Neue EGV wird vom SB vorgelegt - 50+ Maßnahme kommentieren, abwehren

Leser in diesem Thema...

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.817
Bewertungen
11.159
Hallo zusammen.
Ein Bekannter bat mich, sein Sprachrohr ins Forum zu sein.
Nun denn....

Vorgeschichte:

Nov 2014 wurde ihm das Programm 50+ in schillernden Farben ausgemalt. Es klang in seinen Ohren seriös.
Das Extra-Möhrchen:
Damit ware ein guter Job in der Verwaltung zu ergattern. Die verlockende Aussicht ließ jedewde Vorsichtsmaßnahme (NICHT sofort unterschreiben) abtun.
SB schwadronierte, von der Regierung sei die neue Parole ausgegeben worden, daß die "Best-Ager" von Behörden - als löbliches Vorbild - eingestellt werden "müssten".
Der ins Auge gefaßte Maßnahmeträger hätte DIE Kontakte in eine Bundesverwaltung. DAMIT könne das JC leiiiider nicht aufwarten...
Wenn die Kosten für diese tolle Maßnahme reingerudert seien, wäre der HE in der ersten Riege.

Wir können uns ätzende Kommentare verkneifen - ich kenne keinen, der zu Beginn des "Spiels" nicht auf SB-Versprechungen der der einen oder anderen Variante hereingefallen wäre.

Die Verfolgungsbetreuungs-Einladung - nach § 59 SGB II in Verbindung mit § 309 Abs 1 SGB III - zur Besprechung der aktuellen beruflichen Situation - mit RFB - flatterte einen Monat nach Unterzeichnung der EGV (1) ins Haus.

Dieses Treffen verlief ganz anders als zuvor.
Die meisten ahnen was kommt.
SB will ihn in eine sinnbefreit klingende Maßnahme verpflichten.
Dazu bedürfe es einer neu abzuschließenden EGV, die der HE diesmal zur Begutachtung mitgenommen hat.
In der Tüte befand sich noch eine Zuweisung zum Träger des SB-Vertrauens.
Einen diffus formulierten Flyer gab's auch.
Herz was kann der Kunde mehr begehren?

Die Fragen des HE:
In welche Branchen dieser Träger Kontakte habe, WO und WIE seine Referenzen seien, wodurch er sich auszeichne, etc.

Die meisten kennen die Antwort bereits:
Schulterzucken, lahme Ausflüchte, Datenschutz, sehr geheim...

Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefalllen.
Da ihm das alles zu wischi-waschi vorkam, hat er diesmal NICHTS unterschrieben.
Er hatte SB versichert, sich bis Mo "zu melden".
SB gab dem HE mit auf den Weg, wenn er nicht unterzeichne, würde SB ihn mit einem VA belegen, was beim HE die bekannt irrigen Befürchtungen auslöste.
Die konnte ich entkräften.
Es ist angekommen, daß ein VA eher Unsinnsabwehr zuläßt als eine gutgläubig unterzeichnete EGV.


Da ich nichts vergessen/übersehen möchte, was ihm Ungemach bereiten könnte, würde ich Euch an der Wundertüten-Sichtung gerne teilhaben lassen

Mein hopplahopp-Strategie-Paket ist folgendermaßen geschnürt:
- HE soll die Füße stillhalten, liegt ihm eine von Nov 14 bis Mai 15 gültige EGV vor (arglos unterschrieben)
- Wenn überhaupt - dann per Schneckenpost melden (Ehrencodex, er hat's SB versprochen....)
- Nicht beim Träger aufschlagen.
Sehe ich das richtig? Dazu bräuchte es eine korrekte Zuweisung, die sich auf die unterzeichnete EGV bezieht?
- Unverzüglich Datenlöschung und deren Nachweis beim JC beantragen. Einhergehend mit der Ansage, Daten an Dritte ausschließlich nach schriftlicher Genehmigung seinerseits herausrücken zu dürfen
(Suche noch die Templates.. Da war doch noch was mit "Verbis-Zugriff")
- Keinesfalls die Zuweisung unterzeichnen. (SB meinte, gaaanz wichtiger Zettel, ohne den könne der Träger ihn nicht...)
Diese Zuweisung verweist auf die "neue" EGV, die NICHT vom HE unterschrieben wurde/wird.
- Der HE soll die "alte EGV" keinesfalls einvernehmlich kündigen (lassen), um nicht sofort durchs Scheunentor dieser Maßnahme geschubst werden zu können.

