Petition: Erwerbsminderungsrente – Gleiches Recht Für Alle!

RobbiRob

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Januar 2017
Beiträge
2.423
Bewertungen
2.274
Das ist das, was ich auch so garnicht verstehe.
Weil es zwar niedrige Erwerbsminderungsrenten gibt, der Anteil der Bezieher von Grundsicherung aber „nur“ ca. 30% beträgt.

Es sind eben nicht „große Teile“ bezuschusst, sondern eine Minderheit.

Gründe: Ehegatte verdient mit etc. etc.

Ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass die Renten für Erwerbsgeminderte im Schnitt niedrig sind.
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
3.771
Bewertungen
4.027
Hallo RobbiRob,

Weil es zwar niedrige Erwerbsminderungsrenten gibt, der Anteil der Bezieher von Grundsicherung aber „nur“ ca. 30% beträgt.
Nun ja, da mag ich dir schon recht geben, wenn man dies so blind betrachtet wie unsere Politiker die da eh nur einen mittelmäßigen Überblick haben, weil man sie lieber nicht mit allen Fakten füttern will. Man bedenke einmal Politiker die alle Fakten kennen, sind für Lobbyisten ja ein Graul.

Was sich im Grundsicherungsbereich des SGB XII abspielt ist das eine, aber ein weit wichtigerer Schauplatz staatlicher Gelder ist ja das ALG-II.

Man mag sich mal nüchtern die Zahlen betrachten, was Schröder damals zu Beginn dafür auf den Tisch legen mußte und was uns das Spiel heute inzwischen kostet.

2005 waren es damnach 4,98 Mio. ALG-II Bezieher (Kosten ca. 30 Milliarden) und mann staune nicht schlecht 2018 immer noch 4,14 Mio. (Kosten ca. 37 Milliarden) . Da sag ich toll wie sich der ach so gute Arbeitsmarkt doch ausgewirkt hat, in hier 13 Jahren gerade mal ca. 840.000 Menschen zusätzlich in Arbeit gebracht, wirklich außer ordentlich effektiv was.

Nimmt man hier einmal die Rentenbezieher heraus, denen die Renten aufgestockt werden weil sie a) Arbeitsmarktrentner sind und b) in einer BG leben dürften sich die staatlichen Zuschüsse ganz anders präsentieren. Zahlen dazu gab es schon mal in einem anderen Thread.

All diese staatlichen Zuschüsse die eh aufgewendet werden müssen, lassen sich auf diese Weise natürlich weit besser verschleiern, als wenn man sie gleich den Berechtigten in Form einer besseren Rentenleistung zukommen lassen würde. Aber dann wäre sie eben dem Zugriff der JC entzogen und somit könnte man sie nicht mehr als billige Arbeitskräfte zur Ausbeutung darbieten. Nutzniesser des ganzen sind und bleiben einzig die Arbeitgeber, welche ihren Anteil am Sozialsystem weiterhin klein halten und damit ihre Gewinne maximieren können.

Genau hier hat der Grünen Chef Robert Habeck schon recht, wenn er einsieht (warum auch immer) das das Hartz VI System mehr dazu dient einen Billiglohnsektor aufrecht zu erhalten, der unserem Staat in absehbarer Zeit mit massiven Zusatzleistungen wieder auf die Füsse fällt, denn wovon leben diese Menschen wohl im Rentenalter. Dazu kommt dann auch die Aussage vom ehemaligen mitwirkenden am System Hartz Peter Hartz der ja schon sagte, daß Hartz VI so gar nicht angedacht war, sondern mit einem Mindestlohn flankiert werden sollte.

Ich frag mich schon lange, warum unser Volk nicht sieht wie z.B. andere Länder um uns herum sehr wohl besser Renten zahlen können und sich von den Politikern immer wieder auf neue einreden läßt das es nur bei uns nicht möglich sein soll - bei uns einem der reichsten Länder der Welt -. Erstaunlich wenn die OECD feststellt das der Rentendurchschnutt bei 73% liegt und Deutschland hier lediglich bei 53% landet.


