Zur Information „Neue Form der Not“ bei den Tafeln in Deutschland – und bei den Food Banks in Großbritannien / wenn es einen realistischen Regelsatz gäbe, bräuchten wir keine Tafeln!

Woodruff

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Noch ein interessanter Bericht über Stefan Sell:

Diskussion beim "Forum Zukunft"

Sozialwissenschafter Stefan Sell warnt vor Altersarmut


Quelle:

General-Anzeiger Bonn GmbH

Justus-von-Liebig-Straße 15
53121 Bonn

 

Stauer

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Das war leider zu erwarten. Die Politik entzieht sich der Verantwortung gegenüber dem eigenen Volk. Seit Jahren weiß man, daß der Regelsatz geschönt wird und tut nichts, um das zu korrigieren. Stattdessen läßt sich, die Politik von der Industrie kaufen.
Es ist eine Schande, was da tagtäglich passiert.
Zum X-ten mal wird vor Altersarmut gewarnt. Vieleicht würde es etwas nützen, wenn man sich mal fragt, ab wann sie gekommen ist. Ich denke sie ist bereits dann da, wenn Rentner anfangen, in Abfallbehältern, herum zu wühlen, in der Hoffnung eine Dose zu finden.
 

Woodruff

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Die Politik entzieht sich der Verantwortung gegenüber dem eigenen Volk. Seit Jahren weiß man, daß der Regelsatz geschönt wird und tut nichts, um das zu korrigieren. Stattdessen läßt sich, die Politik von der Industrie kaufen.

Vor meiner Beruflichen Reha hatte ich Zeit und habe mich freiwillig bei unserer örtlichen Tafel engagiert. Die Tätigkeit machte mir Spaß, da ich vorher lange Zeit im Handel gearbeitet hatte.

Mit dem Wissen von heute habe ich aber schon lange bereut, dass ich meine Arbeitskraft dieser Institution zur Verfügung gestellt habe. Durch den immer größer werdenden Ausbau "Der Tafeln" hat sich unser Staat immer mehr aus der Verantwortung gezogen.

Meiner Meinung nach müsste niemand die Tafeln in Anspruch nehmen, wenn es keine Armuts-Renten und einen realistischen Regelsatz (ALG 2) gäbe.

Vor 25 Jahren wurde in Deutschland die erste Tafel nach amerikanischem Vorbild gegründet.
Ursprünglich, um genießbare Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, zu retten. Spätestens nach der Diskussion um die Ruhrgebietsstadt Essen, wo nur noch Bedürftige mit deutschem Pass in den Genuss von Weggeworfenem kommen sollen, steht die Logik der Tafeln jedoch in der Kritik.

Wohlfahrtsverbände waren bei Gründung der Tafeln sehr skeptisch

„Jede Tafel ist ein Seismograph für die soziale Situation in der Gemeinde“, sagt Jochen Brühl, Vorsitzender des Dachverbandes Tafel Deutschland e.V.. „Der Andrang bei der Tafel zeigt, wie es den Menschen im Ort wirklich geht.“ Deswegen sei der Bundesverband der Tafeln auch strikt dagegen, wenn Bürgermeister etwa den Wunsch äußerten, eine Tafel möge doch aus der Ortsmitte verschwinden, und eine Halle im Industriegebiet beziehen.


Quelle:
KOMMUNAL
Zimper Media GmbH
Reinhardtstr. 31, 10117 Berlin
 

Woodruff

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„Mittlerweile kommen die Tafeln an ihre Belastungsgrenzen“, sagt Jochen Brühl, Vorsitzender des Dachverbandes Tafel Deutschland e.V. „Viele Menschen planen den Besuch bei der Tafel in ihr monatliches Budget ein – sie kommen sonst nicht über die Runden.“

Quelle: https://kommunal.de/tafeln-deutschland-gerechte-umverteilung

Ein Problem ist es auch mittlerweile für die "Tafeln" genügend Personal in Corona- Zeiten zu finden. Bei uns sind es auch überwiegend ältere Damen die dort ehrenamtlich tätig sind. Da sie überwiegend zur Risikogruppe gehören, können einige Damen zur Zeit nicht dort tätig sein.

Folgendes ehrenamtliches Personal wird immer wieder mal gesucht:

ehrenamtliche Fahrerinnen oder Fahrer
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter für die Warenausgabe
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter für die Kasse
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter für leichte Hausmeistertätigkeiten

So setzt sich die Mitarbeiter- Struktur unserer örtlichen Tafel im Jahr 2020 zusammen.


Geleistete Arbeitsstunden im Jahr 2019 (prozentuale Aufteilung)


Quelle:
Tafel Lingen e. V.
Langschmidtsweg 17 a
49808 Lingen (Ems)
 

Karl Schmidt

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Die Tafel hat die Ausgabezeiten der einzelnen Gruppen verdoppelt, damit es nicht zu voll wird. Dazu kommt noch die Zeit für Auf- und Abbau der Tische usw. Bei uns hört man den einen oder anderen schon mal stöhnen wegen der längeren Zeiten. Es sind hauptsächlich Rentner da am Arbeiten.
 

grün_fink

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Bei uns haben die schon 2015/16 gestöhnt, als die Flüchtlinge kamen. Es sollen schon welche von den älteren Ehrenamtlichen kollabiert sein vom vielen Arbeiten.
 

saurbier

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Es ist doch seit ewigen Zeiten bekannt das immer mehr Menschen in Altersarmut fallen werden. Hallo dazu braucht es im Grunde auch nicht alle Jahre wieder neue Berechnung vom Prof. Sell, nein das wissen die Politiker aller Parteien schon lange.