Falls SB tatsächlich auf die Idee kommen sollte, trotz bestehender EGV einen EGV/VA loszutreten, geht's halt in die nächste Runde.

Die ihm vorliegenden Dokumente - anonymisiert im Anhang. Merkwürdigkeiten in rot.

Falls jemanden was auffällt, was ich übersehen/nicht bedacht habe, bitte setzt mich/ihn ins Bild.

Den Erbsenzählern vielen Dank im Voraus. :icon_wink:
Ich kann mich erst So wieder melden - RL-Gulag....
 

Anhänge

  • Anonym (1) EGV 1 2014-Nov.pdf
    845,7 KB · Aufrufe: 295
  • Anonym (2) EGV 2 2015-Jan.pdf
    2,7 MB · Aufrufe: 256
  • Anonym (3) Träger-Flyer 2015-Jan.pdf
    1 MB · Aufrufe: 281
  • Anonym (3) Zuweisung 2015-Jan.pdf
    314,8 KB · Aufrufe: 288

Charlot

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 März 2011
Beiträge
2.915
Bewertungen
2.950
Ganz wichtig:
Es gibt eine gültige EGV, aber keinen Grund, diese mittels einer neuen EGV außer Kraft zu setzen.
Oder hat sich etwas in seinen persönlichen Verhältnissen geändert ?
Wohl nicht, oder ?
Und damit gibt es keinen Grund, eine neue EGV abzuschließen.
 

Purzelina

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
26 November 2010
Beiträge
5.690
Bewertungen
2.050
HE soll die Füße stillhalten, liegt ihm eine von Nov 14 bis Mai 15 gültige EGV vor

Ist doch klasse. Hatte das selbe Ding, der Widerspruch gegen den VA mit kurzer Fristsetzung war innerhalb von einer Woche erledigt, musste nicht mal das SG bemüht werden.

Zuweisungen ohne EGV/VA in Maßnahmen sind eher nicht die Regel. Deshalb kann eine harmlose EGV ein guter Schutz davor sein.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
15.065
Bewertungen
24.586
Zunächst einmal geht doch die Kunde durch die Runde, das Bundes-Programm 50 plus sei FREIWILLIG.

Da wird gern jedoch das Mäntelchen des Schweigens drüber gelegt - und wenn man dann eine EGV unterschreibt, hat man verloren ...

Wenn du hier mal schaust:

https://www.perspektive50plus.de/fi...ionen/130712_Broschuere_zum_Jahrestreffen.pdf

und die Suchfunktion (im Dokument (Strg und das F) :icon_knutsch: betätigst mit dem Wort FREIWILLIG, kommen einige Hinweise, denen man nachgehen kann.
Hier wäre dann die Frage: KANN man diese 50-plus-Geschichten "zwingend zuweisen"? Nach den genannten Paragrafen???

Ebenso hier: Suche - Perspektive 50plus (Beschäftigungspakte in den Regionen)

Wenn ich nochmal aufzählen darf:

EGV besteht bis Mai 15? - gut, dann kann diese nur GEKÜNDIGT werden, wenn dies für die Eingliederungsstrategie zwingend erforderlich ist.

In der bestehenden EGV ist keine Maßnahme vereinbart?

Die neue muss er nicht unterschreiben - ob es hier eine "Zuweisung" geben KANN, sollte dieses 50plus-Theater unter die freiwilligen Angebote fallen, möchte ich zunächst einmal bezweifeln.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
15.065
Bewertungen
24.586
Da gabs doch was von .....

Schau mal Anlage - und nun prüfen, ob das genannte Programm für den Bekannten auch darunter fällt. Ich meine mal: ja.

Ich würde vielleicht mal den SB anschreiben und sagen:
Danke - aber Danke nein ... ich habe Ihr Angebot geprüft und lehne die Teilnahme ab :icon_hihi: -
im übrigen haben Sie "vergessen", mich darüber zu informieren, dass die Teilnahme an einem Programm der "Perspektive 50plus" freiwillig ist (lt. Auskunft des Bundesministeriums f. A.u.S.),
durch das Mittel der "Zuweisung" und die Androhung von Konsequenzen täuschen Sie bewusst über diese Tatsache hinweg. :icon_hihi:

NACHSATZ: Mein Download der 1. EGV hat leider erst jetzt vollständig geklappt - die 1. EGV hat er unterschrieben?
Hm ... da steht ja LEIDER auch drin, dass er an einer Maßnahme 50plus TEILNIMMT.

