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Obdachlosenunterkünfte in Berlin: Abkassieren leicht gemacht

ethos07

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#1
Obdachlosenunterkünfte in Berlin
Abkassieren leicht gemacht

In vielen Notunterkünften herrschen miese Bedingungen. Die meist privaten Träger machen dennoch Kasse – in manchen Bezirken gibt es keinerlei Kontrollen.

Wohnen ist keine Ware? Leider doch. Berliner, die ihre Wohnung verlieren, landen in Unterkünften mit katastrophalen Zuständen. Bild: dpa

Ein Schlafplatz im Mehrbettzimmer, abgewetzte Matratzen, Spinnweben an den Wänden, der Waschbereich ist mit verschimmeltem Teppichboden ausgelegt, kaum Glühbirnen: Rund 350 Euro im Monat erhält der Betreiber einer Obdachlosenunterkunft in Pankow pro Bewohner für diese Unterkunft, bezahlt vom Jobcenter oder Sozialamt. Knapp 6.000 wohnungslose Menschen leben in Berlin in Notunterkünften, die überwiegend von privaten Unternehmen betrieben werden. Dort herrschen teils unzumutbare Bedingungen, wie Prüfberichte zeigen, die die Piratenfraktion nach dem Informationsfreiheitsgesetz bei den Bezirken angefordert hat.

„Badewannen können aus hygienischer Sicht nicht mehr benutzt werden“, heißt es in einem Bericht aus Pankow, „in sämtlichen Bereichen der Einrichtung sind Wasserschäden zu verzeichnen.“ In einem anderen aus Marzahn-Hellersdorf heißt es, die Zimmer wirkten überwiegend „abgewohnt, dunkel, stickig, verraucht und teilweise stark zugemüllt“, die Stromversorgung funktioniere nur teilweise, nur eine Dusche sei funktionstüchtig, die Bewohner berichteten von Schaben in den Zimmern.

In vielen anderen Unterkünften dürfte die Situation ähnlich schlecht sein, allerdings finden in vielen Bezirken aus Personalmangel seit Jahren keine Prüfungen statt.
...

Nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz sind die Kommunen verpflichtet, wohnungslosen Menschen eine Notunterkunft bereitzustellen. Dafür sind die Bezirke zuständig, eine zentrale Stelle koordiniert die freien Plätze. Das Betreiben von Obdachlosenunterkünften ist ein lukratives Geschäft: Die Kosten werden von den Sozialämtern übernommen, sie liegen zwischen 6 und 68 Euro pro Platz und Nacht. Rund 60 Prozent der 130 Einrichtungen in Berlin gehören privaten Trägern, der Rest freien Trägern wie der Diakonie oder der AWO. Die Auslastung liegt bei fast 100 Prozent.
...
Ganzer Artikel lesen: Obdachlosenunterkünfte in Berlin: Abkassieren leicht gemacht - taz.de
 

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#2
Das liest sich ja wie ein Vorgeschmack auf das, was nach zukünftigen Reformen im Bereich Hartz-IV noch so kommen kann.
 

KristinaMN

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#3
Wohnraum für 3000 Flüchtlinge in München gesucht - München - Bild.de
"Biete 25 Euro pro Nacht und Bett .... Für Wohnheim-Anbieter rollt der Rubel. Die Stadt zahlt für Doppelzimmer 1.500 Euro."

Landeshauptstadt München - Mietobergrenzen
Mietobergrenze 2 Personen Euro 724

Alarmierende Zahlen: 6000 Menschen ohne ein Zuhause - München - Abendzeitung München
"6000 Menschen ohne ein Zuhause"

===> Berlin hat 3.419.623 (Stand 30.11.2013) Einwohner
6.000 Wohnungslose = 0,18 %
München hat 1.472.374 (Stand 30.04.2014) Einwohner
6.000 Wohnungslose = 4,08 % !!

