Nahtlosigkeitsregelung/Ausssteuerung: ALG1 zu früh und falsch beantragt

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grakor

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Ich werde im Juni ausgesteuert und hatte vor, ALG1 mittels der Nahtlosigkeitsregelung zu erlangen. Eine Reha habe ich nach Aufforderung der Krankenkasse schon im März beantragt, eine Antwort vom Rentenversicherer ist noch nicht eingegangen bzw. es wurde noch nicht darüber entschieden, ob ich Anspruch auf eine Reha habe.

Leider habe ich dieses Forum erst jetzt entdeckt und festgestellt, dass ich hier einige, u.U. schwerwiegende Fehler gemacht habe:

(1) ALG1 viel zu früh beantragt, und zwar unmittelbar nachdem mir die Krankenkasse den Aussteuerungsbescheid zugestellt hatte (letzte Woche war das), es sind also noch gut zwei Monate bis zur eigentlichen Aussteuerung und der ALG1-Antrag ist raus, das lässt sich nicht mehr rückgängig machen.
(2) Antrag nicht mit der hier im Forum befindlichen Vorlage erstellt, dabei
- der AfA den aktuellen Krankenschein zugestellt und dazu noch bei der Frage 2d zum Krankschreibungszeitraum eingetragen: von Juni 2018 bis (prospektiv) Dezember 2019,
- bei der Frage 2g im Antrag ("wöchentliche Arbeitsstunden") das Feld nicht freigelassen, sondern "40" eingetragen,
- keinen Vermerk gemacht, dass ich ALG1 nach SGB § 145 beantragen möchte (Vermerk war nicht möglich, da ich das Ganze auch noch online erledigt habe; ich dachte, die würden das schon inferieren).


Zumindest habe ich 2a ("zumutbare Möglichkeiten") und 2e ("Beschäftigungen nicht mehr ausüben", "gesundheitliche Gründe") mit "ja" sowie 2f ("ohne zwingenden Grund nur noch zeitlich eingeschränkt arbeiten") mit "nein" beantwortet.

Weiterhin habe ich den Antragseingangsbescheid der Rentenversicherung (bzgl. des im März gestellten Reha-Antrages) mit hochgeladen beim ALG1-Antrag. Hoffentlich war das nicht auch noch falsch.

Ebenso habe ich den Aussteuerungsbescheid der KK hochgeladen, das sollte wohl notwendig und ausnahmsweise kein Problem sein.

Insgesamt war ich fälschlicherweise davon ausgegangen, dass ich die AU-Bescheinigungen nach der Aussteuerung der AfA immer zustellen muss bzw. sollte. Wie ich jetzt gelesen habe, soll man das auf keinen Fall machen. Kraft meiner Falschannahme hab ich wie gesagt auch noch bei 2d im Antrag bei "bis" (Krankschreibungszeitraum) Dezember 2019 eingetragen. Ich dachte einfache, dass man klarerweise bei der Nahtlosigkeitsregelung weiter krankgeschrieben wird, insbesondere dann, wenn eine Reha ansteht - die entscheiden ja erst über die Arbeitsfähigkeit.

Aber warum lässt man sich überhaupt weiter krankschreiben und kommt dadurch in die Bredouille, der AfA etwas verheimlichen zu müssen? Man braucht doch den Krankenschein nicht mehr wie beim Krankengeld. Also könnte man doch einfach auf eine weitere Krankschreibung nach der Aussteuerung komplett verzichten und ohne diesen Konflikt das ALG1 nach Nahlosigkeitsregelung beantragen, oder nicht?

---------------------

Wie dem auch sei. Sicherlich wird die AfA jetzt meine Fehler ausnutzen und mir Steine in den Weg legen.

Was habe ich zu erwarten?

Wie sollte ich am besten weiter vorgehen?

Sobald eine erste Antwort von der AfA eingegangen ist, was ziemlich bald er Fall sein sollte, beschreibe ich diese in diesem Thread und hoffe auf eure kompetente Hilfe.

Aber vielleicht könnt ihr mir ja schon vorab ein paar Tipps geben, damit ich ungefähr weiß, welches Ungemach auf mich zukommen könnte und wie man sich am besten dagegen wappnet.

