Neue Arbeitsstelle, momentan auf 3 Monate befristet, SB nervt mit Termin (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

marco79

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Hallo zusammen!
Auch ich habe, wie so viele hier, ein Problem mit dem Arschamt und möchte Euch hiermit um Hilfe bitten!

Folgendes hat sich zugetragen:

Anfang des Jahres habe ich für 3 Monate ALG1 bezogen (betriebsbedingte Kündigung). Im Mai mußte ich eine OP über mich ergehen lassen und war danach 2 Monate krankgeschrieben.

Nebenbei habe ich mich selbst natürlich weiterhin auf Stellen beworben und habe gleich im Anschluß, nach meiner Genesung, auch einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Leider wird man dort erst einmal für 3 Monate befristet eingestellt (danach 6 Monate und dann 12 Monate) und somit habe ich mich, einen Tag vor Arbeitsantritt, ordnungsgemäß arbeitssuchend gemeldet.

Nun bin ich seit 1,5 Monaten in meinem neuen Job und alles sieht soweit ganz gut aus - wäre da nicht das Amt, was mich nervt!
Seit Wochen habe ich bald täglich die Nummer vom Amt auf meinem Telefon. Vor 10 Tagen erhielt ich dann einen Brief: "Einladung um über meine beruflich Situation zu sprechen". Vermerkt war dort, dass man mich, zwecks Terminabsprache, mehrmals versucht hat zu erreichen (ich arbeite in Vollzeit, wie soll ich da erreichbar sein?) und ich mich melden soll, wenn der Termin nicht passend zu meiner Arbeitszeit wäre.

Dies habe ich nun auch getan. Montags ist es bei uns immer ruhiger, somit habe ich die Arbeitszeit genutzt und mich beim Amt gemeldet. Der SB war (natürlich) an diesem Tag nicht im Haus und sein Adjutant hat mein Gespräch entgegen genommen. Diesem habe ich dann mitgeteilt, dass ich es mir im Moment nicht erlauben kann (noch möchte) mich für einen Termin dort freistellen zu lassen. Wie gesagt, ich erhoffe mir, dass mein Vertrag demnächst verlängert wird und sowas wäre kontraproduktiv.

Am Telefon teilte ich dem Herren mit, dass sie alle Daten von mir im System haben - das einzige was sich seitdem geändert hat war die OP und der Arbeitsantritt. Sollten sie irgendwelche potenziellen Arbeitsstellen haben, könnten sie mir diese gerne zukommen lassen,

Natürlich war mir klar, dass sich die Sache damit nicht erledigt hat und schwupps, 2 Tage später wieder die Nummer vom Amt auf meinem Telefon! Wie blöd sind die eigentlich? Was ist daran so schwer zu verstehen, dass man tagsüber nicht zu erreichen ist, wenn man arbeitet?
Heute hatte ich dann einen erneuten Brief - erneut eine Einladung für nächste Woche und natürlich wieder an einem Arbeitstag...

Nun meine Fragen an Euch:
- Muß ich diesen Termin wahrnehmen?
- Lohnt es sich erneut dort anzurufen oder besser alles Schriftlich (ich lebe auf dem Land)
- Habe ich etwas (zukünftige Sanktion) zu befürchten, wenn ich den beiligenden Bogen "Der Aufforderung kann ich nicht nachkommen" ausfülle und zusende?

In meinem neuen Job ist vieles, wenn nicht gar alles, neu für mich. Alle 3 Wochen werde ich in neue Bereiche eingeführt und habe somit genug damit zu tun, meinen Job zu erfüllen. Nach Feierabend und am Wochenende hab ich, weiß Gott, besseres zu tun, als mich mit diesen Idioten rumzuärgern! Ich mein, es geht hier um meinen Job und ich möchte mir ungern eine Verlägerung des Vertrages wegen so einem Termin vermasseln. Ich verstehe einfach nicht, was es da großartig zu besprechen gibt. Die haben doch noch alle Daten von mir in ihrem System und ich habe seither weder Kinder bekommen, noch bin ich umgezogen oder sonstwas.
 

Purzelina

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Schick den Antwortbogen zurück, Erscheinen zum Termin nicht möglich, weil während meiner Arbeitszeit, mehr nicht.
 

Fritz Fleißig

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Ergänzend:

1. Wahrscheinlich will man wissen, wie es nach dem Ende deines befristeten Vertrages weitergehen soll, mehr nicht.

2. Laß deine Telefonnummer löschen beziehungsweise untersage ausdrücklich unaufgeforderte Telefonanrufe bei dir. Du mußt lediglich postalisch erreichbar sein. Ob und wann du mit der AfA telefonierst, entscheidest allein du. Störungen während der Arbeitszeit kommen überhaupt nicht in Frage.

