NRW will "sozialen Arbeitsmarkt" für Hartz-IV-Bezieher im Bund

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Hartzeola

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Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen wird im Bund den Aufbau eines “sozialen Arbeitsmarkts” für Langzeitarbeitslose forcieren. Die Fraktionen von SPD und Grünen im Landtag NRW bringen am Mittwoch dazu einen entsprechenden Antrag ein, um den Druck des Landeskabinetts auf Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zu erhöhen – womöglich auch durch eine Initiative im Bundesrat. In dem Antragstext, welcher der “Welt” vorliegt, betont Rot-Grün, die von Nahles angekündigte zusätzliche Unterstützung Langzeitarbeitsloser reiche “bei Weitem nicht aus, um den wirklichen `harten Kern` der Langzeitarbeitslosen nachhaltig zu reduzieren”.
NRW will "sozialen Arbeitsmarkt" für Hartz-IV-Bezieher im Bund » Polenum » Politik | Energie | Umwelt | Meinung
 

Perapado

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Die Maßnahmeträger reiben sich jetzt schon die Hände!!
:icon_kotz:
 

0zymandias

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Der Welt-Artikel dazu erscheint mir auch sehr lesenswert (NRW fordert sozialen Arbeitsmarkt für Hartz-Bezieher - DIE WELT, Fettdruck von mir):
Allein in Dortmund brauche man etwa 10.000 Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose, betont die hiesige SPD.
[...]
Die rot-grüne Landesregierung wird bald mit einer Bundesratsinitiative den Aufbau eines öffentlich geförderten Arbeitssektors mit Bundesmitteln forcieren. Es ist indirekt das Eingeständnis, dass viele Langzeitarbeitslose nicht mehr in reguläre Jobs zu vermitteln sind. Einen Antrag mit einem entsprechenden Auftrag ans Landeskabinett, in Berlin bei Nahles zu intervenieren und auf einen neuen Beschäftigungssektor zu drängen, werden die SPD- und Grünen-Fraktionen am morgigen Mittwoch in den NRW-Landtag einbringen.
[...]
Der NRW-Antrag ist länderübergreifend formuliert und erwähnt auch den kriselnden niedersächsischen Großraum Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg und die hessische Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.
[...]
SPD-Parlamentarierin Jansen aus NRW hat sich bei Trägerverbänden umgehört, die öffentlich geförderte Beschäftigungen vermitteln, und betont, dass es erfahrungsgemäß vor allem um einfache Tätigkeiten für Geringqualifizierte geht. Sie sieht kein Risiko einer Wettbewerbsverzerrung zwischen sozialem und privatem Arbeitsmarkt, da für Arbeitgeber umfassende Lohnkostenzuschüsse gelten, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen.

Tütenkleben für alle, neuer Ein-Euro-Job auf dem Vormarsch. :biggrin:
 

Dagegen72

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sorry, aber nicht nur Langzeitarbeitslose brauchen einen sozialen Arbeitsmarkt - ich glaube, es darf sich alles wieder mehr entspannen und sozialer werden.

Die, die noch am jobstrampeln sind, die haben doch auch ihre Probleme ala eine Person arbeitet für zwei wegen Personaleinsparungen usw.

Und wer ist der harte Kern unter den Langzeitarbeitslosen?? :icon_hihi:
 

Kahrlgeharzt

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Die Armutsindustrie wird sich wohl schon die Hände reiben. Und wir dürfen uns auch freuen, denn …

Dem Arbeitnehmer bleiben 875,98 Euro in Steuerklasse I – und er ist raus aus Hartz IV.

... wir sind ja raus aus Hartz IV.
 

0zymandias

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Wenn bei 850 € der Mittelstand beginnt, ist das aber sehr, sehr nobel.

Aus Hartz IV direkt in den Mittelstand katapultiert - sssssst!

Oder heißt das nicht doch eher "kapituliert"? :icon_hihi:
 

Texter50

Super-Moderation
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Die Armutsindustrie wird sich wohl schon die Hände reiben. Und wir dürfen uns auch freuen, denn …

... wir sind ja raus aus Hartz IV.

Je nachdem wo Du wohnst (KDU-Kosten) entweder nicht mal das oder nach Abzug der Dummfunkbeträge liegste vielleicht 5 Euronen drüber.
Welch ein Gewinn, wahrlich... :biggrin:
Da sach ich nur zu: 1/3 Nettolohn, da schaff ich auch nur 1/3 der Leistung.
Sonst würde ich da ja auch mehr bekommen, oder? :biggrin:
 
H

hierheute

Gast
übrigens hier ist der Antrag der Grünen von für heute:
Förderung eines dauerhaften sozialen Arbeitsmarktes ?Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren? - Grüne Landtagsfraktion NRW

Dieser unsägliche Satz liess mich nicht los (Hervorhebungen von mir):
Die beiden Ansätze sind ausdrücklich zu begrüßen, sie reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um den wirklichen „harten Kern“ der Langzeitarbeitslosen nachhaltig zu reduzieren.

Ich konnte erst nicht glauben, dass dieser menschenverachtende lebensbedrohende Satz (Zitat in der "Welt" &CO.) echt war: Aber es IST es, das steht da wörtlich drin...:icon_sad:

sie geben sich nicht mal mehr die Mühe, "Arbeitslosigkeit reduzieren" zu wollen, sondern klar und deutlich die betroffenen Personen. Ich glaube sogar nichteinmal, dass das ein "freud´scher" ist, sondern dass sie einfach überhaupt keine Skrupel mehr haben und genau DAS meinen, was sie schreiben und sagen.