Grüße saurbier
 

ABSW

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 September 2018
Beiträge
189
Bewertungen
201
Altersarmut – Folge politischer Eingriffe
Eine Reform, die Schutz vor Altersarmut, Willkür, Ungleichbehandlung bietet = überfällig

Gegen Altersarmut würde eine Änderung der Rentenformel helfen, die dafür sorgt, dass es eine Mindestrente gibt und vergleichsweise niedrige Löhne überproportional gewichtet werden.



Warum so wenig Empörung der Bevölkerung angesichts der massiven und nicht enden wollenden Beschneidung der Altersvorsorge?

Ständige Medienberieselung durch Politik und Wirtschaft mit
falscher Darstellung der Gesetzlichen Rentenversicherung


Aber kommen wir wieder zum eigentlichen Thema zurück:

Petition : Erwerbsminderungsrente – Gleiches Recht Für Alle!

Erwerbsminderungsrente – Gleiches Recht Für Alle! - Online-Petition

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Es gilt Druck aufzubauen.
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
Wie hoch sollte eine Mindestrente wohl sein? Und auch diese bringt Ungleichgewichte mit sich. Während jemand in München wohl trotzdem mit Grundsicherung aufstocken muss und ein anderer im hinterpfälzischen gut davon leben kann? Schwieriges Thema.
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
Ich bin nicht dagegen. Und ich lese auch keine Bild. Und 1050€ Mindestrente reichen u.U. zum leben in der Hinterpfalz, während ein Münchner halt weiterhin Grundsicherung beziehen MUSS. Das ist eine Ungerechtigkeit und hat nichts mit gleiches Recht für Alle zu tun. Denn die Grundsicherung knüpft an Bedingungen, z.B. Vermögensgrenze. Während dann der eine soviel Vermögen haben kann, wie er will, ist der andere beschnitten. Der eine kann dazuverdienen, beim anderen wird Hinzuverdienst angerechnet,...
Eine Mindestrente schafft keine soziale Gerechtigkeit.
 

ABSW

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 September 2018
Beiträge
189
Bewertungen
201
Hallo Larsson,

die Mindestrente ist keine Forderung der Petition.

Die Absenkung der Rente macht Menschen zu Bittstellern. Ihnen wird im Alter die Würde genommen, wenn sie nach ihrem Arbeitsleben Grundsicherung beantragen müssen.

In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass wir unseren Status als Exportnation nicht zuletzt auch durch unsere niedrigen Löhne und Sozialstandards stabilisieren.
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
3.771
Bewertungen
4.027
Die Absenkung der Rente macht Menschen zu Bittstellern. Ihnen wird im Alter die Würde genommen, wenn sie nach ihrem Arbeitsleben Grundsicherung beantragen müssen.
Um das so richtig zu verstehen muß man sich vielleicht mal die Umstände nochmals vor Augen führen wer die dies erst ermöglicht haben.

Einen vom eigenen Ego und Größenwahn bessenen Kanzler der sich nur allzugerne in der Runde mit Wirtschaftslobbyisten bei Bier und seiner Havana aufgehalten hat und mit diesen sodann entsprechende Gesprüche führte. Wohlgemerkt jemanden der sich aus einer pekären Situation selbst hoch gearbeit hat und demzufolge der Umstände einfacher Menschen sehr wohl bewußt sein konnte. Noch schlimmer - jemand der noch unter Willy Brand als einer seiner Zöglinge die Leiter nach oben kletterte.

