Persönlicher Anruf beim Fallmanager??

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Jenny0507

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Brauche heute auch mal eure Hilfe.
Folgendes ich bin seit 2 Jahren beim Fallmanager untergebracht, da ich nicht ganz einfach zu vermitteln bin. Da wären 2 kleine Kinder, alleinerziehend, keine ausreichende Schul- sowie Berufausbildung. Nunja hinzu kommen meine gravierenden psychichen Probleme bzw. Erkrankungen, die sich in früher Kindheit niedergelassen haben, die da wären: Posttraumatische Belastungsstörung, Borderline- Persönlichkeitsstörung, sowie mittelgradige rezidivierende Depression.

In diesen 2 Jahren ist einiges geschehen, habe eine ambulate Therapie angefangen 45 Stunden usw, habe so gut es ging versucht mein Leben umzukrämpeln und ich muss sagen es ist mir einiges gelungen,aber geheilt bin ich nicht.
Habe dem Fallmanager zu Anfang zu viel über meine Krankheitsgeschichte anvertarut in der Hoffnung, dieser würde mir in der tat helfen,so wie er es auch versprach. Leider musste ich nach ziemlich genau einem Jahr feststellen, das meine gedachte Hilfe sich in 1€ Jobs bzw. kuriose Maßnahmen manifestierten. Diese konnte ich noch gut abwenden durch meine Theraeutin, die mich per Schriftstück direkt an das JobCenter für ein weiteres halbes Jahr Arbeitsunfähig erklärte (krankschreiben darf sie ja als Psychologin nicht). Ich hielt mich weiterhin wacker mit meinem derzeitigen Zustand geschlagen.
Jetzt nach über 2 Jahren und Therapie Ende musste ich doch feststellen, das ich zwar viel verändert und über den Haufen geschmissen habe, ich aber dennoch sehr labil bin. Ich kränkelte wieder mehr rum, zog mich mehr und mehr zurück. In der Zwischzeit wollte mir der nette Herr vom Amt die nächste Maßnahme aufbrummen. Da ich mich viel zu fertig fühlte, habe ich mir einen Termin bei der Therapeutin geholt und habe dann mit ihrer Absprache es endlich gewagt und bin auch noch zum Psychiater gegangen.
Termin hatte ich relativ schnell, habe mich aber im Vorfeld von meiner Hausärztin krankscheiben lassen, bis zum Psychiater Termin.
Dieser Doktor hatte mich ersteimal komplette 4 Wochen krankgeschrieben und Einleitung von Antiderpessiva. Weitere Termine beim Jobcenter sagte ich aufgrund meienr Krankmeldungen immer ordentlich ab, worauf ich jedemal eine Folgeeinladung erhielt, die ich auch absagte.

Nun zum eigentlichen. Habe heute wieder eine Einladung erhalten. Wo noch Handschriftlich darunter steht: Bitte rufen Sie mich doch mal an. :)
Was soll ich davon halten will man mich ausfragen?
Muss ich da ernsthaft anrufen?
Wollen die jetzt telefonisch eine Stellungnahme von mir wie es weitergeht?
Was ist sinn der Sache??

Bin wirklich überfragt und hab auch echt bammel da anzurufen, weil ich nicht weiß was ich sagen soll und ich auch nicht weiß was der Typ nun von mir wissen will.

Sorry für die doch etwas zu lang geratene Story.

LG Jenny
 
M

Minimina

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Nun zum eigentlichen. Habe heute wieder eine Einladung erhalten. Wo noch Handschriftlich darunter steht: Bitte rufen Sie mich doch mal an. :)
Mit Smiley? :icon_mrgreen: Ich glaub ich spinne! Natürlich rufst Du NICT an. Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage, sonst hätte man es nicht handschriftlich darunter geschrieben. Ich würde ja schriftlich nachfragen, was ich von einer solchen Notiz halten solle, ob es zur Mitwirkungspflicht gehöre und wo das rechtlich geregelt ist. Aber da Du genug andere Sorgen hast, ist das für Dich wohl nicht das richtige...