3. Wichtiges brieflich erledigen, vor allem, wenn du einen Nachweis brauchst. Hier würde ich kurz und knapp mitteilen, daß du berufstätig bist, dich derzeit auf die Einarbeitung konzentrieren mußt und auf eine Verlängerung deines Vertrages hofftest, was durch Störungen während der Arbeitszeit nur behindert werde. Die AfA muß bei Terminen auf deine Berufstätigkeit Rücksicht nehmen. Wenn bekannt ist, daß du vermutlich beim selben Arbeitgeber einen Anschlußvertrag bekommen kannst, sollte eigentlich nichts weiter zu besprechen sein.
 
E

ExitUser

Gast
Dies habe ich nun auch getan. Montags ist es bei uns immer ruhiger, somit habe ich die Arbeitszeit genutzt und mich beim Amt gemeldet. Der SB war (natürlich) an diesem Tag nicht im Haus und sein Adjutant hat mein Gespräch entgegen genommen.
Dass der SB dich während der Arbeit anruft, geht natürlich nicht. Ein klein wenig positiv ist allerdings zu sehen, dass er dir evtl. (Vermutung) einen für dich passenden Termin vorschlagen oder einfach nur nach eingetretenen Änderungen fragen wollte.

Die AfA berät in der Regel nach Termin. Falls du dort ohne Termin erschienen bist, war es fast eine logische Konsequenz, dass du nicht mit deinem SB sprechen konntest.

Nun meine Fragen an Euch:
- Muß ich diesen Termin wahrnehmen?
- Lohnt es sich erneut dort anzurufen oder besser alles Schriftlich (ich lebe auf dem Land)
- Habe ich etwas (zukünftige Sanktion) zu befürchten, wenn ich den beiligenden Bogen "Der Aufforderung kann ich nicht nachkommen" ausfülle und zusende?
Du bist nach § 38 Abs. 1 SGB III arbeitsuchend gemeldet und befindest dich in der sogenannten „Aktionszeit“. Somit unterliegst du der Meldepflicht (Abs. 1 letzter Satz). Wird ein Termin von dir nicht wahrgenommen, ist ein wichtiger Grund für ein Meldeversäumnis zu prüfen. Und hier solltest du mit deinem Arbeitgeber reden. Wenn er dich nicht freistellt, hast du einen wichtigen Grund.

GA 159.120a:
Ein wichtiger Grund liegt bei Meldeversäumnissen in der Aktionszeit auch vor, wenn ….. der Meldetermin in seine Arbeitzeit fällt und der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht freigestellt hat.
GA 159.123:
In den Fällen einer Sperrzeit bei ......Meldeversäumnis in der Aktionszeit …. beginnt die Sperrzeit mit dem Eintritt der Beschäftigungslosigkeit.
 

Fritz Fleißig

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Die AfA berät in der Regel nach Termin.
Ich denke, im Interesse der sprachlichen Exaktheit sollte man diese Aussage in
... führt in der Regel Gespräche nach Termin...
ändern.

Von einer kompetenten "Beratung" habe ich noch nichts gespürt. Ich will mich nicht auf einen konkreten Prozentsatz festlegen, aber würde man Gespräche nach Kosten/Nutzen-Erwägungen ansetzen, müßten vielleicht 90 % (oder mehr) aller Termine nicht stattfinden. Vieles ist objektiv nur Zeitverschwendung beziehungsweise die klassische "Planerfüllung" und könnte entweder ganz wegfallen oder durch weniger zeitaufwendige Kommunikationswege ersetzt werden.

Falls du dort ohne Termin erschienen bist, war es fast eine logische Konsequenz, dass du nicht mit deinem SB sprechen konntest.
Der Fragesteller ist dort nicht erschienen, sondern hat angerufen.
 
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ExitUser

Gast
Ich denke, im Interesse der sprachlichen Exaktheit sollte man diese Aussage in
... führt in der Regel Gespräche nach Termin...
ändern.
Da es in diesem Fall nicht um das Zitieren eines Gesetzes oder rechtlicher Folgen aus konkreten Handlungen ging, sollte nur das ausgedrückt werden, was vermutlich auch zu verstehen war. Grammatikalische Spitzenleistungen sind nicht zwingend mein Anliegen bzw. vorrangiges Anliegen von Foren :icon_smile:.

Von einer kompetenten "Beratung" habe ich noch nichts gespürt. Ich will mich nicht auf einen konkreten Prozentsatz festlegen, aber würde man Gespräche nach Kosten/Nutzen-Erwägungen ansetzen, müßten vielleicht 90 % (oder mehr) aller Termine nicht stattfinden. Vieles ist objektiv nur Zeitverschwendung beziehungsweise die klassische "Planerfüllung" und könnte entweder ganz wegfallen oder durch weniger zeitaufwendige Kommunikationswege ersetzt werden.
Dem will ich nicht widersprechen. Allerdings muss sich der SB, wie jeder Arbeitnehmer, an die Vorgaben seines Arbeitgebers halten. Dieser müsste in diesem Falle für die Hartnäckigkeit des SB in die Pflicht genommen werden. Womöglich geht es nur um das Abfragen evtl. Änderungen in den Verhältnissen des Bewerbers. Dazu ist ein Beratungsgespräch eine zu große Keule.

