Neue BA Software soll "umfangreicheres" Profiling erstellen

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edy

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Personalräte und GewerkschafterInnen verschiedener Jobcenter im Bundesgebiet informieren derzeit die Beschäftigten und Datenschutzzentren der Länder und des Bundes über die Einführung des sog. "4-Phasen-Modells".

Mit dieser damit verbundenen neuen Software soll ein umfangreiches Profiling der Bürgerinnen und Bürger erstellt werden, die Leistungen nach dem SGB II ("Hartz-IV") beziehen.

Die Einführung dieser Software erfolgt am kommenden Wochenende (14.08.), der Bundesbeauftragter für Datenschutz ist bereits eingeschaltet, der fü die Jobcenter Berlins zuständige Hauptpersonalrat hat der Einführung der neuen Software nicht zugestimmt.

Bitte beachten Sie auch die umfangreiche Stellungnahme des Personalrats der Region Hannover.

Datenschutzrechtliche Bedenken und ein erheblicher Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht sind Bestandteile der Anlage.

Siehe auch:

ver.di: Grundsicherung
 

Sprotte

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Die sind ja wohl völlig von allen guten Geistern verlassen :icon_neutral:
Warum schreiben sie nicht sämtliche vertrauliche Daten gleich auf riesige Plakatwände in ganz Deutschland....
 

edy

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Datenschutzverletzung durch neue Software?
Personalräte und Gewerkschafter verschiedener Jobcenter im Bundesgebiet kritisieren die mit der Einführung des sogenannten 4-Phasen-Modells verbundene neue Software.

Die Verwaltung der Bundesagentur für Arbeit verspricht sich von dem Modell eine Verbesserung der Integrationsarbeit. Jobcenter-Mitarbeiter monieren, dass ihnen die neue Software, die an diesem Wochenende eingeführt werden soll, ohne Mitsprache aufgedrückt werde und sie ungenügend eingearbeitet worden seien.
In einem Telepolis vorliegenden Schreiben der Berliner Arbeitnehmervertreter an die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Soziales und Arbeit heißt es: „Im Rahmen dieser Neuausrichtung und Umstellung der Software ist durch die Bundesagentur für Arbeit kaum Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen….“ Daher lehnt der Hauptpersonalrat die Einführung des 4 Phasen-Modells ab.
Kritik an dem neuen Modell kommt auch von Gewerkschaftern aus Hannover und Frankfurt/Main. "Nach sorgfältiger Abwägung möglicher Vor- und Nachteile für die Beschäftigten überwiegen die befürchteten Nachteile", heißt es in einem Schreiben des Personalrates des Jobcenter Hannover.
Eine intensivere Kontrolle der Mitarbeiter, aber auch ein verschärftes Profiling von Hartz IV-Empfängern wird durch die Einführung der neuen Software befürchtet. Erwerbslosengruppen üben schon lange starke Kritik am Profiling und sprechen von Ausforschung einer ganzen Bevölkerungsgruppe.
Peter Nowak15.08.2009
 
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Und der Datenschutzbeauftragte sagt was genau dazu? Vielleicht kommts ja garnicht so weit oder nur mit explizitem Einverständnis des Erwerbslosen.
Mich würde ja mal interessieren, was denn da noch so alles reinkommen würde. Langen die Kontodaten, Telefonnummer, emailadresse, Suchten, Hobbys, Krankheiten usw nicht mehr?
Muss man vielleicht gar angeben, ob man heute schon kaka gemacht hat und ob man auch schön bubu gemacht hat?

:icon_twisted:
 

Paolo_Pinkel

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Muss man vielleicht gar angeben, ob man heute schon kaka gemacht hat und ob man auch schön bubu gemacht hat?
:icon_lol::icon_lol::icon_lol:

Hi,

traurig aber wahr. Es scheint so als wächst mit der Zahl der Erwerbslosen auch die Angst im Regierungsapparat. Wie kann man sich sonst erklären, dass eine umstrittene Zwitterbehörde, welche damit beauftragt ist erwerbslose Menschen in - nicht vorhandene - Arbeit zu vermitteln, solch eine absurde Datensammelwut, zusächtlich zum bereits existierenden Sammelvolumen, entwickelt? Mir scheint so als wolle man eine zweite BKA-Datei für erwerbslose aus prophylaktischen Gründen ins Leben rufen. Rasterfahndung für Überflüssige zwecks besserer Kontrolle? Oder werden nach der BuTa-Wahl alle erfassten erwerbslosen in arbeitsfähig und nicht mehr verwertbahr eingeteilt und dann...

