Neuer AG - Krankheitsfall in der ersten Woche - keine Zahlung

Snoopy40

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
19 Juni 2019
Beiträge
3
Bewertungen
0
Hallo Ihr Lieben,

ich habe leider folgendes Problem. Ich habe gerade ein neues Arbeitsverhältnis
begonnen und bin leider schon nach einem Tag arbeitsunfähig erkrankt.
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ging natürlich sofort postalisch an den
AG und die KK (von der Möglichkeit letzteres auch online zu erledigen habe
ich erst im Nachhinein erfahren).

Das Gesetz sieht ja nun vor, dass man im Falle einer Erkrankung im ersten Monat
keine Lohnfortzahlung erhält, sondern für die ersten 28 Tage die Krankenkasse
"einspringen" muss. Bei der telefonischen Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse
habe ich allerdings erfahren müssen, dass der AG mich noch gar nicht bei der KK
angemeldet hat. Der AG hat dazu laut Gesetz bis zu sechs Wochen Zeit.

Leider hat der AG alles andere als verständnisvoll auf meinen Krankmeldung reagiert
und mir gleich nahegelegt zu kündigen. Da ich bereits am ersten Tag feststellen musste,
dass es ein großer Fehler war, dort anzufangen und ich für die Stelle völlig ungeeignet
bin (Probearbeit wurde mir trotz offenkundig mangelnden Fachkenntnissen meinerseits
nicht angeboten, ich wurde direkt eingestellt und habe am ersten Tag den Arbeitsvertrag
unterschrieben), würde ich der Aufforderung am liebsten nachkommen. Leider ist das für
mich aber keine Option, da ich im Fall einer selbstgetätigten Kündigung ohne eine
alternative Arbeitsstelle, ja eine dreimonatige Sperrzeit bei der Agentur für Arbeit
erhalten würde. Der AG hat mir seinerseits erklärt, dass er nicht dazu bereit ist,
das Arbeitsverhältnis zu kündigen, da er wohl sehr verärgert ist und "mir keinen Gefallen
tun möchte". Die Probezeit beträgt 6 Monate und die Kündigungsfrist 2 Wochen.
Nun weiß ich leider nicht mehr, wie ich weiter vorgehen soll.

Meine Arbeitsunfähigkeit besteht jetzt erstmal bis zum 29.06. und ich gehe davon aus,
dass der AG die Frist zur Anmeldung bei der Krankenkasse zu meinen Ungunsten
voll ausreizen wird, um mich so indirekt zu meiner Kündigung zu bewegen.
Diese würde für mich aber ja durch die Sperrzeit einen noch größeren finanziellen
Nachteil bedeuten.

Ich habe auch kein Interesse daran auf Kosten von irgendwem "krank zu feiern".
Mir geht es körperlich und seelisch leider wirklich schlecht und ich möchte das
Arbeitsverhältnis nur möglichst "schmerzlos" beenden, da jetzt ja ohnehin keine
Basis mehr für ein vernünftiges Verhältnis besteht.

LG
Peter
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
939
Bewertungen
998
Kümmere Dich primär um Deine Gesundheit. Der Arbeitgeber kann es letztendlich legal nicht verhindern Dich bei der Krakenkasse anzumelden.
Teile der KK mit wer ab wann Dein neuer AG ist. Damit sie nachhaken können.

Und nach 4 Wochen AU beginnt die Lohnfortzahlung des AG.
Wie schön die Arbeit und wie nett der Chef ist oder nicht ist nicht relevant.
 

faalk

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Dezember 2014
Beiträge
1.240
Bewertungen
1.176
Wie sieht es aus mit einen Attest von deinen HA, dass du auf Ärztlichen Rat Gesundheitlich nicht in der Lage bist, den besagten Job auszuführen?
 

