Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nötig? (1 Betrachter)

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Hallo!


Vorweg, es geht hier nicht um mich daher kann ich manche Informationen nur grob wiedergeben. Ich hoffe dennoch, dass ich hier Rat finde.


Ein Bekannter von mir verlor letztes Jahr, aufgrund fehlender Zahlungen vom Amt seine Wohnung.
Seit dem schlief er mal hier, mal dort. Nutzt also nicht die Notunterkünfte und wird dies auch nicht tun.

Zwischenzeitlich war er aufgrund einer psychischen Krise in einer Klinik, dort wurde er schnell wieder rausgeschmissen, da angeblich kein Versicherungsschutz mehr bestand.
Dieser Sachverhalt stellte sich kurze Zeit später als falsch heraus, denn zu dem Zeitpunkt bestand die KV noch.

Nun hat er letzte Woche endlich den ALG II Antrag ausgefuellt, hat alle fehlenden Unterlagen besorgt und nun wurde ihm mitgeteilt, dass er kein Anrecht auf ALG II hätte, wenn er nicht Nachweisen kann, dass er in den Notunterkünften schläft.

Ist das Rechtens? Er wird doch nicht der Einzige sein, der sich zu Stolz ist dort hinzugehen und lieber Nächtelang durch die Gegend läuft oder bei Bekannten schläft?

Die Situation ist um einiges dramatischer als ich sie hier darstellen kann und möchte, deswegen auch die Frage, was kann man bei wirklich dringlichen Fällen tun? Gibt es Möglichkeiten den ganzen Prozess zu beschleunigen?
Ich befinde mich leider einige 100km von ihm entfernt und kenne mich dementsprechend vor Ort auch nicht mit dem Hilfesystem aus.

Aufgrund der Verkehrsverhältnisse kam er zu seinem letzten Termin 20 Minuten zu spät, der neue Termin der ihm gegeben wurde findet erst in 8 Tagen statt.
Es zieht sich also alles extrem hin.

Meldeort: Dortmund (Postadresse vorhanden) Aufenthaltsort: Ein Anderer

Ich hoffe, ich konnte die Situation trotz der wenigen Informationen ausreichend darstellen.
Bin über jede Art von Informationen dankbar.
 

doppelhexe

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

klar hat er anspruch auf algII, nämlich den regelsatz... nur muss er den wohl tägl. abholen... :icon_kinn:

so hat man mir das damals jedenfalls erklärt, als ich kurzfristig wohnungslos war. ich sollte jeden tag zum rathaus, ausser am freitag bekam ich die kohle für 3 tage...

und wieder hat man jemanden abgewimmelt, und wenns nur für paar tage ist...:icon_dampf:
 

KristinaMN

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Hallo,

super das Du ihm beistehst!

Zuständiges JC ist das des tatsächlichen Aufenthaltsortes. Nachzulesen im SGB und den Hinweisen der Arbeitsagentur.

Es gibt ein Urteil, welches klar zum Ausdruck bringt, das man sich nicht auf eine Notunterkunft verweisen lassen muss. Im damals verhandelten Fall ist jemand in eine private Pension (alternativ auch WG oder privates Zimmer versuchen) gezogen, welche im Rahmen der angemessenen KdU der jeweiligen Gemeinde war. So lange man keine Umzugskosten oder Kaution vom Amt braucht, sofort umsetzen und beim Jobcenter Übernahme beantragen - mit Barauszahlung für das akt. Monat.

Sollte dies nicht innerhalb einer Woche geschehen Einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht beantragen.

Bei Obdachlosigkeit bei dem Wetter leicht zu begründen.

Recherchiere einfach mal im Internet. Wenn du nichts findest, versuche ich es.

SG
 

Rosalia

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Versucht es mal bei der Wohnungslosenhilfe Dortmund.
Diakonie Dortmund: SUCHTKRANKEN- UND WOHNUNGSLOSENHILFE
Erwerbslose Obdachlose erhalten glaube ich kein ALG II, sie müssen Grundsicherung beantragen, weil ohne Wohnung ist es unwahrscheinlich, dass man Arbeit findet.

Muss man das im übrigen angeben, dass man bei Freunden unterkommt, man kann ja auch sagen, dass man auf der Straße oder im Park schläft.
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Ein wesentliches Element von ALG II ist die Erreichbarkeit, festgelegt in der Erreichbarkeitsanordnung.

