Neuroleptika und Psychopharmaka

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Muzel

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Ich soll in eine stationäre Reha-Maßnahme, weil ich Eu-Rente beantragt habe. Ich musste zum Psycho-Gutachter. Sein Gutachten habe ich mir von der DRV zuschicken lassen. Darin steht, dass ich Au bin und zur Kur müsste, damit meine Erwerbsfähigkeit gebessert werden könnte. Meine Erkrankung könnte man sehr gut mit Psychopharmaka und Neuroleptika bessern und meine Erwerbsfähigkeit steigern. Bis her schlucke ich aber keine Pillen und will, dass das so bleibt. Hat jemand eine Idee?
 
E

ExitUser

Gast
Es gibt Kliniken wo stationär auch eine ausführliche Diagnostik gemacht wird habe ich gehört. Das würde ich mir mal überlegen an deiner Stelle. Ich würde das aber nicht über den RVTräger machen sondern über die Krankenkasse.
Dazu würde ich mir eine wirklich gute Klinik in deiner Nähe suchen. Ich würde mich mal in diesem Forum
Borderline Plattform-Anlaufpunkt zum Thema Borderline
umhören welche Kliniken in deiner Nähe wirklich was taugen. Auch wenn du kein Borderline haben solltest gibt es dort viele User mit ausführlicher Klinikerfahrung, also sind deine Chancen da eine geeignete empfohlen zu bekommen gross.

Was für Symptome hast du denn ?

Liebe Grüsse,

Petra

Da sich gerade bei diesen Erkrankungen Symptome sehr stark überlappen, ist selten eine klare Abgrenzung möglich. Desweiteren gehört zu den möglichen Symtomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung dann auch Depression, aber auch Angst-/Panikstörungen bis hin zu Persönlichkeitsstörungen können auftreten.

Zur Abklärung wäre die psychosomatische Klinik im Klinikum Nürnberg Nord geeignet. Hier gibt es neben tagesklinischen Plätzen auch welche für Patienten mit Übernachtung. Die Dauer liegt zwischen 4 und 12 Wochen.

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Klinikum Nürnberg Nord
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Haus/Bauteil: 8, 1
Tel: 0911 398-2839
Fax: 0911 398-3675
 

münchnerkindl

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Allerdings sollte man sich auch keine Angst machen lassen. Etliche Nebenwirkungen treten nämlich oft nur dann auf, wenn man sie kennt. Also eher psychsomatische Effekte, als wirkliche Nebenwirkungen.

Stimmt. Es gibt Menschen die mit Psychpharmaka recht gut zurechtkommen und kaum bis keine Nebenwirkungen haben. Aber nicht alle, ich hatte schon einen ganzen Zoo von entnervendsten Nebenwirkungen. Das kann man nur im selbst ausprobieren, man kann keine gültigen Aussagen treffen "Psychopharmaka sind für alle Menschen problemlos verträglich" oder "alle Psychopharmaka sind Teufelszeug"

Recht verträglich ist bei den Anti-Depressiva Fluctin, aber auch Doxepin. Letzteres eher dann, wenn auch Einschlafstörungen hat, bzw. Angst/Panikattacken, da es auch eine deutlich dämpfende Wirkung hat ohne Einzuschläfern.

Haha... Fluctin. Hat bei mir üble Nebenwirkungen gehabt, hab nach einer Dosis die Einnahme beendet da es mich zu 100 Prozent am Schlafen gehindert hat.

Das Problem mit der totalen Medikamentenverweigerung ist leider, daß die meisten Therapien ohne Medikamentenunterstützung nicht funktionieren. Man bekommt also die Erkrankungen nicht in den Griff.

Das kann man so pauschal nicht sagen. Sowas kann vorkommen, aber die Verallgemeinerung ist hier nicht angebracht.
 
E

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Gast
Tom entschuldige: Dies ist bei jedem anders! Du verunsicherst nur. Bei Medikamenten für die Psyche ist es von Fall zu Fall unterschiedlich. Auch die Nebenwirkungen. Und vor allem kann man nicht so einfach 1 Antidepressiva empfehlen - denn auch wenn es wie Du schreibst "verträglicher" sein soll, heisst dies noch lange nicht, daß es dem Patienten oder für jeden anderen auch "verträglich" ist.