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Eine konkrete Frage noch:

Die bereits eingereichte Krankschreibung ist ja noch nicht mal die letzte, im Mai muss ich nochmal zum Arzt, das wird dann die letzte AU bis zum Termin der Aussteuerung sein.

Ich dachte dabei Folgendes: Anfang Mai, wenn der jetzige Krankenschein ausläuft, vom Arzt genau bis zum Termin der Aussteuerung im Juni krankschreiben lassen. Dann diesen Bescheid der AfA noch zustellen. Danach weiter krankschreiben lassen, aber die AUs nicht mehr der AfA zustellen.

Was denkt ihr?
 
E

ExitUser

Gast
Also prinzipiell erst mal eins. ALG1 nach §145 beantragen kann man nicht. Man erhält auch kein ALG1 nach §145 oder so ähnlich. Leider taucht das hier immer wieder mal fälschlicherweise auf.

Der §145 SGB III sagt lediglich das man ALG1 (bewilligt nach §136 SGB III) erhalten kann, wenn man aufgrund einer (festgestellten) Leistungsfähigkeit von unter 3h/täglich für mehr als 6 Monate eigentlich nicht der AfA zur Verfügung steht. Jemand der eben keine 15 Stunden arbeiten kann/will, gilt eigentlich nicht als arbeitslos.

Aber warum lässt man sich überhaupt weiter krankschreiben und kommt dadurch in die Bredouille, der AfA etwas verheimlichen zu müssen?
Man lässt sich ja z.B. für seinen letzten Job AU schreiben, was eben nicht heisst das man gleich komplett erwerbsgemindert ist. Deswegen soll man sich ja mit seinem "Restleistungsvermögen" der AfA zur Verfügung stellen. Jeder der AU ist, hat ja ein gewisses Restleistungsvermögen. Wäre das nicht mehr vorhanden, dann wäre man ja auch für die AfA und somit ALG1 nicht verfügbar.

Da man ja aber eben die Restleistungsvermögen hat und angibt, soll man keine AUB bei der AfA abgeben. Das wäre ja wieder wisersprüchlich und könnte dazu führen das man nach 6 Wochen wieder keine Kohle bekommt.

Also könnte man doch einfach auf eine weitere Krankschreibung nach der Aussteuerung komplett verzichten und ohne diesen Konflikt das ALG1 nach Nahlosigkeitsregelung beantragen, oder nicht?
Für alles was danach kommen könnte (EM-Rente, usw.) wäre man dann auch nicht AU. Und warum sollte man jemanden z.B. eine Rente zahlen wenn er nicht AU ist?
Zum Thema "ALG1 nach Nahlosigkeitsregelung beantragen" siehe meine Antwort oben, dass gibt es nicht.

Weiterhin habe ich den Antragseingangsbescheid der Rentenversicherung (bzgl. des im März gestellten Reha-Antrages) mit hochgeladen beim ALG1-Antrag. Hoffentlich war das nicht auch noch falsch.
Das wird sich noch zeigen, nötig war das jetzt erst mal auf keine Fall und könnte im Bezug auf §145 und äD eine Hürde geben.

Dann diesen Bescheid der AfA noch zustellen.
Keine AU-Bescheinigungen mehr zur AfA
 

grakor

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Vielen Dank, jetzt ist (mir) schon mal klar, warum man sich auch nach der Aussteuerung weiter krankschreiben lassen sollte, nämlich wegen der Reha und ggf. daraus resultierenden Ansprüchen, Erwerbsminderungsrente bspw.

Und, dass ich gar keine weiteren AUs einreichen sollte, auch nicht die nächste, welche bis zum Aussteuerungstermin reichen wird.

Danke auch für die Info, dass man die Nahtlosigkeitsregelung sozusagen nur indirekt "beantragt", nämlich dadurch, dass man unter 2e eine "Einschränkung" durch "gesundheitliche Gründe" angibt, worauf die AfA den äD einschaltet und der dann die Arbeitsfähigkeit bzw. das Restleistungsvermögen prüft, woraus wiederum der Anspruch auf Nahlosigkeits-ALG1 entstehen kann, sofern unter 15 Stunden bescheinigt werden. (Richtig?)

Zu der Frage, ob es richtig war, den Rehaantragsbescheid zuzustellen:

Das wird sich noch zeigen, nötig war das jetzt erst mal auf keine Fall und könnte im Bezug auf §145 und äD eine Hürde geben.