Das bedeutet im wesentlichen, man muss, um in den Genuss von ALG II zu kommen, in der Lage sein, seine Post täglich persönlich in Empfang zu nehmen.

Es genügt also im wesentlichen, eine Erreichbarkeitsanschrift vorweisen zu können.

Sinnvollerweise sollte man - wenn man sich in einem Asyl angemeldet hat - auch dort "wohnen".

Wenn man dann trotzdem bei anderen Personen wohnt, entsteht die Frage, ob er von dort anzurechnende Leistungen erhält, gar eine Einstehensgemeinschaft entstanden ist.

Man sollte solche Konstruktionen möglichst vermeiden.

Sollte es auch noch so sein, dass er in der Stadt A seine Erreichbarkeitsanschrift hinterlegt hat, aber eigentlich in der Stadt B lebt, entsteht ein Zuständigkeitsproblem, welches Jobcenter denn nun zuständig ist.

Da ALG II eine existenzielle Sache ist, sollte man für klare Verhältnisse sorgen und die Bedingungen für den Bezug herstellen.

Vorsicht: hier droht Leistungsverlust.

Bitte stelle konkrete Fragen zum Sachverhalt.
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Erwerbslose Obdachlose erhalten glaube ich kein ALG II, sie müssen Grundsicherung beantragen, weil ohne Wohnung ist es unwahrscheinlich, dass man Arbeit findet.
Doch, auch Obdachlose erhalten ALG II, sofern sie erwerbsfähig sind.

Die Wohnung als solche spielt keine Rolle, siehe auch Stromsperrenopfer, die zerknautscht und ungebügelt zum Vorstellungsgespräch müssen und die hinsichtlich der Bewerbungsbemühungen auf die Möglichkeiten im Jobcenter/Agentur verwiesen werden.
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Hallo,

super das Du ihm beistehst!

Zuständiges JC ist das des tatsächlichen Aufenthaltsortes. Nachzulesen im SGB und den Hinweisen der Arbeitsagentur.

Es gibt ein Urteil, welches klar zum Ausdruck bringt, das man sich nicht auf eine Notunterkunft verweisen lassen muss. Im damals verhandelten Fall ist jemand in eine private Pension (alternativ auch WG oder privates Zimmer versuchen) gezogen, welche im Rahmen der angemessenen KdU der jeweiligen Gemeinde war. So lange man keine Umzugskosten oder Kaution vom Amt braucht, sofort umsetzen und beim Jobcenter Übernahme beantragen - mit Barauszahlung für das akt. Monat.

Sollte dies nicht innerhalb einer Woche geschehen Einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht beantragen.

Bei Obdachlosigkeit bei dem Wetter leicht zu begründen.

Recherchiere einfach mal im Internet. Wenn du nichts findest, versuche ich es.

SG
Ich empfehle eine andere Vorgehensweise.

Das besagte Urteil bezieht sich auf den Aufenthalt in einem Obdachosenasyl.

Das heisst, das Jobcenter muss (!) eine angemessene Wohnung bewilligen.

Wohnt :cool: er aber nicht mehr im Asyl, sondern in einer Pension oder bei Bekannten/Freunden, ist er de facto nicht mehr obdachlos, das Jobcenter muss schlussendlich garnix mehr bewilligen, grob gesprochen.

Die Ausgangslage Obdachlosenasyl ist also garnicht so schlecht.

Dortmund ist meiner Kenntnis nach eine Haushaltssicherungskommune, die werden sich bei jeder Möglichkeit querstellen, also sollte man seine Ausgangsposition nicht mutwillig verschlechtern, und vor allem die Diakonie einschalten, Rosalia hat den Link ja dankenswerterweise dazu eingestellt.
 

doppelhexe

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Wohnt :cool: er aber nicht mehr im Asyl, sondern in einer Pension oder bei Bekannten/Freunden, ist er de facto nicht mehr obdachlos, das Jobcenter muss schlussendlich garnix mehr bewilligen, grob gesprochen.
doch, der regelsatz und kv steht ihm trotzdem zu...:icon_evil:
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

klar hat er anspruch auf algII, nämlich den regelsatz... nur muss er den wohl tägl. abholen... :icon_kinn:

so hat man mir das damals jedenfalls erklärt, als ich kurzfristig wohnungslos war. ich sollte jeden tag zum rathaus, ausser am freitag bekam ich die kohle für 3 tage...

und wieder hat man jemanden abgewimmelt, und wenns nur für paar tage ist...:icon_dampf:
NEE, muss er nicht. Oder wenn doch, würde ich gerne die juristische Begründung sehen wollen.