Die in der Presse aufgetauchten Bilder dürften dazu dann auch Bände sprechen - in der Rechten das Bierglas in der Linken die Havana umgeben von Leuten wie Maschmeyer (AWD - ehemals Deutschlands größter Versicherungsmakler -oh Versicherungsoptimierer), Walter Riester, Peter Hartz, Wolfgang Clement (aus der Politik 2005 ausgeschieden und in den Aufsichtsrat der DIS (5 größte ZAF) und der RWE Power AG und weiteren gegangen) und einige andere. Clement war ein strikter Befürworter von Schröders Wirtschaftspolitik dem die Agendapolitik nicht scharf genug war. Er öffnete den ZAF´s Tür und Tor und versuchte mit der Handwerksnovelle die Meisterpflicht radikal einzudämmen und verglich in der Sendung von S. Christiansen indirekt Hartz VI Empfänger mit Parasiten. Nach Schröders politischem Ende als Kanzler nahm er an einer einmal jährlich stattfindenden Imposium der großen Hedgefonts teil (Bericht in Arte) wo man über Marktstrategien und dessen Umsetzung in einem Nobelhotel diskutierte. Seine Haltung als Arbeitgeber freundlicher Kanzler hält er treu bei, man betrachte nur seine Aussagen zur Hartz VI und Rente, was nach seiner Meinung alles noch zu wenig ist.

Und seine Nachfolger sind selbstredend keinen deut besser.

Nahles als dauerstudierende (20. Semester) versuchte sie sich am Doktortitel als Literaturwissenschaftlerin und warf dann hin. Viel schlimmer dürfte jedoch sein, daß sie als Tochter eines Handwerkers - wie selbst im Fernsehen sagte eines Frührentners -, trotz Kenntnis der finanziellen Situation nichts als Ministerin für Arbeit und Soziales unternahm (trotz öffentlicher Wahlversprechen) und heute als Parteivorsitzende sogar für Altfälle bewußt ablehnt.

Dieser Partei kann man nur den Untergang wünschen (aktuelle Sonntagsumfrage zwischen 14 - 15%), denn so wie ihre Vorstandköpfe um ihren eigenen Parteiaufstieg gekämpft haben, haben sie ihre Mitglieder und deren belange Stück für Stück veraten und damit wohl auch verloren (Mitgliederzahl 1990 - 943.402 , 2005 - 590.485 , 2018 - 437.754). Belustigend erscheint da, daß zum Stichtag 6. Februar 2018 (Koalitionsvotum zur Abstimmung mit der CDU/CSU zu koalieren) noch 463.723 Mitglieder verzeichnet waren. Was mag das wohl sagen.

In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass wir unseren Status als Exportnation nicht zuletzt auch durch unsere niedrigen Löhne und Sozialstandards stabilisieren.
Vollkommen richtig, daß Loblied der Kanzlerin basiert alleine auf dem von der CDU/CSU und natürlich der Führungsriege der SPD im Hinterkopf verdrängten Umstand, das Deutschland sich sein Wirtschaftswachstum lediglich durch die Absenkung der Sozialstandards seit Schröder im Zusammenhang mit dem Massiven niedrig Löhnen gegenüber den EU Nachbarn teuer auf dem Rücken der Mehrzahl unserer Arbeitnehmer erkauft hat.

Klar Merkel sitzt alles ruhig aus, sie weiss um den Umstand das man ihr eh nicht mehr viel kann, denn ihre Zeit ist abgelaufen.

Anders hingegen sieht es da für die SPD und deren Führung aus, wo man bereits seit einigen Jahren trotz des massiven Mitgliederschwundes die Zahl der Vorstandmitglieder massiv aufgestockt hat - inzwischen sind es 45, bezahlt aus den Mitgliedbeiträgen der Genossen u.s.w..

Ich bin jetzt mal gespannt wie sich die Wahlen im Osten und auch die Europawahl für die SPD auswirken werden, denn ich glaube kaum das die Herrschaften auch nur einen deut aus ihren Fehlern der letzten ja bald 15 Jahre wirklich gelernt haben.


Grüße saurbier
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
Die Absenkung der Rente macht Menschen zu Bittstellern. Ihnen wird im Alter die Würde genommen, wenn sie nach ihrem Arbeitsleben Grundsicherung beantragen müssen.
Das ist ja alles richtig. Aber eine Mindestrente löst nicht das Problem, einfach weil die Lebenshaltungskosten in den Regionen völlig unterschiedlich sind.
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
3.771
Bewertungen
4.027
Da hast du schon recht.

Das ganze ist doch nichts anderes wie das übliche Politikergeschwätz.

Die Leute hören sich nun mal gerne selbst reden und am liebsten noch in Talkshows.

Hier müßte eine grundsätzlich Reform her, die unsere Renten wieder so stellt das man davon auch seinen Lebensabend bzw. bei den EMR´s das bisherige Einkommen absichern kann. Findet es denn niemand komisch, daß unsere Nachbarn in der EU hier viel mehr für ihre Rentner bereit sind zu investieren.

Ist es nicht komisch das das kleine Österreich es schafft seinen Rentnern eine weit bessere Altersversorgung zu bieten als das weit reichere Deutschland.

Ein gesunder Sozialstaat bezieht alle Menschen ein, hierzulande hingegen wird nur die breite Masse der Arbeitnehmer dafür heran gezogen und die welche sich gerne als Eliten bezeichen wollen damit nichts zu tun haben, schon klar, denn dann müßten sie ja von ihrem Wohlstand abgeben und genau das wollen sie eben nicht.


Grüße saurbier
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
Ist es nicht komisch das das kleine Österreich es schafft seinen Rentnern eine weit bessere Altersversorgung zu bieten als das weit reichere Deut
Da habe ich vor nicht allzu langer Zeit einen Bericht zu gesehen. Ich weiss nicht mehr, wie die Österreicher das machen, aber ich war schon neidisch. Die bekommen z.B. 13 Rentenzahlungen im Jahr, dann haben sie noch Berufsgruppen mit gleich vielen Arbeitsjahren verglichen und deren Rente war 500-800€ mehr im Monat. Und Österreich ist auch nicht pleite.
 

ABSW

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 September 2018
Beiträge
189
Bewertungen
201
Hallo Larsson,

Österreich hat 14 Auszahlungen und nicht 13 pro Jahr
Österreich ging ab 2000 nicht den Weg der Teilprivatisierung der Renten.
Österreicher sind clever.

Deutschland, das wirtschaftsstärkste Land in Europa gewährt seinen Rentnerinnen und Rentnern gerade mal 50% des Nettoeinkommens im Arbeitsleben. Der Durchschnitt der EU Staaten beträgt 70%, in Frankreich sind es 75%, in Österreich 90%, in 9 weiteren EU-Ländern zwischen 80% und 100%.

Die "dummen" Deutschen lassen sich doch seit Jahrzehnten die Butter vom Brot nehmen.

Und die Politversager haben in dieser Zeit fröhlich pfeifend die „Rentenkasse“ geplündert.
(Versicherungsfremde Leistungen)
Wer Geld hat bestimmt die Musik und genau das passiert im Bundestag. Seit Jahrzehnten wird der Sozialstaat abgebaut, Renten und Sozialtransfers gekürzt, ein immenser Niedriglohnsektor geschaffen um die Löhne zu drücken und dennoch werden die Verursacherparteien gewählt. Aber wie heißt es so schön, jedes Volk hat die Regierung die es verdient.

Gruß
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
dennoch werden die Verursacherparteien gewählt. Aber wie heißt es so schön, jedes Volk hat die Regierung die es verdient.
Welche Partei bietet denn überhaupt eine Alternative an?
Und ja, die Deutschen wählen nach dem Motto "Da weiß ich, was ich habe."
 

ABSW

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 September 2018
Beiträge
189
Bewertungen
201
Überlege dir mal welche Parteien die Renten-
kürzungen beschlossen haben?
Da kommst du bestimmt selbst darauf.
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
Überlege dir mal welche Parteien die Renten-
kürzungen beschlossen haben?
Da kommst du bestimmt selbst darauf.
Das weiß ich schon. Aber solange es keine Partei gibt, die eine Alternative anbietet, wen soll man dann wählen? Bleibt nur sein Kreuzchen vertun oder garnicht wählen. Oder halt wie gehabt. Dadurch ändert sich aber auch nix. Bleibt nur auf die Strasse gehen und wenn du da etwas bewegen willst, dann haben plötzlich alle keine Zeit. Ich habe 2017 mal versucht gegen Rechtsverordnung vorzugehen, die eine Stadt aufgrund einer Gesetzesänderung erlassen hat. Die halbe Stadt hat sich aufgeregt und geschimpft, aber für einen "runden Tisch" den ich organisiert habe, da konnte keiner. Schimpfen ja, kämpfen, Ach nö.
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
3.771
Bewertungen
4.027
Hallo Larrson,