Anscheinend schikanzert das Jobcenter lieber Menschen und zahlt freiweillig 1.500 anstatt 724 Euro bei Wohnungsverlust .....
 

ethos07

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#4
....

===> Berlin hat 3.419.623 (Stand 30.11.2013) Einwohner
6.000 Wohnungslose = 0,18 %
München hat 1.472.374 (Stand 30.04.2014) Einwohner
6.000 Wohnungslose = 4,08 % !!
[
Dass es im konservativeren München oder anderen Städten noch dramatischer zugeht als in der Hauptstadt, gut denkbar...:icon_sad:

Allerdings gibt es für Berlin überhaupt keine verlässliche Statistik über Wohnungslose . Der von dir genannte Prozentsatz dürfte weit unter der Realität liegen...

Anscheinend schikanzert das Jobcenter lieber Menschen und zahlt freiweillig 1.500 anstatt 724 Euro bei Wohnungsverlust .....
Es geht in den Jobcenter, wie die Herren Alt&[leider extrem Non]Weise der Monsteragentur BA bereits vor Jahre deutlichverlautbarten ganz offiziell halt nicht um Soziales, sondern schlicht um statistische (Spar)Leistungseffizienz - und dafür zählt jeder aus dem Bezug erst einmal wegschikanierte - und sei das in den Gulli nebenan.

Denn längst nicht alle so vom JC per perverser KdU-Handling aus ihren Wohnungen oder Löchern Schikanierten tauchen später auch wieder a. als registrierte Bewohner der Läuse-Pensionen auf und b.als weiterhin ALGII-Leistungsberechtigte.... Ich vermute mal, dass sich dieses menschenverachtende Vorgehen für die BA, für sich allein betrachtet, unterm Strich dann doch 'rechnet'....
 

KristinaMN

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#5
Richtig, Hauptsache die Leistungsempfänger sehen kein Geld.

Irgendwann werden die Kosten für die Verwaltung, Personal, Rechtsanwälte, Sozialgerichte, ... höher sein, als die ausgezahlten Leistungen. Nur bemerkt es keiner weil die Statistiken entsprechend frisiert werden.
 

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#6
Obdachlosenunterkünfte

Was für ein (Un-)Wort!

Gibt es demnächst auch Erwerbslosenarbeitsplätze?
 

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#7
Wichtig ist nur, dass beim Leistungsempfänger möglichst wenig von dem Geld ankommt. Da können es dann auch 1500 € sein, wenn dieser weitehin lebt wie ein Penner und die Genossen welchen das Asylheim gehört davon 1300 € Gewinn jeden Monat machen.
Das Zauberwort ist wie immer in einem sehr reichen Land: Umverteilung (meinetwegen kannst du es auch Unfairteilung nennen).

Das bewährte Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben..... das ist schon lange so und wird auch noch lange so bleiben!
 

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#8
Richtig, Hauptsache die Leistungsempfänger sehen kein Geld.

Irgendwann werden die Kosten für die Verwaltung, Personal, Rechtsanwälte, Sozialgerichte, ... höher sein, als die ausgezahlten Leistungen. Nur bemerkt es keiner weil die Statistiken entsprechend frisiert werden.


Das ist auch jetzt schon so! Ich habe letztens vor dem SG gewonnen (es ging um "fette" Beträge zur Bewerbungskostenerstattung! Ich möchte nicht wissen, was das Verfahren den Steuerzahler gesamt wegen € 5 gekostet hat...... da hätte ich mich wahrscheinlich 200 mal von bewerben können....:biggrin:
 

KristinaMN

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#9
In einem Prospekt, gefördert von der Stadt München, über "Liste günstiger Gelegenheiten" ist folgendes zu lesen:

"Es tut sich fast nichts mehr auf dem Wohnungsmarkt, auch die Wohnbaugesellschaften haben ihre Wartelisten weitgehend geschlossen. Deshalb sollte bei drohender Obdachlosigkeit das Amt für Wohnen und Migration bzw. das zuständige Sozialbürgerhaus eingeschaltet werden. Hier kann man im Notfall eine Unterkunft bekommen."

oder in einem veröffentlichten Urteil des Amtsgerichtes:

"Es ist gerichtsbekannt, dass die Wohnungsmarktsituation in München, besonders in niedrigen Mietniveau, sehr angespannt ist, so dass nicht zu erwarten ist, dass der Beklagte zeitnah eine Wohnung finden wird."