Die Herrschaften Volksvertreter von Schwarz/Schwarz/Geld und Blau wollen schlicht nichts daran ändern, weil sie ihrer Spendenklientel schlicht nicht zumuten wollen auf die Profite und den damit einher gehenden Wohlstand zu verzichten.

Die schlichte Wahrheit ist doch, daß unsere Politiker nur ihr eigenes "ICH" im Vordergrund sehen, warum wohl sonst werden dort intern immer wieder die Grabenkämpfe um die Postenverteilung alle 4 Jahre ausgeführt - schaut nur jetzt das Theater von der SPD an und aktuell das bei der CDU -. Die Volksvertreter die tatsächlich sozial denken sterben schlicht aus, denn ehrlich es glaubt doch keiner von euch das die nachrückende Generation sich um das Wohl der Bevölkerung kümmert. Dazu hat ja der Chef der Jungen Union Tilman Kuban sich ja erst kürzlich ausführlich geäußert, was wir ja auch hier diskutiert haben/hatten, von den anderen jungen Abgeordneten mal ganz abgesehen.

Schon erstaunlich das sich Helmut Kohl damals nicht dazu traute derartige Schritte zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung zu unternehmen, wie sie dann von Gerhard Schröder umgesetzt wurden. Seine Belohnung hat er ja erhalten mit der er sich ja jetzt beruhigt seine Taschen füllen darf.

Schlicht gesagt, jeder bekommt das was er verdient und wenn hierzulande die Mehrheit des Wahlvolkes die Schwarzen an die Regierung bringt, nun dann muß das Volk gelinde gesagt auch mit den Konsequenzen leben und die heißt eben das man das solidarische Rentensystem zerschlägt indem man es schlicht mit immer mehr fremden Leistungen überlastet nur damit das nicht aus Steuermitteln bezahlt wird (womit dann ja eine Steuererhöhung drohen würde was den Reichen an den Geldbeutel ginge) bis es zwangsweise kollabiert.

Aktuell braucht ihr euch nur mal die Diskussion um mögliche Steuererhöhungen infolge der Kosten für Corona anschauen, wie sich die Schwarzen da gegen wehren (Altmaier), vor allem wenn man sich bei alledem vor Augen hält das hierzulande aktuell über 6,5 Billionen an Sparvermögen vorhanden sind. Sorry da will mir einer erzählen das kein Geld für einen solidarischen Staat vorhanden ist, oder das man die Lebensleistung alter Menschen nicht würdig anerkennen könnte, sondern stattdessen verlangt das sich diese Menschen bei den Tafeln ihr Essen holen sollen. Pfui teufel, wie weit sind wir nur gesunken.
 

lino

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Vor meiner Beruflichen Reha hatte ich Zeit und habe mich freiwillig bei unserer örtlichen Tafel engagiert. Die Tätigkeit machte mir Spaß, da ich vorher lange Zeit im Handel gearbeitet hatte.

Mit dem Wissen von heute habe ich aber schon lange bereut, dass ich meine Arbeitskraft dieser Institution zur Verfügung gestellt habe. Durch den immer größer werdenden Ausbau "Der Tafeln" hat sich unser Staat immer mehr aus der Verantwortung gezogen.

Meiner Meinung nach müsste niemand die Tafeln in Anspruch nehmen, wenn es keine Armuts-Renten und einen realistischen Regelsatz (ALG 2) gäbe.
Man kann die Sache ja auch mal andersherum sehen:
Wenns die Tafeln nicht gäbe, würden die Regelsätze steigen.
Vermutlich sind die Tafeln im Regelsatz eingepreist.
 

Woodruff

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Man kann die Sache ja auch mal andersherum sehen:
Wenns die Tafeln nicht gäbe, würden die Regelsätze steigen.
Vermutlich sind die Tafeln im Regelsatz eingepreist.

So meinte ich es auch:

Meiner Meinung nach müsste niemand die Tafeln in Anspruch nehmen, wenn es keine Armuts-Renten und einen realistischen Regelsatz (ALG 2) gäbe.

Mit dem Wissen von heute habe ich aber schon lange bereut, dass ich meine Arbeitskraft dieser Institution zur Verfügung gestellt habe. Durch den immer größer werdenden Ausbau "Der Tafeln" hat sich unser Staat immer mehr aus der Verantwortung gezogen.
 

Sery

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Die Tafeln wurden damals gegründet um schnelle unkomplizierte Hilfe zu leisten , wenn jemand in einer Notsituation gekommen ist.

Als Dauerversorger für die arme Bevölkerung jedenfalls nicht und auch nicht als einfache und günstige Entsorgung für Abfall bei den Geschäften auch nicht.
Tafeln müssen wieder zu dem gemacht werden zu dem sie mal bestimmt waren zu einer Nothilfe
 

Stauer

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So meinte ich es auch:
So habe ich Dich auch verstanden. Da werden Dich einige Obdachlose vermissen. Mir war es auch ein Trost, wenn jemand "Nettes" Brot und Kaffee gab. Ein gutes Wort in dieser Zeit gab mir Hoffnung, weiter nach einer Wohnung zu suchen.
Früher waren die Tafeln nur für Obdachlose gedacht. Heutzutage geht die halbe Bevölkerung dahin. Vom Säugling bis zum Greis ist jede Altersklasse vertreten. So extrem war das früher nicht. Auch war da nicht so viel Gedränge. Wenn man betrachtet, wie lang die Schlange ist, an der man ansteht und man weiß, wenn nichts mehr da ist, war das Warten vergebens. Es ist eine Schande.
 
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