seit ewigen Zeiten kämpfen die etablierten Parteien gegen die Linkspartei mit populistischen Auftritten, bei denen sie dann immer wieder Bezug auf die PDS nehmen, ohne selbst zu merken das hier schon seit langem eine Umstrukturierung erfolgte - die ehemalige PDS ist mit der WASG fusioniert - und in der WASG waren die Linken der SPD die von Schröders Politik die Nase voll hatten.

Seit Schröders Hartz VI und Rentenreformen kämpft die Linkenspartei gegen die massiven Eingriffe in den Sozialstaat und nichts desto trotz im Wählervolk hält sich bis heute immer noch die Meinung das die alten Komunisten aus der DDR nicht wählbar sind. Alleine das zeigt mir wieviel Ahnung und Interesse eine große Anzahl der Deutschen überhaupt an Politik und damit verbunden der Demokratie hat.

Wie schon zutreffend erwähnt, hat man in Österreich schon früh damit begonnen das Rentensystem sozialer zu gestalten, anstatt es dem freien Markt zu überlassen wie es Schröder machte. Bei uns dreht sich eben alles um Wirtschaftsinteressen und weniger um Volksinteressen, weshalb wohl in den Ministerin bereits die Lobbyisten eigene Büros haben dürfen.

Deutschalnd als reichstes Land in der EU bietet halt für viele eine gute Einnahmequelle, vor allem wenn man sich hier gleich die Gesetze selbst schreiben darf (Flughafen Frankfurt ect.).

In dreizig Jahren haben hierzulande ein paar wenige ein gutes Leben während die breite Masse in Armut und Abhängigkeit des Sozialamtes dahin fristen darf und sich dann auch noch von den "Volkvertretern" anhören darf was sie doch für Schmarotzer sind (Wolgang Clements ehemalige Bezeichung für Hartz VI-Empfänger).

Man kann der CDU/CSU/FDP ihre Sprüche weiter glauben (trotz der gegenteiligen Erfahrungen aus der Vergangenheit) oder sich mal darüber gedanken machen wieviel Wahrheit in den Aussagen/Forderungen der Linkspartei stecken mag.


Grüße saurbier
 

Larsson

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Januar 2019
Beiträge
525
Bewertungen
821
Seit Schröders Hartz VI und Rentenreformen kämpft die Linkenspartei gegen die massiven Eingriffe in den Sozialstaat und nichts desto trotz im Wählervolk hält sich bis heute immer noch die Meinung das die alten Komunisten aus der DDR nicht wählbar sind. Alleine das zeigt mir wieviel Ahnung und Interesse eine große Anzahl der Deutschen überhaupt an Politik und damit verbunden der Demokratie hat.
Das die Linkspartei dagegen kämpft ist mir wohl bekannt. Ich setze die auch nicht mit der SED gleich.

Aber gegen etwas kämpfen ist das Eine, ein Konzept haben, wie es besser geht halt das Andere.

Und wenn ich mich an die Wahlwerbungen der letzten Jahre in Erinnerung rufe der etablierten Parteien, dann ist es immer das Gleiche, der Kontext ist immer, was doof an den anderen ist, aber es geht nicht darum, was man selbst umsetzen will als gewählter Volksvertreter. Darum geht es schon lange nicht mehr.

