Neuer Freibetrag

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thunder

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Wieviel Nebenverdienst ist nun anrechnungsfrei bei Hartz 4 ?

moin zusammen

Wieviel darf man nun als Leistungbezieher von Hartz 4 dazuverdienen ??

Ich habe einen 400 € Job in Aussicht,
werden die dann komplett angerechnet oder gibt es einen Freibetrag wie beim Arbeitslosengeld 1 ??

In meinem Haushalt leben noch meine Frau, unsere gemeinsame Tochter (Alter 5 Jahre).

Meine Frau erhält auch Bezüge vom Arbeitslosengeld 2 durch die Bedarfsgemeinschaft.

mfg Herbert
 

kalle

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Gestern wurde bei uns folgendes veröffentlicht:

Ab dem 1. Oktober gelten neue Einkommensfreibeträge für Empfänger von Arbeitslosengeld II. Für die meisten von ihnen verbessert sich dadurch die finanzielle Situation. Auch ist die Berechnung für Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Lübeck deutlich einfacher geworden.

So werden die Freibeträge nunmehr aus dem Brutto- und nicht mehr aus dem Nettoeinkommen errechnet. Die ersten 100 Euro aus Erwerbseinkommen werden grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet (Grundfreibetrag).

Weiteres hier:https://www.hl-live.de/aktuell/text.php?id=14721
 

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Kennt sich jemand mit dem neuen Freibetrag aus? Wie ist das, wenn Erwerbseinkommen mit sonstigem Einkommen zusammenfällt. Werden die 100,- Euro nur auf das Erwerbseinkommen angerechnet oder insgesamt? Nach dem Wortlaut des neuen § 11 SGB II müßte es wohl vom Gesamteinkommen abgezogen werden. Das aber würde bedeuten, daß die 100,- Euro nicht jene bekommen, die sonstiges Einkommen beziehen. Warum schaffen es die Politiker eigentlich nie, eindeutige Gesetze zu machen...?
 
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"Bei erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die Erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen. Dieser beläuft sich
1. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 800 Euro beträgt, auf 20 vom Hundert und
2. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 800 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 200 Euro beträgt, auf 10 vom Hundert.
An Stelle des Betrags von 1 200 Euro tritt für erwerbsfähige Hilfebedürftige, die entweder mit mindestens einem minderjährigen Kind in Bedarfsgemeinschaft leben oder die mindestens ein minderjähriges Kind haben, ein Betrag von 1 500 Euro." (§ 30 SGB II, gültig ab 1.10.2005)
Diese einfachere Regelung löst das vorherige Meisterwerk an Unverständlichkeit ab.

I) Eine Pauschale von 100 Euro bleibt immer anrechnungsfrei.

"Bei erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die erwerbstätig sind, ist an Stelle der Beträge nach Satz 1 Nr. 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen." (§ 30 Abs. 2 Nr. 6 SGB II, ab 1.10.2005)

Die Pauschale soll alle Ausgaben für

* Versicherungspauschale in Höhe von 30 EUR für öffentliche und private Versicherungen
* Kfz-Versicherungen
* Arbeitsmittelpauschale von 15,33 EUR
* Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten,
* Kosten für riester-geförderte Altersvorsorge
* die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Kinderbetreuung Gewerkschaftsbeitrag usw. abdecken.

Bis zu einem Minjob mit 400 Euro brutto wird im Gegensatz zu vorher auch dann nur eine Pauschale von 100 Euro für Versicherungen, Altersvorsorge und Werbungskosten anerkannt, wenn die realen Ausgaben höher sind.

Ab 400 Euro brutto können höhere Ausgaben geltend gemacht werden. "Beträgt das monatliche Einkommen mehr als 400 Euro, gilt Satz 2 nicht (d.h. der oben zitierte Satz), wenn der erwerbsfähige Hilfebedürftige nachweist, dass die Summe der Beträge nach Satz 1 Nr. 3 bis 5 den Betrag von 100 Euro übersteigt." (§ 30 Abs. 2 Nr.6 SGB II neu)

Weiter kannst du dies hier verfolgen ---->
https://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2005/freibetragsregelung.html
 

