Personalmeldebogen Behinderungsgrad 30 Neigung Deperssionen

Leser in diesem Thema...

artep1964

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jan 2012
Beiträge
262
Bewertungen
25
Hallo zusammen,
seit langem bin ich auf der Suche nach klaren Antworten.
Wenn jemand eine Neigung zu Depressionen hat und es kommt zu einem Vorstellungsgespräch wonach nicht nach Behinderung oder Erkrankung gefragt wird und es zu einem Vertragsabschluss kommt und plötzlich wird einem ein Personalmeldebogen vorgelegt. In diesem Bogen wird genau nach Behinderung oder chronischer Erkrankung gefragt. Muss man die Wahrheitgemäss beantworten?
Depressionen können auftreten,das ist ja immer so ne Frage wann sie auftreten.Soweiter schränkt Sie nicht ein. Krank werden kann ja jeder mal.
Wahrheitsgemäss beantworten?
Freue mich auf eure Antworten.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Jul 2011
Beiträge
19.412
Bewertungen
26.956
Hat ein Arzt dir für die Krankenkassenzuzahlungsbefreiung ein Schreiben ausgestellt, das du chronisch krank bist?

Ist ein GDB von 30 überhaupt als Schwerbehinderung zu benennen, Konsequenzen für den AG ergeben sich doch erst ab einem GDB von 50 ( bzw. einer Gleichstellung mit 50) ?
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Mrz 2013
Beiträge
6.767
Bewertungen
10.939
Grundsätzlich gilt doch zunächst einmal - man muß nichts, außer irgend wann mal sterben.

Es kommt im Endeffekt immer darauf an, was man dann später mal so erreichen will.

Einem Arbeitgeber braucht man seine Kankheiten nicht zu bennen, es sei denn sie stellen eine direkte Einschränkung mit der Arbeit dar. Denn hier käme die BG ins Spiel und die sieht sowas sehr eng. Im Endeffekt ginge dies dann zu eigenen Lasten und man stünde bei einem Arbeitsunfall/Wegeunfall wohlmöglich im Regen wenn es plötzlich keine Rente gäbe.

Also sollte man sich sowas schon überlegen.

Das mit der Behinderung stimmt auch. Wer 30% hat, hat lediglich einen Steuervorteil bei Fiskus sonst nichts. Es sei denn man läßt sich bei der AfA die Gleichstellung eintragen und hätte damit 50% (also mehr Steuervorteil) und zugleich einen verbesserten Kündigungsschutz als SchwerB aber auch 5 Tage mehr Urlaub (Sonderurlaub).

Das ist aber natürlich dem Arbeitgeber von vornherein Mitzuteilen, denn dies stellt auch eine finanzielle Belastung für die Firma da (Sonderurlaub/Kündigungsschutz).

Da sollte man schon sorgfälltig abwägen.

Wie gesagt käme es zu einem Arbeitsunfall/Wegeunfall wegen der Erkrankung und der Arbeitgeber weiß nichts davon, kann es auch zu erheblichen Problemen mit der BG kommen, denn die BG erfährt sowas im Nachhinein aus der Krankenakte eh ob was verheimlicht wurde.

In meinem persönlichen Fall z.B. (damals 30% Behinderung) aber auch starke Schmerzmittel habe ich meinen Arbeitgeber darüber informiert. Der verweigerte zuletzt sogar trotz Druck der AfA eine vorzeitige Arbeitsaufnahme, weil er das Risiko eines Wegeunfalles bzw. Arbeitsunfalles nicht breit war zu tragen.


Gruß saurbier
schönes frohes Osterfest
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Es sei denn man läßt sich bei der AfA die Gleichstellung eintragen und hätte damit 50% (also mehr Steuervorteil) .....aber auch 5 Tage mehr Urlaub (Sonderurlaub).

Nö.

"Bei einer Gleichstellung besteht demgegenüber kein Anspruch auf Zusatzurlaub (§ 68 Abs.3 SGB IX)."

Der Steuerfreibetrag ist and den GDB gekoppelt.
Prozente gibt's beim Alkohol ;-)
 

artep1964

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jan 2012
Beiträge
262
Bewertungen
25
Danke erst einmal für die zahlreichen Antworten. Eine Depression kann jahrelang ausbleiben und plötzlich wieder kommen,davon kann sich keiner freisprechen.
Ich glaube kaum das jemand eingestellt,geschweige denn eingestellt wird,wenn man es offenbart.
Angenommen man gibt 30 an, wie erklärt man eine Erkrankung? Eine Einschränkung ist ja da.
 
E

ExitUser

Gast
Einem Arbeitgeber braucht man seine Kankheiten nicht zu bennen, es sei denn sie stellen eine direkte Einschränkung mit der Arbeit dar.

