Norbert Blüm: Lebensleistungsrente der großen Koalition – Himmelschreiende Ungerechti

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wolliohne

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  1. Eine “Lebensleistungsrente” soll Altersarmut verhindern helfen, heißt es im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Doch was unter diesem Begriff bisher diskutiert wurde, erweist sich als konfuses Rentenkuddelmuddel. Versicherung und Fürsorge sind zwei Paar Schuhe, und wer sie verwechselt, wird sozialpolitisch bald ins Stolpern kommen. Eine Versicherung ist auf Gegenseitigkeit aufgebaut, die Fürsorge auf Hilfe. Die Rentenversicherung folgt dem Prinzip Leistung für Gegenleistung, die Fürsorge bindet ihre Leistungen an Bedürftigkeit. Jetzt gerät beides durcheinander.
    Die Rentenversicherung gerät zunehmend in Gefahr, sich als allgemeines Sozialamt zu etablieren…
    Wenn ein Rentner nach lebenslanger Arbeit von seiner Rente nicht leben kann, dann ist das System übergeschnappt. Es ist nämlich rentenpolitisch verrückt, wenn man mit Arbeit und Beitragszahlung nur so viel Rente bekommt wie ohne diese Arbeit Sozialhilfe. Die Arbeit lohnt sich rentenpolitisch nicht mehr. Mit der Riester-Rente wurde das Rentenniveau in die Nähe des Sozialhilfeniveaus befördert. Die Rente, die auf Arbeit und Beiträgen basiert, und die Sozialhilfe, die an Bedürftigkeit anknüpft, nähern sich an…
    Die Riester-Rente ist nicht die Lösung des Problems, sondern sein Grund. Das Niveau der gesetzlichen Rente wird infolge der Riester-Rente abgesenkt, obwohl die Riester-Rente keine Hilfe für Arbeitslose, Erwerbsunfähige, unstetig Beschäftigte bietet.
    Quelle: SZ
  2. The 40-Year Slump
    From 1947 through1974, American workers brought home most of the wealth they produced. Since 1974, they have steadily lost power – and they’re getting just a fraction of the wealth they produce today.
    Quelle: The American Prospect Anmerkung unseres Lesers S.Z..: Ein hervorragender Artikel zu den Entwicklungen in der amerikanischen Arbeitswelt der letzten 40 Jahre, die sich in ähnlicher Weise (Beispiel Zeitarbeit) auch hierzulande abgespielt haben beziehungsweise abspielen.
  3. Generation Prekär – Der Fahrstuhl nach oben funktioniert nicht
    Eine Zunahme von prekären Jobs könne man innerhalb der Altersgruppe der bis 24-Jährigen feststellen, meint Arbeitssoziologe Klaus Dörre. Etwa 23 bis 25 Prozent junger Menschen würden im Niedriglohnsektor arbeiten. Wer einmal arm ist, bleibe arm und habe nur die Hoffnung auf einen Aufstieg.
    Susanne Führer: Man könnte ja sagen, es geht uns prima hier. In Spanien und Portugal sind 50 Prozent der jungen Menschen arbeitslos, in Deutschland gibt es die Generation Y, die sich die Jobs aussuchen kann und dabei immer noch auf die Work-Life-Balance achtet.
    Dörre: Im internationalen Vergleich mag das ja sogar ein bisschen stimmen. Aber es verstellt den Blick darauf, dass wir es doch mit einer stark gespaltenen Generation zu tun haben. Zunächst mal ist es so, dass die Mehrzahl der jungen Leute inzwischen nach der Berufsausbildung und nach dem Studium tatsächlich in eine sogenannte atypische, nicht standardisierte Beschäftigung einmündet, also befristet, Teilzeitarbeit, geringfügig, Leiharbeit, das sind die Formen. Oder auch eine Solo-Selbstständigkeit.
    Quelle: Deutschlandradio Kultur Anmerkung JK: Man beachte hier wieder die teilweise ideologisch ausgerichteten Fragen der Redakteurin.
 
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