Neuantrag, aber nicht fähig 3 Stunden zu arbeiten (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Dieses Thema ist derzeit geschlossen.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
107
Bewertungen
4
Hallo,

ein Kollege von mir wurde von zu Hause rausgeschmissen und hat jetzt einen Antrag gestellt.
Bei der Frage, ob er für 3 Stunden arbeiten kann hat er nein angekreuzt, da er vorher ca. 2 Jahre von der Krankenkasse gelebt hat, da er psychisch krank ist. Bei der Krankenkasse gibt es ein Gesetz, das die nur für 2 Jahre bezahlen und danach ist man auf sich alleine gestellt.

Meine Frage, kann der Antrag abgelehnt werden, weil er angekreuzt hat, dass er nicht fähig ist, 3 Stunden zu arbeiten? Trotz Papiere von der Krankenkasse und Psychater?
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.155
Bewertungen
21.342
kann der Antrag abgelehnt werden, weil er angekreuzt hat, dass er nicht fähig ist, 3 Stunden zu arbeiten?
Er wird so sicherlich Schwierigkeiten haben, ALG II bewilligt zu bekommen, da er die Voraussetzungen ( u.a. mindestens 3h täglich arbeiten zu können) nicht erfüllt.

Wenn er erwerbsunfähig ist und das hat er angegeben, muss das ja eine Behörde, die DRV, festgestellt haben. Dann sind die zuständig.

Er hätte das nicht ankreuzen sollen. Das hätte er auch nach Bewilligung noch angehen können, dann hätte man seine Erwerbsfähigkeit von Amts wegen überprüfen müssen.
 
G

Gast1

Gast
kakashix, das Jobcenter wird den Kollegen zum Sozialamt schicken. Eventuell wird das Sozialamt ihm sagen "Wir sind nicht zuständig". Falls das geschieht, soll der Kollege sich das schriftlich vom Sozialamt geben lassen und mit dem Bescheid des Sozialamts wieder zum Jobcenter gehen. Dann muss das Jobcenter Leistungen erbringen.
 

Filch

Elo-User*in
Mitglied seit
19 März 2015
Beiträge
24
Bewertungen
6
Wenn die Eltern Geld haben § 1601 BGB beachten. Das Sozialamt wird sich dann das Geld von den Eltern zurückholen. Bei Harz IV nicht, da er bei 3 Stunden Arbeitsfähigkeit in der Theorie dazu in der Lage wäre seine Hilfsbedürftigkeit durch Arbeit selbst zu überwinden.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.166
Hallo kakashix,

ein Kollege von mir wurde von zu Hause rausgeschmissen und hat jetzt einen Antrag gestellt.
Mal ergänzend zu den bisherigen Antworten sind die Infos mehr als "mager", zudem kannst du zu solchen Fragen hier schon sehr viel nachlesen, du bist ja nicht mehr so neu im Forum.

Ein Kollege ist ja in der Regel jemand mit dem man (mal) beruflich irgendwie zusammen arbeitet, die Frage nach seinem Lebensalter ist auch nicht ganz uninteressant und von wem er zu Hause rausgeschmissen wurde ???

Ganz so einfach geht das nämlich nicht, wo wohnt er denn jetzt ???

Bei der Frage, ob er für 3 Stunden arbeiten kann hat er nein angekreuzt, da er vorher ca. 2 Jahre von der Krankenkasse gelebt hat, da er psychisch krank ist. Bei der Krankenkasse gibt es ein Gesetz, das die nur für 2 Jahre bezahlen und danach ist man auf sich alleine gestellt.
Dann wurde er schon mal völlig falsch beraten, denn es geht dabei NICHT um die aktuelle "Arbeits-FÄHIGKEIT", sondern darum ob man sich (ohne AU mal wieder) in der Lage sieht wenigstens 3 Stunden Erwerbstätig zu sein ( = Erwerbsfähigkeit für mindestens 3 Stunden).

Wenn er bis dahin "von der KK gelebt hat", dann muss er ja mal im Arbeitsverhältnis gestanden haben, sonst bekommt man auch kein Krankengeld von der KK. :icon_evil:

Das wird tatsächlich zeitlich begrenzt gezahlt und nach 78 Wochen Krankengeld (also 1,5 Jahre und nicht 2) bekommt man den Bescheid (von der KK), dass man nun kein Geld mehr bekommen kann ...
Wer allerdings vorher gearbeitet hatte, der hat in der Regel dann erst noch einen Anspruch auf ALGI und dort muss er sich erst mal erkundigen ob man zahlen müsste, auch das sollte man ihm beim JC mitgeteilt haben.

Denn bei Anspruch auf ALGI ist das als nächste Lohnersatz-Leistung vorrangig zu zahlen und in Anspruch zu nehmen, es ist also nicht korrekt, dass man bereits nach dem Ablauf von Krankengeld "auf sich alleine gestellt" wäre. :icon_evil:

Dazu kannst du hier schon sehr viel nachlesen, wenn du mal die Suche bemühst unter Stichworten wie "Aussteuerung aus dem Krankengeld" / "Nahtlosigkeit" oder "§ 145 SGB III" , da gibt es massig schon (fast) alles dazu.

Auch bei der AfA (Agentur für Arbeit) muss er mit seinem "Restleistungsvermögen" zur Vermittlung bereit sein, das wird dann vom ÄD der AfA geprüft und festgestellt, eventuell wird er dann aufgefordert eine med. Reha oder EM-Rente bei der DRV zu beantragen.

Meine Frage, kann der Antrag abgelehnt werden, weil er angekreuzt hat, dass er nicht fähig ist, 3 Stunden zu arbeiten?
Ja, das kann (theoretisch) deswegen abgelehnt werden aber das JC müsste trotzdem zunächst auch den ÄD beauftragen, eine AU ist NICHT gleichzusetzen mit einer Erwerbsminderung im rentenrechtlichen Sinne und nur dann hat man keinen Anspruch auf ALG II.

Ansonsten gibt es dort sehr viele LE, die wegen (AU-bescheinigter) Krankheit kürzere oder längere Zeit nicht vermittelbar sind, die dürften ja dann ALLE kein Geld vom JC bekommen, man hat ihn einfach "abgewimmelt", anstatt ihm die korrekten Informationen zu geben, wie es Pflicht der JC-SB wäre.

Wir haben auch fast 2 Jahre ALGII bezogen, gerade weil die DRV nicht bestätigen wollte, dass wir nicht Erwerbsfähig sind, da waren wir schon seit Jahren durchgehend AU geschrieben ... diese Frage im Antrag haben wir also trotzdem mit "JA" beantwortet, sonst hätte ja auch Niemand gezahlt. :icon_evil:

Trotz Papiere von der Krankenkasse und Psychater?
Die Papiere von der KK interessieren dabei das JC nicht, da steht ja nur drauf, dass sein Krankengeld abgelaufen ist und nicht, dass er erwerbsgemindert sein muss und der Psychiater kann das auch nicht (rechtsverbindlich) beurteilen, zudem gibt man SB vom JC keine medizinischen Unterlagen in die Hand.

Das sind "Arbeitsvermittler" und keine Ärzte, dafür gibt es überall extra den Med. Dienst und bis der das geprüft hat, muss erst mal gezahlt werden wenn Jemand mittellos und Bedürftig ist.
Ich denke aber, dass er zunächst mal seinen Anspruch auf ALGI bei der AfA klären muss, weil das vorrangig wäre vor ALGII ...

MfG Doppeloma
 
Status
Dieses Thema ist derzeit geschlossen.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten