Obdachlos im Alter?

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existenz2

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Hallo,

ich bin zwar noch nicht die Älteste, aber ich habe folgendes Problem:
Ich werde im Alter wie viele wahrscheinlich eine Rente unterhalb der Grundsicherung erhalten. (Die Gründe dafür tun zunächst weniger zur Sache – es können Schicksalsschläge sein oder geringe Qualifikation oder Wirtschaftskrisen)
Damit dürfte aber klar sein: Ich werde einmal Grundsicherungsbezieher.

Ich beziehe aktuell keine Sozialleistungen, aber um mein Einkommen zu steigern oder eine weiterhin dauerhafte Erwerbsbiografie zu garantieren, dazu bestehen nur geringe Möglichkeiten. Ganz schwarz gesehen: Staatlich geförderte Zusatzrenten werden mir da wohl auch nicht weiterhelfen, selbst wenn ich sie mir leisten könnte. Das Vertrauen in diese Konstrukte ist bei mir auch sehr gering – man kann damit annehmen, dass diese nicht existent ist, wie bei vielen anderen auch.
In einer derartigen Falle werde wohl nicht nur ich alleine sitzen wenn es mal soweit ist.





Folgender (aktuell noch fiktiver) Fall, den wohl aber einige erleben werden:
75 Jahre, Grundsicherungsbezieher(in), keine Kinder oder kein direkter Kontakt zu den Kindern und viel zu wenig, alleinlebend (sprich: ohne Partner – ob geschieden, gestorben, dauerhaft Single)
Ich will jetzt nicht vom schlimmsten ausgehen, aber altersbedingte Beeinträchtigungen wird man da ebenfalls schon haben.
Freundschaften sind oft auch nur so viel wert solange man sie nicht bräuchte und dienen heute oft nur noch der Freizeitgestaltung. Hinzu kommt, dass auch diese oft arbeitsbedingt fortziehen müssen. Es scheint mir sehr schwierig, heute ein gutes privates soziales Netz zu pflegen, auf das man sich bei größeren Notfällen verlassen könnte.


Ich mache mir große Sorgen um Obdachlosigkeit im Alter.
Gibt es hier Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen?

Als Gründe für die von mir befürchtete Bedrohung fallen mir ein:

Im Falle von vorangegangenen Mietverhältnissen:
- Kündigung durch den Vermieter (z.B. Eigenbedarf, Auflösung des Wohnkomplex, möglicherweise auch Kündigung aus anderem Grunde)
- Änderung der Gesetzeslage, wodurch die Wohnung nicht mehr als angemessen gilt/zu hohe Kosten verursacht und dadurch Umzugszwang
Gründe um jemanden aus der Wohnung rauszubekommen und diese anders zu besetzen wird es zu genüge geben.

Im Falle einer vorangegangenen Eigentumswohnung:
- Hausgemeinschaft beschließt z.B. Reparatur der Heizungsanlage, die mit der Grundsicherung nicht übernommen wird -> Verkauf der Wohnung und Auszug, Aufbrauchen des Vermögens, wieder Sozialfall, mit viel Glück in neues Mietverhältnis

Im Falle eines „angemessenen Eigentumshauses“
- günstig erworbenes/älteres ererbtes Haus ist reparatur-/renovierungsbedürftig,
die Kosten werden nicht übernommen.
-> Verkauf des Hauses, Aufbrauchen des Vermögens, wieder Sozialfall, mit viel Glück in
neues Mietverhältnis

Es wird mit Sicherheit nicht leicht sein, in hohem Alter und mit Grundsicherung nochmals eine Wohnung zu finden.
Der soziale Wohnungsbau ist in Deutschland sehr gering,
Kleine Wohnungen für eine Person sind ebenfalls selten.
Vermieter können sich ihre Mieter aussuchen, ich würde aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in das Suchraster eines Vermieters fallen: Alt, Sozialleistungenbezieher, womöglich noch nicht mehr ganz fit, keine persönlichen tragenden Kontakte in der direkten Umgebung.
Da spielt es wohl nicht mal mehr eine Rolle, ob man persönlich gut mit dem Geld das mir verbleiben würde umgehen könnte oder nicht. Da sind schon so viele Negativkriterien, die Befürchtungen aller Art auslösen, dass man lieber jemanden anderen als Mieter nimmt.

