Neue Arbeitswelt macht Millionen Deutsche krank (1 Betrachter)

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Hartzeola

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2011 wurden 130.000 Arbeitnehmer aus psychischen Gründen krankgeschrieben. Verantwortlich dafür sind unter anderem ständige Erreichbarkeit, Überstunden – und tägliches Pendeln.

Jeder dritte Bundesbürger konnte im vergangenen Monat seine Arbeitszeit selbst bestimmen. Zugleich aber geben ebenso viele Menschen an, sie hätten in den vergangenen vier Wochen Überstunden gemacht oder Anrufe und Emails außerhalb der Arbeitszeit abgerufen. Dies ist eines der beunruhigenden Ergebnisse des "Fehlzeiten-Reports" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.


2000 Menschen wurden dafür befragt, und zusammen mit einer Auswertung der Daten von mehr als 17 Millionen AOK-Mitglieder ergibt sich das Ergebnis: Überstunden, die ständige Erreichbarkeit und das Pendeln zum oft weit entfernten Arbeitsplatz machen immer mehr Arbeitnehmer krank. Sie fehlen dann am Arbeitsplatz.


Immer mehr Menschen leiden an Schlafstörungen

Bei Millionen von Bundesbürgern verwischen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr. Als Folge davon fühlen sie sich niedergeschlagen und unausgeglichen. Sie können in der Freizeit nicht richtig abschalten und schlafen schlecht.

"Das alles sind deutliche Signale für psychische Belastungen", sagte Helmut Schröder, Vize-Chef des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO). "Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sind, die immer am oberen Limit arbeiten, Beruf und Freizeit schlecht trennen können oder lange Anfahrtswege zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen, sind hohen psychischen Belastungen ausgesetzt", sagte Schröder.
Fehlzeiten-Report: Neue Arbeitswelt macht Millionen Deutsche krank - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE
 

hartaber4

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Wo am Jobwunder gehobelt wird, fallen auch Späne.......
 

Hartzeola

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Burn-out in Unternehmen

Warum wir schon lange ausgebrannt sind

Schon vor 20 Jahren erkrankten Menschen, weil sie den Leistungsdruck nicht aushielten - damals allerdings war das noch keine klare Diagnose. Heute ist das Tabu weg und die Akzeptanz höher, dass Menschen wegen des Arbeitsdrucks krank werden können. Doch damit geht es keinem Angestellten besser.

Für die Psychotherapeutin Dagmar Ruhwandl sind unsere Vorfahren schuld. Zumindest sind Jäger und Sammler mit dafür verantwortlich, dass so viele Menschen heute vor Erschöpfung nicht mehr weiter können. Es ist so etwas wie der genetische Fingerabdruck, der sich da zeigt. Das klingt absurd? Die Burn-out-Expertin Ruhwandl findet das ganz und gar nicht: "Informationen sind grundsätzlich etwas Positives. Sie haben die Menschen einst vor Angriffen geschützt oder ihnen bei der Jagd geholfen", erklärt sie. "Signale haben das Überleben unserer Vorfahren gesichert. Und das prägt uns bis heute."

Das Problem ist nur, dass der moderne Mensch ein Vielfaches mehr an Informationen bekommt und verarbeiten muss als seine Vorfahren. "Der Reflex jedoch ist geblieben", sagt Ruhwandl. Jeder Ton oder jedes Blinken des Smartphones signalisiert den Menschen etwas Gutes. "Das läuft unbewusst ab. Deshalb fällt es uns so schwer, darauf nicht zu reagieren", erklärt die Therapeutin. Und deshalb leiden so viele Menschen an der unbändigen Flut an Informationen. Wer immer auf dem Sprung ist, immer bereit ist zu reagieren, der steht unter Druck und kann sich nicht erholen. Die ständige Erreichbarkeit durch Laptop und Smartphone lässt die Menschen nicht zur Ruhe kommen. Sie werden krank.
Burn-out in Unternehmen - Warum wir schon lange ausgebrannt sind - Karriere - sueddeutsche.de
 

Hartzeola

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Langes Pendeln zur Arbeit kann krank machen

Lange Fahrten zur Arbeit kosten Zeit und Nerven. Das Gefühl seine Zeit zu vergeuden nagt an vielen. Forscher haben nun herausgefunden, dass Fernpendler besonders anfällig für Krankheiten sind.

