Neugründung aus dem Bezug - Erfahrenswerte gesucht

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
M

Mitglied 61702

Gast
Bei mir ist es jetzt soweit, ich werde wohl in den nächsten 8-12 Wochen den großen Schritt machen müssen. Ganz ehrlich, mir ist schon mehr als flau im Magen, denn mein derzeitiges JC bekommt schon das normale ALGII nicht auf die Reihe...

Ein paar Hintergrundsfakten: ich bin aktuell krankgeschrieben und muß mich in den nächsten Wochen (sobald die Voruntersuchungen durch sind) einer OP unterziehen. Dann sollte ich erst einmal, hoffentlich, vorm Schlimmsten Ruhe haben. Ich werde dann wohl auch noch eine Weile krankgeschrieben bleiben (ich bin mehrfach malad, die OP soll nur sicherstellen, daß ich nicht tot umfalle oder morgens nicht mehr aufwache) bzw. wohl dauerhaft nicht wesentlich mehr als 3-4 Stunden theoretisch und unter Einschränkungen aushäusig arbeiten können. Zuhause arbeiten reizt das hiesige JC übrigens nur zum Lachen, von sowas hat da noch keiner was gehört.

Tatsache ist aber, daß ich zumindest fürs nächste Jahr Arbeit hätte, und zwar eine künstlerische Honorartätigkeit, die ich zuhause ausüben kann, bei völlig freier Zeiteinteilung (was für mich gesundheitlich wichtig ist). Ich möchte das eigentlich machen, auch wenn ich mich momentan wegen meines Gesundheitszustands dabei unsicher fühle.

Bezahlt würde auch nicht schlecht, ich denke ich werde anfangs so auf 900-1100 Euro brutto kommen. Das würde mich - je nach dem - entweder auf die Grenze setzen (wenn ich richtig rechne) oder durch die GKV-Beiträge knapp an der Grenze halten. Mich interessiert, wie das gerechnet wird. Insbesondere wo ich die Einkommensteuer in Ansatz bringe. Die Krankenkasse wäre die KSK mit dem Einstiegsbetrag von ~185 Euro für KK, Pflegekasse und Rentenbeitrag. Wenn ich in dem Bereich Fuß fassen kann, sollten es letztlich so runde 2,000 Euro/Monat werden - wenn ich das gesundheitlich durchhalte. Letzteres hängt auch von der OP ab.

Ist klar, daß bei 2,000 Euro im Monat ich das JC ganz hinter mir habe, aber mich interessiert die Übergangsphase. Ich habe null Bock darauf, plötzlich ohne Miete und ohne GKV dazustehen. Da das Ganze auftragsabhängig ist, müßte ich eigentlich Rücklagen erwirtschaften - was beim JC ja wohl nicht drin ist. Andererseits will ich endlich den ganzen Bohei lossein und dies ist wohl der einzige Weg.

Eure Ratschläge? Wie mache ich das alles möglichst geschmeidig?
 
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
Wie mache ich das alles möglichst geschmeidig?

Am geschmeidigsten wäre es mit einer Rücklage sprich Kapital!!

Nicht böse sein, ich sehe eine Selbständikeit mit nur 2000 € Einnahmen als sehr kritisch denn:
Die Krankenkasse wäre die KSK mit dem Einstiegsbetrag von ~185 Euro für KK, Pflegekasse und Rentenbeitrag.

Der Einstiegsbetrag KK wird sich nach der festgelegten Einstiegszeit erhöhen und zwar merklich, dürfte bei 300 € liegen!
Wie kommst Du auf 185 KK, Pflege und Rentenbeitrag. Der Rentenbeitrag ist in den 185 € nicht enthalten. Der Rentenbeitrag ist zusätzlich
an die Deutsche Rentenversicherung zu leisten oder man stellt sich frei und das ist gut zu überlegen. Du schreibst künstlerische Honorartätigkeit, da kann es sein das eine Künstlerkasse (Rente) für dich zuständig ist und meist ist man dort versicherungspflichtig.
Ich könnte jetzt noch mehr runterträllern in Sachen Kosten, die Du heute nicht berücksichtigst, nicht bedacht hast. Ich sage grundsätzlich mit 2000 € Einnahmen geht es auch schnell mal in die roten Zahlen.
Ich schreibe Dir das, da ich Erfahrungen habe aus 10 Jahren Selbständigkeit und mit 2000 € wäre ich schnell aus der Nummer raus gewesen.
 