Das verstehe ich nicht, dass das ein Problem sein könnte. Ich dachte, die Nahtlosigkeitsregelung ist extra dafür gedacht, einen Zeitraum bis zu einer Reha mit ALG1 überbrücken zu können. Insofern dachte ich, es ist gerade gut für mein Anliegen, dass bereits eine Reha beantragt worden ist, und dass ich dies mit dem Formular hinterlegt habe. Wo soll hier eine Hürde liegen?
 
E

ExitUser

Gast
woraus wiederum der Anspruch auf Nahlosigkeits-ALG1 entstehen kann, sofern unter 15 Stunden bescheinigt werden. (Richtig?)
Soweit richtig

Das verstehe ich nicht, dass das ein Problem sein könnte. Ich dachte, die Nahtlosigkeitsregelung ist extra dafür gedacht, einen Zeitraum bis zu einer Reha mit ALG1 überbrücken zu können. Insofern dachte ich, es ist gerade gut für mein Anliegen, dass bereits eine Reha beantragt worden ist, und dass ich dies mit dem Formular hinterlegt habe. Wo soll hier eine Hürde liegen?
Nicht so ganz. Die "Nahtlosigkeitsregelung" - welche es unter diesem Namen ja nicht mal im Gesetz gibt - ist nicht als Überbrückung bis zu einer Reha gedacht. Sondern dafür, dass vermeintlich "Erwerbsgeminderte" eben ALG1 beziehen können, obwohl sie ja gar nicht die Voraussetzungen für den Bezug erfüllen, bis der zuständige Träger der RV über die Erwerbsminderung entschieden haben (den nur die darf das). Und das kann durch Rehaantrag, EM-Rentenantrag, usw. eingeleitet werden.

Das Problem ist, dass die AfA sich nicht so oft die "Mühe" macht über ihren äD "selber" ein Begutachtung in Richtung §145 SGB III zu machen, wenn die DRV z.B. schon mit einer Reha im Boot ist. Vor allem dann, wenn vielleicht bis zur Entscheidung der AfA schon eine Reha gelaufen ist und die Momentaufnahme der Reha dort eben etwas über 3h/täglich ergibt.
Darum ist es oft besser das man der AfA nicht gleich alles offenlegt, weniger ist manchmal mehr.
 

Bullson

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Hallo @ all,
ich habe mal eine Frage zum Verständnis des Themas......und ganz allgemein gemeint.

Gesetzt dem Fall, man ist geht bereist AU in die Arbeitslosigkeit hat man trotzdem Anspruch auf insgesamt 78 Wochen Krankengeld.
Danach könnte die Nahtlosigkeitreglung greifen.
Das heisst, obwohl ich der Agentur nicht zur Vermittlung zur Verfügung stehe, kann ich ALG 1 erhalten ?
Eine weitere Krankschreibung vorausgesetzt.

mfg
Bullson
 

Bullson

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Hallo ExitUser,

also die Frage ist ganz allgemein gemeint........

zB. wenn man während einer AU gekündigt wird, kann man trotzdem bis zu 78 Wochen Krankengeld erhalten.
Krankschreibung vorausgesetzt.
Danach steuert die KK aus.
Man ist aber immer noch nicht arbeitsfähig.
Der Arzt bescheinigt weiterhin AU.
Obwohl das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist kann kein kein ALG1 beantragen werden, da nicht vermittelbar.
Es tritt die Nahtlosigkeitreglung in Kraft.

Ist so die Abfolge zu verstehen?

mfg
Bullson
 
E

ExitUser

Gast
Dann mal allgemein geantwortet, da in einem zeitlichen Ablauf wahrscheinlich die KK innerhalb der 78 Wochen eine Aufforderung zur Reha senden würde.

zB. wenn man während einer AU gekündigt wird, kann man trotzdem bis zu 78 Wochen Krankengeld erhalten.
Ja, solange man dann AU ist muss man auch nicht zur AfA, somit könnte man erst mal die 78 Wochen AU und KG ausnutzen

Danach steuert die KK aus.
Man ist aber immer noch nicht arbeitsfähig.
Der Arzt bescheinigt weiterhin AU.
Obwohl das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist kann kein kein ALG1 beantragen werden, da nicht vermittelbar.
Es tritt die Nahtlosigkeitreglung in Kraft.
Doch, nach der Aussteuerung muss man ja zur AfA und ALG1 beantragen. Eine AU würde man der AfA nicht geben, wäre aber ja noch AU geschrieben. Mit den Antrag auf ALG1 stellt man sich mit seinem "Restleistungsvermögen" zur Verfügung und die AfA würde das über den äD der AfA feststellen lassen.
Würde man jetzt unter die "Nahtlosigkeit" fallen, also den §145 SGB III würde man ALG1 erhalten, obwohl man dann nicht der Vermittlung zur Verfügung steht.