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freibetrag

vielen dank soweit.
da hab ich auch schon geschaut und leider keine antwort gefunden. mich interessiert, ob die 100,- euro nur vom erwerbseinkommen abgezogen werden oder, wenn erwerbseinkommen und sonstiges einkommen vorliegt, vom gesamteinkommen. wenn es nur vom erwerbseinkommen abgezogen wird, stellt sich mir die frage, ob dann vom sonstigen einkommen die versicherungspauschale und haftpflichtversicherung abgezogen werden kann. alle berechnungsbeispiele gehen nur vom vorliegen von erwerbseinkommen aus. gerade bei solchen erwerbseinkommen, die so gering sind, daß die 100,- euro nicht ausgeschöpft werden, wird es relevant, weil vorher die versicherungsabzüge voll bei den sonstigen einkommen berücksichtigt wurden.
 
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Gast
da hab ich auch schon geschaut und leider keine antwort gefunden. mich interessiert, ob die 100,- euro nur vom erwerbseinkommen abgezogen werden oder, wenn erwerbseinkommen und sonstiges einkommen vorliegt, vom gesamteinkommen. wenn es nur vom erwerbseinkommen abgezogen wird,

... das ist nicht das was dir abgezogen wird, sondern das was dir nur bleibt ohne Anrechnung. ... Also wenn du 200 Euro verdient hast, dann bleiben dir 100 sicher und 100 werden dir zu 20 % nur ausgeschüttet. Der Rest geht als Bedarfsdeckung drauf.
 

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ne, tut mir leid, ich drücke mich wahrscheinlich echt schlecht aus.
stell dir vor, du verdienst 90,- euro aus einem nebenjob. zusätzlich kriegst du waisenrente von, sagen wir 130,- euro. wenn die 100,- nur auf die 90,- angerechnet werden, bleiben die 130,- die voll vom bedarf abgezogen werden. hier setzt meine frage an, wie mit den üblichen abzügen, die eigentlich von der rente abgezogen werden könnten, z.b. versicherungspauschale, zu verfahren ist. sie fallen sicher weg, wenn die 100,- euro sie beinhalten, was ja eigentlich vorgesehen ist.
 
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Code:
Warum schaffen es die Politiker eigentlich nie, eindeutige Gesetze zu machen...?

Weil Politiker verantwortungsvoll handeln.

Stell dir vor, die Gesetze wären eindeutig. Ganze Rechtsanwaltskanzleien wären ohne Arbeit, ganz zu schweigen von den Angestellten an den Gerichten, die untätig herumsäßen. :p
 
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Mal eine nebensächliche Frage: Wieso gehen die nun vom Brutto aus ? Die planen doch wohl nicht etwa die Steuern und Abgaben nicht zu berücksichtigen als nichtanrechenbares Einkomen, oder?
 

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na, das wäre ja noch schöner.

nein, nur Nrn. 3-5, fallen weg. steuern, sozialabgaben (Nrn. 1 u. 2) werden nach wie vor vorab abgezogen. wir reden also immer nur über den nettolohn, der aber in diesen gehaltsregionen immer auch der bruttolohn ist.
 
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Lillybelle meinte:
Mal eine nebensächliche Frage: Wieso gehen die nun vom Brutto aus ? Die planen doch wohl nicht etwa die Steuern und Abgaben nicht zu berücksichtigen als nichtanrechenbares Einkomen, oder?
Beispiel: 900 € brutto = ca 700 € netto bei Lstkl 3
900 - 100 Freibetrag ist 800; 20 % davon ist 160 €.
700 Nettoeinkommen minus 100 minus 160 ist 440 anrechenbares Einkommen. Der Freibetrag wird also aus dem Bruttoeinkommen berechnet und dann vom Nettoeinkommen abgezogen.
Würde man vom Netto ausgehen, stände der HE schlechter da.
700 - 100 = 600 - 120 (20% von 600) 480 anzurechnendes Einkommen.
So verstehe ich das jedenfalls
 

FSJ

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Freibetrag

Erwerbseinkommen meine 2 Kinder gehen beide zur Schule und möchten gerne sich nebenher das Taschengeld aufbessern.Können die das nun jeder bis 100€ ohne das ich das angerechnet bekomme?