DA hat er sich wohl ein EI gelegt ...

Wie will er da raus kommen? Maximal wenn er argumentiert, er hat gutgläubig unterschrieben und sei über die Freiwilligkeit nicht informiert worden. Ob das so streitlos ginge? hm .... zweifel ...
 

Anhänge

  • Brief Ministerium Programm 50+freiwillig .pdf
    500,3 KB · Aufrufe: 200

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
*WEIA*

Mit der Unterschrift unter EGV 1 hat er sich aber eine veritable Salve von Löchern in die Mütze geschossen.

Deswegen muss er hingehen.

Also nicht mehr unterschreiben! Beim MT keine Daten rausrücken, Widerruf der Erlaubnis zur Datenweitergabe sh. unten.

Die Zuweisung müsste ein VA sein, gegen den man Widerspruch einlegen könnte.
Begründung wäre das Fehlen eines Eingliederungskonzeptes, inhaltliche und zeitliche Unbestimmtheit, die sich auch auf die zeitliche Verteilung erstreckt.

EGV 1 bleibt gültig, außer EGV 2 wird unterschrieben. Der Paragraf dafür, § 59 (2) SGB X ist in der EGV 1 angegeben.

EGV 1 gab bei mir immer Bad-Encryption-Errors, bis ich das Teil auf den Desktop speicherte und mit PDF Creator aufmachte.

Hier folgt "unten":


Die Userin Minimina hat zwei Textvorlagen und ein Gerichtsurteil für die Widerrufung der Datenweitergabe eingestellt unter: https://www.elo-forum.org/alg-ii/113506-entbindung-schweigepflicht-massnahme.html#post1450438


Ebenso https://www.elo-forum.org/weiterbil...92-angebot-sinnlos-massnahme.html#post1428397


Das gibt man beim Amt ab. Abgabe auf Kopie bestätigen lassen (Datum, Unterschrift, Stempel):


Betreff: Weitergabe meiner personenbezogenen Daten an Dritte


Sehr geehrte Damen und Herren!


Ich untersage Ihnen hiermit ausdrücklich die Weitergabe meiner personenbezogenen Daten an Dritte (Maßnahmeträger). Sollten Sie dennoch unerlaubt Daten weitergeben, werde ich mich unverzüglich an den Datenschutz wenden.




Mit freundlichen Grüssen




Das gibt man beim MT ab. Abgabe auf Kopie bestätigen lassen (Datum, Unterschrift, Stempel):


Betreff: Datenweitergabe und Datenspeicherung


Sehr geehrte Damen und Herren!


Ein außerhalb des Sozialrechtsverhältnis stehender Dritter (Name MT) kann nur mit Zustimmung des Leistungsberechtigten Daten erheben und verwerten (§ 4a BDSG).


Ich untersage Ihnen hiermit ausdrücklich die Speicherung und Weitergabe meiner personenbezogenen Daten.


Ich fordere Sie auf (§ 6 Abs.2, § 28 Abs. 4, § 34 Abs. 1-3 BDSG), mir Auskunft über die bereits gespeicherten Daten, außer meiner oben genannten Adresse, zu erteilen und bestehe auf sofortige Löschung dieser.


Des Weiteren untersage ich Ihnen eine Weitergabe meiner personenbezogenen Daten an Dritte. Für bereits an Dritte übermittelte Daten fordere ich eine umgehende Sperrung (§ 6 Abs. 2, § 28 Abs 4 BDSG) sowie eine schriftliche Bestätigung über diese Maßnahme.


Sollten Sie meinen Forderungen nicht unverzüglich nachkommen, werde ich mich umgehend an den Datenschutz wenden.




Mit freundlichen Grüssen
 

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.817
Bewertungen
11.159
Danke für das Feedback und die weiterführenden Links.
[...] die 1. EGV hat er unterschrieben?
Hm ... da steht ja LEIDER auch drin, dass er an einer Maßnahme 50plus TEILNIMMT.
Eben.... Das ist ja der Mist.
Jedoch steht in der von ihm unterschriebenen EGV nicht "bestimmt" drin, daß es sich NICHT wie vorgegaukelt um ein Coaching für Führungskräfte, mit dem Ziel, sie in eine Behörde einzufädeln handelt.
Der einen Monat später rausgerückte Flyer entpuppt die allseits kritisierten Verschweendung, der hochqualifizierte Menschen mit "Tagesstruktur", "Gesundheitsorientierung" etc. wohin auch immer einzunorden sucht.
[...] DA hat er sich wohl ein EI gelegt ...
... mit dem er ein akzeptables Freestyle-Brötchen schnitzen muß :icon_wink:
[...]
Wie will er da raus kommen?
Nasse Seife spielen...
Übersetzt: Nichts beim Träger und keinesfalls die "Zuweisung" unterschreiben.

SB Ansagen:
- AU an den Träger (in einem der Dokumente gesichtet)
- Überlassen Sie die unterschriebene EGV und das unterschriebene Zuweisungsschreiben dem Träger, DER soll's dem JC zukommen lassen. Wegen dem engen Zeitfenster....
DIE Manipulationsstrategie, die fast immer verfängt: Knappheit vortäuschen.

Geht's noch!?
Was gehen Träger die Verträge des HE mit wem-auch-immer an!!??

Die erste - weil unter Zeitdruck - zu beantwortende Frage, die ihn umtreibt:
Soll er mitwirkend beim Träger aufschlagen, TROTZDEM sich die Zuweisung auf die nicht unterschriebene EGV bezieht?
(Um da die nicht-unterzeichnen-Nummer abzuziehen)

Ich würde den SB zunächst mit schriftlichen Fragen zukippen - mit der Bitte um zeitnahe Beantwortung, da hinzunehmende Verzögerungen nicht vom HE zu vertreten seien.
Frage 1 wäre:
WAS soll an der Maßnahme GEEIGNET sein, ihn in die in Aussicht gestellte Stelle zu katapultieren!?
Frage 2: Die Zuweisung bezieht sich auf eine nicht abgeschlossene EGV, muß ich den Kurs dann selbst bezahlen? Bitte VORHER klären. (Wenn schon für blöd verkauft, dann Spielregeln selbst gestalten....)

Ob diese 50+ Zuweisung rechtens ist oder nicht, kann ja noch beleuchtet werden.
M. E. hat er in der ersten EGV abgenickt, an so einem Programm teilhaben zu wollen.
Daß die Drücker Mogelpackungen hinstellen, um an eine Unterschrift zu gelangen, das muß derjenige erst lernen, der aus einer seriösen Branche kommt, bei Wort und Handschlag gelten.
Komme erst wieder am So an den Rechner, muß ihm fürs Anfrage-Schreiben noch die §§ zur Auskunftspflicht rauszusuchen..
Bis denne... und DAAAANKE in die Runde.
 

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.817
Bewertungen
11.159
Deswegen muss er hingehen.
Posts haben sich überschnitten, siehe Erbse, die Zuweisung bezieht sich auf eine nicht abgeschlossene EGV.
Außerdem wurde ihm gesagt, daß er diese Zuweisung zu unterzeichnen habe, sonst könne der Träger nicht tätig werden
(Das stimmt hoffnungsfroh - und nu bin ich wirklich offline....)
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
Mal so ein bisschen Kleinkram in die Runde werfen:

- Die Zuweisung muss nicht unterschrieben werden. Die Unterschrift ist eine Empfangsbestätigung.
- Schön rot :)biggrin:) in EGV 1: "Die Anschreiben an potentielle Arbeitgeber müssen zielführend und Aussicht auf Erfolg haben."
Das ist nicht nur grammatikalisch hei-tei-tei, sondern kann auch erhebliche Konsequenzen für die restlich verbliebene Lebensqualität haben. Das Beurteilungsverfahren ist nicht definiert, nicht nachlesbar und läuft in der Regel auf Gutdünken des SBs bis zur sozialgerichtlichen Korrektur hinaus.
NICHT GUT. :biggrin:
- Praktikum: Wenn es wirklich (wirklich-wirklich-wirklich) ein unentgeltliches Praktikum ist, kann es jederzeit abgebrochen werden. Dazu:

Unentgeltliches Praktikum kann jederzeit sanktionslos abgebrochen werden:
Entgegen der Ansicht der Antragsgegnerin hat sich der Antragsteller durch den Abbruch des Praktikums nicht geweigert, eine Arbeit, Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit fortzuführen. Denn bei dem unentgeltlichen Praktikum handelt es sich nicht um eine Arbeit, Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit im Sinne des § 31 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c) SGB II.
LSG NRW Beschluss vom 02.05.2008 AZ: L 7 B 321/07 AS/ER

- EGV 1: Vermittler dies, Vermittler das. Wer sein Vermittler für? :biggrin:
- EGV 2, auch schön rot: Annahme von Arbeitsangeboten durch MT. Hier fehlte mir definitiv das schnuckelige Wörtchen "zumutbare".
EGV 1: "Sie bewerben sich zeitnah, d.h. ...". Dieser Satz verreckt deutlich vor dem Erreichen eines Punktes oder eines ganzheitlichen Sinns. Wie unterschriftsreif war das denn?
- Zuweisung: Ich sehe keinen Ermessensgebrauch in der Beurteilung des Aktivierungsbedarfs. Folgerichtig könnte ein Argument beginnen mit "Ich habe keinen Aktivierungsbedarf, da ich ...". Feinherb-sarkastisch abwürzen mit dem Hinweis auf die Pflicht zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit des JCs (§ 3 SGB II).
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
Stärkung der Motivation, Erstellen und Versenden von E-Mail-Bewerbungen :)icon_lol:), Stabilisierung, Gesundheitsorientierung.

3 - 6 Monate ohne Bewährung, zusätzlich 6 Wochen Gratis-Arbeit ... äh ... betriebliche Erprobung.

Gibt schon Gründe für die "nasse Seife". :wink:
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
[...]
Ich würde vielleicht mal den SB anschreiben und sagen:
Danke - aber Danke nein ... ich habe Ihr Angebot geprüft und lehne die Teilnahme ab :icon_hihi: -
im übrigen haben Sie "vergessen", mich darüber zu informieren, dass die Teilnahme an einem Programm der "Perspektive 50plus" freiwillig ist (lt. Auskunft des Bundesministeriums f. A.u.S.),
durch das Mittel der "Zuweisung" und die Androhung von Konsequenzen täuschen Sie bewusst über diese Tatsache hinweg. :icon_hihi:
[...]

Prinzipiell sehr schön, aber ich habe momentan ein Problem damit, den Nachweis zu führen, dass die BKAV[ths](1)[/ths] 50plus Teil des Bundesprogramms Perspektive 50plus ist.
Das könnte leichterdings eine MT-interne Bezeichnung sein.
Ich würde mich da sehr gerne irren.

Wenn die Zeit noch reicht, könnte man das nass-seifige Auftreten schon mit dem guten, alten Charlot-Shuffle einleiten.
Also einen netten Brief/Fax an den MT mit der Bitte, Informationsmaterial und mögliches Vertragswerk (Höhö) unverbindlich zur Ansicht zukommen zu lassen.


[ths](1)[/ths] Wahrscheinlich steht das Akronym für Baukastensystem Aktivierung und Vermittlung. Und das steht eher für Helferleiharbeit als Weiterbildung. Zu Helferleiharbeit passt auch ganz hervorragend Schenkarbeit, vulgo betriebliche Erprobung.
 

AnonNemo

Super-Moderation
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.708
Bewertungen
6.983
Hallo Pixelschieberin,

Argumentationshilfen gegen (Sinnlos-)Maßnahmen:
https://www.elo-forum.org/weiterbil...assnahme-verhindern-ablehnen.html#post1578370 #40

Bei der EGV:
Nachweis Bemühungen immer zum 01 eines Monats
https://www.elo-forum.org/eingliede...-bemuehungen-immer-01-monats.html#post1510045 #6

Wie @0zymandias in #12 schon angemerkt hat; alle für diese Maßnahme benötigten Vertragsbestandteile - vorab zum prüfen - "mir" zukommen lassen.
Sollte beim MT auch nur ein zusätzlicher Zettel auftauchen => I'm so sorry, aber jetzt muss ich leider die ganze prüferei von vorne anfangen.

AnonNemo
 

Roter Bock

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
2 Juni 2011
Beiträge
3.269
Bewertungen
3.303
Dumm das er wohl noch eine gültige EGV hat in der die Teilnahme am Projekt 50+ verankert wurde.