Mit dem Schreiben das man in den §145 SGB III fällt, würde man aber auch gleich eine Aufforderung zur Antragsstellung Reha/Rente bekommen, da dies gesetzlich eben so vorgegeben ist.

Wenn also die KK noch nicht zur Reha aufgefordert hätte, wäre das jetzt im Zuge des §145 der Fall.

Beantwortet das die Fragestellung?
 

grakor

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So, jetzt ist es so weit, die AfA hat mir auf meinen mit Blick auf Aussteuerung und Nahtlosigkeitsregelung hin suboptimalen ALG1-Antrag (siehe erster Eintrag hier ganz oben) einen Stapel an Papier zugestellt.

Es heißt,

(1)

"Sie haben am X. April ihre Arbeitssuche nach § 38 Abs. 1 SGB III angezeigt.,

ferner; (2)

"Wir benötigen vor dem Beratungsgespräch noch weitere Angaben - bitte rufen Sie daher unseren Telefonservice unter der oben angegebenen Rufnummer umgehend an". (fettgeduckt)


Frage I

Da muss ich wohl unweigerlich anrufen, oder? Weil es hier immer heißt, man soll unbedingt alles nur schriftlich erledigen.

---------------

Dann

"Wir möchten Sie schnell bei der Suche nach einer euren Beschäftigung unterstützen. Sie erhalten hierzu einen gesonderten Beratungstermin. Bitte ergänzen Sie ihren Lebenslauf in der Jobbörse. Für das Beratungsgespräch werden mindestens die letzten drei Jahre ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit (Beschäftigungsvererhätlisse, Selbstständigkeit sowie Ihren Schulabschluss mit dem höchsten Bildungsabschlus und all ihre Berufs-/Studienabschlüsse benötigt."

Es folgen zahlreiche Zettel zum Berufsinsformationsdienst sowie zur "Lernbörse" sowie ein Inormationsblatt ""Leistungsrechtliche Hinweise zurfrühzeitigen Arbeitssuchendmeldung, Anzeige zur Fristwahrung")

Frage II

Einfach ignorieren?

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Weiterhin

"Beachten Sie bitte: Ihre angezeigte Arbeitssuchendmeldung wird erst wirksam, wenn sie sich persönlich in der Agentur für Arbeit melden. Wenn Sie nicht wirksam arbeistssuchend gemeldet haben, weil sie ohne wichtigen Grund nicht vorsprechen, tritt eine Sperrzeit von einer Woche ein."

"Können Sie den oben genannten Termin aus wichtigen persönlichen Gründen nicht einhalten, besteht die Möglichkeit ihre Arbeitssuchendmeldung kurzfristig persönlich während der Öffnungszeiten in der Agengtur für Arbeit rechtswirksam nachzuholen. Bitte teilen Sie dies dem Telefonservicenter der oben angegebenen Rufnummer mit."

Frage III

Wann sollte ich am besten persönlich vorstellig werden (außer die geben mir einen konkreten Termin)? Erst kurz vor der Aussteuerung? Die ist ja wie gesagt noch lange hin, erst Mitte Juni.

--------------------------------------------------------

Dann kommt das eigentlich Interessante: Zwei Informationsblätter

(1)

Hinweise "zum Anspruch auf Arbeitslosengeld bei voraussichtlich mehr als 6-manotiger Leistungsminderung nach § 145 SGBIII ("Nahtloskeitsregelung")"

(2)

"Informationsblatt zur Vorstellung im Ärztlichen Dienst."

Zuletzt natürlich der Gesundheitsfragebogen.

------------------

Ich muss ja letzteren Ausfüllen (dafür wird mir eine gute Woche eingeräumt), richtig?