Muss jeder mit den Ärzten, seinem Psychologen, Neurologen, Psychotherapeut seines Vertrauens durchsprechen ... und dann entscheiden, versuche ich das was mir die Ärzte raten, damit es mir besser geht - oder eben nicht. Es kann sehr lange dauern bis man das richtige Medikament hierfür gefunden hat. Und manch einer entscheidet, daß er nichts nehmen will. Dies ist auch o.k. Wie geschrieben - muss jeder selbst wissen wie er/sie entscheidet. Wenn es einem sehr schlecht geht wird man versuchen was daran zu ändern. Dies kann aber auch schon damit gegeben sein, daß man seine Lebensumstände verändert, daß man "in sich reinhört", sich mit seinem Inneren auseinandersetzt, Dinge versucht anders zu sehen, Probleme nicht einfach so zu verdrängen versucht. In jedem Fall kann es ein sehr langer Weg sein .... Was über Jahre schleichend kam, geht nicht einfach so weg.

Sorry Tom, aber Du kannst doch nicht hergehen und schreiben, daß Fluctin und Doxepin recht verträglich sind. Bei Dir vielleicht ..... aber bei anderen sieht es schon wieder ganz anders aus.

In diesem Sinne
LG


hmmmmm
 
E

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Gast
Tom entschuldige: Dies ist bei jedem anders! Du verunsicherst nur. Bei Medikamenten für die Psyche ist es von Fall zu Fall unterschiedlich. Auch die Nebenwirkungen. Und vor allem kann man nicht so einfach 1 Antidepressiva empfehlen - denn auch wenn es wie Du schreibst "verträglicher" sein soll, heisst dies noch lange nicht, daß es dem Patienten oder für jeden anderen auch "verträglich" ist.

Ich gebe hier etwas wieder, daß von diversen Selbsthilfegruppen als Erfahrung vieler Patienten so ausgesagt wird und auch eigene Erfahrungen im Bekannten- und Freundeskreis bestätigt haben.


Muss jeder mit den Ärzten, seinem Psychologen, Neurologen, Psychotherapeut seines Vertrauens durchsprechen ... und dann entscheiden, versuche ich das was mir die Ärzte raten, damit es mir besser geht - oder eben nicht. Es kann sehr lange dauern bis man das richtige Medikament hierfür gefunden hat. Und manch einer entscheidet, daß er nichts nehmen will. Dies ist auch o.k. Wie geschrieben - muss jeder selbst wissen wie er/sie entscheidet. Wenn es einem sehr schlecht geht wird man versuchen was daran zu ändern. Dies kann aber auch schon damit gegeben sein, daß man seine Lebensumstände verändert, daß man "in sich reinhört", sich mit seinem Inneren auseinandersetzt, Dinge versucht anders zu sehen, Probleme nicht einfach so zu verdrängen versucht. In jedem Fall kann es ein sehr langer Weg sein .... Was über Jahre schleichend kam, geht nicht einfach so weg.

Allerdings gibt es leider oft das Problem, daß nötige Therapien oder Eigenarbeiten erst möglich sind, wenn der depressive Problemanteil reduziert werden kann und hier helfen meist nur Medikamente im Vorfeld.

Sorry Tom, aber Du kannst doch nicht hergehen und schreiben, daß Fluctin und Doxepin recht verträglich sind. Bei Dir vielleicht ..... aber bei anderen sieht es schon wieder ganz anders aus.

[B]Natürlich kann ich es, denn ich habe nicht gesagt, daß diese Mittel IMMER gut verträglich sind sondern, daß sie "recht" verträglich sind. Das heißt nichts anderes, als daß diese vom größten Teil der Patienten ohne oder nur mit kleinen Nebenwirkungen vertragen werden, was man von einigen anderen Medikamenten aus dem Bereich so nicht sagen kann.