Was soll ich davon halten will man mich ausfragen?
Ja, und man möchte aus Dir Dinge herauslocken die das JC nichts angehen und ne EGV über Telefon verhandeln, natürlich ohne Beistand (Zeugen).
Muss ich da ernsthaft anrufen?
Nein! Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage. Du bist krank, Punkt!
Wollen die jetzt telefonisch eine Stellungnahme von mir wie es weitergeht?
Ja, so daß sie sich überlegen können wie sie Dich weiter drangsalieren können. Jetzt mit AU und ohne Info darüber was Du hast geht das natürlich nicht.
Was ist sinn der Sache??
Schikane und Suche nach Sanktionsgrundlagen oder Möglichkeiten Dich an andere Versicherungsträger, wie Krankenkasse oder Rente abzuschieben.

Bin wirklich überfragt und hab auch echt bammel da anzurufen, weil ich nicht weiß was ich sagen soll und ich auch nicht weiß was der Typ nun von mir wissen will.
Telefonnummer von Dir haben sie nicht, oder? Die gibst Du bitte auch nicht raus. Brauchst Du nicht. Hingehen tust Du am Besten in Zukunft auch nur noch mit Beistand nach § 13 SGB X, damit du Zeugen hast. Wenn der was von Dir will soll er es schriftlich machen. Du brauchst gar nichts zu machen solange Du krank geschrieben bist.

Steht bei der Einladung, daß Du eine besondere zusätzliche Bescheinigung einreichen sollst, wenn Du zum Termin immer noch krank bist, z.b nennen die das Wegeunfähigkeitsbescheinigung oder so ähnlich?

Kannst Dich wieder beruhigen, alles nur heiße Luft!

LG MM
 

Jenny0507

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Super für die schnelle Antwort. Weiß leider noch nicht wie das mit dem Zitieren geht deshalb Antworte ich jetzt ersteimal so.

Ja mit Smily kam mir auch alles ein wenig spanisch vor aber vielleicht sollte das janoch zusätzlich schmeicheln, wer weiß. Gut vielleicht hab ich ja noch den Mumm und schreib dem das, wäre jedenfalls ja eine Antwort von mir, zwar nicht der geforderte anruf aber naja.

Gut also liege ich mir meiner Vermutung nicht falsch das die nur Dinge aus mir herauslocken wollen um mich in eine andere Schublade zu stecken.

Naja ich weiß schon einige Dinge die weitergehen, aber solange das nicht Hand und Fuß hat sage ich denen darüber mal rein garnichts.

Also werde ich mich jetzt darauf hin entweder gar nicht melden oder eben auf gut Deustch per Post, was das soll und wo das geschrieben steht....

Telefonnummer, weiß ich garnicht ob sie eine von mir haben, wurde jedenfalls noch nicht telefonisch kontaktiert.:wink:

Gut werde dann gleich mal ein Gesuch für einen Besitand an anderer Stelle starten.

Nein so etwas steht dort nirgends, ist eine ganz normal Einladung wie immer.

Nochmal besten Dank, vielleicht kann ich ja doch noch schlafen heute Nacht:icon_mrgreen:
 

Surfing

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Was ist sinn der Sache??
Sinn der Sache ist noch mehr private Details über dich und dein Leben zu erfahren die man sich schriftlich nicht fragen traut. Deshalb sollst du anrufen. Die Infos dienen dann zur weiteren Verwertung für die Abschiebung in Sinnlos-Maßnahmen und dafür dich besser und gezielter unter Druck setzen zu können, wenn du nicht das machst was der FM bzw. das JC von dir wollen.

Läuft alles unter einer Pseudo-Psycho-Masche von Laien (FM ist kein Psychologe, und schon gar keiner der dir ernsthaft helfen will).
 
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Leider musste ich nach ziemlich genau einem Jahr feststellen, das meine gedachte Hilfe sich in 1€ Jobs bzw. kuriose Maßnahmen manifestierten.

Welche Art der Hilfe hattest du dir denn erhofft? Die Frage ist keinesfalls zynisch gemeint. Nur: Wenn du momentan gar nicht arbeitsfähig bist, an was für einer Art Unterstützung seitens des FM hättest du denn konkret Interesse? Was - anders als Maßnahmen und 1-€-Jobs - soll/darf/könnte/müsste er dir denn anbieten? Vielleicht ist der FM ja wirklich davon ausgegangen, dass ein 1-€-Job dich stabiliseren kann, und er hat sich gar nichts schikanös-böses dabei gedacht...

Ich hielt mich weiterhin wacker mit meinem derzeitigen Zustand geschlagen.

Also nochmal: Was wäre denn eine sinnvolle Unterstützung seitens des FM? Was kann er tun, um dir zu helfen, deinen derzeitigen Zustand zu verbessern?