Selbst wenn Kinder da wären – die meisten wohnen heute weiter weg um zu arbeiten, gerade wenn sie studiert haben. Man kann nicht von ihnen verlangen, mich aufzunehmen, vor allem nicht wenn sie selber nur kleine Wohnungen haben und ihr anstrengendes Arbeits- und Privatleben, in das man dann auch noch eingreifen würde.


Mir scheint, noch nicht einmal ein (zugesichertes) Eigentum könnte mich in diesem Falle wirklich schützen.
Noch nicht einmal die bisherigen bereitgestellten Sozialleistungen. Was nützt da ein Wohnberechtigungsschein, wenn es die entsprechenden Wohnungen nicht gibt oder keine Zusage?
Was nützen bereitgestellte Sozialwohnungen für Familien und Paare, wenn es auch alleinstehende gibt, für welche diese unangemessen wären?
Es muss auch die lebensnotwendigen bereitgestellten Güter dafür geben, die diese müßten erreichbar sein, und zwar in einer Schnelle die dazu erforderlich wäre.


Welche Möglichkeiten hätte ich dann noch im aktuellen gesetzlichen Rahmen, um private Obdachlosigkeit zu vermeiden wenn das private soziale Netz nichts mehr hergibt?
Diese Frage raubt mir mittlerweile oft so sehr den Verstand, dass es mich physisch und seelisch sehr beeinträchtigt.

Leide ich unter Wahnvorstellungen? Sehe ich alles zu schwarz?
Oder habe ich mangels Wissen einen gravierenden Denkfehler? Wenn ja, wo?

Was kann man da tun? Es wäre mir bereits fürs erste geholfen wenn man mir da reelle Eingriffsmöglichkeiten nennen könnte. Wenn es sichere gäbe würde mir bereits eine genügen um wieder entspannter leben zu können.
Möglicherweise muss man soetwas auch nicht in Anspruch nehmen, aber wenn ich wüßte, dass es hier noch sichere Auffangmöglickeiten gäbe, dann könnte ich mich deutlich besser auf anderes konzentrieren.




Viele Grüße
Existenz2
 


E

ExitUser

Gast
Wohngeld beantragen, das fällt mir jetzt so auf die Schnelle mal ein.
 

existenz2

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Eine etwas blöde Frage, aber sicher mit Berechtigung:

So genau habe ich mich mit den Sozialgesetzbüchern noch nicht auseinandergesetzt, es war noch nicht notwendig,
aber mir scheint der "Behördenkrieg" doch ebenfalls einiges an juristischem Wissen abzuverlangen.

Da in meinem Haus selbst ein Grundsicherungsbezieher lebt (allerdings wegen Behinderung, der nicht für sich alleine sorgen kann und nicht wegen zu geringer Rente) bekomme ich mit, wie viele juristische Fragen etc. oft zu klären sind.

Heute würde ich das wohl ebenfalls noch hinbekommen mit viel Einarbeitung (das machen natürlich andere für den), aber wie schaut das in 30/40/50 Jahren aus?


Wäre es eine Möglichkeit/anzuraten mich in die Hände eines Berufsbetreuers zu begeben, der mich in diesem in diesem Falle dann bei Aufenthaltsbestimmung/Wohnungsangelegenheiten und Vermögenssorge betreut (unterstützt und schlimmeres verhindert) wenn kein weiterer im privaten Umfeld helfen könnte?
(Oder schießt man sich damit erst recht ein Eigentor und es verschlimmert die Situation noch mehr?)
Ich könnte mir dennoch vorstellen, dass ein Berufsbetreuer im Umgang mit Recht und Behörden versiert ist und deutlich besser handlungsfähig.

Ich halte es auch prinzipiell für etwas viel verlangt,
als alter Mensch mit ganz anderem Hintergrund ein halbes Jura-Studium aufweisen müssen zu können um seine Sachen noch alleine geregelt zu bekommen, und das unter stark erhöhtem psychischen Existenzdruck.
 
