Personenbedingte Kündigung, Sanktion, Sperrzeit vom Amt

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umkipper

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Hallo,

ich war über eine Leihbude beschäftigt, wo ich meine Kündigung erhalten habe (in der Probezeit), natürlich ohne Angabe von Gründen. (bin wegen Krankheit ausgefallen)
Ok, dürfen die machen, hab ich kein Problem mit. In der Arbeitsbescheinigung, hat die Leihbude "Personenbedingt" angegeben. Habe kein Abmahnung oder sonstiges erhalten, AU war immer ziemlich sofort da.
War davor auch über eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt, die haben mich gekündigt, da ich zu oft krank war, hatte auch ne Sperre vom Amt bekommen, die ich dann halt abgesessen hab..
Wird das Amt dann darauf zurückgreifen, dass ich zuvor auch deswegen meinen Job verloren habe, und mir wieder ne Sperrer rein drücken?
Wie kann ich mich dagegen wehren, soll ich meinen letzten Lohn in einen Anwalt investieren? Kann ich Prozesskostenhilfe oder sowas beantragen, dass ich nämlich nicht mein letztes Geld in einen Anwalt investieren muss? Wieder 3 Monate ohne Geld da zu sitzen geht nicht, ich will mich auf jeden Fall währen, falls es dazu kommt.
 

vidar

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Moin @umkipper, :welcome:

Normal ist eine Personenbedingte Kündigung aufgrund einer Krankheit nicht so einfach möglich. Sollte jedoch der Betriebsablauf hierdurch empfindlich gestört werden und/oder die vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Mitarbeiters nicht so schnell zu beheben sein, kann dem Mitarbeiter trotzdem gekündigt werden.

https://www.alg-i.de/arbeitsrecht/kuendigung/personenbedingte-kuendigung.html
https://www.arbeitsvertrag.org/personenbedingte-kuendigung/

Ich denke, dass hier durch die AfA / das Jobcenter eine Einzelfallentscheidung über eine Sperrfrist gegen dich erfolgen wird. Nachteil für dich könnte aber sein, dass du bereits einmal diesbezüglich sanktioniert worden bist.
 
E

ExUser 1309

Gast
In deinem Fall geht es also um eine personenbedingte Kündigung.
Als "personenbedingte Kündigung" bezeichnet man eine vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung, mit der einem Arbeitnehmer, der durch das KSchG geschützt ist, (trotzdem) in rechtlich zulässiger Weise ordentlich gekündigt werden kann, falls der Arbeitnehmer aus Gründen, die in seiner Person liegen, den Arbeitsvertrag künftig nicht mehr erfüllen kann.

Der praktisch wichtigste Unterfall der personenbedingten Kündigung ist die Kündigung wegen Krankheit des Arbeitnehmers.
Quelle
Ist erkennbar, weshalb diese Kündigungsform gewählt wurde?

Sperrzeit dürfte nicht gegeben werden:
Hat Ihnen Ihr Arbeitgeber betriebsbedingt oder personenbedingt ordentlich gekündigt, haben Sie keine Sperrzeit zu befürchten. Sie haben Ihre Arbeitslosigkeit nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht.

Eine Sperrzeit kann die Arbeitsgentur aber verhängen, wenn Sie durch Ihr Fehlverhalten dem Arbeitgeber den Grund für eine Kündigung gegeben haben. Relevant ist dabei nur ein Verhalten, das den Arbeitgeber berechtigt, eine verhaltensbedingte Kündigung auszusprechen – das kann sowohl eine ordentliche als auch eine außerordentliche Kündigung sein.

