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Neue Hörgeräte & Umschulung, wer zahlt?

Status
Nicht offen für weitere Antworten.

Hugi

Elo-User/in

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10 Jul 2006
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#1
Hallo zusammen,

mein erster Beitrag hier ist sofort eine Frage...

Vorweg die Fakten....
- Ich habe einen GDB von 60% ein verschlechterungsantrag läuft, da das Gutachten aus meiner Kindheit wohl nicht ganz richtig war und meine Schwerhörigkeit nicht schwer, sondern an Taubheit grenzend ist ( min. 80% Hörverlust auf beiden Ohren). Gehörlosengeld bekomme ich bereits..

- Seit Ende letzten Jahres habe ich verschiedene Hörgeräte getestet, sieben an der Zahl. Die Zuzahlungsfreien Geräte kamen sofort wieder raus, keine chance damit überhaupt sinnvoll ein Gespräch zu führen. Am Ende blieb eins über mit dem ich im normalen Alltag und meiner Umschulung klar komme.

-Seit Mitte Januar besuche ich eine Umschulung zum Fachinformatiker, bekomme seit Oktober letzten Jahres ALG2

- Die Krankenkasse hat meine Antrag auf Kostenübernahme am 10.05 an die Arge weitergeleitet. Da diese sich auf den Standpunkt stellt die besser Versorgung sei nötig wegen der Umschulung (stimmt nur zum Teil, mit den einfachen Geräten könnte ich noch nicht mal einkaufen gehen, hab ich auch so geschrieben...) Das ganze mit Bezug auf §14 SGB IX.

- Mein Fallmanager hat das ganze an die Rehaabteilung die die SGB IX Fälle bearbeitet weitergeleitet (obwohl er selber auch im Rehabereich sitzt). Er hat mich über das weiterleiten informiert.

- Dann habe ich vorletzten Montag bei der Arge nachgefragt und dort wurde meine Fallmanager befragt und der meinte die Akten seien noch bei den Rehaleuten. Diese habe ich dann am vorletzten Freitag erreichen können und dort konnte man sich ganz grob an meinen Namen und Hörgeräte erinnern und mir wurde mitgeteilt das das schon Anfang Juni zurück ging an meinen Fallmanager. Nachdem ich diesen dann angerufen habe, fand er plötzlich in seinen Unterlagen die Antwort seiner Kollegen (von den er am Montag noch behauptete er hat sie nicht). Am 3ten Juli dann endlich bekomme ich ein schreiben von meinen Fallmanager mit folgenden Inhalt:

1. Bei mir handele es nicht um einen Bewerberm, der zum Personenkreis nach §19 sgb3 handelt (wieso auf einmal sgb3?)
2. Bei den hörhilfen handelt es sich um ein nichtorthop. Hilfsmittel, das für jedwede Form der Berufsausübung erforderlich ist und somit zum Leistungskatalog der Krankenkasse zählt.
3. Die Teilnahme an der beruflichen Bildungsmaßnahme findet aus arbeitsmarktlichen Erwägungen statt und nicht wegen der Behinderung (stimmt ja auch, da mich diese nicht beeinflußt wenn ich vernünftige Geräte habe....)

Zwischenzeitlich hab ich bei der Krankenkasse mal nachgehakt, und die meint mit der Sache hätte Sie nichts mehr zu tun, ich solle wenn den Rechtsweg bei der Arge beschreiten.

- Mein Akustiker möchte nun bald seine Geräte bezahlt sehen oder zurück. Da ich sie schon Trage, denn meine alten Geräte sind defekt bzw sehr Fehleranfällig und unbrauchbar für die Umschulung (Jetzt erst Recht nachdem sie ein paar Wochen nur rumlagen....)

So wer bis hier durchgehalten hat.. Danke :)

Nun meine Fragen..

1) Im SGB IX (§14) gibt es entscheidungsfristen, und ich vermute das diese bei meinen Fallmanager überschritten wurde, er also nicht mehr sagen kann er sei nicht zuständig, sondern er muß nun eine Entscheidung treffen...

2) Wie kommt der auf die Idee ich sei nicht Behindert nach §19, sgb3 ? Ohne Hörgeräte ist nichts mit Beruf, Teilhabe am Leben oder ähnlichen...
Und wieso kann er einen Antrag nach SGBIX mit SGB3 wiederlegen ?

3) Welche Tipps könnt ihr mir noch geben um gegen diese schlafenden Windmühlen anzukommen?
 

kalle

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
5 Jul 2005
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1.496
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#2
Herzlich Willkommen hier und in den Mühlen der Zuständigkeiten.
Einer schiebts auf den anderen.

Im SGB IX ist es ja nun eigentlich so, das die Stelle, die den ersten Antrag aufgenommen hat, auch für die Bescheidung zuständig ist. Also im Normalfall hätte die KK diesen Antrag bescheiden müssen. Woher sich die Kasse dann das Geld holt wenn sie nicht zuständig ist, das ist deren Sache. Der Behinderte darf unter dem Kompetenzgerangel nicht leiden.
Soviel zur schönen Theorie.
Nun haben die ja immerhin den Antrag an die Arge weitergeleitet.
Und die kennen den SGBIX nicht. Oder kaum. Also versuchen sie, Dich auf einen § umzustricken den sie kennen.
Und der passt nicht, also können sie ablehnen.

Bei Dir trifft meiner Meinung nach einwandfrei SGB IX zu. Und nun würde ich einen Widerspruch schreiben, in dem ich diesen netten Sachbearbeiter auf den Antrag nach SGBIX hinweise. Also hat er einen falschen Bescheid verschickt und hat diesen aufzuheben und korrekt nach SGB IX zu entscheiden.
Gleichzeitig würde ich den Antrag aber auch bei Deinem zuständigen Sozialamt bei Stadt oder Landkreis stellen. Dies sollten den SGBIX besser kennen. Oder wenigstens die Möglichkeit, die Zuständigkeiten abzuklären.
Bei den Argen sehe ich immer schwar bis dunckeldüster. Die kennen ebend halt nur das SGBII. Und was da drin steht ist Gesetz. Und wat anners gibet nicht. Basta.

Also Widerspruch bei Arge und neuen Antrag bei Sozi.

Und schrei Deinen Akkustiker an und schildere ihm Deine Probleme. Bitte um Geduld. Der wirds schon verstehen. Das hat der öfter.

Achso, die frist der Entscheidung : Zwischen 14 Tagen und 4 Wochen maximal. Behinderte sollen nicht unnötig auf Ihre Hilfen warten müssen.
 
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