Ich kränkelte wieder mehr rum, zog mich mehr und mehr zurück. In der Zwischzeit wollte mir der nette Herr vom Amt die nächste Maßnahme aufbrummen.

Was wäre also sinnvoll?

Weitere Termine beim Jobcenter sagte ich aufgrund meienr Krankmeldungen immer ordentlich ab, worauf ich jedemal eine Folgeeinladung erhielt, die ich auch absagte.

In Folge dessen erscheint es mir keinesfalls schikanös, sondern naheliegend, dass der FM einfach mal den Sachstand erfragen will und er daher um Rückruf bittet. Warum es handschriftlich vermerkt ist, weiß ich nicht genau, ich gehe aber einfach mal davon aus, dass der FM schlicht vergessen hat, das ins Einladungsschreiben mit aufzunehmen. Man kann sowas via Klick auf den Kasten "Zusätzlicher Text" auch problemlos per Computer in die Einladung schreiben. Aber man vergisst es oft. Ich habe, wenn ich meinen "Kunden" eine EGV zugeschickt habe, auch ganz oft handschriftlich oben drauf geschrieben: "Bitte unterschrieben zurück". Sowas ist nicht ungewöhnlich!

Was soll ich davon halten will man mich ausfragen?

Ich denke, man will wie gesagt einfach den Sachstand erfragen, um das Profiling up to date zu halten.

Muss ich da ernsthaft anrufen?

Nein. Es gibt keinen Zwang, mit dem JC telefonieren zu müssen. Es ist nicht sanktionsbeschwert, wenn du telefonisch nicht reagierst. Wahrscheinlich wirst du dann aber halt in regelmäßigem Abstand neue Einladungen erhalten. Denn der FM weiß ja nicht, was Sache ist! Und wenn er dich telefonisch nicht erreicht bzw. du ihn nicht anrufst, wir er eben via Einladung versuchen, den Sachstand zu klären. Das ist nicht ungewöhnlich, sondern schlichtweg naheliegend.

Wollen die jetzt telefonisch eine Stellungnahme von mir wie es weitergeht?

Keine Stellungnahme, sondern wohl lediglich eine einfache Auskunft.

Was ist sinn der Sache??

Siehe obige Antwort. Zum anderen rührt das Bedürfnis des FM, dich ans Telefon kriegen zu wollen, vermutlich daher, dass er eine bestimmte Kundenkontaktdichte-Vorgabe hat, die er einhalten will. Solche Vorgaben sehen vor, dass man - je nach Profillage des "Kunden" - in einem bestimmten Zeitraum mindestens einmal mit dem "Kunden" gesprochen haben muss. Schriftliche Korrespondenz reicht da nicht aus, es bedarf eines persönlichen oder telefonischen Gesprächs.

Bin wirklich überfragt und hab auch echt bammel da anzurufen, weil ich nicht weiß was ich sagen soll und ich auch nicht weiß was der Typ nun von mir wissen will.

Wie gesagt: Wenn du Angst hast, dann ruf nicht an. Keiner kann dich dazu zwingen, auch kann es dafür keine Sanktionen geben. Ich persönlich würde, um Ruhe zu haben, aber anrufen und sagen: "Keine Veränderung, ich bin weiterhin krank/in Behandlung." Wenn dann intime/gesundheitliche Fragen kommen, kannst du sagen, dass du dazu keine Auskunft bzw. allenfalls dem ärztlichen Dienst gegenüber Auskunft geben möchstest. Das hat der FM zu akzeptieren.

Läuft alles unter einer Pseudo-Psycho-Masche von Laien (FM ist kein Psychologe, und schon gar keiner der dir ernsthaft helfen will).

Das stimmt so pauschal nicht. Es gibt durchaus Fallmanager im Jobcenter, die studierte Diplom-Psychologen oder Psychologen, M. Sc. sind. Ich selbst kenne drei davon. Auch sind jene Fallmanager, welche die DGCC-zertifizierte FM-Qualifizierung absolviert haben, keinesfalls psychologische Laien. Richtig ist, dass es sich bei den JC-FMs zumeist um keine studierten Psychologen handelt, sondern in der Regel um studierte Pädagogen und Sozialpädagogen, aber auch diese bringen sowohl vom Studium wie auch von der FM-Fortbildung her durchaus ein psychologisches Fachwissen mit, das jenes von Laien übersteigt. Man kann die Zertifizierungsvoraussetzungen hier einsehen. FM sind Schnittstellenexperten, bzw. sie sollen es sein.