E

ExitUser

Gast
Ehrlich gesagt, habe ich selbst ähnliche Fragen. Nächstes Jahr werde ich 60, habe Krebs u. insulinpflichtigen Diabetes u. werde gelegentlich bewußtlos.
Was ist, wenn das in der Bude hier passiert u. keiner da?
 

existenz2

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Ehrlich gesagt, habe ich selbst ähnliche Fragen. Nächstes Jahr werde ich 60, habe Krebs u. insulinpflichtigen Diabetes u. werde gelegentlich bewußtlos.
Was ist, wenn das in der Bude hier passiert u. keiner da?
OK, so weit reichen meine Erfahrungen noch nicht, da wohl noch zu jung,
aber gibt es in diesem Falle nicht die Möglichkeit einer medizinischen Meldestelle, wo man sich mindestens einmal täglich zurückmelden muss?
(Das würde mir jetzt einfallen.)
Ich habe es nur aufgeschnappt, ich selbst kenne sowas nicht, aber das könnte ich als Lösung sehen.
 
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ExitUser

Gast
Wäre denn so eine Mehrgenerationen-WG was für Dich? Leben, vom Kleinkind bis zu (altersmäßig)Oma/Opa, unter einem Dach. Jeder hilft jedem.

Wieviel Zeit ist denn noch bis ins hohe Alter?
 

existenz2

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Wäre denn so eine Mehrgenerationen-WG was für Dich? Leben, vom Kleinkind bis zu (altersmäßig)Oma/Opa, unter einem Dach. Jeder hilft jedem.

Wieviel Zeit ist denn noch bis ins hohe Alter?
Hm. Zeit bis ins hohe Alter: Wenn man "hohes alter" ab 75 sieht noch 37 jahre.

Das Problem:
Aus dem Internet kenne ich "betreutes Wohnen für Senioren", ich schätze das wäre zu teuer bei einem Grundsicherungsbezieher.
Senioren-WGs kenne ich direkt keine, vielleicht gibt es welche in Zukunft? Wenn ja, wird der Andrang aber ziemlich groß sein - ich sag nur Alterspyramide Deutschland.

Die Mehrgenerationen-WG.
ich lebe in einer (halb-)ländlichen Umgebung.
Zufällig ist das Haus gegenüber ein Mehrgenerationenhaushalt, wobei die mir auch wirklich am Auslaufen scheinen. Die Kinder von denen sind natürlich auch schon ausgezogen und führen ihr eigenes Leben.
Zurückgeblieben sind 2 Paare im Altersbereich 50+, die noch die Oma (knapp 90) versorgen.
Es scheint mir - selbst wenn das früher üblich war - heute eher Glück, wenn die Kinder überhaupt noch in der Nähe sind und im selben Ort wohnen.
Es scheint in der Konstellation auch prinzipiell viele Reibereien Vorwürfe und Druck zu geben - von "Gewalt in der Familie" möchte ich da nicht wirklich sprechen, es scheint gut zu funktionieren, aber romantisch darf man sich das echt nicht vorstellen.
Wer nicht mal Kinder hat - es grenzt wohl an Unmöglichkeit für denjenigen so eine Lösung zu finden.
Mal abgesehen davon - selbst Altenpfleger mit Ausbildung gehen oft an ihre eigenen psychischen Grenzen, was passiert wohl bei einer Person ohne Ausbildung bei Überforderung und noch weiteren eigenen Problemen und Wünsche? (auch diese werden dabei deutlich eingeschränkt)
Immerhin verursacht auch die "Anwesenheit der alten Frau", dass eine der verheirateten Frauen nur halbtags arbeiten kann. Die wird sich sicherlich "über die Anwesenheit von Pflegebedürftigen freuen", selbst wenn es die eigene Mutter wäre.
Solche Konstellationen sind mit sicherheit sozial wünschenswert, aber die Alltagstauglichkeit lässt wohl auch zu wünschen übrig.
 

existenz2

Elo-User*in
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edit: Man stelle sich auch wirklich mal das Konfliktpotential vor einem von einem Mehrgenerationenhaushalt in der heutigen Zeit.
Es ist nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
auch die Rollenverteilung wird plötzlich umgekehrt - die Eltern quasi sind plötzlich die Kinder,
kuschen entweder vor den Konflikten und verhalten sich still oder
lassen sich nix sagen weil sie älter sind und alles noch besser wissen, was aber nicht mehr in die heutige Zeit passt und gleichzeitig sind gerade deswegen sie hilflos und ihrer Rolle als Eltern werden sie auch nicht mehr gerecht.