Das Gleiche Prinzip wie der kleine Mann: Schimpfen, das alles Scheiße ist, aber wenn es darum geht, aufzubegehren, dann haben alle plötzlich keine Zeit.
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
3.771
Bewertungen
4.027
Hallo Larsson,

Aber gegen etwas kämpfen ist das Eine, ein Konzept haben, wie es besser geht halt das Andere.
Nun ja, daß die Linke keine Konzepte hätte möchte ich mal bezweifeln.

Waren es doch die ewigen Forderungen der Linken aus der Vergangenheit, die die etablierten zum Teil (ist doch klar das immer nur das genommen wird, was der Regierungspartei gerade opportun erscheint) übernommen hat. Bestes Beispiel dafür ist z.B. der Mindestlohn, den sich Nahles liebend gerne zuschreiben läßt, nur war es eben die Linkspartei die diesen schon lange vorher immer wieder gefordert hatte. Nichts anderes erleben wir doch auch mit der seitens der Linkspartei geforderten Verbesserung der EMR, welche die Regierungsparteien dann 2013 und zuletzt 2017 entlich verbessert haben, wenn auch nicht so wie von der Linkspartei gefordert - aber immerhin.

Und Nahles großmäu....er Vorwurf an Sahra Wagenknecht, Sie mögen doch mal aufzeigen was die Linkspartei denn politisch so alles schon umgesetzt habe, zeugt doch eher von einer vollkommen abgehobenen Großkotzigkeit als sachlichem Volksvertreter, denn was bitte kann eine Partei mit lediglich 9,2% wohl im Bundestag so durchsetzen - wohl eher mal nichts - denn die Mehrheit stellten eben CDU/CSU/SPD.

Wie unfähig Nahles ist, zeigt sich ebenfalls an ihrer Engstirnigkeit, denn immerhin sind bzw. waren ein Großteil der Mitglieder der Linken ehemalige SPDler.

Hallo - Nahles sucht heute verzweifelt nach Mitgliedern um bei der nächsten Bundestagswahl mit der Partei nicht vollkommen in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden und tritt ihre eigenen ehemaligen Mitglieder mit Füssen, nur weil sich diese erlaubt haben wegen unsozialen Schröderpolitik von der SPD abzuwenden. Da sieht man doch was unsere Politiker von Demokratie halten bzw. wie diese damit umgehen, oder.

Und wenn ich mich an die Wahlwerbungen der letzten Jahre in Erinnerung rufe der etablierten Parteien, dann ist es immer das Gleiche, der Kontext ist immer, was doof an den anderen ist, aber es geht nicht darum, was man selbst umsetzen will als gewählter Volksvertreter. Darum geht es schon lange nicht mehr.
Nun ja, so läuft das heutzutage eben bei unseren Volksvertretern, nicht viel anders wie schon zu angbeginn der Zeit als der Rattenfänger von Hameln unterwegs war. Mit tollen versprechen sich die Wählergunst erschleichen um dann im nachhinein nicht mehr davon wissen zu wollen was man zuvor ach so tolles versprochen hat. Wir wollen dabei aber doch bitte nicht vergessen, zu diesem Spiel gehören noch immer zwei. Hier hat das Volk (sprichwörtlich die Ratten) eben bis heute nicht gelernt das sie immer nur auf Sprüche herein fallen.

Ich frage mich da schon seit vielen Jahren warum hierzulande das Volk nicht auf die Straße geht, so wie es uns z.B. die Franzosen schon lange vormachen. Was ein aufbegehrendes Volk so alles erreichen kann, nun das zeigen uns doch aktuell die Franzosen erneut.

Und das sowas selbst hierzulande funktionieren würde, daß zeigen uns doch die Streiks mancher Gewerkschaften wenn es um Lohnforderungen geht (man schaue nur mal auf den letzten Lokführerstreik). Was würde hierzulande wohl Merkel machen, wenn plötzlich die Masse der Hartzer und Rentner auf die Straße gingen - immerhin zusammen eine Masse von über 25 Mio. Menschen.