Vorgaben für den SB:
„Nach einer persönlichen Arbeitsuchendmeldung bzw. nach Anzeige einer Arbeitsuchendmeldung entsprechend § 38 Abs. 1 SGB III, ist der schnellstmögliche terminierte Zugang zur Vermittlungsfachkraft vor Eintritt der Arbeitslosigkeit sicherzustellen. Nach einer persönlichen Meldung und Terminvereinbarung ist die Einladung mit Rechtsfolgen nach § 309 SGB III i. V. m. 159 SGB III zu versehen.
…...
Kommt nach der persönlichen Arbeitsuchendmeldung eine Terminvereinbarung aus wichtigem Grund nicht zu Stande, sind die wichtigen Gründe genau zu dokumentieren. Schichtdienst, ein anderer gewöhnlicher Aufenthalt bzw. eine Verlängerungs- oder Wiedereinstellungsoption, sind keine wichtigen Gründe. „​

Der Fragesteller ist dort nicht erschienen, sondern hat angerufen.
Da muss ich zugeben, dass ich dies falsch verstanden habe. Ich bin davon ausgegangen, dass in den meisten Beschäftigungsverhältnissen täglich 5 Minuten für z.B. ein privates Tel.-Gespräch (außerhalb der Arbeitszeit?) abgezweigt werden kann. Die Aussage "Montags ist es bei uns immer ruhiger..." habe ich tatsächlich mit einem persönlichen Gang zur Agentur verbunden.
 

marco79

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Zuerst einmal vielen Dank für alle bisherigen Antworten!

Ich werde wohl den Antwortbogen an den SB senden. Dort wird nochmal vermerkt, was ich bereits letzte Woche dem Adjutanten mitgeteilt hatte:

- der Termin fällt in meine Arbeitszeit und kann daher nicht wahrgenommen werden.
- alle Daten die für eine Vermittlung notwendig sind, liegen der Agentur eigentlich vor. Wie bereits geschrieben, hat sich zwischenzeitig nichts geändert. Gerne kann man mir einen anderen (oder gar besseren) VV zukommen lassen, sofern die Kosten für eine Bewerbung übernommen werden.
- Es ist davon auszugehen, dass spätestens nächsten Monat mein Vertrag verlängert wird.

Ich hoffe danach sind alle Fragen (bzgl. Einladung zur beruflichen Situation) geklärt und der SB läßt mich erst einmal in Ruhe. Aber wahrscheinlich erhalte ich daraufhin wieder Anrufe auf mein Festnetz und danach eine erneute Einladung...

Drollig finde ich auch, dass ich, zum Termin, meine Bewerbungsbemühungen nachweisen soll. Klar, wenn man eine neue Arbeitstelle antritt und davon ausgehen kann, dass man dort weiterbeschäftigt wird, bewirbt man sich auch fleißig weiter... Auch Bewerbungsunterlagen, nebst Lebenslauf und letztes Arbeitszeugnis, möchte der Herr von mir sehen. Auch das haben die doch eigentlich schon alles.
 

Fritz Fleißig

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@marco79

Nochmal: laß deine Telefonnummer und erforderlichenfalls deine E-Mehl-Adresse bei der AfA löschen, dann kann man dich auch gar nicht telefonisch zu unpassender Zeit belästigen. Wann du anrufst, entscheidest du immer noch selbst. Du bist nicht verpflichtet, der AfA deine Telefonnummer oder E-Mehl-Adresse zur Verfügung zu stellen. Und wenn du das schon tust, kannst du entscheiden, unter welchen Umständen diese überhaupt genutzt werden darf.

Die Forderung nach "Bewerbungsunterlagen" ist nicht mehr als ein Textbaustein, wie so vieles in der Korrespondenz der AfA.

Mit den Bewerbungsbemühungen mußt du ein bißchen vorsichtig sein. Du bist schon als Arbeitssuchender zu ausreichenden Eigenbemühungen verpflichtet. Solange du keinen Anschlußvertrag mit deinem jetzigen Arbeitgeber konkret abgeschlossen hast, mußt du dich auch anderweitig bemühen. Nachweise darf die AfA aber nur von dir fordern, wenn sie dich zuvor zu deren Aufbewahrung und späteren Vorlage aufgefordert hat. Bei dir sollte also die sinnvolle Antwort lauten, daß du dich natürlich laufend auch anderweitig in zumutbarem Umfang nach Stellen umsiehst, Nachweise aber leider nicht aufbewahrt worden seien. Einfach zu sagen, daß du dich gar nicht anderswo umschaust, kann Probleme bereiten. Auch wenn es klar sein sollte, daß die Fortführung deines jetzigen Vertrages natürlich Vorrang hat.
 
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