Dass die FMs in den Jobcenter in der Praxis nicht wirklich immer solche Experten sind, hat damit zu tun, dass das, was unter Fallmanagement verstanden wird und das, was man mitbringen muss, um als Fallmanager eingesetzt zu werden, total unterschiedlich gehandhabt wird. In manchen Jobcenter werden wirklich nur jene Mitarbeiter als Fallmanager bezeichnet, die besagte DGCC-Qualizierung durchlaufen haben. Bei denen kann man eine gewisse Fachkompetenz auch in psychologischer Hinsicht voraussetzen. In anderen Jobcenter wird dagegen buchstäblich jeder Hinz und Kunz, der da irgendwie Kundenkontakt hat, als Fallmanager bezeichnet, also quasi alle Arbeitsvermittler oder Sachbearbeiter. Und das erweist dem FM natürlich einen Bärendienst.
 

Texter50

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Das stimmt so pauschal nicht. Es gibt durchaus Fallmanager im Jobcenter, die studierte Diplom-Psychologen oder Psychologen, M. Sc. sind. Ich selbst kenne drei davon. Auch sind jene Fallmanager, welche die DGCC-zertifizierte FM-Qualifizierung absolviert haben, keinesfalls psychologische Laien.
Gut, dass Du gleich drei davon kennst. Aber:
Alles was mit Psycho-Zeuchs zu schaffen hat, gehört nicht ins JC, zumindest nicht direkt. Wenn ich derartige Probleme habe, gibt es außerhalb Fachleute. Die sagen, und selbst die KKs habens es eingesehen, den sollte man sich aussuchen, sonst bringt das nix.
Ich habe mir die Leute im JC bislang nicht aussuchen dürfen. :icon_mrgreen:
Dazu kommt, es muss die eigene Einsicht sein, da hinzugehen, sonst bringt das auch nix.
Wer geht freiwillich ins JC? Das dürfte eher ne Minderheit sein. :biggrin:
Also besser nix mit Psycho im JC! :icon_klatsch:

Und zum Thema Zertifizierung: nicht alles, was da irgends zertifiziert ist, ist auch einwandfrei.
Mit Zertifizierung wird viel Geld verdient. Was da rauskommt, kannste in der Sammelliste für Superwundertüten nachsehen. Die sind alle zertifiziert... :icon_cry:
 
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Alles was mit Psycho-Zeuchs zu schaffen hat, gehört nicht ins JC, zumindest nicht direkt.

Doch, dieses "Psycho-Zeuchs" gehört imho sehr wohl ins Jobcenter, einfach weil es seitens der "Kunden" dort hineingetragen wird, so dass entsprechend reagiert werden muss. Nachweislich dieses Berichts des IAB haben ca. 1/3 der langzeitarbeitslosen Leistungsbezieher psychische Probleme mit Krankheitswert. Man siehe dazu auch dieses Dossier. Es ist daher erforderlich, dass die FMs zu dieser Thematik geschult sind und sich Fachwissen aneignen.

Das macht sie dashalb, weil sie eine zertifizierte Fortbildung durchlaufen haben, freilichnicht zu Exerten für psychische Probleme. Aber sie haben dazu sehr wohl mehr Hintergrundwissen als Laien. Sie müssen und sollen aber ja auch keine Psychologen sein. Sie sind und bleiben in erster Line "Verwaltungsmenschen", die Arbeitslose prozessieren.

Sie sind dabei - von ihrer Funktion her - ausdrücklich keine Sozialarbeiter und keine Psychologen, sondern wie gesagt Schnittstellenexperten, die vornehmlich (langfristig) "Kunden" in Arbeit vermitteln oder sonstwie aus der Statistik bugsieren sollen und dabei von allem etwas wissen müssen, aber in nichts Fachexperten sind.

Wenn ich derartige Probleme habe, gibt es außerhalb Fachleute.

Richtig. Und die Aufgabe eines guten Fallmanagers ist es unter anderem, im Bedarfsfall den Kontakt dortin herzustellen bzw. darauf hinzuweisen, wo man fundierte und kompetente Hilfe erhalten kann. Um das tun zu können, bedarf es seitens des FM aber eben eines gewissen psychologischen Wissens. Denn nur so kann er Anschlussfähigkeit erzeugen.