Kein Arzt der Welt kann vor einem Testlauf mit einem Medikament sagen, ob der Patient im Einzelfall Probleme irgendwelcher Art haben könnte. Das gilt selbst für eigentlich harmlose Mittel, wie Aspirin. In der Praxis startet der Arzt dann mit einem Mittel, das eben als recht verträglich gilt und das auch in der eigenen Erfahrung des Arztes unter Beweis gestellt hat. Erst wenn damit keine entsprechende Wirkung zu erzielen ist, erst dann wird man zu Mitteln greifen, die in der Massenverträglichkeit niedriger liegen, aber für den Einzelfall dennoch genau die Mittel der Wahl sein können und diesem überhaupt keine Probleme machen. Dies gilt für praktisch alle Medikamente die auf dem Markt sind, egal gegen welcher Erkrankungen sie wirken sollen. Was war also an meiner Aussage falsch?[/B]


Ich denke nicht, daß einem Betroffenen geholfen ist, wenn man jede Eventualität in einer Antwort schildert, weil es dann wirklich zu einer Verunsicherung kommt.
In diesem Sinne
LG
.
 

Muzel

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im Borderline-Forum muss man sich leider anmelden um Infos zu erhalten.
Ich habe mir schon überlegt, dass es ratsam ist, gegen die schönen Pillen der Herrn Doktoren keinen Widerstand zu leistet und einfach "ja" und "amen" sagen. Dann sollten man sie schnellst möglich verschwinden lassen. Ich habe allerdings auch gehört, dass einen die lieben Mitpatienten bei der Station verpetzen, so dass diese Maßnahme nicht lange gut geht. 4 Wochen sind eine lange Zeit, wenn man auf dichtem Raum miteinander lebt. Hat einer von euch solche Erfahrungen gemacht?
 
E

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Gast
Ja, ich war 1x 6 Wochen in psychosomatischer Reha und 2x jeweils für 8 Wochen in psychosomatischer Klinik.

Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen was ich geschrieben habe.

Wenn Du Fragen hast kannst Du mir gerne schreiben.

LG und alles Gute für Dich
 

münchnerkindl

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im Borderline-Forum muss man sich leider anmelden um Infos zu erhalten.
Ich habe mir schon überlegt, dass es ratsam ist, gegen die schönen Pillen der Herrn Doktoren keinen Widerstand zu leistet und einfach "ja" und "amen" sagen. Dann sollten man sie schnellst möglich verschwinden lassen. Ich habe allerdings auch gehört, dass einen die lieben Mitpatienten bei der Station verpetzen, so dass diese Maßnahme nicht lange gut geht. 4 Wochen sind eine lange Zeit, wenn man auf dichtem Raum miteinander lebt. Hat einer von euch solche Erfahrungen gemacht?

Du sollst dazu nicht ja und Amen sagen. Aber du kannst ja wohl schlecht über etwas urteilen das du noch nicht mal ausprobiert hast,. oder? Du kannst ohne Psychopharmaka SELBST ausprobiert zu haben, und zwar mehrere verschiedene wenns mit dem erstbessten nicht funktioniert NICHT sagen ob dir das hilft oder nicht.
Und natürlich kann man in einer guten Klinik bei einem kompetenten Arzt wenn es bei den Medis untragbare Nebenwirkungen gibt bzw sie nicht wirken über diese Probleme REDEN und es kann Abhilfe geschaffen werden.
Weil es GIBT Menschen deren Symptome durch Psychopharmaka sich bessern OHNE daß untragbare Nebenwirkungen entstehen.
Und niemand kann sagen ob du nicht evtl einer von diesen bist, ausser du PROBIERST ES AUS.

Und wenn du in einer psychotherapeutischen Klinik bist wirst du ohnehin nicht sinn und zwecklos mit Psychopharmaka zugestopft.

Also hör bitte mit dieser kleinkindhaften bzw latent paranoiden Verweigerungshaltung und Ideen wie diesem kindischen Versteckspiel auf.

Ich gehe mal davon aus daß du gerne ernstgenommen wirst. Dann benimm dich bitte aber auch so daß man dich ernstnehmen kann.
 
