Neue sozialversicherungspflichtige Stelle in Aussicht, aber viel zu wenig Gehalt. Steht mir noch Unterstützung zu? (1 Betrachter)

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Junikäfer

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Hallo zusammen,

ich bin seit September im ALG 1-Bezug und habe natürlich in den letzten Monaten auch einiges an Bewerbungen geschrieben. Nun wurde mir gestern eine Teilzeitstelle als Bürokauffrau in einer Versicherungsagentur angeboten, wo ich auch ein Bewerbungsgespräch sowie ein Zweitgespräch hatte.

An sich würde mir der Job gut gefallen, die Agentur macht einen ordentlichen Eindruck, die Mitarbeiter sind, soweit ich das schon beurteilen kann, alle sehr nett. Das Problem ist, dass es sich nur um 10 Wochenstunden handelt, die ich mit 13 Euro brutto vergütet bekomme. Das macht 520 Euro brutto monatlich, wovon mir als unverheiratete Frau mit Steuerklasse 1 gerade mal 415 Euro und ein paar Cent bleiben. Dass ich für mehr als nur die 10 Stunden eingestellt werde, ist leider nicht möglich, zumindest nicht sofort und nicht vor Ablauf der Probezeit.

Ich lebe mit meinem Partner zusammen und wir teilen uns die Miete und Nebenkosten (für mich monatlich 200 Euro), ich muss noch ein Bahnticket kaufen (nochmal um die 80 Euro im Monat) und dann kommen eben noch die üblichen Verdächtigen dazu (Lebensmittel einkaufen, Handyvertrag etc.pp.) - unterm Strich würde mir das Geld wohl nicht reichen. Ich würde die Stelle aber gerne annehmen, um aus dem ALG 1 rauszukommen.

Weiß jemand, ob mir da dennoch irgendeine finanzielle Unterstützung / Aufstockung zustünde, oder ist das dann blöd gesagt "mein Bier", wenn ich die Stelle annehme und das Geld nicht reicht? Auf der Homepage der Agentur für Arbeit habe ich mich mal in "Arbeitsaufnahme melden" bei meinem Account reingeklickt und dort gelten Beschäftigungen mit weniger als 15 Wochenstunden als "Nebeneinkommen", aber es ist ja wie gesagt eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Dementsprechend werde ich die Stelle wohl auch nicht als "Nebeneinkommen" deklarieren können.

Kann mir vielleicht jemand weiterhelfen? Danke im Voraus! ;)
 
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Chloe1983

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Hallo Junikäfer,

Wirst Du Vollzeit oder Teilzeit (Stunden?) bei der AFA geführt ?

Du dürftest während dem ALG1 Bezug monatlich 165,- Euro dazuverdienen.
415-165=250 Euro werden Dir vom Alg1 abgezogen.
Als Nebeneinkommen würde ICH das so nicht machen.

Alternativ: Abmelden, den Job annehmen und wenn Dir das Geld nicht reicht noch einen Minijob oder besser Midijob obendrauf. Von den Stunden müsste das ja gehen. Wenn Dir das Geld dann reicht.
Außerdem bleibt Dir der Restanspruch vom ALG1 dann noch 4 Jahre erhalten.

Oder den Job annehmen und versuchen mit ALG2 aufzustocken. Allerdings kenne ich da die Vorraussetzungen nicht.
 

Nena

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Ich würde die Stelle aber gerne annehmen, um aus dem ALG 1 rauszukommen.
Warum möchtest Du da "raus"? Abmelden kannst Du Dich jederzeit (Information, dass Du nicht mehr arbeitslos und auch nicht mehr -suchend geführt sein möchtest).

Mit zehn Wochenstunden bist Du weiterhin arbeitslos (nach deren Definition) und hast Anspruch auf Leistungen (abzüglich Deines Gehalts um 165 bereinigt).
 