Wenn ich als FM von Psychologie und davon, wie psychische Probleme sich zeigen können, nicht den Hauch einer Ahnung habe, erkenne ich nämlich gar nicht, dass der "Kunde" vielleicht ein psychisches Problem hat. Eben deshalb müssen auch FM etwas von Psychologie verstehen, eben deshalb gehört dieses "Psycho-Zeuchs" sehr wohl auch auf die FM-Seite des Schreibtisches!

Ich habe mir die Leute im JC bislang nicht aussuchen dürfen. :icon_mrgreen:

Nein, du musst eben, wenn du Leistungen beziehst, deinen Obliegenheiten nachkommen. Da muss die Wahlfreiheit eingeschränkt werden, weil es 1) organisatorisch gar nicht anders machbar wäre, und weil 2) der "Kunde" im JC eben kein König ist, sondern ein Bittsteller. Und der hat zu kuschen. Das ist nicht schön, aber es ist eben die Realität. Life sucks - Deal with it!

Wer geht freiwillich ins JC? Das dürfte eher ne Minderheit sein. :biggrin:

Okay, hierfür werde ich gleich wohl wieder mal virtuelle Prügel bekommen, aber: Streng genommen gehst du sehr wohl freiwillig ins JC! Keiner zwingt dich, Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen. Es ist dein gutes Recht, stattdessen mit Schnorren und Flaschensammeln deinen Lebensunterhalt zu verdienen und unter öffentlichen Brücken zu nächtigen.

Insofern ist deine Entscheidung, Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen, ein frei gewählter, ungezwungern Akt. Und wenn man diesen vollzieht, hat man eben gewisse Obliegenheiten. Will heißen: Ist man im JC "Kunde", greift das reziproke Fördern und Fordern, dem man sich allerdings nur so lange zu fügen hat, wie man Sozialleistungen beziehen will. Das ist ist im strengen Sinne kein Zwang, auch wenn vielen das sicher zynisch erscheinen mag.

Und zum Thema Zertifizierung: nicht alles, was da irgends zertifiziert ist, ist auch einwandfrei. Mit Zertifizierung wird viel Geld verdient. Was da rauskommt, kannste in der Sammelliste für Superwundertüten nachsehen. Die sind alle zertifiziert...

Okay. Punkt für dich. Was das angeht, stimme ich dir zu 100% zu. Vielen Zertifizierungen von Bildungsträger-Klitischen nach AZAV eignen sich allenfalls dazu, damit die eigene Toilettenwand zu pflastern. Dies vor allem, weil sich die Träger untereinander selbst die Aufträge zuschustern, wie man hier aufschlussreich nachlesen kann. Aber dennoch denke ich, dass ein Zertifikat der DGCC etwas mehr wert ist, wenn man bedenkt, wer dort in der Anerkennungskommission sitzt. Aber da ich selbst DGCC-zertifiziert bin, bin ich da zugegebenermaßen nicht ganz unparteiisch:biggrin:.
 

Texter50

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@ BurnTorn
Du kannst bestimmt gut mit zehn Fingern schreiben?
OK, die sollen einschätzen, ob da Bedarf ist. Das kann ich noch verstehen. Aber: ich fürchte da eher einen latenten Missbrauch, das hatten wir schon mal in diesem Land. :biggrin:

Um meinen FM anzurufen, bedarf es als Grundlage ein gewisses Maß an Vertrauen. Das fehlt - und das ist in sehr viele Fällen nicht unbegründet - und deshalb ist das TE auch so verunsichert. :icon_cry:
 
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In meinem Umfeld ist das FM aus Kostengründen abgeschafft (Optionskommune) und auf reine Vermittlung reduziert.

Die Qualität dieser AV ist so unterschiedlich, wie deren beruflicher Hintergrund. :popcorn:
 

Anna B.

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Nicht der FM (egal ob nun Pädagoge oder gelernter Psychiater) hat den Kunden an einen Facharzttermin und von da ggf. an einen Psychotherapeuten zu vermitteln, sondern der Arzt...der ganz normale Hausarzt ist der Lotse im Gesundheitssystem...

wenn der Kunde unter seiner evtl. psych. Erkrankung leidet...dann geht er im Normalfall zum Arzt und der überweist ihn weiter...

wenn der SB oder FM unter dem Kunden leidet..tja...Pech gehabt...
das berechtigt den FM oder SB immer noch nciht dazu, die Aufgaben eines Arztes wahrzunehmen und einen Behandlungsbedarf (womöglich noch per EGV) vorzugeben...
 