Gruß

FSJ
 

Kater

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Auch Kinder von Hartz-IV -Empfängern, die unter 15 sind und einen Ferienjob ausüben, dürfen künftig die ersten 100 Euro ihres Monatsverdienstes komplett behalten. Ist das Einkommen höher, wird die übrige Summe nach Abzug eines Freibetrags (15%, ab Oktober 20%) auf das Sozialgeld des Kindes angerechnet. Bisher galt der 15-Prozent-Freibetrag für den gesamten Verdienst, so dass dem Ferienjobber im ungünstigsten Fall nur ein einstelliger Betrag blieb.

https://www.mdr.de/nachrichten/schwerpunkt/2095438.html
 
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Gast
.
AUCH Kinder von Hartz 4 Empfängern.....


.Na , wenn er dann Einkommen hat, ändert sich nix.

Bisher wurde ja halt alles abgezogen vom dazuverdienten Taschengeld, jetzt dürfen nicht nur eben Erwachsene mit Einkommen die 100 Euro ( mindestens) behalten, sondern auch unter 15- jährige.

Aber achtung! Die neuen Zuverdienstregelungen gelten nur für Bescheide, die nach dem 01.10.05 erlassen worden sind.
Neue Bescheide müssen regelmässig bei geänderten Gehalt, Aufnahme einer teilzeit oder sonstigen Tätigkeit , Änderungen bei KdU oder Personenstand- also wenn sich irgendetwas ändert- neu berechnet und ausgestellt werden. ;)
 

Hans-Peter

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@Rüdiger
ist so glaube ich nicht ganz richtig. Habe mal unseren Bescheid angesehen. Es heißt auch 100 frei, bis 800 20%. Da man die 100 frei hat,
sind dann nur noch 700 bis zu 800 mit 20% zu rechnen.
Nach deiner Berechnung so.
Beispiel: 900 € brutto = ca 700 € netto bei Lstkl 3
900 - 100 Freibetrag ist 800; 20 % davon ist 160 €.
700 Nettoeinkommen minus 100 minus 160 ist 440 anrechenbares Einkommen. Der Freibetrag wird also aus dem Bruttoeinkommen berechnet und dann vom Nettoeinkommen abgezogen.

Ich meine, und wurde uns so berechnet.
Beispiel: 900 € brutto = ca 700 € netto bei Lstkl 3
900 - 100 Freibetrag ist 800; 20 % von 700 ist 140 €.
+ 10% von den restlichen 100 ist 10 €
700 Nettoeinkommen minus 100 minus 140 minus 10 ist 450 anrechenbares Einkommen.
 
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Gast
Die neue Regelung gilt nur für Neubescheide ab 01.10.05. Für alte Bescheide gilt die alte Regelung. Die heißt: Nettoeinkommen minus Werbungskosten ist bereinigtes Einkommen. Davon 15 % bis 400 €, 30 % von 401 bis 900 €, darüber wieder 15 % als Selbstbehalt abziehen. Der Rest wird angerechnet.
 
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Gast
Ich meine, und wurde uns so berechnet.
Beispiel: 900 € brutto = ca 700 € netto bei Lstkl 3
900 - 100 Freibetrag ist 800; 20 % von 700 ist 140 €.
+ 10% von den restlichen 100 ist 10 €
700 Nettoeinkommen minus 100 minus 140 minus 10 ist 450 anrechenbares Einkomme
Verstehe jetzt dein Rechenbeispiel nicht so ganz.
900 - 100 Freibetrag ist 800; 20 % von 700 ist 140 €.
Ergibt keinen Sinn, wieso errechnest du 800, gehst aber von 700 aus?
Der Freibetrag wird aus dem Brutto errechnet, und dann vom Netto abgezogen.
In deinem Beispiel wäre das Bruttoeinkommen ja uninteressant.
 

Hans-Peter

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1. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 800 Euro beträgt, auf 20 vom Hundert und
2. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 800 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 200 Euro beträgt, auf 10 vom Hundert.

Der Teil, der 100€ übersteigt und nicht mehr als 800 beträgt ist 700
Der Teil, der 800€ übersteigt und nicht mehr als 1200 beträgt sind 400.

Da bereits 100 € als Freibetrag abgezogen sind, bleiben nur noch
700€, auf die 20 % gerechnet werden. Der Rest wird mit 10 % gerechnet.
Alles auf das Brutto und dann vom Netto abgezogen.
So lautet unser Bescheid ab 1.11.

Bedeutet bei 900 € Brutto
100 frei
bis 800 800-100 = 700 20% = 140
900 -100-700 = 100 10% = 10
 
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