Neue Wohnung wurde abgelehnt!

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ALCALINE11

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Guten Tag,

ende Juli fanden wir (Paar mit 3,5 Jährigem Kind) eine perfekte Wohnung in dörflicher Lage, 10 KM von einer Kreisstadt, in der wir wohnten, entfernt.

Unsere neue Vermieterin hat Anfangs nicht gewusst, dass wir gerade vom Jobcenter leben und das ging alles so schnell und situationsbedingt unterschrieben wir den neuen Mietvertrag einfach. Wir wussten nicht... und und und, das spielt aber sowieso keine Rolle. Das Jobcenter hat zwar Bescheid gewusst und es klang alles so als wäre es in Ordnung umzuziehen, aber dann kam halt doch noch der Ablehnungsbescheid da an.

Alte Wohnung: 3Z 507€ warm (Hier ist meine Freundin mit unserer Tochter zu zweit eingezogen und alles wurde übernommen, ich zog 3 Monate später erst rein und war bis dahin noch nicht ALG2 abhängig)
Neue Wohnung: 3Z 600€ warm (Laut Mietspiegel des Jobcenters 17€ unter dem Limit).

Natürlich wurden wir jetzt mit der alten Miete festgenagelt und müssen 93€ selbst zahlen, Kaution wurde ebenfalls nicht übernommen, das musste ich mir privat leihen. Den Ablehnungsbescheid erhielten wir auch erst wo wir schon fast alles in die neue Wohnung transportiert haben und mit der renovierung anfingen, also ohnehin zu spät. Die alte Wohnung war ebenfalls gekündigt und alles war im Gange.

Alte Wohnung:
- Kein Kindergartenplatz, erst ab 2019 ->
SB sagt, wir hätten zum Jugendamt gehen müssen weil die verpflichtet wären unsere Tochter unterzubringen.
- Schimmelansätze, die wir regelmäßig mit teuren Mitteln entfernt haben, wollten wir der Vermieterin nicht sagen, weil das doch recht wenig war.
SB sagt, wir brauchen einen Nachweis von der Vermieterin, diese schiebt die Schuld auf uns (Obwohl es da Holzwände gibt) und das Thema wurde erstickt. Es existieren Fotos aber das was da zu sehen ist reicht evt. nicht
- 3. OG (und Probleme mit den Knien, vielleicht könnte ich das irgendwie Bescheinigen lassen?), schlechte Nachbarschaft, sehr laut und keine Kindgerechte Umgebung, da ständig irgendwo betrunkene Jugendliche unterwegs sind.
- Erhöhte Stromkosten durch 2 Boiler in der Wohnung + monatlich zusätzliche Putzkosten 12€


Neue Wohnung:
- 1. Stock mit Garten
- Dörfliche Umgebung (Was zu uns besser passt und unsere Tochter kann sich endlich frei bewegen und auch draussen mal Spaß haben) und sofortiger Kindergartenplatz
- Nette Nachbarschaft und persönliche Kontakte zur Vermieterschaft etc.
- Kein Schimmel


Ihr merkt, das sind fast alles nur persönliche Gründe. Mein Ziel ist jetzt natürlich, es irgendwie zu schaffen, dass das Jobcenter die neue Wohnung annimmt und die volle Miete zahlt. Ich benötige Hilfe beim verfassen eines Widerspruchs.

Leider kann ich die Briefe Umzugsbedingt heute nicht anhängen, morgen aber! Vielleicht hat der ein oder andere Zeit sich bis morgen schon mal grob Gedanken zu machen wie ich vorgehen kann.

Mit freundlichen Grüßen
 

Seepferdchen 2010

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Hallo @ALCALINE11

aber dann kam halt doch noch der Ablehnungsbescheid da an.

Gut dann lade mal morgen das Schreiben, natürlich ohne persönliche Daten hier in das Forum, dann kann man gezielter dir einen Hinweis geben und es müßen nicht unzählige Fragen gestellt werden, was für dich
und den Helfern bestimmt besser ist.
 

Kerstin_K

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Wird schwer, das nachträglich durch zu bekommen.

Wenn, dann sehe ich den besten Ansatz bei den Knieproblemen, wenn Du eine Ärztliche Bescheinigung bekommst, dass die Treppen gesundheitsbedingt nicht gehen, und im Kindergartenplatz.
 

romeo1222

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Dem Grunde nach hätte man einen Anspruch auf einen Umzug wegen Schimmel, wenn die Vermieterin nichts macht. Denke, damit hättet ihr eher weniger Chancen.