Alle Bevölkerungsgruppen müssen mobiler werden

Ihre Probleme kennen alle, die täglich zur Arbeit pendeln. "Die Pendelbereitschaft steigt mit höherem Einkommen und höherer Qualifikation. Dieser Trend verschwimmt aber immer mehr", sagt Annette Haas vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Auch Bevölkerungsgruppen mit geringerem Einkommen müssten immer mobiler sein.

Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts sind Fernpendler pro Strecke im Schnitt 74 Minuten unterwegs. Als Fernpendler gelten alle, die mindestens 60 Minuten für Hin- und Rückweg unterwegs sind. Die Mehrheit der Fernpendler fährt an fünf Tagen die Woche die Strecke. Zwischen Wohnort und Arbeitsort liegen im Durchschnitt 55 Kilometer. Über die Hälfte der Fernpendler fährt mit dem Auto. Etwas weniger (43 Prozent) nehmen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Stressfaktor Anfahrt: Langes Pendeln zur Arbeit kann krank machen - Nachrichten Gesundheit - Psychologie - DIE WELT
 
E

ExitUser

Gast
Mein Vater sagte immer , wer Nachts nicht schlafen kann hat tagsüber nicht genug gearbeitet , vielleicht hatte er ja recht.
Mein Chef sagte mal zu mir "wer Nachts nicht gut schläft , hat am Tag wohl nicht genug gearbeitet,
als er mitbekommen hatte das ich nicht gut geschlafen habe :icon_neutral:
 

Hartzeola

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Jeder zehnte Arbeitnehmer hat Depressionen

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland sind depressiv. In Europa ist es gar jeder Zehnte. Viele werden nicht richtig behandelt. Bei einem Anfall fehlen die Patienten im Mittel 36 Arbeitstage.


Jeder zehnte Arbeitnehmer in Europa ist schon einmal wegen einer Depression zu Hause geblieben. Das hat der europäische Fachverband European Depression Association (EDA) in einer repräsentativen Online-Umfrage unter mehr als 7000 Europäern herausgefunden. Erste Ergebnisse daraus stellt die EDA mit Sitz in Brüssel am Montag vor. Jeder Depressionsschub verursacht demnach durchschnittlich einen Ausfall von 36 Arbeitstagen.

Der Europäische Depressionstag am Montag (1. Oktober) will auf die lange tabuisierte Krankheit aufmerksam machen und Verständnis für die Betroffenen wecken. Die Diagnose Depression hat der europäischen Umfrage zufolge jeder fünfte Befragte schon einmal zu hören bekommen – am häufigsten waren Briten betroffen (26 Prozent), am seltensten die Italiener (12 Prozent).
Psychologie: Jeder zehnte Arbeitnehmer hat Depressionen - Nachrichten Gesundheit - Psychologie - DIE WELT
 
M

Minimina

Gast
Ach Gottchen, diese Studien, Befragungen und Berichte gibt es doch schon seit X Jahren und wen interessierts?

Im Grunde genommen müssen sich auch die Psychologen und Ärzte vorwerfen lassen, daß sie nicht gegen diese Entwicklung vehement vorgehen. Eigentlich ist es ihrem Amt geschuldet.

Aber in eine Gesundheitsindustrie die für Krankheit belohnt und für Gesundheit bestraft verhalten sich alle Beteiligten eben wie die Pawlowschen Pudel denen der Speichel schon anfängt zu tropfen, wenn sie daran denken wie der Beutel klingelt bei dieser menschenverachtenden (und tierverachtenden) Entwicklung.

Hechel Hechel
MM
 
E

ExitUser

Gast
Zitate ehemaliger Arbeitgeber:


  • Mitarbeiter sind zum verheizen da.

  • Wenn du je krank wirst, dann werde ich zu einem *********.
(war eh schon ein riesen *********)
 
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