BerndB

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Auf der Homepage der Agentur für Arbeit habe ich mich mal in "Arbeitsaufnahme melden" bei meinem Account reingeklickt und dort gelten Beschäftigungen mit weniger als 15 Wochenstunden als "Nebeneinkommen", aber es ist ja wie gesagt eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Dementsprechend werde ich die Stelle wohl auch nicht als "Nebeneinkommen" deklarieren können.
Ich würde jetzt davon ausgehen, dass es trotzdem als Nebeneinkommen laufen kann. Ist aber leider Geldverschwendung.
Annahme:
Jetzige Alg-Höhe (Beispiel): 800€ Alg
Nebeneinkommen (NE): 415€
Freibetrag für NE: 165€
Vom Alg wird abgezogen: 250€ (415 - 165)
Du bekommst, wenn es als Nebeneinkommen läuft nur noch 550€ Alg und 415€ Nebeneinkommen. Du verlierst 250€, die nicht am Alg hinten angehängt werden.

Ich frag mich, welchen Unterschied es bei deiner Beschäftigung für 520€ macht, wen du Sie neben dem Alg ausübst oder du kein Alg beziehst. Ich habe (vor langer Zeit) mal gehört, dass die Beschäftigung unter 15 Std./Wo., aber über 450€ je nach dem beitragspflichtig oder beitragsfrei zur Arbeitslosenversicherung ist. Je nachdem kann dann ein neuer Anspruch auf Alg aus dem (niederen) Einkommen von 520€ entstehen. Krankenkasse fragen. Danach AfA fragen. Stichwort Leistungsberatung. Lies mal hier unter Punkt 1.2.

Aber grundsätzlich: Du hast deine eigenen Gründen für deine kommende Entscheidung, die will ich auch nicht verteufeln.

Als "Zulage" könntest du event. bei Aufnahme einer "beitragspflichtigen Arbeit" von der AfA Leistungen aus dem Vermittlungsbudget erhalten. Ist aber vermutlich nur eine befristete Pendlerpauschale. Schau mal hier.
 
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Junikäfer

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Warum möchtest Du da "raus"? Abmelden kannst Du Dich jederzeit (Information, dass Du nicht mehr arbeitslos und auch nicht mehr -suchend geführt sein möchtest).

Mit zehn Wochenstunden bist Du weiterhin arbeitslos (nach deren Definition) und hast Anspruch auf Leistungen (abzüglich Deines Gehalts um 165 bereinigt).
Ich war davor nur in TZ beschäftigt und bekomme dementsprechend aktuell nur 500 Euro ALG 1. Das ist mehr als ich bei dem Job netto kriegen würde, klar.

Aber es wird halt, meiner Erfahrung nach, immer schwieriger, eine Stelle zu finden, je länger man arbeitslos ist. Bei dem Job, den ich in Aussicht habe, hätte ich zumindest laut dem Chef nach der Probezeit die Chance, meine Stunden aufzustocken auf 20 und dann würde das Gehalt definitiv reichen - aber das ist halt noch Zukunftsmusik, geredet wird ja immer viel. ;)

Ich habe eben Angst, dass ich

a) den Job annehme und mir das Geld vorne und hinten nicht reicht und ich dann, trotz großen Versprechungen, die Stunden doch nicht aufstocken kann, weil es nicht so viel Arbeit gibt o.ä. (sowas ist mir schonmal passiert), oder ich

b) den Job nicht annehme und mir damit quasi eine Chance vertue, die so schnell nicht wiederkommt und dann irgendwann in H4 rutsche.
 
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Nena

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Ich würde es machen und mich abmelden. (Denn wenn Du Dich nicht abmeldest, arbeitest Du quasi für 165 Euro monatlich mehr als vorher.)
Du kannst (solltest?) während der Arbeit weiter suchen. Vielleicht nur einen Minijob?

Mach es. Es IST eine Chance. Ja, vielleicht nur leere Versprechungen. Aber Du bewirbst Dich leichter aus der Anstellung heraus. Und die Lücke wird nicht zu lang. Und wenn Du nicht mehr Stunden kriegst UND Du keinen anderen Job findest, bist Du trotzdem nicht schlechter dran als vorher. Der ALG-Anspruch bleibt Dir.

Viel Erfolg!!
 
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