Nena

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 Oktober 2015
Beiträge
1.614
Bewertungen
1.498
die Frist zur Anmeldung bei der Krankenkasse zu meinen Ungunsten
voll ausreizen wird
Wenn Dein AG Dir schaden will - so kann er es nicht.
Der Arbeitgeber kann es letztendlich legal nicht verhindern Dich bei der Krakenkasse anzumelden.
Wenn er die Anmeldung zu lange rauszögert, macht er sich sogar strafbar.
Teile der KK mit wer ab wann Dein neuer AG ist.
Wenn die KK vor Ort ist, kannst Du auch mit dem Arbeitsvertrag hin gehen. Die werden sich dann schon kümmern.

Ich habe auch kein Interesse daran auf Kosten von irgendwem "krank zu feiern".
Du sollst wirklich nicht FEIERN! Aber wenn Du arbeitsunfähig bist, kannst Du momentan nicht arbeiten.
Kümmere Dich primär um Deine Gesundheit.
Und um fortlaufende AU-Bescheinigungen.

Alles Gute!
(übrigens schwierig zu lesen mit den Zeilenumbrüchen an Stellen, die es DIR gut lesbar machen...)
 

faalk

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Dezember 2014
Beiträge
1.240
Bewertungen
1.176
Wenn Dein AG Dir schaden will - so kann er es nicht.
Na ja, wenn der AG die sechs Wochen Meldefrist ausreizt, um so länger dauert es, bis TE Geld bekommt.

Wenn die KK vor Ort ist, kannst Du auch mit dem Arbeitsvertrag hin gehen. Die werden sich dann schon kümmern.
Die KK kann deshalb aber die Zeit der Anmeldung durch den AG nicht verkürzen.
 

Snoopy40

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
19 Juni 2019
Beiträge
3
Bewertungen
0
Kümmere Dich primär um Deine Gesundheit. Der Arbeitgeber kann es letztendlich legal nicht verhindern Dich bei der Krakenkasse anzumelden.
Teile der KK mit wer ab wann Dein neuer AG ist. Damit sie nachhaken können.

Und nach 4 Wochen AU beginnt die Lohnfortzahlung des AG.
Wie schön die Arbeit und wie nett der Chef ist oder nicht ist nicht relevant.
Danke für deine Antwort. Die Krankenkasse wurde ja bereits im Vorfeld über
den neuen AG (samt Name und Anschrift) informiert, da ich eine Mitgliedschaftsbescheinigung
für den neuen AG beantragen musste. Als ich heute dort anrief, sagte man mir,
dass der AG von der KK bereits die nötigen Informationen erhalten, mich aber
noch nicht angemeldet hat. Es bleiben ihm dafür bis zu 6 Wochen Zeit.
Ich solle mich einfach nächsten Montag deswegen nochmal melden.

Wie sieht es aus mit einen Attest von deinen HA, dass du auf Ärztlichen Rat Gesundheitlich nicht in der Lage bist, den besagten Job auszuführen?
Das wäre eine Option. Allerdings würd die AfA mich daraufhin wohl zum
Amtsarzt schicken,der die Diagnose höchstwahrscheinlich anzweifeln wird.
So etwas ist mir vor über 10 Jahren leider schon einmal passiert.
Ich hatte ein Attest von einem Facharzt, dass ich bestimmte Tätigkeiten
nicht ausüben sollte. Der Amtsarzt hat das ganze dann in Frage gestellt
und behauptet ich wäre völlig uneingeschränkt einsetzbar.
Soweit ich mich erinnere, erhielt ich darauf hin eine Sanktion,
gegen die ich noch erfolglos Einspruch erhoben hatte.


Wenn Dein AG Dir schaden will - so kann er es nicht.

Wenn er die Anmeldung zu lange rauszögert, macht er sich sogar strafbar.

Wenn die KK vor Ort ist, kannst Du auch mit dem Arbeitsvertrag hin gehen. Die werden sich dann schon kümmern.


Du sollst wirklich nicht FEIERN! Aber wenn Du arbeitsunfähig bist, kannst Du momentan nicht arbeiten.

Und um fortlaufende AU-Bescheinigungen.