M

Mitglied 61702

Gast
Am geschmeidigsten wäre es mit einer Rücklage sprich Kapital!!

Das kann ich aus dem Bezug heraus nicht bilden.

Nicht böse sein, ich sehe eine Selbständikeit mit nur 2000 € Einnahmen als sehr kritisch denn:

2,000/Monat reichen mir lässig. Zur Zeit sinds lediglich 850 + GKV.


Der Einstiegsbetrag KK wird sich nach der festgelegten Einstiegszeit erhöhen und zwar merklich, dürfte bei 300 € liegen!
Wie kommst Du auf 185 KK, Pflege und Rentenbeitrag. Der Rentenbeitrag ist in den 185 € nicht enthalten. Der Rentenbeitrag ist zusätzlich an die Deutsche Rentenversicherung zu leisten oder man stellt sich frei und das ist gut zu überlegen.

KSK = Künstlersozialkasse. Und ja, ich habs mir bereits ausrechnen lassen. Ich starte im ersten Jahr mit 185 Euro und es steigert sich nur wenn ich deutlich mehr verdiene als zu Anfang vorgesehen.


Ich könnte jetzt noch mehr runterträllern in Sachen Kosten, die Du heute nicht berücksichtigst, nicht bedacht hast. Ich sage grundsätzlich mit 2000 € Einnahmen geht es auch schnell mal in die roten Zahlen. Ich schreibe Dir das, da ich Erfahrungen habe aus 10 Jahren Selbständigkeit und mit 2000 € wäre ich schnell aus der Nummer raus gewesen.

Hmm. Ich hatte zwei Jahrzehnte Selbstständigkeit hinter mir, bevor ich krank wurde und ALGII beantragen mußte. Ist zwar schon eine Weile her, aber ich erinnere mich recht gut dran, was ich brauchte...

Von was für Kosten hast du es denn? Ich brauche nur einen funktionierenden PC und einen Internetanschluß. Das habe ich jetzt bereits.

Ich suche eigentlich nach echten Erfahrungsberichten zum Thema EKS und Arbeitspraxis der Jobcenter was das betrifft und wie man den Rubel so am Rollen halten kann, daß man in der Anfangsphase nicht plötzlich ohne Miete oder Essen dasteht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Ich suche eigentlich nach echten Erfahrungsberichten zum Thema EKS und Arbeitspraxis der Jobcenter was das betrifft und wie man den Rubel so am Rollen halten kann, daß man in der Anfangsphase nicht plötzlich ohne Miete oder Essen dasteht.

Nun, bei mir war es so dass ich der SB erstmal den Unterschied zwischen Vorsteuer und Umsatzsteuer erklären musste, und noch einige andere Dinge. EKS musste immer persönlich abgegeben werden, diese Termine waren immer die anstrengendsten für mich.

JC und Selbständigkeit passen m. E. nicht zusammen, zu viel Stress und Ärger. Es kann z. B. vorkommen, dass eine SB, die vom Alter her deine Tochter sein könnte, dir erzählen will wie deine Branche denn ihrer Meinung nach eigentlich funktioniert.

Rubel hältst du am Rollen, indem du am Anfang deine geschätzten Einnahmen nicht zu hoch ansetzt.
 

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.817
Bewertungen
11.159
Meine EKS wird stets mit blockiertem Router gefaxt und der selbe Inhalt per Briefpost nachgereicht.
Methode doppelt gemoppelt.

Solange die abschließende EKS nicht vorliegt, sieht sich mein JC nicht in der Lage, einen ebenso abschließenden Bescheid zum WBA zu erlassen.
Der Bescheid ist stets mit "vorläufig" etikettiert.

Selbst wenn sie dann vorliegt, läuft meine BG jedem nicht vorläufigen Bescheid hinterher.
Von sich läppernden, ausstehenden Zahlungen gar nicht zu reden, die sich mittlerweile auf ein erkleckliches Sümmchen belaufen.
Vermutlich war der Anfängerfehler, optimistische Erwartungen zu äußern, die über der Schamgrenze von **€ lagen.
Beschwerden über alle Treppenstufen, KRM, ohne den Bearbeiter mit der Nummer ****** jemals angefaßt zu bekommen.