E

ExitUser

Gast
Kein Arzt der Welt kann vor einem Testlauf mit einem Medikament sagen, ob der Patient im Einzelfall Probleme irgendwelcher Art haben könnte. Das gilt selbst für eigentlich harmlose Mittel, wie Aspirin. In der Praxis startet der Arzt dann mit einem Mittel, das eben als recht verträglich gilt und das auch in der eigenen Erfahrung des Arztes unter Beweis gestellt hat.
Genau, und bei so etwas können dann die wirklichen Probleme erst richtig beginnen. Bspw. verschlimmert für jemanden der unter Histamin-Unverträglichkeit leidet - und das dürften weitaus mehr Menschen sein als überhaupt erkannt wird - gerade so ein scheinbar "harmloses" Mittel wie Aspirin die Symptome. So, was jetzt, wird der Arzt sagen, so was gibt es gar nicht - die muss also wirklich einen an der Klatsche haben.

Und ich bin deshalb so vorsichtig, weil mir ein leitender und ausbildender Arzt an der Münchner Psychosomatischen die Diagnose "Artifizielles Syndrom" unterschieben wollte, obwohl es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine aufgrund diverser erheblicher Stressoreneinwirkung im Leben (Danke, Deutschland, wie du mit deinen Frauen und Müttern umgehst, kann ich dazu nur sagen!) erworbene Histamin-Intoleranz handelt. Der wollte mich auch gleich stationär dabehalten - wie das ausgegangen wäre, möchte ich gar nicht wissen.

Deshalb kan ich nur davor warnen, sich in Situationen zu begeben in welche ich meine Eigenverantwortung aus der Hand zu geben gezwungen sein könnte. In dem Punkt verstehe ich Muzels Bedenken ganz hervorragend.

Wer bei Ärzten Hilfe sucht, gibt in der Regel erst einmal einen Vetrauensvorschuß und ist in der Regel grundsätzlich mal gewillt, dem Glauben an dessen fachlicher Kompetenz zu folgen. Das kann schlicht ins Auge gehen. Aufgrund der rasant hohen Fehlerquote von Ärzten ist es einfach eigen-un-verantwortlich, sich blind auf deren Diagnose geschweige denn Medikamentation zu verlassen. Mag sein, dass Medikamente vortäuschen können, dass man sich besser fühlt - es sind ja auch Drogen, was denn auch sonst. Ausserdem stehen fette Interessen dahinter, dass Menschen abhängig sind - und für die Abhängigkeit sogar noch bezahlen.

Letztendlich muss es jeder Mensch selber wissen (dürfen), was er sich antun will oder nicht. Es darf einfach kein "Muss" oder keine Manipulation zu einer Sache geben, welche demjenigen irgendwann einfach nur schaden könnte.

Gruss
Emily
 

münchnerkindl

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Wer bei Ärzten Hilfe sucht, gibt in der Regel erst einmal einen Vetrauensvorschuß und ist in der Regel grundsätzlich mal gewillt, dem Glauben an dessen fachlicher Kompetenz zu folgen.

Deshalb sollte man bei einer nicht ganz akut notwendigen Behandlung ein Vorgespräch führen in dem ich vorher klären kann ob ich es vertreten kann der Einrichtung den Vertrauensvorschuss zu geben.
Also ich bin auf der Warteliste für eine stationäre psychotherapeutische Behandlung und das wäre ich nicht wenn das Vorgespräch und die Erkundigungen über die Klinik nicht einen guten Eindruck hinterlassen haben.

Von daher kann ich nur raten, eine Behandlung aktiv und eigenverantwortlich selbst zu suchen und auszusuchen. Dann kann man die Gefahr unschöner Erlebnisse doch verringern.
 

Kaulquappe

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Genau, und bei so etwas können dann die wirklichen Probleme erst richtig beginnen. Bspw. verschlimmert für jemanden der unter Histamin-Unverträglichkeit leidet - und das dürften weitaus mehr Menschen sein als überhaupt erkannt wird - gerade so ein scheinbar "harmloses" Mittel wie Aspirin die Symptome. So, was jetzt, wird der Arzt sagen, so was gibt es gar nicht - die muss also wirklich einen an der Klatsche haben.