Da hat man sich wohl am "Begrüssungsgeld" für Tippelbrüder orientiert, das tageweise ausgezahlt wird.
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Zitat:
Zitat von Konstabler
Wohnt :cool: er aber nicht mehr im Asyl, sondern in einer Pension oder bei Bekannten/Freunden, ist er de facto nicht mehr obdachlos, das Jobcenter muss schlussendlich garnix mehr bewilligen, grob gesprochen.

doch, der regelsatz und kv steht ihm trotzdem zu...:icon_evil:
... ich meinte das in dem Sinne, dass das Jobcenter dann die Möglichkeit hat, alles hinauszuzögern, querzuschiessen, .-zig Wohnungsangebote zu verlangen und und und
 

doppelhexe

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

NEE, muss er nicht. Oder wenn doch, würde ich gerne die juristische Begründung sehen wollen.

Da hat man sich wohl am "Begrüssungsgeld" für Tippelbrüder orientiert, das tageweise ausgezahlt wird.
naja, eben als nachweis, das ich mir das geld nicht doppelt und dreifach wo hole... deswegen musste ich täglich hin...:icon_kinn:
 
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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Zuständiges JC ist das des tatsächlichen Aufenthaltsortes. Nachzulesen im SGB und den Hinweisen der Arbeitsagentur.
Es gibt Obdachlose, die den Aufenthaltsort öfter wechseln. Was machen die denn? Die können doch nicht jedesmal einen Antrag stellen.
 

gelibeh

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Gibt es in DO denn keine Ini, die sich mit dem JC auskennt und Begleitungen machen?
 

KristinaMN

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Solange er ständig bei verschiedenen Bekannten übernächtigt fühlt sich kein JC zuständig und er wird zum Spielball. Die Pension/WG stellt meines Erachtens übergangsweise sicher:
- feste Adresse
- keine Kaution, Umzugskosten
- keine Genehmigung solange im Rahmen der KdU
- vorallem sofortige Umsetzung möglich
- keine Notunerkunft

Da in einer Pension keine Kochmöglichkeiten hat, kann er sich in aller Ruhe eine Whg. suchen und durchsetzen.

Entscheident ist, dass die Behörden ihn nicht auf eine Notunterkunft verweisen dürfen - passiert oftmals auch aus Kostengründen (billiger als eine Whg. im SGBII-Bezug).

Besser wäre klar ein richtige Whg. Besteht die Möglichkeit so schnell was zu bekommen und durchzusetzen?
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Solange er ständig bei verschiedenen Bekannten übernächtigt fühlt sich kein JC zuständig und er wird zum Spielball. Die Pension/WG stellt meines Erachtens übergangsweise sicher:
- feste Adresse
- keine Kaution, Umzugskosten
- keine Genehmigung solange im Rahmen der KdU
- vorallem sofortige Umsetzung möglich
- keine Notunerkunft

Da in einer Pension keine Kochmöglichkeiten hat, kann er sich in aller Ruhe eine Whg. suchen und durchsetzen.

Entscheident ist, dass die Behörden ihn nicht auf eine Notunterkunft verweisen dürfen - passiert oftmals auch aus Kostengründen (billiger als eine Whg. im SGBII-Bezug).

Besser wäre klar ein richtige Whg. Besteht die Möglichkeit so schnell was zu bekommen und durchzusetzen?
Massgeblich ist die Erreichbarkeit und die örtliche Zuständigkeit des Jobcenters.

Ist er nicht obdachlos, ist er in den Augen des Jobcenters bedingt versorgt, erhält sogar möglicherweise Leistungen Dritter.

Deshalb auch mein Vorschlag: Obdachlosenasyl -> Wohnung suchen unter Mithilfe der Diakonie -> Wohnung vom Jobcenter bewilligen lassen -> in Wohnung einziehen -> Friede-Freude-Eierkuchen.

Wohnungsmarkt in Dortmund: DO ist ja nicht M, sollte also nicht so überlaufen sein.
 

Konstabler

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Es gibt Obdachlose, die den Aufenthaltsort öfter wechseln. Was machen die denn? Die können doch nicht jedesmal einen Antrag stellen.
Die begeben sich auf Glatteis. Sobald die den Erreichbarkeitsbereich verlassen, tun die gut daran, sich beim örtlich zuständigen Jobcenter zu melden.