Ebenso verhält es sich mit lauten Nachbarn usw., auch hier müsste man sich beim Vermieter beschweren und am besten noch was ärztliches haben, alternativ Polizeiprotokolle oder ähnliches wie Lärmprotokoll.

Ob das Jugendamt dafür zuständig wäre, im konkreten Fall, kann ich nicht sagen. Ist das Kind denn jetzt schon im Kindergarten, also zeitnah nach dem Umzug ist dieses geschehen?

Wegen der eigenen Gesundheit müsstest du auch was schriftliches vom Arzt bekommen, um dieses verwenden zu können.

Ansonsten sehe ich es so wie Kerstin, dass es schon sehr schwierig ist.
 

Schmerzgrenze

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Vielleicht hat der ein oder andere Zeit sich bis morgen schon mal grob Gedanken zu machen wie ich vorgehen kann.
Erstmal alle relevanten Informationen für die nachträgliche Begründung sammeln (Widerspruchsfrist beachten).
Insgesamt kann das schon wichtige Gründe liefern, daß der Umzug nicht aufzuschieben- und gerechtfertigt war.
In der Begründung sollte herausgearbeitet werden, daß angesichts der Wohnungsmarklage keine Zeit für Überlegungen blieb
und ihr vom zuständigen SB hinsichtlich der Umzugsvoraussetzungen mangelhaft beraten wurdet.
Zudem habt Ihr Euch trotzt Notlage erfolgreich um angemessenen Wohnraum bemüht.
Auch steht die Ablehnung der Übernahme der höheren, aber angemessenen Kosten der neuen Wohnung
nicht im Verhältnis zu einer damit verbundenen Zweckentfremdung eines Regelsatzanteiles,
welcher auch nicht als Zusatzleistung geltend gemacht werden kann.
Das steht im Widerpruch zum Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimums.
BVerfG 18.07.2012 - 1 BvL 10/10 Leitsatz 2. meinte:
Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG
garantiert ein Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums
(vgl. BVerfGE 125, 175).
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Seit wann kann man nicht mehr im Angemessensheitsrahmen umziehen?
Oder gibt es Hausarrest bei billiger Wohnung?
Dürfen ALG II Bezieher nicht umziehen?

Ich erinnere mich an ein Urteil wenn man die Zuständigkeit wechselt auch teureren Wohnraum anmieten darf, Hauptsache angemessen.
Insofern müsste das auch bei gleicher Zuständigkeit gelten, Hauptsache angemessen.

Ansonsten könnte ja derjenige der in der billigsten Wonung im Zuständigkeitsbereich lebt, niemals umziehen.
 

RoxyMusic

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Du schreibst: "Das Jobcenter hat zwar Bescheid gewusst und es klang alles so als wäre es in Ordnung umzuziehen ..."

Ihr hattet also keinen schriftlichen Antrag auf Umzug und Zusicherung gestellt, und es wurde euch auch nicht erklärt, dass für einen Umzug eine schriftliche Zusicherung für die Übernahme der Unterkunftskosten (und Mietkaution als Darlehen) von dem am neuen Wohnort zuständigen JC notwendig ist? Vllt solltet ihr Akteneinsicht beantragen, um zu sehen, ob und mit welchem Inhalt euer Gespräch zu diesem Thema festgehalten wurde.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__22.html

"(4) Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft soll die leistungsberechtigte Person die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen kommunalen Trägers zur Berücksichtigung der Aufwendungen für die neue Unterkunft einholen. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.
...
(6) Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger als Bedarf anerkannt werden; Aufwendungen für eine Mietkaution und für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen können bei vorheriger Zusicherung durch den am Ort der neuen Unterkunft zuständigen kommunalen Träger als Bedarf anerkannt werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. ..."
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Seit wann kann man nicht mehr im Angemessensheitsrahmen umziehen?
Darf man doch. Der LE soll aber vor Abschluß des Mietvertrages die Zusicherung der KDU einholen.
§ 22 SGB II Bedarfe für Unterkunft und Heizung meinte:
(4) Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft soll die leistungsberechtigte Person
die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen kommunalen Trägers
zur Berücksichtigung der Aufwendungen für die neue Unterkunft einholen.
Da ihm das aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht gelungen ist,
sollte er sich am Grundsätzlichen festhalten:
§ 22 SGB II meinte:
Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet,
wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.
 
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