Ohne festen Wohnsitz - Regelung zur täglichen Auszahlung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

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Hallo

Wenn ein Leistungsbezieher ohne festen Wohnsitz ist, Postanschrift zb. dei der Caritas/Diakonie ect.,und Aufenthalt bei Bekannten, muss er dann täglich sein Geld persönlich abholen wenn ja, wo ist das geregelt. Konnte bis jetzt keine eindeutige Regelung zu diesem Thema finden, und wurde auch nicht in den fachlichen Hinweisen der Jobcenter.

Gibts zu diesem Thema evtl. Gerichtsurteile?

Danke
 

Seepferdchen 2010

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Gibts zu diesem Thema evtl. Gerichtsurteile?
Hier mal ein paar Infos für dich:

Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg – L 29 B 2228/07 AS ER – hat entschieden, dass Obdachlose auch einen Anspruch auf Leistungen auf Arbeitslosengeld nach dem SGB II haben können. Sie müssen sich „nur” täglich melden.

Das Landessozialgericht hat zwar die Einstweilige Anordnung wegen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch abgelehnt in diesem Fall abgelehnt, stellt aber klar, dass wenn ein Nichtsesshafter sich täglich bei dem Träger der Grundsicherung oder einer Betreuungseinrichtung meldet, er auch einen Anspruch auf ALG II hat.

Quelle:
https://www.anwalt-kiel.com/sozialrec...ur-obdachlose/

Wohnungslose können auch ALG II bekommen, wenn sie für den SGB II-Träger erreichbar sind.
Bei umherziehenden Nichtsesshaften ist das aber nicht der Fall. Auch wenn sie erwerbsfähig sind, können sie daher nur Sozialhilfe nach dem SGB XII erhalten.

Obdachlose, Haftentlassene oder nichtsshafte Personen haben einen ausreichenden örtlichen Aufenthalt, wenn sie i.S. von § 7 Abs. 4a SGB II über eine Betreuungs- oder Beratungseinrichtung für den Leistungsträger erreichbar sind.
Nach § 36 Satz 3 SGB II ist für diesen Personenkreis der SGB II-Träger zuständig, in dessen Bereich sich der erwerbsfähige Hilfebedürftige tatsächlich aufhält.

Wohnungslose können "Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten" erhalten. Diese Hilfen sind gem. §§ 67 ff. SGB XII i.V.m. der "VO zur Durchführung der Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten" breit gefächert.
Sie umfassen Hilfen in Form von Beratung und Betreuung. Hilfen zur Erhaltung und Beschaffung einer Wohnung. Unterstützung beim Aufbau und bei der Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen und bei der Bewältigung des Alltags...

Quelle:
https://www.elo-forum.org/25/46697-obdachlos-tagessaetze.html
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Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg – L 29 B 2228/07 AS ER – hat entschieden, dass Obdachlose
Nach meinem Verständnis besteht zwischen einem Obdachlosen und einem ofW ein großer Unterschied. Der eine hat tatsächlich kein Obdach und der andere, durch Aufenthalt bei Bekannten, schon.

Bei umherziehenden Nichtsesshaften ist das aber nicht der Fall.
Wer sagt das eine Person ohne festen Wohnsitz "umherzieht"?

Wohnungslose können auch ALG II bekommen, wenn sie für den SGB II-Träger erreichbar sind
Obdachlose, Haftentlassene oder nichtsshafte Personen haben einen ausreichenden örtlichen Aufenthalt, wenn sie i.S. von § 7 Abs. 4a SGB II über eine Betreuungs- oder Beratungseinrichtung für den Leistungsträger erreichbar sind.
Mit dem Postfach bei der Diakonie/Caritas ist das ja gegeben.
 
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