Das dürfte dann aber auch die Klientel sein, die nicht mehr dem klassischen ALG II verhaftet ist, sondern die sich aus Schwarzarbeit, Bettelgeld (soll garnicht so wenig sein), und dem finanziert, was man bei Behörden abstauben kann.
 
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ExitUser

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Wow, erstmal danke für die vielen Antworten in der kurzen Zeit.
Hat mir schonmal weitergeholfen.


Hallo,
Es gibt ein Urteil, welches klar zum Ausdruck bringt, das man sich nicht auf eine Notunterkunft verweisen lassen muss. Im damals verhandelten Fall ist jemand in eine private Pension (alternativ auch WG oder privates Zimmer versuchen) gezogen, welche im Rahmen der angemessenen KdU der jeweiligen Gemeinde war. So lange man keine Umzugskosten oder Kaution vom Amt braucht, sofort umsetzen und beim Jobcenter Übernahme beantragen - mit Barauszahlung für das akt. Monat.

Sollte dies nicht innerhalb einer Woche geschehen Einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht beantragen.

Bei Obdachlosigkeit bei dem Wetter leicht zu begründen.

Finde das Urteil nicht, wäre super, wenn du vielleicht nochmal gucken könntest. Ich denke wäre nicht verkehrt es zu kennen.


Das mit dem Sozialgericht ist prinzipiell eine gute Idee, hätte ich auch selbst drauf kommen müssen.

Versucht es mal bei der Wohnungslosenhilfe Dortmund.
Diakonie Dortmund: SUCHTKRANKEN- UND WOHNUNGSLOSENHILFE
Erwerbslose Obdachlose erhalten glaube ich kein ALG II, sie müssen Grundsicherung beantragen, weil ohne Wohnung ist es unwahrscheinlich, dass man Arbeit findet.

Muss man das im übrigen angeben, dass man bei Freunden unterkommt, man kann ja auch sagen, dass man auf der Straße oder im Park schläft.

Vielen vielen Dank für den Link, der ist in doppelter Weise hilfreich, denn eine Sucht liegt auch vor. Ich denke, im Park o.ä. schlafen wird bei diesen Temperaturen nicht als glaubwürdig empfunden, wobei die Zustände vor Ort wohl teilweise dem ähneln.


So wie ich es Verstand, geht es halt um Nachweise der Notunterkunft, da sie sonst davon ausgehen, dass er das Geld nicht Sachgemäß nutzt, wenn er denn welches bekommen würde.





Ein wesentliches Element von ALG II ist die Erreichbarkeit, festgelegt in der Erreichbarkeitsanordnung.

Das bedeutet im wesentlichen, man muss, um in den Genuss von ALG II zu kommen, in der Lage sein, seine Post täglich persönlich in Empfang zu nehmen.

Es genügt also im wesentlichen, eine Erreichbarkeitsanschrift vorweisen zu können.



Wenn man dann trotzdem bei anderen Personen wohnt, entsteht die Frage, ob er von dort anzurechnende Leistungen erhält, gar eine Einstehensgemeinschaft entstanden ist.

Man sollte solche Konstruktionen möglichst vermeiden.

Sollte es auch noch so sein, dass er in der Stadt A seine Erreichbarkeitsanschrift hinterlegt hat, aber eigentlich in der Stadt B lebt, entsteht ein Zuständigkeitsproblem, welches Jobcenter denn nun zuständig ist.

Massgeblich ist die Erreichbarkeit und die örtliche Zuständigkeit des Jobcenters.

Ist er nicht obdachlos, ist er in den Augen des Jobcenters bedingt versorgt, erhält sogar möglicherweise Leistungen Dritter.

Deshalb auch mein Vorschlag: Obdachlosenasyl -> Wohnung suchen unter Mithilfe der Diakonie -> Wohnung vom Jobcenter bewilligen lassen -> in Wohnung einziehen -> Friede-Freude-Eierkuchen.

Wohnungsmarkt in Dortmund: DO ist ja nicht M, sollte also nicht so überlaufen sein.

Seine Post geht soweit ich weiß zu einer Adresse bei der Caritas, ist also bezüglich Erreichbarkeit vom Amt aus zulässig, das wurde schon geklärt und bisher wurde dies auch noch nicht angemahnt.


