Nun schießt sich die Springer Presse auf Sozialanwälte ein

Leser in diesem Thema...

Hartzeola

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Essen. Das Jobcenter Essen zahlt jährlich einen hohen sechsstelligen Betrag an Anwälte, die mit Erfolg gegen die Behörde geklagt haben. Einige Anwälte leben mittlerweile fast ausschließlich von Fehlern des Amtes. Sie sehen sich jedoch nicht als Abkassierer, sondern vielmehr als Helfer der Armen.

Auch in Essen verdienen spezialisierte Anwälte offenbar gut an den Lücken im Hartz-IV-Gesetz und den Fehlern des Jobcenters . Jährlich muss das städtische Jobcenter fast eine Million Euro an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, weil es u.a. Widersprüchen stattgeben musste oder Verfahren vor Gericht verlor. Der überwiegende Teil dieser Summe gehe an Anwälte, so die Sozialverwaltung.
Anwälte in Essen verdienen gut an Fehlern des Jobcenters | WAZ.de
 

kirschbluete

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Jährlich muss das städtische Jobcenter fast eine Million Euro an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen,
...ich dachte, die JC müssten keine Gerichtskosten zahlen:
§ 2 GKG Kostenfreiheit
§ 2 Kostenfreiheit
(1) 1In Verfahren vor den ordentlichen Gerichten und den Gerichten der Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit sind von der Zahlung der Kosten befreit der Bund und die Länder sowie die nach Haushaltsplänen des Bundes oder eines Landes verwalteten öffentlichen Anstalten und Kassen.
§ 2 GKG Kostenfreiheit Gerichtskostengesetz

:icon_confused:

...und dass die JC regelmäßig und zuverlässig ihre Anwaltskosten zahlen, wäre für mich auch ein neues Phänomen. Also HIER gehen Soz-Rechtsanwälte regelmäßig pleite oder sterben an Krebs vor lauter Frust.

Vielleicht meinen die die DGB-"Anwälte"? Das würde Sinn ergeben. So zahlenmäßig. Dann bleibts auch "in der Familie"...
 

Roter Bock

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Gerichtskosten sind keine Anwaltskosten - zwei verschiedene Paar Schuhe.

Roter Bock
 

Kleeblatt

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Wenn 44 % der GERICHTSverfahren gewonnen werden von den Betroffenen, dann sollte man allerdings auch beachten wieviele Sauerreien erst gar nicht vor einem Gericht landen.

Von 14 Widersprüchen, die im Laufe der letzten 3 Jahre durch meine Finger gelaufen sind, kam es nur in 2 Fällen bis zum Gerichtstermin.
Davon wurde 1 Fall zugunsten der Betroffenen ENTSCHIEDEN und im anderen Fall zog das JC gleich in der 1. Minute alles zurück.

12 Fälle sind also alleine ohne Gericht - durch Widerspruch , erfolgreiche EA, sowie diverse anwaltliche Schriftsätze GANZ KNAPP VOR ! einem Termin durch das JC anerkannt worden.

DAS allerdings findet man nirgendwo in diversen Statistiken.
Dann sähe das Ganze NOCH schlimmer aus.

Zudem muß man in Betracht ziehen das sich nur eine Minderheit der Betroffenen auf die Hinterbeine stellt, also Widersprüche schreibt oder einen Fachanwalt aufsucht / aufsuchen kann. Insbesondere außerhalb der Großstädte oder wenigstens mittelgroßer Städte, insbesondere bei Optionskommunen, steppt der Bär, massiv sogar.

Das Berlin hier an der Klagespitze liegt ergibt sich einerseits aus dem Vorhandensein von Fachanwälten, aber auch - bedingt durch die Wohndichte - laufen Infos wesentlich besser und auch schneller.
Zudem gibt es eben nicht ein JC oder Kommune, sondern in jedem Stadtbezirk solche. Ebenso überall Bezirksgerichte.
Das "Angebot" an Klagemöglichkeiten und die Aufklärung sind daher wesentlich erhöht.

Außerdem, muß man allerdings dazu sagen, ist das Berliner "Pflaster" ein anderes als in den meisten Städten und Gemeinden. Berliner lassen sich von Natur aus schon mal nichts gefallen und hatten noch nie ein Problem damit sich massiv zu wehren. Das ist Berliner Naturell. Ungerechtigkeiten fallen hier schneller ins Gewicht und sich zu wehren sozusagen Bürgerpflicht, ein normaler und seit hunderten von Jahren eingeübtes Ritual.

Nicht umsonst bezeichnete seinerzeit noch die Bonner Republik das Berliner Pflaster als politisch hochbrisant, sehr schwierig, - weil die Leute gerne hier hinter die Kulissen schauen und dann eben dagegen auch vorgehen. Es ist eben Tradition und gut geübt.
Wer sich hier nicht gegen Ungerechtigkeiten wehrt wird ziemlich abschätzend von den Anderen angesehen.

Na klar haben wir in Berlin dann auch das höchste Klageaufkommen. Bei uns wurde bereits noch vor dem Mauerfall mehr und öfter demonstriert als in allen anderen Städten D. Daran hat sich auch nichts geändert.

Was haben die Pflaumen in der Politik sich denn gedacht wie das in Berlin abläuft nach der Einführung des Harzt IV "Projektes" ?
Nur weil sich Politiker inzwischen hier überall breit machen heißt das noch lange nicht das die Berliner "friedlicher" = demütig werden.
Haben doch wohl einen gepflegten Knall, - und hier wird weiter geklagt wann immer JC und Co. Sch... bauen. Gewöhnt euch endlich daran, ihr politischen geistigen Einzeller.
 
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