Ich würde in diesem Fall der Zuweisung widersprechen und diese als Verwaltungsakt sehen (..ja ich kenne die kontroverse Diskussion darüber...)

Diese "Altenmaßnahmen" werden 2015 laut mir bekannten Aussagen nach und nach in den "Regelbetrieb" der Arbeitsagenturen und Jobcenter übernommen. Hier bei mir im Landkreis ist das schon passiert. In diesem Fall ist man aus dem Projekt "ausgestiegen" macht es unter eigener Regie ohne Beschäftigungspakt weiter. Das kann eventuell das Thema "Freiwilligkeit" kippen. Hier ist Recherche bezogen auf den Standort nötig.

Widerstand ist nötig. Ich argumentierte damals über das AGG und kam damit durch. Durch entsprechende Flyer / Webseite verfügte ich aber auch über Infos und konnte gut SG - Klage einreichen. Die wurde nicht beschieden - ich wurde als nicht beschwert erachtet, weil die Maßnahme noch nicht konkret verfügt war.

Aber das JC hat auch einen Rückzieher gemacht. Es gibt wohl ein "Risiko" das diese Maßnahme unter dem Aspekt des AGG gekippt werden kann.

Immerhin kann Alter kein Vermittlungshemnis sein - Alter kann man nicht beseitigen, andere Vermittlungshemnisse schon. Ergo, bleibt nur Altersdiskriminierung übrig.

Das ist unter anderen Vorzeichen ein Streitpunkt bei der 2015 anstehenden Reform des SGB II - hier wegen der U25 Leute. Die Grenze U25 mit ihren harten Sanktionsmöglichkeiten ist genauso willkürlich gegriffen.

Nötig wäre mit einer AGG-Klage durchzukommen. ich schaffte es nicht - mein Gegner machte den Rückzieher - seitdem keine Maßnahme gesehen.

Roter Bock
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
Man könnte noch ein kleines high-risk-Investment auf Folgendes hin starten ...

[...]
Nov 2014 wurde ihm das Programm 50+ in schillernden Farben ausgemalt. Es klang in seinen Ohren seriös.
Das Extra-Möhrchen:
Damit ware ein guter Job in der Verwaltung zu ergattern. Die verlockende Aussicht ließ jedewde Vorsichtsmaßnahme (NICHT sofort unterschreiben) abtun.
SB schwadronierte, von der Regierung sei die neue Parole ausgegeben worden, daß die "Best-Ager" von Behörden - als löbliches Vorbild - eingestellt werden "müssten".
Der ins Auge gefaßte Maßnahmeträger hätte DIE Kontakte in eine Bundesverwaltung. DAMIT könne das JC leiiiider nicht aufwarten...
Wenn die Kosten für diese tolle Maßnahme reingerudert seien, wäre der HE in der ersten Riege.
[...]

Damit meine ich einen Brief[ths](1)[/ths] an den SB unseres besonderen Vertrauens mit dem Inhalt, dass bei der Zuweisung offensichtlich ein Fehler vorliegt, vielleicht ein Klick in die falsche Spalte, denn abgesprochen sei ja
[Hier all die fantastischen Gründe einfügen, die zu der Unterschrift führten][ths](2),[/ths][ths] (3)[/ths].

Das ist nur warme Luft. Kein Vertun.

Aaaber die Chaostheorie lehrt ja so Einiges über Schmetterlinge und Starkwinde, und bei allem technischen Fortschritt wird der Krieg immer noch von Menschen gewonnen und verloren.
Will sagen: Egal, wie die Reaktion aussieht, könnte man sie zu unseren Gunsten auslegen und es bietet auf jeden Fall die Möglichkeit, einem potentiell erkennenden SG-Richter etwas buntes Nachwerk vorzulegen.

Kommt keine Reaktion, wären die Behauptungen im Schreiben unwidersprochen. Auch nicht schlecht.
Im günstigsten Fall verplappert sich der SB schriftlich, was uns gewisse Nachweismöglichkeiten eröffnen würde.

Wäre mir schon einen Schuss wert.