Er wohnt nicht bei anderen, er wandert eher von einem Ort zum anderen. Ein Verbleib über mehr als 2 Tage in der gleichen Whg/Behausung ist idr nicht gegeben.
Das Amt kann meiner Meinung nach also nicht davon ausgehen, dass in irgendeiner Art und Weise dort "Gemeinschaften" entstehen oder er sich durch diese Aufenthalte ausreichend über Wasser halten kann. Allerdings ist somit auch nicht die Möglichkeit vorhanden Adresse für die Aufenthalte anzugeben o.ä..
Dem Sachbearbeiter ist dieser Zustand auch durchaus bekannt.
Ernährung etc pp ist auch durch diese "Bekannte" nicht gesichert.


Er ist in Stadt A gemeldet etc pp., lebte bloss vorher in Stadt B und hat dort ein Großteil seiner Bekannter, durch Konflikt mit dem einen Bekannten in Stadt A, treibt er sich nun in Stadt B rum, welche aber nicht wirklich weit von Stadt A entfernt ist, weswegen auch die Termine wahrgenommen werden können.


Klare Verhältnisse zu schaffen wird in der Lage schwer, da er wie gesagt nicht Bereit ist sich in eine Notunterkunft zu begeben und verständlicherweise bei dem Wetter nicht im Park schläft womit er quasi dazu gezwungen ist sich in Stadt B aufzuhalten.
Meiner Meinung nach ist das menschlich auch vollkommen nachvollziehbar.


Wie gesagt die Frage ist, wie schafft man es ohne Obdachlosenasyl, dies wird er nie im Leben in Anspruch nehmen.


Es handelt sich hierbei um eine Person mit psychiatrischer Vorgeschichte und Problemen, ich bin mir nicht sicher ob ein SB Ausweis vorhanden ist denke aber schon, kann man da eventuell noch was mit machen?





Er hätte momentan die Möglichkeit in einer richtigen Wohnung für einige Zeit unterzukommen um wenigstens mal richtig zu schlafen etc pp (in meinen Augen durchaus angebracht zur Zeit), diese wäre allerdings soweit weg, dass er den nächsten Amtstermin nicht wahrnehmen könnte/will.
Ich riet ihm davon ab.
Wie sieht es aus ist es für ihn von großem Nachteil, wenn er Termine von sich aus verschiebt bzw. absagt?
Abgesehen von der Zeitverzögerung?
Die Grundbedürfnisse werden vor Ort momentan gar nicht erfüllt.
 

Schlupp

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

NEE, muss er nicht. Oder wenn doch, würde ich gerne die juristische Begründung sehen wollen.

Da hat man sich wohl am "Begrüssungsgeld" für Tippelbrüder orientiert, das tageweise ausgezahlt wird.
Es steckt eine andere Logik dahinter: Wer keine Wohnung hat - und auch keine Meldeadresse - kann also auch nicht erreichbar sein.

Daher Tagessatz.
Ansonsten: Sobald Ü25: Anspruch auf eigene Wohnung.
 

Rosalia

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Ja, wenn da noch Sucht hinzukommt, es ist die ganze Lebenslage so kompliziert, dass da wirklich so jemand von der Diakonie Deinen Freund dabei begleiten sollte. Die kennen sich ja mit solchen Fällen aus und haben mitunter auch Plätze Zimmer in Notwg's oder so etwas an der Hand, muss ja kein Obdachlosenasyl sein. Und das mit der Pensíon sehe ich wie Konstabler erst einmal als zu kompliziert an und zweitens scheint der Fall dort anders gelagert. Welche Pension würde denn jetzt in seiner Situation Deinem Bekannten ein Zimmer vermieten? TE Katharina spricht vermutlich einen Fall an, wo der Mensch sich sofort nach Wohnungsverlust in eine Pension eingemietet hat.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28343

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Die begeben sich auf Glatteis. Sobald die den Erreichbarkeitsbereich verlassen, tun die gut daran, sich beim örtlich zuständigen Jobcenter zu melden.