Und ich bin deshalb so vorsichtig, weil mir ein leitender und ausbildender Arzt an der Münchner Psychosomatischen die Diagnose "Artifizielles Syndrom" unterschieben wollte, obwohl es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine aufgrund diverser erheblicher Stressoreneinwirkung im Leben (Danke, Deutschland, wie du mit deinen Frauen und Müttern umgehst, kann ich dazu nur sagen!) erworbene Histamin-Intoleranz handelt. Der wollte mich auch gleich stationär dabehalten - wie das ausgegangen wäre, möchte ich gar nicht wissen.

Deshalb kan ich nur davor warnen, sich in Situationen zu begeben in welche ich meine Eigenverantwortung aus der Hand zu geben gezwungen sein könnte. In dem Punkt verstehe ich Muzels Bedenken ganz hervorragend.

Wer bei Ärzten Hilfe sucht, gibt in der Regel erst einmal einen Vetrauensvorschuß und ist in der Regel grundsätzlich mal gewillt, dem Glauben an dessen fachlicher Kompetenz zu folgen. Das kann schlicht ins Auge gehen. Aufgrund der rasant hohen Fehlerquote von Ärzten ist es einfach eigen-un-verantwortlich, sich blind auf deren Diagnose geschweige denn Medikamentation zu verlassen. Mag sein, dass Medikamente vortäuschen können, dass man sich besser fühlt - es sind ja auch Drogen, was denn auch sonst. Ausserdem stehen fette Interessen dahinter, dass Menschen abhängig sind - und für die Abhängigkeit sogar noch bezahlen.

Letztendlich muss es jeder Mensch selber wissen (dürfen), was er sich antun will oder nicht. Es darf einfach kein "Muss" oder keine Manipulation zu einer Sache geben, welche demjenigen irgendwann einfach nur schaden könnte.

Gruss
Emily

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E

ExitUser

Gast
Stimmt. Es gibt Menschen die mit Psychpharmaka recht gut zurechtkommen und kaum bis keine Nebenwirkungen haben. Aber nicht alle, ich hatte schon einen ganzen Zoo von entnervendsten Nebenwirkungen. Das kann man nur im selbst ausprobieren, man kann keine gültigen Aussagen treffen "Psychopharmaka sind für alle Menschen problemlos verträglich" oder "alle Psychopharmaka sind Teufelszeug"



Haha... Fluctin. Hat bei mir üble Nebenwirkungen gehabt, hab nach einer Dosis die Einnahme beendet da es mich zu 100 Prozent am Schlafen gehindert hat.

Wie gesagt, es handelt sich um ein "meist" treten keine Probleme auf. Aber wir wissen, daß es immer Ausnahmen geben kann. Nur bei diesen Mitteln ist die Zahl der Ausnahmen deutlich geringer, als bei vielen anderen.

Die Probleme entstehen teilweise daraus, daß es mehrere unterschiedliche Ursachen für das Auftreten bestimmter Störungen wie Depressionen gibt. Die Medikamente wirken aber nur gegen jeweils eine spezifische Variante. Leider kann man aber nicht durch Untersuchungen feststellen, welche es ist. Man wird also zu Beginn immer von den häufigsten Möglichkeiten ausgehen.

Fluctin hat diese Nebenwirkung häufig bei Menschen mit ständig oder gelegentlich schwankender Hormonproduktion der Schilddrüse. Also, wenn aufgrund eines Zuviels sowieso schon eine Überreaktivität vorhanden ist. Oft sind aber diese Probleme vorher nicht bekannt und können nicht einbezogen werden.

Viele Ärzte scheuen auch davor zurück Mischverordnung zu geben. Beispielsweise wird von guten Fachärzten gerne folgende Mischung verwendet. Fluctin am Morgen und Doxepin am Abend. Bei starken Schlafproblemen statt Doxepin dann Trimipramin. Die Medikamente kommen sich nicht in die Quere. Fluctin ist nun einmal ein stark antriebssteigerndes Medikament, während Doxepin eher eine dämpfende Zusatzwirkung hat. Trimipramin hat eine stark dämpfende Zusatzwirkung und sollte daher tagsüber vermieden werden, da man sonst heftige Müdigkeitsprobleme zu ertragen hat.

Häufig finden sich bei Unverträglichkeiten vorher nicht erkannte Zusatzerkrankungen, wie z.B. der Schilddrüse oder unterschiedliche Ungleichgewichte im Hirnstoffwechsel.

Wie immer in der Medizin gilt halt, daß diese Aussagen für die Mehrheit der Patienten so von Gültigkeit sind. Ausnahmen gibt es wie überall im Leben.

Meine schlechte Erfahrung hatte ich mit Citalopram. Ergebnis waren unerträgliche Panikattacken mit extremen Herz- und Kreislaufbeschwerden. Dummerweise halten diese auch nach Absetzen des Medikament u.U. noch etliche Monate an.


Das kann man so pauschal nicht sagen. Sowas kann vorkommen, aber die Verallgemeinerung ist hier nicht angebracht.

Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, finden sich bei mir keine Verallgemeinerungen, sondern ich weise klar darauf hin, daß es sich hier um Mittel handelt, die zumeist, also für die deutliche Mehrheit der Patienten zu den problemlosesten Zählen. Damit ist aber auch klar, daß eine Minderheit gibt für die andere Regeln gelten. Daher weise ich den Vorwurf der Verallgemeinerung entschieden zurück. Er ist unangebracht.
 
E

ExitUser

Gast
Schwere Vorwürfe gegen Pfizer:

Studien zu Antidepressivum verheimlicht

Arzneimitteltester kritisieren den Pharmakonzern Pfizer hart. Er soll noch immer zwei Drittel der Testdaten eines Medikaments gegen Depressionen unter Verschluss halten. Aber auch die Methoden anderer Hersteller sind fragwürdig.

Das Pharma-Unternehmen Pfizer soll jahrelang Daten zur Wirkung eines Arzneimittels gegen Depressionen verschwiegen haben. Dabei geht es um das Präparat Edronax mit dem Wirkstoff Reboxetin.

Pfizer weigere sich, eine Liste aller veröffentlichten und unveröffentlichten Studien zu Reboxetin zur Verfügung zu stellen, um dessen Wirksamkeit zu prüfen, erklärte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nach Recherchen des Instituts wurde das in Deutschland zugelassene Arzneimittel in mindestens 16 Studien getestet.

WEITERLESEN >>> NETZEITUNG | NACHRICHTEN: Studien zu Antidepressivum verheimlicht

Dazu: https://www.elo-forum.org/news-disk...-frontal21-patienten-betrogen.html#post338615
 

Clint

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Allerdings sollte man sich auch keine Angst machen lassen. Etliche Nebenwirkungen treten nämlich oft nur dann auf, wenn man sie kennt. Also eher psychsomatische Effekte, als wirkliche Nebenwirkungen.

Recht verträglich ist bei den Anti-Depressiva Fluctin, aber auch Doxepin. Letzteres eher dann, wenn auch Einschlafstörungen hat, bzw. Angst/Panikattacken, da es auch eine deutlich dämpfende Wirkung hat ohne Einzuschläfern.

Aufpassen sollte man allerdings mit einigen dieser Medikamente im Zusammenhang mit der Einnahme u.a. von Tramadol als Schmerzmittel, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Aber das steht auch recht deutlich in den Beipackzetteln.

Das Problem mit der totalen Medikamentenverweigerung ist leider, daß die meisten Therapien ohne Medikamentenunterstützung nicht funktionieren. Man bekommt also die Erkrankungen nicht in den Griff.

Und warum werd ich regelmäßig bei Einnahme von Antidepressiva zum Psychopathen mit offenem Klappmesser in der Hosentasche?
Ich liebe meine Frau, mein Kind und meinen Kater aber immer wenn ich Pillen nehm könnt ich die an die Wand nageln.
Das Sauzeugs ist wohl nicht so harmlos wies der Pharmavertreter gerne hätte.
 