Eine Sperrzeit kann die Arbeitsgentur aber verhängen, wenn Sie durch Ihr Fehlverhalten dem Arbeitgeber den Grund für eine Kündigung gegeben haben. Relevant ist dabei nur ein Verhalten, das den Arbeitgeber berechtigt, eine verhaltensbedingte Kündigung auszusprechen – das kann sowohl eine ordentliche als auch eine außerordentliche Kündigung sein.
Quelle

Für Krankheit kann man nix. Hast du denn eine fortwährende Erkrankung?
 

umkipper

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Moin, die Arge kann also, auf vergängliche Fälle zurückgreifen, um mich zu sanktionieren? Wie unfair ist das denn?! Was kann ich dafür zu erkranken? :censored:
Das kann doch nicht sein... Die könnten dann ja immer sagen: Hier hast du deinen Job deshalb verloren, wir sperren Sie jetzt erstmal" ?!

Ich hab mir doch dadurch, nichts zu schulden kommen lassen. Wie gehe dagegen vor? Anwalt einschalten, beim Sozialgericht alles erläutern?
 

umkipper

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@hansklein

Ich war krank geschrieben und der Kunde hat mich abgemeldet, darauf hin wurde mir seitens der Leihbude mitgeteilt, dass ich die Kündigung erhalte.

In der Kündigung steht einfach nur "fristgerechte Kündigung zum …. ohne Angabe von Gründen"
 
E

ExUser 1309

Gast
In der Arbeitsbescheinigung, hat die Leihbude "Personenbedingt" angegeben.
Damit ist doch alles gut. Ich weiss nicht, worauf die eine Sperrzeit begründen wollen, geht in so einem Fall nicht.

Der trifft bei personenbedingter Kündigung nicht, also keine Sperrzeit.

Naja, nach Programm käme der Widerspruch dann gegebenenfalls die Klage.

Wenn die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit verhängt, kann diese zunächst im Widerspruchsverfahren angegriffen werden. Die Behörde muss dann ihre Entscheidung erneut überprüfen. Das kann bereits Erfolg haben, zum Beispiel, wenn der Leistungssachbearbeiter den Grund nicht ausreichend geprüft hat.

Wird dem Widerspruch nicht abgeholfen, kann sich eine Klage vor dem Sozialgericht lohnen. Sind die Voraussetzungen der Sperrzeit nicht vollständig gegeben oder lag ein wichtiger Grund für das versicherungswidrige Verhalten des Arbeitnehmers vor, können hierbei schnell mehrere tausend Euro erstritten werden. Häufig reicht es aber bereits aus, wenn die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht auf die aktuelle Rechtslage hingewiesen und Fehler in der Sachbearbeitung aufgezeigt werden.
Quelle

Die Ämter/Behörden trauen sich heutzutage was, alle Achtung. Nach 2002 wurde irgendwas an dem Begriff "Menschlichkeit" verändert, ich muss es verpasst haben.
 

umkipper

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Damit ist doch alles gut. Ich weiss nicht, worauf die eine Sperrzeit begründen wollen, geht in so einem Fall nicht.


Der trifft bei personenbedingter Kündigung nicht, also keine Sperrzeit.

Naja, nach Programm käme der Widerspruch dann gegebenenfalls die Klage.


Quelle

Die Ämter/Behörden trauen sich heutzutage was, alle Achtung. Nach 2002 wurde irgendwas an dem Begriff "Menschlichkeit" verändert, ich muss es verpasst haben.
Zitat:
Damit ist doch alles gut. Ich weiss nicht, worauf die eine Sperrzeit begründen wollen, geht in so einem Fall nicht.

ist es nun zitiert oder nicht?:D
ich hab einfach Schiss, dass die sich darauf berufen, dass es schonmal vorgekommen ist, wie oben von @vidar gesagt, eine Einzelfall Entscheidung vorgenommen wird..
 
E

ExUser 1309

Gast
Das war nicht zitiert, sondern meine Meinung. Widerholungsfall hin- oder her.