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Nicht der FM (egal ob nun Pädagoge oder gelernter Psychiater) hat den Kunden an einen Facharzttermin und von da ggf. an einen Psychotherapeuten zu vermitteln, sondern der Arzt...der ganz normale Hausarzt ist der Lotse im Gesundheitssystem...

Es geht nicht um vermitteln an einen Facharzt, sondern a) um das Erkennen, das eventuell eine psychische Beeinträchtigung mit Krankheitswert beim "Kunden" vorliegen könnte, und b) um das Aufzeigen von Möglichkeiten bzw. die Ausgabe von Kontaktadressen, wo der "Kunde" weitere Hilfe erhalten kann. Und wenn der "Kunde" es wünscht, kann es sehr wohl c) zur Aufgabe des Fallmanagers werden, im Auftrag des "Kunden" einen Facharzt, eine psychologische Beratungsstelle oder den psychosozialen Dienst zu kontaktieren.

All das kann - und soll - ein guter Fallmanager im JC sehr wohl leisten! Das ist die genuine Aufgabe von Fallmanagement. Und das hat sich nicht die BA ausgedacht, sondern das ist seit vielen Jahren professionelle Praxis im gesamten Fallmanagement überall im Sozial- und Gesundheitswesen (wo das Fallmanagement ursprünglich herkommt), wie man z.B. hier nachlesen kann.

wenn der Kunde unter seiner evtl. psych. Erkrankung leidet...dann geht er im Normalfall zum Arzt und der überweist ihn weiter...

Richtig. Und genau das ist es in der Regel auch, was der Fallmanager dem "Kunden" empfehlen wird, Motto: "Wie wäre es, wenn Sie einen Arzt aufsuchen?" Dann passiert es aber eben hin und wieder, dass ein "Kunde" das partout nicht will, weil er Angst hat, zum Psycho-Dok zu gehen, aus Angst auf ewig weggesperrt zu werden. Und diese Angst gilt es seitens des Fallmanagers dann erst einmal ernst zu nehmen und ggfs. aufzuzeigen, welche Alternativen, wie eben die psychosoziale Beratung, es noch gäbe, wo einem diese Angst genommen werden kann bzw. man mehr Infos erhalten kann.

wenn der SB oder FM unter dem Kunden leidet..tja...Pech gehabt...

Warum sollte der Fallmanager unter einem Kunden leiden? Wenn ein Fallmanager von sich aus meint, er könne mit einem "Kunden" nicht mehr arbeiten, dann überstellt er den "Kunden" einfach wieder an die reguläre Arbeitsvermittlung.

das berechtigt den FM oder SB immer noch nciht dazu, die Aufgaben eines Arztes wahrzunehmen

Tut er auch nicht. Nochmal: Der Fallmanager ist Schnittstellenfachkraft. Er delegiert weiter an die jeweiligen Fachexperten bzw. zieht diese zu Rate. Er hat eine Scharnier-Funktion. Weder behandelt ein Fallmanager, noch stellt er irgendeine Diagnose. Er vermittelt Hilfen, er kontrolliert und steuert den Prozessfortschritt und er eruiert - im Idealfall gemeinsam mit dem "Kunden" - den Hilfebedarf, der in der Regel in der Tat in der EGV festgehalten und fortgeschrieben wird. Das nennt man Kontrakt-Management. Und dies ist der Kern eines jeden Fallmanagements. Die Devise geht:

a) 'assessment' (Einschätzung, Abschätzung),
b) 'planning' (Planung),
c) 'intervention' (..... 'Durchführung' .....),
d) 'monitoring' (Kontrolle, Überwachung),
e) 'evaluation' (Bewertung, Auswertung)"

Quelle: Case Management nach Wendt, 2001


und einen Behandlungsbedarf (womöglich noch per EGV) vorzugeben...

Der Fallmanager soll (in der Theorie) einen solchen nicht vorgeben, sondern im gemeinsamen Aushandlungsprozess mit dem "Kunden" festlegen, welche Schritte wie und bis wann jeweils vom Fallmanager und jeweils vom "Kunden" zu gehen sind, um ein gemeinsam fixiertes Ziel zu erreichen. Das macht von der Intention her auch absolut Sinn. Ich sage ausdrücklich nicht, dass das Fallmanagement im Jobcenter optimal läuft. Weiß Gott nicht.