Esox

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Moin Moin,

die Nebenwirkungen von Medikamenten sind bei jedem sicherlich anders, deshalb ist ja auch der Beipackzettel so lang.
Ich nehme auch Antidepressiva, Mirtazapin, sie helfen einem weiter, ganz klar.
Aber es sollte doch stets versucht werden die Ursache für diese psychische Störung herauszufinden.
Sie ist keine Erkrankung die nicht von selbst einher geht, sie wird gemacht, und das gezielt.
Der ellenlange "Kämpf" mit Ämtern und Behörden treiben einen Menschen mit schwacher Psyche rasch in diese Erkrankungen, das wisen aber auch die "Macher" dieser Probleme.
Lachen, Freude und Spaß am Leben sind die besten "Medikamente" um einer psychischen Erkrankung gegen zu wirken. Aber auch ich weiss nicht mehr wann ich mich so richtig über was freuen konnte.
Die Polizei hat 12 Kilometer weiter gerade Einen vom Baum abgeschnitten, er war erst 20 Jahre alt....wer weiß was er hatte, ihm hätte aber sicherlich weiter geholfen werden können, wenn dieser junge Mann es gewollt hätte.
Psychische Erkrankungen heilen meist nicht von selbst wie ein Schnitt im Finger beim Kartoffel schälen...., da braucht es richtige Hilfe vom Facharzt.

Und sorry, aber wenn Du keine Medikamente einnehmen willst, dann solltest Du mal in Dich reinhören und Dich fragen ob Du auch wirklich krank bist oder auch wirklich wieder gesund werden möchtest.

Es bringt nichts zur Neurologin zu fahren und die starke Frau o. Mann zu spielen, da müssen die Tatsachen aufen Tisch....auch wenns schwer fällt. Wer Hilfe sucht-dem wird geholfen...auch wenn es Medikamente sind!
 
?

___________

Gast
Die grösse Ernüchterung bei Pillen ist:
Nach der ersten Pille kommt nicht der super Job.
Nach der zweiten Pille kommt nicht die super Wohnung.
Nach der dritten Pille kommt nicht der Prinz auf dem Schimmel.

Man wird ruhig gestellt, weil die Zeit zur Behandlung der eigentlichen Ursache fehlt: die ganz normalen menschlichen Probleme, wie Trauer, Frust über ein verkorkstes Leben. Der Arzt verdient mächtig Provision, die Pharmaindustrie verdient Milliarden. Pillen sind das Geschäft. Kosten fast nichts in der Herstellung und werfen mächtig Gewinne ab.

Es ist nachgewiesen, dass sie nicht heilen, sondern nur "dämpfen". Was im Resultat heisst: man ist drogenabhängig. Und da wieder auszusteigen, dauert Jahre, bis die Gehirnchemie sich wieder eingepegelt hat. Diejenigen, die das wieder hinkriegen, bilden sich im Promillebereich ab.

Bei vielen "Krankheiten" wie PTBS ist es sogar Körperverletzung, solche Pillen zu verschreiben. Darüber gibts sogar Urteile aus Hamburg, wo ein Mann 75.000€ eingeklagt hat.

Eine gute Seite zur Aufklärung ist www.adfd.org.

Dort werden alle Medikamente beschrieben, und wie süchtig sie machen. Darüber sollte man sich vor Einnahme gut informieren und erst dann entscheiden, ob man "schluckt".
 

jane doe

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Ich nehme auch Antidepressiva, Mirtazapin, sie helfen einem weiter, ganz klar.
sie helfen dir möglicherweise weiter, aber anderen?

Und sorry, aber wenn Du keine Medikamente einnehmen willst, dann solltest Du mal in Dich reinhören und Dich fragen ob Du auch wirklich krank bist oder auch wirklich wieder gesund werden möchtest.
das ist das allerletzte damit zu kommen. pfui!
 

Esox

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Moin "sadness",

es ist doch ganz klar das Medikamente auch Nebenwirkungen haben, deshalb ist es ja auch so wichtig das richtige zu finden, das die Nebenwirkungen so gering wie möglich hält.
Ein Medikament ist auch nicht dafür da, die schlechte Situation um Geld, Wohnung oder den vielleicht fehlenden Traummann zu beseitigen, sie sollen in erster Linie Dich weiter bringen.
Ich lese immer wieder von =Medikamentenabhängigkeit=...Rauchen und Alkohol trinken macht das auch....und es machen Millionen von Menschen.
Es sollte doch erstmal die Besserung der Beschwerden im Vordergrund stehen, und wer krank ist nimmt dieses Angebot eines Medikaments gerne in kauf, ich jedenfalls.
 