Alles Gute!
(übrigens schwierig zu lesen mit den Zeilenumbrüchen an Stellen, die es DIR gut lesbar machen...)
Auch dir vielen Dank für deine Antwort und ein dickes Sorry für meine Textformatierung.
Damit tu ich mich immer schwer irgendwie. Die KK weiß wie gesagt schon von dem
AG und meiner AU. Man sagte mir, dass man bezüglich dem Antrag auf Krankengeld
erst etwas machen könne, wenn der AG mich angemeldet hat.
 

RobbiRob

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Januar 2017
Beiträge
2.302
Bewertungen
2.131
Je nach Branche gibt es auch die Pflicht der Sofortmeldung.

Ansonsten ist es tatsächlich so, dass der AG hier die Frist ausreizen kann und die Krankenkassen in der Regel dann auch nicht zahlen dürfen.

Der Gesetzgeber ist da gefragt.
 

Snoopy40

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
19 Juni 2019
Beiträge
3
Bewertungen
0
Je nach Branche gibt es auch die Pflicht der Sofortmeldung.

Ansonsten ist es tatsächlich so, dass der AG hier die Frist ausreizen kann und die Krankenkassen in der Regel dann auch nicht zahlen dürfen.

Der Gesetzgeber ist da gefragt.
Danke für die Antwort. Die Pflicht zur Sofortmeldung ist in dem Fall (Einzelhandel) wohl
leider nicht gegeben, da mir die Dame von der KK ja mitgeteilt hat, dass der AG bis zu 6
Wochen Zeit dafür hätte. Auch wenn ich nicht weiß, wie ich das Ausbleiben jeglicher Zahlungen
in den nächsten Wochen finanziell bewältigen soll, werde ich das ganze wohl "aussitzen" müssen,
bis ich evtl. doch noch eine Kündigung erhalte. Sollte ich kündigen, ist der finanzielle Nachteil ja
noch größer.
 

RobbiRob

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Januar 2017
Beiträge
2.302
Bewertungen
2.131
Der Gesetzgeber, der die Frist von vorher zwei Wochen zu gunsten der AG auf sechs Wochen verlängert hat? :wink:
Der Gesetzgeber, der jetzt beschließen kann.

Der Grund der AG war das Argument Lohnbuchhaltung des ersten abgerechneten Monats. Ist auch nachvollziehbar und klappt auch bei den meisten AG.
Gibt aber anscheinend Probleme bei manchen AG.

Das selbe Spiel haben wir doch bei der Arbeitsbescheinigung.

Mir ist natürlich klar, dass das zahlenmäßig vernachlässigbar ist und deswegen sollte man zumindest wie bei der Arbeitsbescheinigung Ersatzmöglichkeiten schaffen, damit der Kranke nicht ohne Geld dasteht.

Die kranken Kassen zahlen nur bei Formerfüllung.
Da gibts keinen Ermessensspielraum bei dem Thema hier.
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
939
Bewertungen
998
Es ist eine Regelungslücke im Gesetz. Die anscheinend Dein AG (legal) ausnutzt. Allerdings beginnt nach 4 Wochen AU (sollte es so lange andauern) die 6-wöchige Lohnfortzahlung.
Vielleicht motiviert ihn das dann in der Probezeit zu kündigen. Weil er dann Kosten haben wird.
Ob Du zwischendurch Anspruch auf Hartz IV hast werden hier die SGB II Experten besser abschätzen können.
 

Caye

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 März 2011
Beiträge
1.209
Bewertungen
1.162
Wenn kein Geld mehr in der Kasse ist, besteht Anspruch auf ALG II. Das wird dann aber natürlich mit dem nachgezahlten Krankengeld verrechnet, wenn das denn kommt.
Außerdem dauert die Antragsbearbeitung einige Wochen und auch einen Vorschuss kann man nur sinnvoll erwirken, wenn die Unterlagen zumindest schonmal vollständig beim JC sind.
Wirklich "schön" ist diese Möglichkeit also nicht.

Ich persönlich würde eher versuchen, die Zeit mit Geliehenem von Verwandten zu überbrücken, da der Papierkrieg fürs ALG II doch enorm ist und der Gesundheit nicht gerade zuträglich. Aber wenns nicht anders geht, gibts diese Möglichkeit.
 
Oben Unten