Und man darf sich da nichts vormachen - Betreuung alter Menschen ist kräftezehrend oder kann es zumindest sein - nicht nur physisch sondern auch psychisch.
Und das bei weiterem Erwerbsdruck der Außenwelt.
Das eigene Privatleben bleibt dabei auch oft völlig auf der Strecke für lange zeit, "Freizeit/Erholung" sind irgendwann einzelne freie Stunden über die Woche hinweg.

Und je nach Alters-Erkrankung, Verlauf und Dauer können das ordentlich böse Durststrecken werden.
Wenn es rein körperliche krankheiten sind, ist es anstrengend/runterziehend, wie derjenige "dahinsicht" über lange Zeit bzw. kann es sein - das schafft heute nicht mehr jeder psychisch.
Bei einer Demenz oder Alzheimer treten u.U. Symptome auf, wenn man mit denen nicht umzugehen/diese einzuordnen weiß könnte man recht bald den Eindruck bekommen, es handle sich um einen Psychopathen.
Die Mutter einer Freundin von mir ist im Pflegeheim wegen Demenz/Alzheimer.
Es ist nicht nur erschreckend "was die Dame alles treibt", es ist auch furchtbar gewesen mit anzuhören wie die Tochter nicht mehr wußte was hinten und vorne ist und wie sie selber damit umgehen konnte.
Es ist schwer die gute Tochter zu sein und gleichzeitig nix machen zu können oder die gute Tochter zu sein und den ganzen Aufwand zu haben und sich permanent Beschimpfungen anzuhören und das persönlich zu nehmen.
Im selben Haus kann man sich noch nicht mal wirklich aus dem Weg gehen, wenn es ganz blöde kommt ist man sogar dem Hund auf den Schwanz gebunden. Die Distanz und Rückzugsmöglichkeit dazu fehlt einfach.
Innerhalb derselben Wohnung würde das Problem wohl noch größer machen.
Mehr räumliche Distanz wäre sicher besser, aber zu groß (über mehrere Orte hinweg) darf die dann natürlich auch nicht sein.
 

ZynHH

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Du hast das sehr gut beschrieben.

Abhilfe gibt es nicht.

Wer schafft es heute denn noch, 45 Jahre über 2.500 zu verdienen um wenigstens knapp über der Grundsicherung zu sein?

Keiner.

Also, lebe dein leben jetzt, im Alter wirst du von Erspartem nix haben, denn du darfst in der Grundsicherung nur 2600 vermögen haben. Riester und Konsorten werden übrigens voll angerechnet, helfen also gar nichts.... Und Geld anlegen bei nullzins...wozu?
 

existenz2

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Du hast das sehr gut beschrieben.

Abhilfe gibt es nicht.

Wer schafft es heute denn noch, 45 Jahre über 2.500 zu verdienen um wenigstens knapp über der Grundsicherung zu sein?

Keiner.

Also, lebe dein leben jetzt, im Alter wirst du von Erspartem nix haben, denn du darfst in der Grundsicherung nur 2600 vermögen haben. Riester und Konsorten werden übrigens voll angerechnet, helfen also gar nichts.... Und Geld anlegen bei nullzins...wozu?
Tja, Mario Draghi rät Anlegern zu riskanteren Finanzanlagen (z.B. Aktien), mit denen man noch mehr Rendite erreichen kann.
Könnte klappen wenn die nächsten 20 jahre noch weiterhin "lockere Geldpolitik bei Nullzins" ist - allerdings bräuchte man dafür bereits ein entsprechend vorhandenes vermögen und gut Überschuss als Risikapital und für die dafür notwedigen guten Nerven. Die Geschichte hat auch gezeigt - schon viele Generationen haben sich auch ordentlich verspekuliert. wiederholt sich immer wieder.
 