Das dürfte dann aber auch die Klientel sein, die nicht mehr dem klassischen ALG II verhaftet ist, sondern die sich aus Schwarzarbeit, Bettelgeld (soll garnicht so wenig sein), und dem finanziert, was man bei Behörden abstauben kann.
Angenommen dieses Klientel macht so wie gefordert. Bei der Bearbeitungsdauer der Anträge kommen die nie zu nur einem Cent.
Erreichbarkeit über eine Meldeadresse der Caritas ist vorhanden. Und nun? Den armen Kerl hat man gleich mal 3 Monate warten lassen und dann eingeladen. Wenn er nicht Kumpelhopping gemacht hätte wäre er vielleicht schon tot. Aber er begab sich aufs Glatteis.
 
G

gast_

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AW: Obdachlos.Nachweis über Nutzung der Notunterkunft bei ALG II Antrag zwingend nöti

Ein wesentliches Element von ALG II ist die Erreichbarkeit, festgelegt in der Erreichbarkeitsanordnung.

Das bedeutet im wesentlichen, man muss, um in den Genuss von ALG II zu kommen, in der Lage sein, seine Post täglich persönlich in Empfang zu nehmen.

Es genügt also im wesentlichen, eine Erreichbarkeitsanschrift vorweisen zu können.

Sinnvollerweise sollte man - wenn man sich in einem Asyl angemeldet hat - auch dort "wohnen".

Oder sich eine mMeldeadresse bei der Caritas oder so besorgen, und da täglich erscheinen, um sich seine Post zu holen.

Wenn man dann trotzdem bei anderen Personen wohnt, entsteht die Frage, ob er von dort anzurechnende Leistungen erhält, gar eine Einstehensgemeinschaft entstanden ist.

Man kann bei anderen wohnen, ohne daß eine Einstandsvermutung aufkommt - muß halt richtig begründet werden. Hab ja schon welche aufgenommen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hatten.

Man sollte solche Konstruktionen möglichst vermeiden.
Warum? Man muß nur erklären können, warum ich länger Besuch habe - und es nicht übertreiben. Gegebenenfallsden Vermieter informieren.
 

Konstabler

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Zitat:
Zitat von Konstabler
Ein wesentliches Element von ALG II ist die Erreichbarkeit, festgelegt in der Erreichbarkeitsanordnung.

Das bedeutet im wesentlichen, man muss, um in den Genuss von ALG II zu kommen, in der Lage sein, seine Post täglich persönlich in Empfang zu nehmen.

Es genügt also im wesentlichen, eine Erreichbarkeitsanschrift vorweisen zu können.

Sinnvollerweise sollte man - wenn man sich in einem Asyl angemeldet hat - auch dort "wohnen".

Oder sich eine mMeldeadresse bei der Caritas oder so besorgen, und da täglich erscheinen, um sich seine Post zu holen.

Wenn man dann trotzdem bei anderen Personen wohnt, entsteht die Frage, ob er von dort anzurechnende Leistungen erhält, gar eine Einstehensgemeinschaft entstanden ist.

Man kann bei anderen wohnen, ohne daß eine Einstandsvermutung aufkommt - muß halt richtig begründet werden. Hab ja schon welche aufgenommen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hatten.

Man sollte solche Konstruktionen möglichst vermeiden.




Warum? Man muß nur erklären können, warum ich länger Besuch habe - und es nicht übertreiben. Gegebenenfallsden Vermieter informieren.
Zumindest in NRW ist die Rechtslage eindeutig:

Wer real obdachlos ist, auch in einem Obdachlosenasyl wohnt, kann sich eine angemessene Wohnug anmieten, natürlich unter Beachtung der üblichen Prozeduren.

Verzögerungstaktiken des Jobcenters laufen ins Leere.

Ist jemand aber bei Bekannten untergekommen, ist dieser jemand de facto nicht mehr obdachlos und verliert so seinen Vorsprung gegenüber dem Jobcenter.

Man spricht dann von einer "versteckten Obdachlosigkeit".

Der Nachteil besteht dann darin, dass für den Gastgeber die Uhr an zu ticken fängt, nach ca. 6 Wochen ist der Gast dann eben kein Gast mehr, sondern ggf. Mitbewohner, das heisst, auf ihn entfallen dann bei ALG II die anteiligen Kosten der Unterkunft, Untervermieterlaubnis muss eingeholt werden etc. und das Jobcenter hört dann auch das Gras wachsen in Bezug auf Einstehensgemeinschaft, also Reduzierung des Regelbedarfes auf 90%.

Die Behörden, sprich Wohnraumnothilfe, und die Wohlfahrt fühlen sich dann auch nicht mehr unbedingt angesprochen, geschweige denn zur Hilfe verpflichtet.