Das Perfide ist, dass sich die "Öffentlichkeit" nach und nach an diesen Sprachgebrauch gewöhnt. Jetzt wird öffentlich tatsächlich nicht mehr die "Arbeitslosigkeit bekämpft", sondern werden ganz ungeniert "die Arbeitslosen reduziert". Schleichend ändert sich unsere Realität durch veränderten Sprachgebrauch, beinahe unbemerkt und keiner schreit laut auf...
 

0zymandias

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Damit ist der Weiterbewilligungsbescheid eine Erwerbsunfähigkeitsbescheinigung.

Man sollte nicht vergessen, welche Politiker sich wirklich für den Bürger eingesetzt haben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Nicht "sozialer Arbeitsmarkt" sondern "Niedrigstlohnarbeitsmarkt" soll geschaffen werden.
 

götzb

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Wenn es um Freiwilligkeit ginge, dann wäre es ok - wenn die Jobs zusätzlich sind, oder der normalen Wirtschaft keine Konkurrenz wäre.
Allerdings frage ich mich so wie so, warum man diese Gelder nicht sinnvoller ausgibt, etwa für wertige Bildungsmaßnahmen, die Arbeitslose wirklich perspektivisch weiterbringen.
 
H

hierheute

Gast
swavolt meinte:
Nicht "sozialer Arbeitsmarkt" sondern "Niedrigstlohnarbeitsmarkt" soll geschaffen werden.
nein, garkein "Markt" mehr, nichteinmal mehr ein "Sklavenmarkt".

Kapiert es bitte:
Arbeitslose sollen reduziert werden!

Wenn es um Freiwilligkeit ginge, dann wäre es ok - wenn die Jobs zusätzlich sind, oder der normalen Wirtschaft keine Konkurrenz wäre.
sowas GEHT halt nicht. Das wäre ein Widerspruch in sich.


Allerdings frage ich mich so wie so, warum man diese Gelder nicht sinnvoller ausgibt, etwa für wertige Bildungsmaßnahmen, die Arbeitslose wirklich perspektivisch weiterbringen.
Warum fragst Du Dich das? Welcher politische Wille sollte dieses begründen? Welche Perspektive denn für Arbeitslose? Perspektive wohin denn?

Um welche "realen" Arbeitsplätze handelt es sich denn
 

götzb

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sowas GEHT halt nicht. Das wäre ein Widerspruch in sich.

Die bisherigen Maßnahmen der Aktivierung (1€, Aktivierung) waren ja darauf angelegt, Arbeitslose wieder in einen oder näher zum Job zu bringen. Also auch mit Zwang.
Wenn dann aber erkannt wird, das ein Arbeitsloser nie wieder einen regulären Job bekommen kann, wäre es nahezu grotesk sinnlos Gelder dann auszugeben, das ein Arbeitsloser in eine Sinnlos Arbeit gezwungen wird.

Als Angebot, als Hilfe -für alle die denen daheim die Decke auf den Kopf fällt, oder die mehr haben wollen als nur das ALGII.

Und die aktuellen Maßnahmen mit Lohnförderung und erhöhter Aktivierung sind ja freiwillig, der Arbeitslose muss sich ja auch wohl noch darauf bewerben, wenn er das machen will.
 
H

hierheute

Gast
Die bisherigen Maßnahmen der Aktivierung (1€, Aktivierung) waren ja darauf angelegt, Arbeitslose wieder in einen oder näher zum Job zu bringen. Also auch mit Zwang.
Naja da wurde ja dann irgendwann festgestellt, dass das weder "marktkonform" noch "wettbewerbsneutral" noch "zusätzlich" ist. Also müssen sie jetzt irgendwie raus aus der Nummer aber das geht zwangsläufig nicht, weil es schlicht trotz steigender Effizienz nicht mehr ausreichend Arbeitsplätze gibt. Das wollen sie immernoch verheimlichen.

Und anstattdessen jetzt neuerdings völlig unverhohlen "die Arbeitslosen reduzieren": bereinigt die Statistik und fördert das weltweite Image.

Wenn dann aber erkannt wird, das ein Arbeitsloser nie wieder einen regulären Job bekommen kann, wäre es nahezu grotesk sinnlos Gelder dann auszugeben, das ein Arbeitsloser in eine Sinnlos Arbeit gezwungenen wird.
Ich glaube kaum, dass das an an irgendeiner menschenfreundlichen Erkenntnis liegt, dass die davon Abstand genommen haben. Es hat schlicht das Image nach aussen beschädigt und zusätzlich einfach nicht das eingebracht, was sie sich erhofft hatten.


Als Angebot, als Hilfe -für alle die denen daheim die Decke auf den Kopf fällt, oder die mehr haben wollen als nur das ALGII.
Das hat DIE noch nie interessiert, die Zeiten des sog Sozialstaates sind nur noch pro Forma auf dem Papier. Trotzdem Danke für Deine gedankliche Anregung, denn um das was Du schreibst, sollte es eigentlich gehen, siehe Grundgesetz. Und wir sollten viel mehr an diesen Ursprüngen festhalten und sie deutlich und mit allen Kräften einfordern!


Und die aktuellen Maßnahmen mit Lohnförderung und erhöhter Aktivierung sind ja freiwillig, der Arbeitslose muss sich ja auch wohl noch darauf bewerben, wenn er das machen will.
Die sind nur vorläufig und pro Forma im Moment FREIWILLIG. Das Spiel - Salamitaktik - kennen wir doch inzwischen zu Genüge.
 
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