ZynHH

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Jede Form von Wertpapierhandel gehört verboten...m.M.n.
 

existenz2

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Jede Form von Wertpapierhandel gehört verboten...m.M.n.
Das ist nur leider nicht vereinbar mit "Marktwirtschaft" in "soziale Marktwirtschaft".

Zum Glück scheint "Gücksspiel" als Krankheit anerkannt und nichts zu sein wenn man wegen dem in Armut gerät und anschließend in ALG2 landet das ALG2 gestrichen zu bekommen.
Allerdings bekommt man dann glaube ich noch die Auflage sich einer Psychotherapie zu unterziehen.

Das Sprichtwort scheint immer noch zu Gültigkeit zu haben - wer kein Geld hat muss spekulieren, wer genug Geld hat darf nicht spekulieren.

Unter den ganzen Überlegungen scheint das aber auch nicht viel zu bringen, wenn es nicht heute als Rentenpunkte angerechnet wird und zu wenig ist für den Rest des Lebens.
 
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Wer schafft es heute denn noch, 45 Jahre über 2.500 zu verdienen um wenigstens knapp über der Grundsicherung zu sein?
Wer schafft es heute noch, in einer Arbeitswelt aus Probezeiten, unbezahlter Praktika u. auf ein Jahr befristeten Arbeitsverträgen 45 Jahre grundsätzlich zusammen zu bekommen. Wie soll das funktionieren?
 

ZynHH

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Das ist nur leider nicht vereinbar mit "Marktwirtschaft" in "soziale Marktwirtschaft".
Doch, aber die haben wir ja seit Mauerfall nicht mehr.

Das was wir haben ist einfach ein scheisssystem....und das muss geändert werden.
Für jeden das gleiche Einkommen... Wär doch witzig, wenn endlich mal die, die die Arbeit machen, genausoviel bekommen, wie die, die nur gewinne abschöpfen.....
 
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Ich mache mir große Sorgen um Obdachlosigkeit im Alter.
Gibt es hier Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen?
Gute Frage. Was ist in 20, 25, 35 Jahren vom "sozialen Netz" noch übrig? Das Schlimme ist ja, daß man immer nur an Hand der derzeitigen Rechtslage planen kann und der Gesetzgeber mit seinen permanenten Schnellschüssen gerade das verhindert. Man kann ja nicht mal als Normalverdiener eine private Vorsorge aufbauen, weil man dafür wissen müßte, wann man später mal in Rente geht.

Als Gründe für die von mir befürchtete Bedrohung fallen mir ein:
...

Im Falle einer vorangegangenen Eigentumswohnung:
- Hausgemeinschaft beschließt z.B. Reparatur der Heizungsanlage, die mit der Grundsicherung nicht übernommen wird ...
Da muß man seine Miteigentümerrechte wahrnehmen und kann nicht alles einfach an sich vorbeilaufen lassen. Solange der Verwalter seine Arbeit ordentlich macht (was leider nicht die Regel ist), die Rücklagen gut bestückt sind und Reparaturen daraus bedient werden können, hätte man derzeit aus dieser Ecke nichts zu befürchten. Also lieber mehr ansparen, als zu wenig ...

Im Falle eines „angemessenen Eigentumshauses“
- günstig erworbenes/älteres ererbtes Haus ist reparatur-/renovierungsbedürftig,
die Kosten werden nicht übernommen.
Instandhaltungen am Eigentum werden derzeit insofern als Zuschuß übernommen, wie die tatsächlichen KdU über 12 Monate hinweg unter den Angemessenheitsgrenzen liegen.
 

existenz2

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Hallo P123, danke für die Info :)

Instandhaltungen am Eigentum werden derzeit insofern als Zuschuß übernommen, wie die tatsächlichen KdU über 12 Monate hinweg unter den Angemessenheitsgrenzen liegen.
Aber ist es nicht auch so, dass nur Kosten übernommen werden, die nicht (auch) zur Wertsteigerung des Gebäudes dienen?
also ich habe das "blöde" aber doch eigentlich alltägliche Beispiel einer Erneuerung der Heizungsanlage gefunden.
Fakt ist: Das Ding führt gleichzeitig auch zur Wertsteigerung, mal abgesehen davon, dass die ziemlich teuer ist.
Würde angeblich nicht übernommen.