Wir werden bald soweit sein, dass Sozialleistungsbezieher keine Mietobergrenzen mehr benötigen, da eh alle in "Unterkünfte" verschafft sind.
 

dagobert1

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#10
Allerdings gibt es für Berlin überhaupt keine verlässliche Statistik über Wohnungslose .
Meines Wissens werden sog. Wohnungsnotfälle nur in NRW statistisch erfasst, und auch das erst seit wenigen Jahren.

In Deutschland gibt es keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung auf gesetzlicher Grundlage. Seit Jahren fordert die BAG W die jeweiligen Bundesregierungen auf, umgehend einen entsprechenden Gesetzesentwurf ins Parlament einzubringen. Solange dieser Missstand besteht, muss die BAG W Schätzungen vornehmen, um überhaupt zu einer bundesweiten Bewertung der Situation kommen zu können.
Zahl der Wohnungslosen in Deutschland weiter gestiegen
 

Charlot

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#11
In einem Prospekt, gefördert von der Stadt München, über "Liste günstiger Gelegenheiten" ist folgendes zu lesen:

"Es tut sich fast nichts mehr auf dem Wohnungsmarkt, auch die Wohnbaugesellschaften haben ihre Wartelisten weitgehend geschlossen. Deshalb sollte bei drohender Obdachlosigkeit das Amt für Wohnen und Migration bzw. das zuständige Sozialbürgerhaus eingeschaltet werden. Hier kann man im Notfall eine Unterkunft bekommen."

oder in einem veröffentlichten Urteil des Amtsgerichtes:

"Es ist gerichtsbekannt, dass die Wohnungsmarktsituation in München, besonders in niedrigen Mietniveau, sehr angespannt ist, so dass nicht zu erwarten ist, dass der Beklagte zeitnah eine Wohnung finden wird."

Wir werden bald soweit sein, dass Sozialleistungsbezieher keine Mietobergrenzen mehr benötigen, da eh alle in "Unterkünfte" verschafft sind.
München ist da wirklich katastrophal.
Nicht mal "Unterkünfte" sind vorhanden.
 

KristinaMN

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#12
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosen, insbesondere der Link, zeigt die Problematik offen aus, die Politiker vor Ort und in Berlin wissen Bescheid, .... Da keiner dagegen steuert ist es gewollt und die Zahlen werden massiv steigen.

Nicht erfasst sind die vielen überbelegten Wohnungen und Unterkünften. Von 50 qm pro Person und 15 qm für jede weitere ist die Realität weit entfernt.

Besonders schlimm: von den ca. 300.000 bis 400.000 sind 10 % Kinder ! = ca. 30.000 bis 40.000 !
 

ethos07

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#13
Am 04.06.2014 auf RBB in der Sendung "Klartext" eine kurze Film-Recherche, die auch klar auf die Missstände hinweist:

Kaum Kontrolle? Das Geschäft mit der Obdachlosigkeit
Information

Durch den angespannten Wohnungsmarkt wächst auch die Obdachlosigkeit dramatisch. Immer mehr Menschen landen dauerhaft in Notunterkünften. Doch private Betreiber halten oft nicht die ohnehin geringen Mindeststandards an Hygiene und Betreuung ein. Und die für die Aufsicht zuständigen Bezirke kontrollieren kaum.


Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Das Video ist in der RBB-Mediathek abrufbar:
rbb Mediathek: KLARTEXT-Kaum Kontrolle? Das Geschäft mit der Obdachlosigkeit-Mittwoch, 04.06.2014 | rbb Fernsehen
 
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