Den leidigen Umstand hatte ich mir beim letzten EGV-Date zu Nutze gemacht.
A) Mein Intro bei der Vorladung:
Ohne Moos nix los. Das Ärgernis mit den verschleppten Außenständen klären wir jetzt mal.
Ahsoooo - nicht Ihr Thema.
Dann rufen Sie einfach denjenigen an, der für den Mißstand verantwortlich zeichnet.
Ich habe unseren Termin auf open end gesetzt - sprich - sehr viel Zeit mitgebracht.
Ahsoooo - geht nicht?
Ein Schaustück kollektiver Verantwortungslosigkeit?

Mit solchen Themenschwerpunkten neigt sich die "Besprechung der beruflichen Situation" meist einem schnellen Ende zu.

B) Eine EGV-Unterschrift von der Pixel-Bitch solange ihr nur vorläufige Bescheide vorliegen? :biggrin:
Sry Leute, ich habe keine Glaskugel - woher soll ich wissen ob und so...
Macht ihr euren Job, dann können wir über Extra-Verträge reden.
Wie von Zauberhand war das Thema EGV vom Tisch.
 
M

Mitglied 61702

Gast
Danke, das ist hilfreich!

Also, gesetzt den Fall, ich wüßte, daß ich zB Bruttozahlungen von 3,000 Euro fürs erste Halbjahr entgegenhoffe, was auf 6 Monate (sind es immer 6 Monate?) verteilt 500 Euro im Monat brutto entspräche (was ja circa 400-450 Euro unter meinem Bedarf läge), dann sollte ich idealerweise in die EKS erst einmal nur 250/Monat eintragen, und runde 250 (./. Vorauszahlungen und Betriebskosten) zur Seite legen? Und in der für das Halbjahr finalen EKS rechne ich dann Steuern und Betriebskosten vom Gesamteinkommen aus der Selbstständigkeit ab, und setze den Rest als tatsächlich eingenommen fest? Mit dem zur Seite gelegten Geld auf Halde, das mir danach vom nächsten (Halbjahr? Monat?) abgezogen wird?

Ich werde gottseidank keine Umsatzsteuern einberechnen müssen (das wäre der Alptraum), sondern nur Einkommensteuervorauszahlungen.

Dein System mit den EGVs und Termin finde ich richtig hübsch. Allein, ich ahne daß meine derzeitigen SBs schlicht zu schlicht gestrickt sind, für solche Tit for Tat-Versuche.

Kann ich eigentlich die Rentenbeiträge über die KSK in Abzug bringen? Solange ich noch irgendwas vom JC bekomme, läuft ja die GKV auch noch übers JC, aber die KSK zahlt bereits Rentenbeiträge für mich und zieht meinen Anteil ja auch ein.
 
M

Mitglied 61702

Gast
JC und Selbständigkeit passen m. E. nicht zusammen, zu viel Stress und Ärger. Es kann z. B. vorkommen, dass eine SB, die vom Alter her deine Tochter sein könnte, dir erzählen will wie deine Branche denn ihrer Meinung nach eigentlich funktioniert.

Ich hab leider keine Wahl. Einen auskömmlichen Angestelltenjob, der mit meiner Gesundheit vereinbar ist, finde ich in diesem Leben nicht mehr. Ich bin nur noch teilzeitarbeitsfähig. Damit würde ich nie vom JC loskommen. Aber das was ich jetzt vorhabe, könnte mir in 4 Stunden am Tag in etwa das bringen, was ein halbwegs akzeptabler Ganztagsbürojob einfährt. Krankenversicherung plus ~1200-1500 Euro netto. Das reicht für meine Bedürfnisse und ich wäre aus dem Trott raus. Ich muß nur das erste Jahr schaffen. Mit ein Ziel dabei ist, wenigstens zwei Monate Fixkosten anzusparen, um nicht plötzlich ohne alles dazustehen.

Ich habe zwar SBs, die entweder sehr jung oder sehr schlicht gestrickt sind, aber darüber, wie die Arbeit funktioniert, werden sie nicht schwadronieren können.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten