Notdienstversorgung im Münsterland (1 Betrachter)

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Wer sich am Wochenende im Münsterland eine Augenverletzung zu zieht und zum Notarzt muss, der kann nur beten, dass er kein Hilfeempfänger ist und der Monat noch jung ist.

Ich wurde gestern von einer Bekannten aus Borken angerufen. Sie hatte sich am Auge verletzt, ob ich sie zum Krankenhaus fahren kann. Ich bin also mit dem Moped hin und wir haben uns ihren Wagen geschnappt und sind zum Krankenhaus Borken gefahren.
Die unfreundliche Dame an der Rezeption teilte uns mit, dass das KH nicht zuständig sei. Wir müßten nach Ahaus fahren, da ist ein Augenärztlicher Notdienst. Sie gab uns auch noch die Adresse (natürlich eine falsche). Ich monierte, dass es ein Notfall sei und wir zu Fuss da sind - Antwort: Dann nehmen sie eben den Bus, hier kann ihnen keiner helfen.

Wenn ich mir jetzt überlege, dass an anderer Stelle gefragt wurde, was ein H4 zum Monatsende noch über hat, wird mir schwarz vor Augen. Eine Notärztliche Versorgung kann für den Hartz-4-Empfänger gar nicht gewährt werden. Die zu bewältigende Strecke war über 50 KM mit dem Auto. Ein Busfahrt (wenn Sonntags da überhaupt was verkehrt) hätte 22,60 Euro (hin und rück) gekostet. Dazu kommen 10 Euro Notfallpraxisgebühr. Kurzum - Zum Monatsende mussen die Menschen, die wenig einkommen haben eben verrecken.
 

ZynHH

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Demolier, das nächste mal den Rettungswagen bestellen!
Ja, das meine ich durchaus Ernst!
 
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@Demolier

damit hast Du vollkommen Recht. Im ländlichen Raum ist die ärztl. Notversorgung eine Katastrophe! Geliches mußte ich ebenfalls im Winter 2010/11 erfahren, als ich mir einen Gelenkbruch zugezogen hatte und der Notruf am Telefon antwortete:

Hier sind alle Fahrzeuge unterwegs, es kann Stunden dauern, bis wir bei Ihnen sind. Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen sie sich fahren.

Ich wäre besser direkt nach MS in die Uniklinik gefahren, denn die Versorgung hier im ortsansässigen KH war unter allem, was ich bisher erfahren habe.

Dieses Problem ist übrigens seit langem bekannt und mein Hausarzt hat mir schon vor mehr als 3 Jahren davon berichtet.:icon_eek:
 
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Demolier, das nächste mal den Rettungswagen bestellen!
Ja, das meine ich durchaus Ernst!
Wenn ich das alles Revue passieren lasse, dann wäre das wohl die einzige Alternative gewesen. DENN ich hab gerade mal nachgeschaut: Der Augenarzt hatte Notdienst von 17°° - 18°° Uhr. Das hätten wir mit den Sonntags spärlich fahrenden Bussen niemals geschafft.

Ich muss das alles erstmal sacken lassen. Natürlich bekommt das Krankenhaus Borken zunächst mal eine Beschwerde auf den Tisch. Die unfreundliche Dame schickt die Leute auch noch mit falschen Adressen weg.

Eine Anfrage an´s Landesministerium werde ich auch mal stellen. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen mit kleinen Einkommen nicht mehr Notärztlich versorgt werden. Eine Anfrage an den Kreis erspare ich mir - Hier ist eine CDU-Hochburg und bei dieser "christlichen" Partei zählt der arme Bürger eh nur dann, wenn Wahlen anstehen.
 

Rosarot

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Ja, das Problem betrifft leider alle, die nicht jemanden haben, der voll mobil ist und sie zuerst 50 km zum fachärztlichen Notdienst und dann nocheinmal 50 km zur diensthabenden Apotheke in der anderen Richtung fahren kann.
Elos, Rentner, Geringverdiener sind hier im ländlichen Bereich mitunter von einer menschenwürdigen ärztlichen Notversorgung ausgeschlossen. Wie espps richtig schreibt, manchmal klappt es nicht einmal mit dem Rettungswagen...
 

