Persönl. Bewerbung und Probearbeit

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Fedorah

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Hallo!

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Es geht um eine Person, die einen Vermittlungsvorschlag bekommen hat und sich ausschließlich (!) persönlich vorstellen soll mit den Bewerbungsunterlagen - es wurde also nicht zugelassen, die Bewerbung schriftlich oder per Email zu versenden.
Ist das zulässig?

Dann sollte die Person einen Fragebogen mitnehmen, ausfüllen und unterschreiben (bisher nicht erfolgt, sondern mit nach Hause genommen), wo es um persönliche Daten und die Einwilligung ging, dass das Amt informiert wird oder so.
Hier muss nicht unterschrieben werden, richtig?`

Schlussendlich ging es in einem kurzen Gespräch darum, dass ein 2wöchiges kostenloses Probearbeiten erfolgen soll.
Probearbeiten wurde von der Person gegenüber dem Amt ja angeboten, aber da sollte es eher um ein oder zwei Tage gehen - für alles andere gibt es ja die Probezeit.
Meiner Meinung nach muss die Probearbeitszeit vergütet werden - stimmt das? Ein Bißchen darf man ja dazu verdienen, nicht wahr?
Ist eine Probearbeitszeit von 2 Wochen in Ordnung, oder was kann man tun?


Vielen lieben Dank schonmal!
 

obi68

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Ja, Probearbeit muß vergütet werden und 2 Wochen halte ich für deutlich zu lang.

Angemessen sind meiner Meinung nach 2 oder 3 Tage.
 

Fedorah

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Ja, Probearbeit muß vergütet werden und 2 Wochen halte ich für deutlich zu lang.

Angemessen sind meiner Meinung nach 2 oder 3 Tage.

Oki danke, so etwas dachte ich mir schon.
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man so etwas den Leuten beibringt?
Kann man sich da auf irgendetwas stützen.. ein Urteil, ein Gesetz oder sowas?
 

jockel

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Kostenloses oder schlecht bezahltes Arbeiten ist amtlich oder von Unternehmerseite illegal organisierte Schwarzarbeit, um Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge zu hinterziehen. Damit ist man nicht kranken- und unfallversichert, wenn was passiert.

Mit kostenlosem Arbeiten entziehen sich Unternehmer dem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, dem Entgeltfortzahlungsgesetz im Krankheitsfall, dem Bundesurlaubsgesetz, dem Kündigungsschutzgesetz, den ganzen Bestimmungen des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzes. Sie handeln kriminell.

Nach den §§ 138 BGB und 291 StGB gilt es als sittenwidriges Rechtsgeschäft, wo nur der Unternehmer einen einseitigen Vorteil zieht und das alles unter amtlicher Nötigung.

So eine Arbeit oder Praktikum isr rechtswidrig, illegal, nicht zumutbar und darf vom Amt nicht sanktioniert werden, wenn man es ablehnt.

Dieser Arte "rechtswidriges Rechtsgeschäft" nennt man auch Lohnwucher.

Der Straftatbestand Lohnwucher beginnt, wenn man weniger als 66,7% der orts-, branchenüblichen oder tariflichen Arbeitsverdienste erzielt. Also sich bei der jeweiligen Brachengewerkschaft erkundigen, was für diese Art von Arbeit zu zahlen ist.

Nichts vergütet zu bekommen ist der krassestes Fall von Lohnwucher.

Eigentlich geht der § 140 Abs. 3 SGB III noch auf andere Zumutbarkeiten in der Verdiensthöhe ein:

"... Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn


das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt.
  • In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und
  • in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar.
  • Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld. ..."
Auch der § 140 SGB III geht mir völlig am Hintern vorbei, obwohl er für Arbeitslose gelten soll.

Warum?

Prinzipiell weil die Verhartzungsgesetzbücher SGB III und SGB II verfassungswidrig sind und nur die Interessen der Arbeitgeber bedienen.

Wenn man arbeitet - auch unter Probearbeitszeitbedingungen - unterliegt man dem Arbeitsrecht und nicht den beiden SGBs. Das Sozialrecht darf nicht vertragsgestaltend in Arbeitsverhältnisse eingreifen oder diese ersetzen wollen. Aber genau das wollen uns Unternehmer und die Amtspappnasen von Arbeitsagenturen und Jobcenter ständig weismachen.

Wovon soll man eigentlich seine Lebenshaltungskosten finanzieren, wenn man für geleistete Arbeit nichts an Arbeitsverdienst erhält.

Ich kann auch nicht in die Supermärkte gehen und auf Probe mir Waren aus den Regalen holen und damit an der Kasse vorbei verschwinden. Das nennt man für gewöhnlich Diebstahl.

Und genauso ist es für erbrachte Leistung ohne Lohn oder Gehalt. Da ist der Unternehmer ein ganz gewöhnlicher Dieb!!!! Das sollte man auch dem Personalchef oder Geschäftsführer ins Gesicht sagen. Nur keine Hemmungen!!!!
 

obi68

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Danke Jockel.

Es ist eine ganz einfache Frage:

Warum sollte ich irgendeinem Unternehmen gestatten, meine Arbeitskraft unentgeltlich in Anspruch zu nehmen?

Keiner wird dir jemals eine konkrete Begründung dafür liefern können.

Und es ist auch völlig unerheblich, ob da vielleicht ein Arbeitsverhältnis daraus erwachsen könnte.
Jeder der seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt, hat das Recht, für diese Zeit angemessen bezahlt zu werden.
 

xj3Qr1nL7ys

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Bei Zalando wurde das aber als Maßnahme bei einem Arbeitgeber deklariert.

In diesem Faden ist das aber nicht so ;-) Und ich verlinke auch nicht auf den Faden von Zalando, sondern auf den Beitrag von Llewelyn und das damit verbundene Urteil...

Die weitergehende Frage lautete:

Kann man sich da auf irgendetwas stützen.. ein Urteil, ein Gesetz oder sowas?

Meine (richtige) Antwort lautet:

Ja kann man und zwar:

Unbezahltes Praktikum
[…] Ohne Aufnahme in eine Eingliederungsvereinbarung ist von Nr. 2 nicht erfasst ein unentgeltliches “Praktikum“ (LSG NW 2.5.2008 – L 7 B 321/07 AS ER), dessen Abbruch auch nicht die Verweigerung einer lediglich vage in Aussicht gestellten Folgebeschäftigung und damit die Verhinderung von deren Anbahnung bedeutet. […]
Berlit in LPK SGB II § 31 RN 25
 

Fedorah

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Vielen Dank für Eure Antworten.
Die Person, um die es geht, hat leider eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben, wo auch etwas drin steht von wegen unbezahlte Probearbeit (allerdings sollten das nur 1-2 Tage sein, konkret steht dazu aber nichts weiter drin).

Ich schätze, da kann man nur noch auf die Kulanz des Sachbearbeiters hoffen, was..
 

SB Feind

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2 Wochen sind sowieso zu viel wenn man Probearbeiten machen sollte.

Das Amt gewährt höchstens 1 Woche soweit ich weiß, mein SB wollte mich auch mal Probearbeiten schicken habe ich erstmal die Rechtslage erklärt und das sie sich mit Strafbar machen würde des Sozialversicherungsbetrugs usw
da hat sie es dann gelassen.:icon_twisted:

Überhaupt gilst du während des Probearbeitens als nicht mehr arbeitslos damit die Statistik stimmt und das ist ein weiterer Grund kein Probearbeiten zu machen um der Gesellschaft was vorzulügen.
 
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