Stimmt das?
 
E

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Die Heizung stünde zur Debatte, wenn das Haus ohne deren Reparatur unbewohnbar würde.

§ 22 Abs. 2 SGB II:

Als Bedarf für die Unterkunft werden auch unabweisbare Aufwendungen für Instandhaltung und Reparatur bei selbst bewohntem Wohneigentum im Sinne des § 12 Absatz 3 Satz 1 Nummer 4 anerkannt, soweit diese unter Berücksichtigung der im laufenden sowie den darauffolgenden elf Kalendermonaten anfallenden Aufwendungen insgesamt angemessen sind.
Übersteigen unabweisbare Aufwendungen für Instandhaltung und Reparatur den Bedarf für die Unterkunft nach Satz 1, kann der kommunale Träger zur Deckung dieses Teils der Aufwendungen ein Darlehen erbringen, das dinglich gesichert werden soll.
Das Darlehn kannst Du kriegen, mußt Du aber nicht. Wenn Du es kriegst, dann in der Regel nur gegen Gewährung einer Hypothek.
 

Nena

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Jede Form von Wertpapierhandel gehört verboten...m.M.n.
Bist Du sicher, dass Du meinst, was Du schreibst? Weißt Du, was ein Wertpapier ist? Jede ÖVNP-Fahrkarte zum Beispiel ist ein Wertpapier. Du plädierst damit also für freie Beförderung? Auf wessen Kosten? Die der privaten Betreiber?
Du möchtest, dass Unternehmen wie Siemens/Daimler - egal - nur einem Menschen gehören, nicht vielen?

Glaube, das war eine ziemlich unüberlegte Aussage von Dir... Und mir fehlt auch die Fantasie, erraten zu können, was Du wohl gemeint haben könntest.


Für jeden das gleiche Einkommen... Wär doch witzig, wenn endlich mal die, die die Arbeit machen, genausoviel bekommen, wie die, die nur gewinne abschöpfen.....
Fändest Du es gerecht, wenn ein Verkäufer so viel Geld mit nach Hause brächte wie die Filialleiterin, die mehr Verantwortung hat? Fändest Du es gerecht, wenn Deine siebenjährige Ausbildung Dir so viel einbringen würde wie meine angelernte Tätigkeit? Fändest Du es gerecht, wenn ein guter Elektriker dasselbe Geld kriegte wie ein schlechter? Fändest Du es gerecht, wenn jemand mit einem Ausnahmetalent (Künstler, Sportler...) so viel verdiente wie jemand, der Rentenbescheide bearbeitet?
Ich nicht. Und witzig fände ich es übrigens auch nicht.
 
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ExitUser

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Das Bearbeiten von Rentenbescheiden ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit.
 

ZynHH

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Glaube, das war eine ziemlich unüberlegte Aussage von Dir...
Mag ja sein, das dir mein Vorschlag nicht gefällt, aber ich stehe dazu.

Es gibt keine Erklärung dafür, warum jemand, der mit Wertpapieren handelt, mit Luft also, mehr hat, als eine Putzfrau. Es gibt auch keine Erklärung warum ein Ausnahmetalent 1000 mal mehr bekommt als ein Soldat....

Der Kapitalismus ist am Ende, er hat genauso wenig funktioniert, wie der allseits untergrabene und massivst bekämpfte Sozialismus.

Ist meine Meinung.:wink:
 
E

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Jepp. aber der ist schon 200 Jahre am Ende u. dennoch geht es, anders als beim Sozialismus, immer weiter. Prof. Leonhardt: "Der Kapitalismus stirbt. Aber er stirbt u. stirbt u. stirbt..."
 
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