Ich habe hier ja selbst schon beschrieben, dass ich das beschäftigungsorientierte Fallmanagement-Konzept der BA für sehr fragwürdig halte. Aber ich wehre mich dagegen, immer alles partout schlechtreden zu wollen. Es gibt durchaus Fallmanager im Jobcenter, die trotz konzeptioneller Misstände versuchen, im Sinne der "Kunden" gute Arbeit zu leisten.
 
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a) 'assessment' (Einschätzung, Abschätzung),
b) 'planning' (Planung),
c) 'intervention' (..... 'Durchführung' .....),
d) 'monitoring' (Kontrolle, Überwachung),
e) 'evaluation' (Bewertung, Auswertung)"

Quelle: Case Management nach Wendt, 2001


Und dies alles in 10 Min. Gesprächen? :icon_cool: Ich bin überwältigt!
 
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a) 'assessment' (Einschätzung, Abschätzung),
b) 'planning' (Planung),
c) 'intervention' (..... 'Durchführung' .....),
d) 'monitoring' (Kontrolle, Überwachung),
e) 'evaluation' (Bewertung, Auswertung)"

Quelle: Case Management nach Wendt, 2001


Und dies alles in 10 Min. Gesprächen? :icon_cool: Ich bin überwältigt!

Nein, in monatelanger Fallbearbeitung, die zu initiieren indes in der Tat erst mal eines Gespräches bedarf, das auch nur 10 Minuten dauern kann.
 

Texter50

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Nein, in monatelanger Fallbearbeitung, die zu initiieren indes in der Tat erst mal eines Gespräches bedarf, das auch nur 10 Minuten dauern kann.
Jau, und was is, wenn das mehrfach im Jahr ausgewechselt wird? :biggrin:
Dann kannste die ganze Theorie inne Tonne treten. :icon_mrgreen:
Erkläre mir, was ich davon halten soll:
Ein halbes Jahr, um die Alternative zum IT-Trainer zu finden, bei zwei Leuten und dem Ergebnis, die Alternative lautet: IT-Trainer. Allerdings wurde der Fachrichtungswechsel des IT-Trainers ungefragt geändert, vom grafischen Bereich in den der Server-Technologie - is ja alles eins oder was? :biggrin:
Tja, das wars dann wohl bei der AfA? :icon_cry:
 
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Sozusagen nach Aktenlage?

Manchmal ja. In der Regel ist es aber so, dass der FM den "Kunden" irgendwann an die AV zurücküberstellt, wenn sehr lange kein Kontakt stattfindet. Die Profilings nach Aktenlage erfolgen - wenn es gar nicht anders geht - eher in der regulären Arbeitsvermittlung, weniger im Fallmanagement. Das Datenqualitätsmanagement läuft im FM meist strenger, so dass "Gespräche" nach Aktenlage :)wink::biggrin:) hier weniger möglich sind. Dass sie im Einzelfall auch im Fallmanagement vorkommen, ist aber sicher so, ja.
 
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Jau, und was is, wenn das mehrfach im Jahr ausgewechselt wird? :biggrin:
Dann kannste die ganze Theorie inne Tonne treten. :icon_mrgreen:
Erkläre mir, was ich davon halten soll:
Ein halbes Jahr, um die Alternative zum IT-Trainer zu finden, bei zwei Leuten und dem Ergebnis, die Alternative lautet: IT-Trainer. Allerdings wurde der Fachrichtungswechsel des IT-Trainers ungefragt geändert, vom grafischen Bereich in den der Server-Technologie - is ja alles eins oder was? :biggrin:
Tja, das wars dann wohl bei der AfA? :icon_cry:

Ich sage doch selbst, dass man in der Tat zwischen imho guter Theorie und oft eher sehr fragwürdiger praktischer Umsetzung des Fallmanagements im Jobcenter differenzieren muss. Gut gemeint ist nicht immer gut umgesetzt! Aber es gibt eben durchaus Fallmanager, die sich um eine gute Umsetzung bemühen!
 
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Manchmal ja. In der Regel ist es aber so, dass der FM den "Kunden" irgendwann an die AV zurücküberstellt, wenn sehr lange kein Kontakt stattfindet. Die Profilings nach Aktenlage erfolgen - wenn es gar nicht anders geht - eher in der regulären Arbeitsvermittlung, weniger im Fallmanagement. Das Datenqualitätsmanagement läuft im FM meist strenger, so dass "Gespräche" nach Aktenlage :)wink::biggrin:) hier weniger möglich sind. Dass sie im Einzelfall auch im Fallmanagement vorkommen, ist aber sicher so, ja.