Das Gleiche Prinzip wie der kleine Mann: Schimpfen, das alles Scheiße ist, aber wenn es darum geht, aufzubegehren, dann haben alle plötzlich keine Zeit.
Genauso sehe ich das leider auch. Es besteht bei den Betroffenen ja nicht einmal ein ausreichender Wille wie hier aus dem stillen Kämmerlein aktuell an einer Petition teil zu nehmen, je schweige den dafür auf die Straße zu gehen. Nun gut, die Betroffenen Frührentner (EMR) stellen nur eine kleine Zahl (ca. 1,8 Mio.) dar, aber es ist ja nicht nur diese Gruppe alleine von der Politik betroffen, sondern die massiven Rentenkürzungen trafen/treffen ja alle Rentner nach Schröders Rentenreform aus 2005. Dies um so mehr, wenn man bedenkt das vor 1980 die Rente immerhin noch bei 70% lag und sie heute inzwischen bereits auf 48% abgesenkt wurdeund wie man ja an den oben genannten Zahlen unschwer erkennen kann inzwischen zu den viert geringsten in Europa zählt.

Sicherlich darf man sich da doch fragen, warum die Politik so verbissen an der 20% Grenze des Rentensatz fest hält und uns Arbeitnehmern/Angestellten mal eben sehr wohl zumutet bis zu weitere 4 % aus der eigenen Tasche als private Altersvorsorge aufzubringen. Wo bleibt da die viel zitierte Solidarität zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, oder gibt es die alleine deshalb nicht mehr weil man den Arbeitgebern eben nicht an die Gewinne gehen will.

Es stimmt schon was der alte ehemalige Norbert Blüm damals als Arbeits- u. Sozialminister sagte - die Rente ist sicher -, daß würde auch noch heute eine zutreffende Aussage sein, wenn die Politik aus welchen Bewegründen heraus auch immer die Lasten nicht einseitig auf den Arbeitnehmer/Angestellten abgeschoben hätte. Da dürfte die Lobbyarbeit und die nähe zur Kanzlerin seitens des BDI wohl gute Früchte getragen haben, oder. Dem Arbeitnehmer/Angestellten bürdet man bis zu 4% mehr Rentenabgabe zu (welche die breite Masse gar nicht aufbringen können, immerhin sind von 16 mio. Riesterverträge inzwischen 4 Mio. ruhend gestellt) und im Alter nochmals eine massive Kürzung der Altersbezüge, damit sich die Arbeitgeber 2% Lohnabgaben sparen dürfen, Abgaben die sie im Endeffekt eh als Betriebsausgabe absetzen um damit ihre Steuerlast bei den Unternehmensgewinnen zu reduzieren.

Warten wir mal ab, wie lange uns die Politik noch am Nasenring vorführen kann, bis das Volk (hier die Rentner) dank Facebook und Co. mitbekommen wie man uns hierzulande mit den Renten an der kurzen Leine hält, hingegen um uns herum die Menschen im Alter ein weit besseres und beruhigteres Leben zu führen in der Lage sind. Wie von vielen Sozialwissenschaftlern bereits seit langem angemerkt und auch wieder im letzten Armutbericht verdeutlicht dürfte dies unweigerlich zu einem sozialen Sprengstoff führen.


Grüße saurbier
 

ABSW

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 September 2018
Beiträge
189
Bewertungen
201
Hallo Larsson,

vielleicht solltest du dir das Konzept der LINKEN anschauen und dann urteilen.
Unter DIP -Deutscher Bundestag findest Du viele Anträge die eingereicht wurden.
Aber leider von der SPD, CDU/CSU abgeschmettert wurden.
Auf der Homepage von Herrn Birkwald-Rentenpolitischer Sprechen der LINKEN
findest du sehr viele Informationen.

Zur Bundestagswahl: "Nichtwähler" wären die 2.stärkste Partei.
Wahlberechtigte 2017 ca. 62 Millionen, Nichtwähler 15 Millionen.
Und gleichzeitig sitzt da eine Partei, die weder im Bundestag noch in den Landtagen
etwas zu suchen hat.
 
Oben Unten