War das erste auch im wichtigsten - der Arbeitsbescheinigung für die Behörde - rein mit "personenbedingter Kündigung" von der Leihfirma begründet? Wenn ja, warum bist du nicht dagegen vorgegangen?
 

umkipper

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Ohmm.. irgendwie bin ich jetzt komplett verwirrt.
Also muss ich auch bei einer personenbedingter Kündigung zum Arbeitsgericht? Wahrscheinlich auch mit der Arbeitsbescheinigung vom AG oder wie?

Wie gesagt, ich war auch noch in der Probezeit. sorry wenns etwas umständlich ist mit mir. :doh:
Also Kü ohne angaben von Gründen, auf Arbeitsbescheinigung warten, ab zum Arbeitsgericht oder wie?
 
E

ExUser 1309

Gast
Ist wohl ein Mißverständnis. In der Probezeit braucht es gar keine Begründung für eine Kündigung, das ist richtig. Von Arbeitsgericht hab ich nichts geschrieben?

Nach der Arbeitsbescheinigung die der AG ausfüllt, richtet sich die Agentur oder das JC. Sperrgrund wäre, wenn dort z.b. eine Verhaltensbedingte Kündigung eingetragen wäre. Ist es bei dir nicht wie du schreibst, sondern Personenbedingt.

Unternehmen kannst du was, wenn du einen Bescheid bekommst, das sie ( die Agentur) eine Sperrzeit verhängen. Dann Widerspruch gegen den Bescheid, gegebenenfalls Klage.

Ich wollte wissen, was du davor unternommen hast, bei deinem ersten "Vorfall":
War davor auch über eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt, die haben mich gekündigt, da ich zu oft krank war, hatte auch ne Sperre vom Amt bekommen, die ich dann halt abgesessen hab..
Hattest du dir die einfach gefallen lassen?
 

umkipper

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Ich dachte, ich sollte dann zum Arbeitsgericht.

Davor hab ich Widerspruch eingelegt, der aber abgelehnt wurde. Somit hab ich es dann auf mich beruhen lassen, die sperre abgesessen und es dabei belassen.
 

Allimente

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Davor hab ich Widerspruch eingelegt, der aber abgelehnt wurde. Somit hab ich es dann auf mich beruhen lassen, die sperre abgesessen und es dabei belassen.

Das bist Du dann aber selber Schuld und ermutigst den SB mit Deinem verhalten dich in Zukunft für jede Kleinigkeit zu sanktionieren. Da muß man sich wehren, sonst machen die was sie wollen.

Mich würden wirklich mal die entsprechenden Schriftstücke (Grund der Sanktion, Widerspruch und Ablehnung des Widerspruchs) interessieren. Wäre schön, wenn Du diese mal anonymisiert hier einstellen könntest. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man bei einer krankheitsbedingten Kündigung in der Probezeit sanktioniert werden kann.
 

umkipper

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Aus Fehlern lernt man. Falls es dazu kommt, werde ich mich diesmal, wehren.

Ich werde mal in meinen Unterlagen schauen, und alles zusammen suchen und sie hochladen.

Es kann doch nicht sein, dass die afa, einfach sperren kann, wie sie will?! Wahrscheinlich noch mit der Begründung: "Das ist bei Ihnen schonmal vorgekommen, wir machen das wieder so"
 
E

ExUser 1309

Gast
Es kann doch nicht sein, dass die afa, einfach sperren kann, wie sie will?! Wahrscheinlich noch mit der Begründung: "Das ist bei Ihnen schonmal vorgekommen, wir machen das wieder so"
Kann sie versuchen, doch, solange sich der Betroffene nicht dagegen wehrt... Wieviel Bescheide sind fehlerhaft, wieviele Sanktionen mussten schon zurückgenommen werden...

Da sich viele nicht wehren, kann das Sanktionieren, selbst wenn es keinen echten, rechts sicheren Sanktionsgrund gibt, durchaus lukrativ für Gemeinde, Staatssäckel, JC und JC-Angestellte (Beförderung) und nat. die afa sein...
 
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