Das ist alles sehr interessant zu wissen! :wink::biggrin: ...und ich hatte es befürchtet! :icon_mued:

Damit erklärt sich dann auch der 'Gedächtnisverlust' beim Wechsel des SB.:icon_mrgreen:

Zur Methode. Die ersten Sitzungen innerhalb einer Psychoanalyse, zum Setting, betragen wöchentlich 4-5 Stunden.
 
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Das ist alles sehr interessant zu wissen! :wink::biggrin: ...und ich hatte es befürchtet! :icon_mued:
Damit erklärt sich dann auch der 'Gedächtnisverlust' beim Wechsel des SB.:icon_mrgreen:

Ja, wie gesagt: Das ist nicht die Regel, aber es kommt vor. Geschuldet ist es diesen abstrusen Vorgaben, dass man eben innerhalb bestimmter Zeiträume einfach mit dem Kunden gesprochen haben MUSS, egal ob der erreichbar ist oder nicht. Sonst bekommt man einen auf den Deckel, d.h. es gibt eine Sollquoten-Verfehlungs-Rüge vom DQM bzw. vom TL. Um dem vorzubeugen, "konstruiert" man dann gelegentlich eben ein Gespräch, wenn man des "Kunden" einfach nicht habhaft wird.

Ich hatte es beispielsweise mal, dass ich einen "Kunden" übernommen habe, dem hatte ich im Erstgespräch sowas gesagt wie "Sie haben das ja sicher mit Herrn X (einer seiner vorherigen pAps) besprochen". Da guckte der "Kunde" mich fragend an und sagte: "Herr X? Kenne ich nicht. Wer ist das?" :eek::biggrin:

Sicher, vielleicht wollte sich der "Kunde" auch nicht erinnern, aber als ich mir den Vermerk des besagten Kollegen X dann angeschaut hatte, las der sich recht eindeutig wie einer, der ohne Kontakt eben wirklich nur nach Aktenlage erstellt wurde. Aber man soll - aus Qualitätsgründen (LOL) - natürlich nicht schreiben "Gesprächsvermerk nach Aktenlage". Es ist manchmal schon absurd.
 
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Ja, wie gesagt: Das ist nicht die Regel, aber es kommt vor. Geschuldet ist es diesen abstrusen Vorgaben, dass man eben innerhalb bestimmter Zeiträume einfach mit dem Kunden gesprochen haben MUSS, egal ob der erreichbar ist oder nicht. Sonst bekommt man einen auf den Deckel, d.h. es gibt eine Sollquoten-Verfehlungs-Rüge vom DQM bzw. vom TL. Um dem vorzubeugen, "konstruiert" man dann gelegentlich eben ein Gespräch, wenn man des "Kunden" einfach nicht habhaft wird.

Ich hatte es beispielsweise mal, dass ich einen "Kunden" übernommen habe, dem hatte ich im Erstgespräch sowas gesagt wie "Sie haben das ja sicher mit Herrn X (einer seiner vorherigen pAps) besprochen". Da guckte der "Kunde" mich fragend an und sagte: "Herr X? Kenne ich nicht. Wer ist das?" :eek::biggrin:

Sicher, vielleicht wollte sich der "Kunde" auch nicht erinnern, aber als ich mir den Vermerk des besagten Kollegen X dann angeschaut hatte, las der sich recht eindeutig wie einer, der ohne Kontakt eben wirklich nur nach Aktenlage erstellt wurde. Aber man soll - aus Qualitätsgründen (LOL) - natürlich nicht schreiben "Gesprächsvermerk nach Aktenlage". Es ist manchmal schon absurd.

Partizipation und Selbstbestimmung der Adressaten (Bürger) sind aber nötig um Verhaltensänderungen zu bewirken und somit persönliche Kompetenzen zu entwickeln. Fremdbestimmungen werden meist, zu Recht, abgelehnt oder unterlaufen. (Mauern)

Durch diese Autonomie und Kontrolle über eigene Belange erreicht der Bürger in Verbindung mit der Unterstützung durch Ämter und Selbsthilfeaktivitäten sein Ziel.

Was wir heute in den Ämtern erleben ist das krasse Gegenteil dazu und lähmt jedwede Eigeninitiative und widerspricht dem Bild eines mündigen Bürgers.
 
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