mistgabeln mal für eine Minute unbenutzt in der Ecke herumstehen.

Kühn unterscheidet zwischen »Zuschauern« und »dem Internet«:
Die Zuschauer werden es [Lanz] verzeihen. Das Internet tut es nicht.
In der Art, wie die professionellen Medien über die Kritik an Lanz im Netz berichten, werden wieder die Ressentiments der richtigen Journalisten gegen die unqualifizierten Normalbürger sichtbar, die im Netz plötzlich einfach die Absetzung von Moderatoren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen fordern dürfen und dafür sogar Aufmerksamkeit bekommen. Beides war früher Journalisten vorbehalten.
So mögen sie Gulaschsuppe essen: Eine Kritik der Kritik an der Lanz-Petition « Stefan Niggemeier
 
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