Gibt es hier irgendwo Informationen, was man beim Ausfüllen dieses Fragebogen beachten sollte?

Soll ich meine bisherigen medizinischen Befunde beilegen oder nicht?

Soll ich meine Ärzte (angeben muss ich sie ja, oder?) von der Schweigepflicht entbinden, oder nicht?
 

Kerstin_K

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Sowohl der Gesundheitsfragebogen als auch die Schweigepflichtentbindungen sin freiwillig. Ausserdem, wenn du da was ausfüllst, dann schicke das bitte nur direkt an den ärztliche Dienst, nicht an irgendwelche SBs oder so.

Ich würde das aussitzen bis kurz vor der Aussteuerung, also bis Anfang Juni oder so. Dein gesundheitszstamd lkann sich bis dahin noch verändern oder du könntest sogar ganz gesund werden.

Wenn Du das einschickst, dann würde ich zunächst auf die Schweigepflichtentbindungen verzichten und stattdessen einige aussagekräftige Befundunterlagen beilegen. Wenn der äD damit nicht auskommt, weren sie sich melden.

Den ganzen Kram rund um die arbeitssuchendmeldung kannst Du vergessen. Das trifft auf ALG I nach Aussteuerung nicht zu. Irgendwelche Vermittlungsgespräche oder so haben erst Sinn, wenn der äD Deine Restleitungsfähigkeit festgestellt hat.

Anrufen musst Du da nicht und es reicht, wenn Du Dich ca. Anfang Juni persönlich bei der AfA meldest.
 

grakor

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Also die Schweigepflichtsentbindung verweigern, das hatte ich auch so vor. Meine Unterlagen aus den Voruntersuchungen und Behandlungen geben ein klares Bild der Arbeitsunfähigkeit.

Aber was sollte es bringen, den Gesundheitsfragebogen zu verweigern? Der ist doch notwendig für den äD, um über die Restleistungsfähigkeit zu urteilen. Wenn man also den Gesundheitsfragebogen verweigert, dann schneidet man sich doch ins eigene Fleisch, oder nicht?

Mein derzeitiger Plan ist es also, Gesundheitsfragebogen und Arztunterlagen einzureichen. Mal schauen, ob es klappt, wie vorgeschlagen, dass noch hinauszuzögern. Beim Gesundheitsfragebogen wird der 25.4. als Rückgabedatum gefordert, der Anruf soll von mir wie gesagt sofort erfolgen.

Sicher, dass die nicht mit irgendwelchen Sanktionen kommen, wenn man sich nicht innerhalb der Fristen (Anruf, Gesundheitsfragebogen) meldet?
 
Zuletzt bearbeitet:

HermineL

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Aber was sollte es bringen, den Gesundheitsfragebogen zu verweigern? Der ist doch notwendig für den äD, um über die Restleistungsfähigkeit zu urteilen. Wenn man also den Gesundheitsfragebogen verweigert, dann schneidet man sich doch ins eigene Fleisch, oder nicht?
Der Gesundheitsfragebogen ist einzig für die Anamnese gedacht. Gibst du den nicht ab muss der Arzt, falls er nicht nach Aktenlage urteilt, die Anamnese im Zuge der Untersuchung direkt vornehmen in dem er dir Fragen stellt.
Wenn es dir lieber ist den Gesundheitsfragebogen dennoch auszufüllen kannst du das natürlich machen. Das steht dir immer frei. Aber immer nur direkt an den ÄD nicht an den Sachbearbeiter.
 

grakor

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Im Gesundheitsfragebogen gibt es unter Punkt 3 die Frage:

"Sind die zurzeit krank (arbeitsunfähig) geschrieben?"

Das muss ich ja wohl mit "ja" beantworten.

Bei "seit wann?" trage ich wahrheitsgemäß Juni 2018 ein, denn seitdem läuft die aktuelle Krankschreibung.

Was soll ich bei "bis wann?" eintragen?

Ich werde ja noch längerfristig, über die Aussteuerung hinaus, mindestens bis zur irgendwann wahrscheinlich anstehenden Reha AU sein. Aber AUBs soll man ja bei der AfA nicht einreichen. Wobei ja klar ist, dass man zumindest bis zur Aussteuerung AU sein muss, geht ja gar nicht anders.