____________________________________________________________________
[ths](1)[/ths] In dem Fall müsste die erhebliche inhaltliche und strategische Bedeutung des Wortes "nachweislich" von Dir an den Shanghaiten übermittelt werden.
[ths](2)[/ths] Du hast doch nicht ernsthaft geglaubt, es ginge ohne ätzende Kommentare? Neun. Neun, neun, neun. :wink:
[ths](3)[/ths] Gaaawt. Ich LIEBE Fußnoten. Wollte ich nur mal gesagt haben. :biggrin:
 

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.817
Bewertungen
11.159
Ist OT nicht das Salz in der Suppe...
[...] [ths](2)[/ths] Du hast doch nicht ernsthaft geglaubt, es ginge ohne ätzende Kommentare? Neun. Neun, neun, neun.
Dein Text-Acid macht mich süchtig! So muß sich Helicobacter pylori in antibiotikafreier Umgebung fühlen.
[...] [ths](3)[/ths] Gaaawt. Ich LIEBE Fußnoten. Wollte ich nur mal gesagt haben.
Gut, daß du es erwähnst, wären sonst nur Hochbegabte von allein drauf gekommen..

*******
*******
Aus Euren Hinweisen schnitze ich heute ein Fragenpapierchen für das SB zusammen - die hinterm Tellerrand morganengleich wabernde Silhouette des SG nicht aus dem Blick lassend.
Der Laufzettel zur informationellen Selbstbestimmung wird ebenfalls abgearbeitet.

Vielen, vielen Dank Euch allen!
Für den ersten Spielball-Wurf hat der HE m. E. genug Munition auf Tasche.
Ich ahnte, daß ihr den Finger in die Lücken meines eilig zusammengeworfenen Servicepakets pieksen werdet.
Was bin ich froh, daß unsere Schwarmintelligenz
hier zur Gegenwehr gebündelt werden kann.
Die heiße Kartoffel im selbsteingebrockten EGV-Süppchen sollte, wenn schon nicht loszuwerden, zumindest abzukühlen sein.

Das SB-Soma wurde vom HE mittlerweile ausgeschieden.
Er bedankt sich, ausgesprochen verblüfft über so viel Zeit, die ihm geopfert wurde.

Was für eine Verschwendung! So viele clevere Leute in vergleichbarer Situation!
Es bestätigt sich - auch auf dieser Plattform: Gemessen an der schweigenden Masse sind tatsächlich nur ein paar Prozent AKTIV.
Würden sich alle HEs SO auf die Hinterbeine stellen....usw...

Nachtrag/Edit:

[...]
Kommt keine Reaktion, wären die Behauptungen im Schreiben unwidersprochen. Auch nicht schlecht.
Im günstigsten Fall verplappert sich der SB schriftlich, was uns gewisse Nachweismöglichkeiten eröffnen würde.

Wäre mir schon einen Schuss wert.[...]
Der steckt selbstverfreilich im Lauf.
Altersdiskriminierende Maßnahmen sind natürlich generell mit Hinweis auf das AGG abzulehnen.
Als mir das - bereits beim zweiten EGV-Date - vorgeschlagen wurde, schnappte ich der SB reflexartig "jetzt kommt obendrein noch ALTERSDISKIMINIERUNG!!!???" entgegen.
Haste-nich-hingesehen - war der Wisch vom Tisch - und - wurde bislang nicht mehr hervorgekramt.
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
Kann sein, dass der SB deswegen nicht genug Unterschriften bekommen kann:

Nicht-Teilnahme an Trainingsmaßnahme nicht sanktionierbar
SG-BERLIN – Beschluss, S 102 AS 24426/07 ER vom 13.11.2007
1) Eine Sanktionierung nach § 31 Abs 1 S 1 Nr 1 Buchst a-d SGB 2 setzt voraus, dass das Vertragsangebot des Leistungsträgers unter allen Gesichtspunkten rechtmäßig ist und der erwerbsfähige Hilfebedürftige sich trotz Belehrung über die Rechtsfolgen weigert, eine zumutbare Arbeit, Ausbildung, Arbeitsgelegenheit, ein zumutbares Angebot nach nach § 15a SGB 2 oder eine sonstige in der Eingliederungsvereinbarung vereinbarte Maßnahme aufzunehmen oder fortzuführen.
2) Bei einer Trainingsmaßnahme, die ein so genanntes Profiling, das Erstellen von Bewerbungsunterlagen, Hilfen bei der Stellensuche und die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche sowie ein Praktikum zur Arbeitserprobung beinhaltet, handelt es sich um weder eine Arbeit bzw. Ausbildung oder um eine Arbeitsgelegenheit noch um ein zumutbares Sofortangebot zur Eingliederung in Arbeit nach § 15a SGB 2 oder eine sonstige vereinbarte Maßnahme.
Quelle: Arbeitsgelegenheit - Urteile - JuraForum.de
Urteil im Volltext: https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=74013
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
15.065
Bewertungen
24.586
Dies ist ein schon sehr altes Urteil - und "vorsicht": in jenem Fall gab es KEINE EGV, die eine Teilnahme an einer Maßnahme vereinbart hätte!