Esox

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Moin "jane doe"

ich wollte in keinen Fall falsch verstanden werden, nun ist es aber doch passiert. Sorry!

Aber es ist doch so, das eine psychische Erkrankung nicht mit Bienenhonig behandelt werden kann.
Er /sie geht zum Neurologen und sucht Hilfe für die Probleme, Er o. Sie stellt wegen ihrer/seiner psychischen Erkrankung einen EU-Rentenantrag, lehnt aber die Hilfe in Form einer medikamentösen Behandlung ab.

Wie soll das Ergebnis aussehen?
 
?

___________

Gast
Hallo Esox,

ich weiss, dass ein thema ist, welches kontrovers diskutiert wird.

die seelischen und körperlichen symptome von arbeitslosigkeit werden gerne als "psycho" definiert, denn eigentlich sind angstzustände, schlaflosigkeit usw. eine normale folge dieser psychosozialen folter unter hartz4. dagegen kann mit pillen nicht angehen, weil sie nur die symptome kurz dämpfen, aber nicht die ursache.

in keinem land wie D werden so gerne psychopharmaka verschrieben. altenheime, usw.
in england kämpft prof. dr. ashton gegen den dauereinsatz von benzodiazepinen (valium). und mittlerweile sind die dort verboten, dürfen nur noch bei aktuem schock kurz verschrieben werden.

man sollte sich schon sehr gut überlegen, was man mit seinem kopf anstellt, und da sehe ich noch einen unterschied zu zigaretten. mit alkohol hast du natürlich recht, dass betrifft den gleichen rezeptor im hirn wie tabletten, den gaba20 und alkohol macht ja bekanntlich gaga.

ich kann mir schon vorstellen, dass viele unter dem lebensdruck gerne zu den geratenen tabletten greifen. die angst hört auf usw. aber wie gesagt, der preis ist extrem hoch. wie bei allen drogen.
 

Muzel

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Esox, ich glaube, dass du überhaupt nicht die Situation des Patienten verstehst, der diese Medikamente schlucken soll. Es geht nicht um die Entscheidung, ob man gesund werden will oder nicht, sondern, welchen Preis man dafür bezahlen muss. Selbst wenn einem ein Backenzahn gezogen wird, kann man sterben (weil man meist höllische Schmerzen hat, denkt man gar nicht darüber nach). Wenn man Neuroleptika einnimmt, kann man das Krankheitsbild eines Parkinsonkranken und eine Wesensveränderung entwickeln. Dieses Krankheitsbild bleibt, auch wenn man die Pillen absetzt. Soll ich mir einen Pflegeheimplatz besorgen?
 

münchnerkindl

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Aber es ist doch so, das eine psychische Erkrankung nicht mit Bienenhonig behandelt werden kann.
Er /sie geht zum Neurologen und sucht Hilfe für die Probleme, Er o. Sie stellt wegen ihrer/seiner psychischen Erkrankung einen EU-Rentenantrag, lehnt aber die Hilfe in Form einer medikamentösen Behandlung ab.


Psychopharmaka sind keine "Behandlung" im ursächlichen Sinne. Sie dienen der Symptomunterdrückung. Und -besonders bei Neuroleptika- unter massiven Nebenwirkungen. Sodaß die Nebenwirkung mitunter genauso beeinträchtigend sein kann wie die eigentliche Krankheit. Es gibt viele Fälle von schweren psychischen Krankheiten, wo dies das geringere Übel ist.
Allerdings sind die Nebenwirkungen bei Psychopharmaka von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich stark, sodaß es Menschen gibt die die Einnahme von Psychopharmaka als Erleichterung empfinden. Und da sie ein Eingriff unmittelbar in das Bewusstsein und damit in die Persönlichkeit des Kranken sind kann man auf keinen Fall per Zwang anwenden.
 
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