neuer Lebensabschnitt- ALG 1 (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

trebuel

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
2 November 2012
Beiträge
2
Bewertungen
0
Liebe Freunde des Forums,
ich bin ein totales Greenhorn, was ALG betrifft und habe diese Möglichkeit immer in weiter Ferne gesehen, doch nun ist es bei mir so weit...und ich stehe vor einem Problem, was in jeder Beziehung Neuland für mich ist und ich hoffe hier einige Ratschläge zu finden, wie ich diese ganze Sache angehen soll.....!
Nun etwas zu mir. Ich arbeite seit gut 20 Jahren bei einer großen Firma hier in der Nähe Mannheims im Einzelhandel. Seit Mitte August letzten Jahres bin ich krank ( PTBS, Depressionen und andere psychische Probleme). Ich habe zwei mehrwöchige Krankenhausaufenthalte hinter mir und bin nach dem letzten Aufenthalt als arbeitsunfähig in meinem Beruf entlassen worden.
Nun habe ich( auch mit Unterstützung der LVA = Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ), mich mit meinem Arbeitgeber in Verbindung gesetzt, wegen einer innerbetrieblichen Umsetzung. Bei der Zusammenkunft stellte es sich dann heraus, das es keinen leidensgerechten Arbeitsplatz gäbe und es wurde gesagt, man wird sich Anfang Januar nächsten Jahres nochmals mit mir in Verbindung setzten, wegen einer Lösung des Problemes, wegen Abfindung u.ä.
Mein Krankengeld wird letztmalig Anfang Februar gezahlt, dann werde ich ausgesteuert.
Nun meine Frage an Euch. Wie sollte man jetzt vorgehen ? Soll ich mich jetzt schon beim AA melden oder erst mit einem Anwalt sprechen ? Ich bin nun 57 Jahre alt und möchte in dieser Situation auch nicht noch etwas falsch machen, damit ich später auch keine finanziellen Probleme bekomme aus lauter Unwissenheit !
Über Eure Hilfe und Ratschläge wäre ich sehr dankbar !!
 
G

gast_

Gast
Vernünftig, daßdu dich rechtzeitig schlau machst.

Wir haben hier im Forum einige Leute, die sich da auskennen.

Bitte warte auf z.B. ein Post von Doppeloma
 

trebuel

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
2 November 2012
Beiträge
2
Bewertungen
0
Hallo Kiwi, Danke für Deinen ersten Trost und ich hoffe, daß ich mich bald mit Hilfe der Posts von Leuten, die diese Problematik, etwas optimistischer und aufgeklärter fühle !!!!
 

Holger01

Elo-User*in - temp. eingeschränkt
Mitglied seit
26 Januar 2012
Beiträge
1.399
Bewertungen
565
Hallo Trebuel,

da tun sich für dich viele, viele Fragen auf.

Dann fangen wir mal an:

Egal, wie alles andere ausgeht:
Du hast 20 Jahre gearbeitet und bist 57 Jahre alt; da ist vorneweg und grundsätzlich zu beachten, dass du bei Antragstellung Alg1 mindestens 58 Jahre alt sein solltest, weil du deine Alg1-Bezugsdauer somit auf 24 Monate verlängerst.
Quelle mit Tabelle: Dauer des Anspruchs - www.arbeitsagentur.de

Falls es aus irgendwelchen Gründen nicht so klappen sollte und falls du nicht ganz mittellos bist, dann kannst du fristgerecht (siehe unten) dich arbeitslos melden und dabei einen späteren Termin für den Beginn des Leistungsbezuges angeben, nämlich den Tag deines 58. Geburtstages, dies funktioniert dann auch zugunsten der 24 Monate Anspruchsdauer.

Hierzu Zitat: "Arbeitslosengeld gilt mit der persönlichen Arbeitslosmeldung als beantragt, wenn die oder der Arbeitslose keine andere Erklärung abgibt."
Quelle: § 323 SGB III, Absatz 1, Satz 2
§ 323 SGB III Antragserfordernis - dejure.org

Durch diesen "Trick" läßt sich die Übergangszeit bis zum 58. überbrücken!


So, und weiter grundsätzlich:
Wenn du gegenüber der AfA Fehler machst, werden diese mit sogenannten Sperrzeiten beantwortet, d.h., du erhältst für 1 Woche bis 3 Monate kein Alg1; dennoch wird dir die Sperrzeit von deiner Anspruchsdauer abgezogen.

Häufigste Fehler:
Die "Arbeitssuchend"-Meldung hat i.d.R. sofort (binnen drei Tagen) zu erfolgen, wenn du von der Beendigung deines Arbeitsverhältnisses Kenntnis erlangst.
Dies liegt bei dir noch nicht vor; wenn dein AG kündigt oder wenn du einem Aufhebungsvertrag zustimmst, musst du dich sofort arbeitssuchend melden.

Quelle und weitere Vorgaben: Arbeitslosengeld - www.arbeitsagentur.de

Hieraus ergibt sich dann für später die Pflicht zur persönlichen (!) "Arbeitslos"-Meldung, siehe die gleiche Quelle.


Ja, und dann hast du noch spezifische Themen zu bearbeiten.

Schaue dich im Forum schonmal um zur "Nahtlosigkeit" nach § 145 SGB III; dies betrifft dich nach Aussteuerung aus der KK mit fortlaufender AU und gleichzeitiger Alg1-Beantragung.


Grundsätzlich solltest du versuchen, eine Vor-Entscheidung über deine weitere Entwicklung zu treffen.
Natürlich ist dies abhängig von deinem Krankheitsverlauf. Aber du kannst, gerade bei psychischen Erkrankungen, auch oft mit mentaler Stärke positiven Einfluss nehmen.

Vielleicht sind deine Probleme mit dem bisherigen Arbeitsplatz verbunden, dann helfen Strategien zur Erlangung eines neuen Beschäftigungsverhältnisses.


Oder du schaust nach Möglichkeiten einer Schwerbehinderten-Anerkennung, die habe ich selbst mit psychischen Problemen erhalten und kann mich damit 3 Jahre früher in die vorzeitige Altersrente verabschieden. Stichworte in diesem Forum: Schwerbehinderung, GdB 50, vorzeitige Rente.

z.B. https://www.elo-forum.org/schwerbeh...-ablehnung-gdb-100636/index2.html#post1256460

Also, viel Spaß beim Einlesen in diese Thematiken,
und wenn dann Fragen auftauchen, meldest du dich einfach wieder hier.
...
 
Oben Unten