Rosarot

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Wenn ich das alles Revue passieren lasse, dann wäre das wohl die einzige Alternative gewesen. DENN ich hab gerade mal nachgeschaut: Der Augenarzt hatte Notdienst von 17°° - 18°° Uhr. Das hätten wir mit den Sonntags spärlich fahrenden Bussen niemals geschafft.

Ich muss das alles erstmal sacken lassen. Natürlich bekommt das Krankenhaus Borken zunächst mal eine Beschwerde auf den Tisch. Die unfreundliche Dame schickt die Leute auch noch mit falschen Adressen weg.

Eine Anfrage an´s Landesministerium werde ich auch mal stellen. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen mit kleinen Einkommen nicht mehr Notärztlich versorgt werden. Eine Anfrage an den Kreis erspare ich mir - Hier ist eine CDU-Hochburg und bei dieser "christlichen" Partei zählt der arme Bürger eh nur dann, wenn Wahlen anstehen.
Bei einer Augenverletzung würde ich, bevor es auf die ungewisse Weltreise über Land geht, direkt zur Augenklinik im Uniklinikum Münster fahren, auch wenns auf den ersten Blick vielleicht weiter entfernt ist...
Allerdings ohne das nötige Fahrgeld in der Geldbörse...
 
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Wenn ich das alles Revue passieren lasse, dann wäre das wohl die einzige Alternative gewesen. DENN ich hab gerade mal nachgeschaut: Der Augenarzt hatte Notdienst von 17°° - 18°° Uhr. Das hätten wir mit den Sonntags spärlich fahrenden Bussen niemals geschafft.

Ich muss das alles erstmal sacken lassen. Natürlich bekommt das Krankenhaus Borken zunächst mal eine Beschwerde auf den Tisch. Die unfreundliche Dame schickt die Leute auch noch mit falschen Adressen weg.

Eine Anfrage an´s Landesministerium werde ich auch mal stellen. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen mit kleinen Einkommen nicht mehr Notärztlich versorgt werden. Eine Anfrage an den Kreis erspare ich mir - Hier ist eine CDU-Hochburg und bei dieser "christlichen" Partei zählt der arme Bürger eh nur dann, wenn Wahlen anstehen.

Ich möchte mich bitte, daran beteiligen und mit unterschreiben! :icon_daumen:
 
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Damit steht schonmal fest: Bekommst du als Hilfeempfänger einen Schlaganfall, dann verschieb ihn auf den Monatsanfang, ansonsten endest du als Pflegefall.

Ich fand auch die Reaktion vom Krankenhaus Borken in Form einer unfreundlichen Mitarbeiterin, die auch noch falsche Adressen ausgibt "bedenklich". Die Klinikleitung wird sich freuen, denn das ist nicht meine erste Beschwerde ....
 
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Damit steht schonmal fest: Bekommst du als Hilfeempfänger einen Schlaganfall, dann verschieb ihn auf den Monatsanfang, ansonsten endest du als Pflegefall.
Gerade in diesem Fall zählen minuten und es gibt nur wenige Kliniken, die als stroke unit ausgewiesen sind!

Ich fand auch die Reaktion vom Krankenhaus Borken in Form einer unfreundlichen Mitarbeiterin, die auch noch falsche Adressen ausgibt "bedenklich". Die Klinikleitung wird sich freuen, denn das ist nicht meine erste Beschwerde ....
Sowas muß an die Öffentlichkeit, sonst geht es unter! Schrein dies an die Redaktion Sperre sperre online - Impressum
 

Rosarot

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Dass man unfreundlich gewesen wäre oder mich an die falsche Adresse verwiesen hätte, ist mir bisher hier im Kreis noch nicht passiert. Aber für den fachärztlichen Notdienst z.T. so lange Anfahrtzeit oder mit ÖPNV nicht erreichbar, dass ich da lieber nach Münster fahre. Auch mit der diensthabenden Apotheke kann man richtig Pech haben, dass die im Kreis fast unerrreichbar ist...

Es ist hier im Kreis am Wochenende und an Feiertagen bei weitem einfacher, eine Tierarzt oder eine Tierklinik zu finden. Aber Tiere sind ja auch Privatpatienten und werden auch nur gegen Bares oder EC-Karte behandelt... Fast schon zynisch...
 
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Gerade in diesem Fall zählen minuten und es gibt nur wenige Kliniken, die als stroke unit ausgewiesen sind!



Sowas muß an die Öffentlichkeit, sonst geht es unter! Schrein dies an die Redaktion Sperre sperre online - Impressum

Ich hatte schon an Borio.tv gedacht, aber mit denen hab´ ich auch schon auf Kriegsfuss gestanden, denke mal, die werden mir kein Gehör mehr bieten. Ich hatte mich da mal mit einer Journalistiun angelegt :biggrin:
 
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Ich hatte schon an Borio.tv gedacht, aber mit denen hab´ ich auch schon auf Kriegsfuss gestanden, denke mal, die werden mir kein Gehör mehr bieten. Ich hatte mich da mal mit einer Journalistiun angelegt :biggrin:
:biggrin:

Das ist ein durchaus ernst zu nehmendes Thema. Ich würde beide Redaktionen mit meinen Infos versorgen!
 
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Ich wäre in dieser Situation auch ins nächste Krankenhaus gegangen. Dann an einen 40 km entfernten fachärztlichen Notdienst verwiesen zu werden ist schon erschreckend.

Man ist verletzt, hat Schmerzen, möglicherweise Angst (eine Augenverletzung würde mich persönlich in Panik versetzen, besonders, wenn es mein "gutes" Auge beträfe). Und dann muß man noch solche Probleme bewältigen? Nicht jeder hat in dieser Situation einen Helfer dabei, der sich um das Nötige kümmern kann.

Zumindest eine Erstversorgung hätte man im Krankenhaus vornehmen müssen, meine ich, um den Patienten überhaupt in den Zustand zu versetzen, einen fachärztlichen Notdienst aufsuchen zu können. Und es wäre außerdem eine Krankenfahrt angesagt gewesen, so daß die Kosten von der Krankenkasse getragen werden.
 

TimoNRW

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Ich mit Augenkrankheit darf gar nicht daran denken wenn hier mal am Wochenende oder am Feiertag etwas passiert und bei mir muss es schnell gehen......innerhalb Stunden muss ich dann fachmedizinisch versorgt werden, die Augenklinik wäre in Münster. Sind 40-45 km. Man brauch irgendein Fahrer dann. Wie gesagt der Gedanke daran reicht mir schon.......:icon_kotz: Deswegen kann ich die hier beschriebenen Umstände sehr gut nachvollziehen.

Aber auch der Apothekenotdienst ist auch nicht gerade prickelnd.

Sogar bei Kindern gibts schon Probleme:

Unsicherheit in Sachen Notfallpraxis
 

Regelsatzkämpfer

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Wer sich am Wochenende im Münsterland eine Augenverletzung zu zieht und zum Notarzt muss, der kann nur beten, dass er kein Hilfeempfänger ist und der Monat noch jung ist.

Ich wurde gestern von einer Bekannten aus Borken angerufen. Sie hatte sich am Auge verletzt, ob ich sie zum Krankenhaus fahren kann. Ich bin also mit dem Moped hin und wir haben uns ihren Wagen geschnappt und sind zum Krankenhaus Borken gefahren.
Die unfreundliche Dame an der Rezeption teilte uns mit, dass das KH nicht zuständig sei. Wir müßten nach Ahaus fahren, da ist ein Augenärztlicher Notdienst. Sie gab uns auch noch die Adresse (natürlich eine falsche). Ich monierte, dass es ein Notfall sei und wir zu Fuss da sind - Antwort: Dann nehmen sie eben den Bus, hier kann ihnen keiner helfen.

Wenn ich mir jetzt überlege, dass an anderer Stelle gefragt wurde, was ein H4 zum Monatsende noch über hat, wird mir schwarz vor Augen. Eine Notärztliche Versorgung kann für den Hartz-4-Empfänger gar nicht gewährt werden. Die zu bewältigende Strecke war über 50 KM mit dem Auto. Ein Busfahrt (wenn Sonntags da überhaupt was verkehrt) hätte 22,60 Euro (hin und rück) gekostet. Dazu kommen 10 Euro Notfallpraxisgebühr. Kurzum - Zum Monatsende mussen die Menschen, die wenig einkommen haben eben verrecken.
Hier hätte das andere Klinikum je nach Schwere des Problems einen Transportschein ausstellen können.
 

Lilastern

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Und auf dem Land will die Kassenärztliche Vereinigung die Einzugsgebiete vergrößern, indem der ärztliche Notdienst dann noch für mehr Orte zuständig ist.

Es soll deswegen so geändert werden, damit die Ärzte auf dem Land nicht so oft Notdienst haben.

Ich kann mir damit sicher keine Entlastung der Ärzte vorstellen, sondern eher dass sie mehr Arbeit haben.

So eine Änderung ist doch echt lächerlich. Und auf dem Rücken des Patienten wird es ausgetragen.
 

Goldfield

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Wir kamen damals zwar ins KH, aber nur per Schwarzfahren zurück.
Wohne in einer etwas größeren Stadt haben mehrere Krankenhäuser, an einem Abend ende des Monats lief mein Kind mit einem Buntstift aus Holz rum, natürlich 100 mal vorher gesagt man läuft nicht mit einem Stift rum, zack passierte es mein Kind fiel hin den Stift ins Auge sah nur Blut aus dem Auge kommen, also 112 gewählt, dauerte ca 10 Min bis die dort waren, statt in ein KH in der Stadt hier wurden wir 20 KM in eine andere Stadt transportiert, da man hier Augenmässig in den KH nicht auf Kinder spezialisiert sei, dort angekommen mussten wir geschlagene 50 Min.warten bis wir dran waren, Glück im Unglück hatte mein Kind, 2mm weiter rüber und es wäre nicht so Glimpflich ausgegangen, dennoch war der Arzt nicht Glücklich darüber das uns die Schwester nicht eher reinschickte, sondern weiter der Reihe nach die Leute "abfertigte"obwohl diese kein Notfall waren, er entschuldigte sich auch bei mir.
Ums abzukürzen, in der Hektik hab ich meine Geldbörse und Handy zuhause liegenlassen, in der Geldbörse davon abgesehen war sowieso nicht mehr genug drin, zudem war am T Shirt Blut hab mein kleines Kind natürlich auf dem Arm gehabt, der Krankenwagen war mittlerweile wieder zurück in unserer Stadt haben uns abgeliefert fertig, im Krankenhaus das Problem mit der Geldbörse geschildert, dort kam nur dann rufen sie doch wen an zum abholen, die könnten dort nichts machen-witzig hatte keine Nr im Kopf und kein Handy dabei, zumal ich hier damals keinen kannte sind 2-3 Wochen vorher erst hierhin gezogen, meine Familie wohnt ca 200 km weg, weiterhin blieb sie dabei die könnten in dem Fall keinen Taxischein ausstellen, hatte auch nicht wirklich mehr einen Nerv da nun noch Pallaver zumachen, war eh Nervös, ein weinendes Kind ect., wollte nur noch Heim, also hieß es Schwarz zurück fahren mit einem T Shirt wo nicht wenig Blut dran war, einem quengeligen bzw.weinendem Kleinkind, will gar nicht wissen was die Leute in der Bahn, im Zug und Bus dachten.
Beschw.hab ich mich leider nie, wollte es immer machen, aber immer wieder verschoben und nachher nicht mehr dran gedacht, mittlerweile ist es zulange her.
Wer also hier Ende des Monats was mit einem Kind hat, darf Schwarz zurück fahren.
 

Anna B.

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Hallo,

ich würde die KV einschalten..die hat dafür zu sorgen, dass die ärztliche Versorgung, auch imländlichen Bereich, gesichert ist...
die KV hat ja auch dieses ominöse NotfallArztsystem installiert...
also sollten sie auch darüber Bescheid wissen und dafür Sorge tragen, dass alle Notfälle adäquat behandelt werden...

unbegreiflich sowas...
 
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ExitUser

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Und auf dem Land will die Kassenärztliche Vereinigung die Einzugsgebiete vergrößern, indem der ärztliche Notdienst dann noch für mehr Orte zuständig ist.

Es soll deswegen so geändert werden, damit die Ärzte auf dem Land nicht so oft Notdienst haben.

Ich kann mir damit sicher keine Entlastung der Ärzte vorstellen, sondern eher dass sie mehr Arbeit haben.

So eine Änderung ist doch echt lächerlich. Und auf dem Rücken des Patienten wird es ausgetragen.
Das ist schon erfolgt!
 
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