Bloß wie beurteilt man das oder wer beurteilt das? Bei psychischen Erkrankungen ist eigentlich in allen Tätigkeitsbereichen eine Einschränkung geben: Minderbelastbarkeit, langsameres Arbeiten, schnelle Erschöpfung etc.

Eine Neigung ist allerdings noch keine Diagnose und rechtfertigt auch eigentlich keinen GdB von 30. Dafür müssen langfristig und dauerhaft Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen vorliegen. Inwieweit Fragen nach Erkrankungen in Personalfragebögen zulässig sind, müsste man noch mal nachschauen.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Nov 2009
Beiträge
11.428
Bewertungen
15.161
Hallo artep1964,

Danke erst einmal für die zahlreichen Antworten. Eine Depression kann jahrelang ausbleiben und plötzlich wieder kommen,davon kann sich keiner freisprechen.

Du kannst auch nach längerer Beschäftigung bei einem AG mal krank werden und das weißt du VORHER auch nicht, es ist doch völlig EGAL welche Krankheit das (schon) ist oder mal sein könnte ... das geht einen AG überhaupt NICHTS an. :icon_evil:

Solche Fragen sind nicht zulässig und man darf LÜGEN wenn man befürchtet den Arbeitsvertrag sonst nicht zu bekommen, ob du dich der Tätigkeit an sich gewachsen fühlst (wenn du nicht krank bist) solltest du doch wohl selbst einschätzen können.

Warum wollt ihr euch eigentlich inzwischen schon alle freiwillig nach irgendwelchen gesundheitlichen Kriterien bei den AG beurteilen lassen ???
Bei einer Berwerbung kommt es darauf an, dass man die erforderlichen Qualifikationen und Fähigkeiten besitzt und nicht darauf ob man vielleicht irgendwann mal erkranken könnte ... woran auch immer ... :icon_neutral:

Ich glaube kaum das jemand eingestellt,geschweige denn eingestellt wird,wenn man es offenbart.
Angenommen man gibt 30 an, wie erklärt man eine Erkrankung? Eine Einschränkung ist ja da.

Darum muss man das ja nicht angeben, mein letzter AG weiß bis heute NICHT genau woran ich so alles erkrankt war in den 10 Jahren bis zur Berentung wegen EM, ich wurde allerdings auch im Personal-Bogen nicht nach "gesundheitlichen Vorschäden" befragt ...

Nur weil das inzwischen "Mode" ist muss es ja nicht richtig und erlaubt sein ... welche konkreten "Einschränkungen" siehst du denn (mit Einfluss auf die Tätigkeit), wenn du gerade nicht akute Depressioenen hast ???

Dann lässt du dich ja vermutlich AU schreiben, ODER ???

GdB 30 muss man überhaupt NICHT angeben, bringt dir ohnehin NICHTS ohne Gleichstellung und die solltest du erst beantragen wenn du einen Arbeitsplatz schon hast, sonst lehnt die AfA das auch ab.

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
GdB 30 muss man überhaupt NICHT angeben, bringt dir ohnehin NICHTS ohne Gleichstellung und die solltest du erst beantragen wenn du einen Arbeitsplatz schon hast, sonst lehnt die AfA das auch ab.

Nein, tut sie nicht! :wink:
Bei mir hat das JC dazu geraten, sie zu beantragen. Die AfA hat sie durchgewunken.

Ich glaube nicht, dass jemand freiwillig mit seinen gesundheitlichen Problemen hausieren geht. Manchmal geht es halt nicht anders. Wenn man keinen Stress mehr aushalten kann, ist für den AG ohnehin sofort alles klar: Da bewirbt sich ein "Psycho". Bei den meisten AG hat sich die Sache dann erledigt.

Die Frage scheint aber mal wieder rein hypothetisch zu sein.
 

artep1964

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jan 2012
Beiträge
262
Bewertungen
25
Also erstmal Danke Danke das ihr mir so zahlreich geantwortet habt.
Werde eure Ratschläge beherzigen...denn Krank werden kann jeder Mal.
Und vielleicht beim arbeiten einfach mal einen Gang runterschalten.
Einschränkungen sehe ich eigentlich keine, ausser das ich Schlafprobleme habe und Zeitempo nicht so gut ab haben kann.Aber ich habe gelernt gelassen und ruhrig zu bleiben.
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Mrz 2013
Beiträge
6.767
Bewertungen
10.939
Nun gut, dann ENTSCHULDIGE ich mich hiermit für meine vorschnelle Äußerung hinsichtlich dem Sonderurlaub, den es bei einer Gleichstellung nicht gibt.

Danke für den Hinweis dazu, man lernt ja glücklicher Weise nie aus.


Grüße saurbier
frohes Osterfest
 
Oben Unten