Und es geht um die Differenzierung, dass die Maßnahme nicht abgebrochen wurde, sondern gar nicht erst angetreten!

Das liefert immer wieder mal Stoff für Diskussionen, ist aber sehr pingelig zu betrachten.
Also nicht z früh jubeln!

Dort steht ja auch: Die angebotene Trainingsmaßnahme ist weder einer Arbeit bzw. Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit, noch ein zumutbares Angebot nach § 15 a oder eine sonstige in der Eingliederungsvereinbarung vereinbarte Maßnahme

Leider dieser kleine notwendige Wermutstropfen :icon_frown:
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
Sehr geehrter Herr SB,

das "Erstellen und Versenden" von E-Mails ist mir schon seit dem xx.yy.19zz durchaus vertraut und gehört bei mir zu den ganzjährig und saisonal unabhängig gepflegten Gewohnheiten.
Nach meinen Unterlagen ist bei Ihnen am xx.yy.2zzz erstmalig und am uu.vv.2www letztmalig eine E-Mailbewerbung nachgewiesen worden, wobei sich eine Gesamtsumme von KKK E-Mailbewerbungen alleine im Nachweis auf Ihrer Seite ergibt.
Vor diesem Hintergrund ist es mir gelinde gesagt vollständig und umfassend unerklärlich, welchen Fortschritt im Sinne eines passgenauen Integrationskonzepts die Vermittlung schon längst bekannten Wissens für mich darstellen soll.

:icon_lol::icon_lol::icon_lol:

In meinem Alter von CC Jahren bin ich es sehr wohl gewohnt, auf meine Gesundheit ganz alleine zu achten, genauso, wie es sehr viele Erwachsene tun.
Auch sind mir - auch nicht in letzter Zeit - gesundheitliche Probleme bei mir aufgefallen.
Deswegen muss ich die Frage stellen, wie mich eine "Gesundheitsorientierung" in eine bezahlte Arbeitsstelle als XXXXX bringen soll und welcher Natur diese ist.
NewAge-Verfahren gleich welcher Art lehne ich als Agnostiker übrigens ab.
 

0zymandias

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Juli 2012
Beiträge
7.764
Bewertungen
16.983
[....]
Also nicht z früh jubeln!

Dort steht ja auch: Die angebotene Trainingsmaßnahme ist weder einer Arbeit bzw. Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit, noch ein zumutbares Angebot nach § 15 a oder eine sonstige in der Eingliederungsvereinbarung vereinbarte Maßnahme

Leider dieser kleine notwendige Wermutstropfen :icon_frown:

Könnte man vielleicht argumentieren, dass diese Maßnahme so nicht in der EGV 1 vereinbart wurde?

Besprochen wurde etwas anderes, was zur Unterschrift unter EGV 1 führte.
In EGV 2, Zuweisung und Flyer kommt aus heiterem Himmel plötzlich etwas ganz anderes, was überhaupt nicht hilft.

Das sollte natürlich nur eine von mehreren Argumentationen sein und das auch nur für den Fall eines SG-Falles.

Aber mich juckt die ganze Zeit das Begehren des SBs nach mehr Unterschriften und einer neuen EGV, denn dafür könnte er Gründe haben.
Gründe, die wir uns zunutze machen könnten.
 

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.817
Bewertungen
11.159
Aber mich juckt die ganze Zeit das Begehren des SBs nach mehr Unterschriften und einer neuen EGV, denn dafür könnte er Gründe haben.
Gründe, die wir uns zunutze machen könnten.
Einer könnte sein, daß er vorm wohlverdienten Jahesendurlaub die Zügel voller Vorfreude auf den Festagsbraten hat schleifen lassen und nu schnell eine Herde versprengter Schafe....
 
Oben Unten