Siehe Hinweise zu Obdachlosigkeit in NRW

Obdachlosigkeit
 

Konstabler

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Seine Post geht soweit ich weiß zu einer Adresse bei der Caritas, ist also bezüglich Erreichbarkeit vom Amt aus zulässig, das wurde schon geklärt und bisher wurde dies auch noch nicht angemahnt.

Er wohnt nicht bei anderen, er wandert eher von einem Ort zum anderen. Ein Verbleib über mehr als 2 Tage in der gleichen Whg/Behausung ist idr nicht gegeben.
Das Amt kann meiner Meinung nach also nicht davon ausgehen, dass in irgendeiner Art und Weise dort "Gemeinschaften" entstehen oder er sich durch diese Aufenthalte ausreichend über Wasser halten kann. Allerdings ist somit auch nicht die Möglichkeit vorhanden Adresse für die Aufenthalte anzugeben o.ä..
Dem Sachbearbeiter ist dieser Zustand auch durchaus bekannt.
Ernährung etc pp ist auch durch diese "Bekannte" nicht gesichert.

Er ist in Stadt A gemeldet etc pp., lebte bloss vorher in Stadt B und hat dort ein Großteil seiner Bekannter, durch Konflikt mit dem einen Bekannten in Stadt A, treibt er sich nun in Stadt B rum, welche aber nicht wirklich weit von Stadt A entfernt ist, weswegen auch die Termine wahrgenommen werden können.

Klare Verhältnisse zu schaffen wird in der Lage schwer, da er wie gesagt nicht Bereit ist sich in eine Notunterkunft zu begeben und verständlicherweise bei dem Wetter nicht im Park schläft womit er quasi dazu gezwungen ist sich in Stadt B aufzuhalten.
Meiner Meinung nach ist das menschlich auch vollkommen nachvollziehbar.

Wie gesagt die Frage ist, wie schafft man es ohne Obdachlosenasyl, dies wird er nie im Leben in Anspruch nehmen.

Es handelt sich hierbei um eine Person mit psychiatrischer Vorgeschichte und Problemen, ich bin mir nicht sicher ob ein SB Ausweis vorhanden ist denke aber schon, kann man da eventuell noch was mit machen?

Er hätte momentan die Möglichkeit in einer richtigen Wohnung für einige Zeit unterzukommen um wenigstens mal richtig zu schlafen etc pp (in meinen Augen durchaus angebracht zur Zeit), diese wäre allerdings soweit weg, dass er den nächsten Amtstermin nicht wahrnehmen könnte/will.
Ich riet ihm davon ab.
Wie sieht es aus ist es für ihn von großem Nachteil, wenn er Termine von sich aus verschiebt bzw. absagt?
Abgesehen von der Zeitverzögerung?
Die Grundbedürfnisse werden vor Ort momentan gar nicht erfüllt.
Um in den Genuss von Sozialleistungen zu kommen, muss er ein paar Spielregeln einhalten.

Die einfachste Möglichkeit wäre, er quartiert sich im Obdachlosenasyl ein und nimmt hinsichtlich des Behördenpapierkrieges die Hilfe der Sozialarbeiter der Diakonie/Caritas in Anspruch.

Dort wird dann auch dabei geholfen bei der Feststellung, ob er ALG II nach SGB II erhält oder ob er in die Zuständigkeit des Sozialamtes nach SGB XII fällt = Sozialhilfe.

Die Hilfe, die er erhält, hängt auch von den örtlichen Möglichkeiten ab. Die kann z.B. so aussehen, dass er einige Wochen in einer Clearingstelle in einer Mehrbettunterbringung lebt, dann weitergereicht wird an eine 2-Mann-Unterkunft und schlussendlich in [un-] (betreutes) Wohnen übergeht.

Was machbar ist, muss man am Ort feststellen.

Nur wenn er sich querstellt und sagt, dies will ich nicht und das mache ich nicht und die Extrawurst ist mir nicht gross genug und schmeckt ausserdem nicht, dann kann man nix machen.

Sobald sich Diakonie/Caritas kümmern, haben es die Mitarbeiter auf den Ämtern mit Personen auf gleicher Augenhöhe zu tun, dann ist Schluss mit ewigen Veräppelungen und Vertröstungen und der Antrag kann nicht bearbeitet werden, weil dieses und jenes Blättchen fehlt.
 
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