Gruss

Paolo
 
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ExitUser

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Und der Datenschutzbeauftragte sagt was genau dazu? Vielleicht kommts ja garnicht so weit oder nur mit explizitem Einverständnis des Erwerbslosen.
Mich würde ja mal interessieren, was denn da noch so alles reinkommen würde. Langen die Kontodaten, Telefonnummer, emailadresse, Suchten, Hobbys, Krankheiten usw nicht mehr?
Muss man vielleicht gar angeben, ob man heute schon kaka gemacht hat und ob man auch schön bubu gemacht hat?

:icon_twisted:
"Wie oft hatten Sie heute/diese Woche/diesen Monat schon Sex?"

Bei mehr als 3 mal täglich, schwer vermittelbar, da "gedanklich nicht richtig bei der Arbeit".

:icon_mrgreen:
 

Speedport

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Wieviel neue Arbeitsplätze werden durch diese Maßnahme geschaffen?
 

Paolo_Pinkel

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Wieviel neue Arbeitsplätze werden durch diese Maßnahme geschaffen?
Hi,

für überflüssige Beamte die eine neue Daseinsberechtigung brauchen = Viele.

Für erwerbslose, die sowieso genug leidern, = 0

Gruss

Paolo
 

Coole-Sache

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Wie in den 40er Jahren, sammeln und zuschlagen.

Schönes Armes Deutschland
 

Couchhartzer

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Die Verwaltung der Bundesagentur für Arbeit verspricht sich von dem Modell eine Verbesserung der Integrationsarbeit.
Wie kommen die denn auf so einen Blödsinn, dass sich damit angeblich etwas "verbessert"?
Es ist doch allgemein bekannt, dass die meisten SB schon jetzt zu bequem und dämlich sind in der bisherigen alten Software überhaupt irgendwelche brauchbaren Profilings anzulegen, geschweige denn anständige Profilings überhaupt durchzuführen.
Warum sollte da ausgerechnet eine umfangreichere Software die SBs intelligenter und bereitwilliger machen können, wenn die schon mit der kleineren Software völlig überfordert waren?
Ich nenne es wieder mal ~> Steuergeldverschwendung
 

Speedport

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Das ist die gleiche Logik, wie die Erwartung, daß schöne Bewerbungen trotz fehlender Arbeitsplätze zu einer Einstellung führen werden.
 

Aidane

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Murks bei Olaf Scholz - NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - info@nrhz.de - Tel.: +49 (0)221 22 20 246 - ein Projekt gegen den schleichenden Verlust der Meinungs- und Informationsfreiheit - Köln, Kölner, Leverkusen, Bonn, Kölner Dom, Kölner Polize

Eigentlich sollte das EDV-Programm „Verbiss“ heißen, weil dort Sanktionstatbestände in Intim-Verhören erfasst werden, die Erwerbslose aus den ARGEn hinausbeißen. Demnächst könnten auch mehr ihrer Beschäftigten das Weite suchen. Das Programm heißt „Verbis“ und enthält ein „Vier-Phasen-Modell der Integrationsarbeit“ – und zusätzliche Verwaltungsarbeit. Und das wurde ab diesem Wochenende bundesweit eingeführt – offenbar unter Umgehung geltender Mitbestimmung und des Datenschutzes. Die Mitarbeiter sind sauer, die Erwerbslosen die Leidtragenden; und dem verantwortlichen Minister Olaf Scholz (SPD) kommt die neue Aufregung vor der Bundestagswahl ungelegen.
Na, mal sehen ich habe für Morgen eine Vorladung erhalten, was die da alles wissen wollen, oder ob es überhaupt funktioniert, ich bin gespannt.
 
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ExitUser

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:confused:Denen ist richtig Langweilig scheinbar :confused:


Anders ist diese Aktion nicht mehr zu verstehen. Das kostet den Staat wieder ordentlich Geld. Ist ja auch soviel da wenn man Elos sanktioniert:icon_neutral:
 

jane doe

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ai beim aa, ultra posse nemo obligatur

Warum sollte da ausgerechnet eine umfangreichere Software die SBs intelligenter und bereitwilliger machen können, wenn die schon mit der kleineren Software völlig überfordert waren?
das nennt sich künstliche intelligenz.
 
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