Warum also diese AUs der AfA verheimlichen frage ich mich (die AU bis Anfang Mai hatte ich dem ALG1-Antrag beigefügt, soll ja auch falsch gewesen sein).

Ich hatte ja schon erwähnt (erster Eintrag oberhalb), dass ich beim ALG1-Antrag bei "bis wann krank" präventiv Dezember 2019 eingetragen hatte, weil ich dachte, man ist natürlicherweise weiter krankgeschrieben in so einem Reha-Prozess nach der Aussteuerung.

Hoffe, die drehen mir da keinen Strick draus.

Jetzt nun wieder die Frage im Gesundheitsfragebogen, bis wann ich denn krankgeschrieben sei.

Möglichkeit 1: freilassen
Möglichkeit 2: das Bis-Datum des aktuellen Krankenscheins reinschreiben (Anfang Mai)
Möglichkeit 3: das Aussteuerungsdatum reinschreiben (Mitte Juni)

Hole mir im Mai nochmal einen letzten AU-Schein ab, der bis zur Aussteuerung reicht; hatte mir vorgenommen, den genau bis zum Aussteuerungsdatum vom Hausarzt datieren zu lassen, ist das richtig so?

Möglilchkeit 4: wieder Dezember 2019 reinschreiben wie schon zuvor beim ALG1-Antrag (das wäre kongruent, aber wohl abträglich)
 

Kerstin_K

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Schreib da einfach rein "bis auf weiteres". Du bist Doch kein Hellseher.

Wie lange eine AUB geht, dass überlasse Deinem Arzt. Es ist völlig egal, ob die bis zum Aussteuerungsdatum geht oder darüer hinaus.

Der Gund, warum Du die AUB nict bei der AfA abgeben sollst, ist folgender: Wenn jmand normal ALG I bezieht, zahlt bei Arbeitsunfähigkeit die AfA 6 Wochen das ALG I weiter, dnach muss derjenige Krankengeld beantragen. Das bekommst Du aber nach der Aussteuerung nicht mehr. Eigentlich darf diese Regelung bei ALG I nach der Aussteuerung nicht angewendet werden, die AfA versucht das aber oft trotzdem und dann hast Du das Problem, dass Du ohne Geld dastehst.

In Bezug auf die ausgedteuerte Krankheut gilt die AUB gegenüber der AfA sowieso nicht mehr, auch nicht als wichtiger Grund, um zum Beispiel Meldetermine nicht wahrzunehmen. Manche AfAs versuchen sogar, den Ärzten vorzuschreiben, dass sie nach der Aussteuerung wegen der ausgesteuerten Krankeit nicht mehr au schreiben dürfen. DAs ist aber nicht rechtmäßig.

Der Gesundheitsfragebogen und die edizinischen Unterlagen dienen dazu, dass Der ärztliche Dienst Deine Restleistungsfähigkeit feststellen soll. Das ist so früh weder notwendig noch sinnvoll. Da kann sich ja bis Mitte Juni noch einiges verändern. Da diese Unterlagen freiwillig sind, kann es auch keine Pflicht geben, diese bis zu einem bestimmten Termin einzureichen.
 
Zuletzt bearbeitet:

saurbier

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Hallo grakor,

warum folgst du nicht dem Vorschlag von Kerstin_K, du weist doch heute noch gar nicht was in zwei Monaten los ist, zumal du ja auch noch auf deine Rehabilitation wartest.

Malen wir mal ein Szenario - du bekommst in 3 Wochen deinen Rehatermin, damit kämst du ggf. pünktlich zur KG-Aussteuerung zurück (im Regelfall läuft eine Reha über 3 Wochen und wird ggf. um 2 weitere Wochen verlängert) und da stellt man plötzlich fest das du nur noch eingeschränkt Leistungsfähig bist, ja was dann. Oder noch besser, zum Zeitpunkt der KG-Aussteuerung darfst du dich in der Rehastätte melden, ja dann kannst du dich ja gleich wieder bei der AfA abmelden.

Also was bringt es dir jetzt schon alles abzugeben, vor allem wenn du jetzt schon viele Fehler in deinem Antrag entdeckt hast, die die AfA sicherlich gerne ausnutzen würde.

Laß es einfach liegen. Sollte sich die AfA melden was mit deinem Antrag ist, ja dann kannst du (wir) ja mal schauen wie es aussieht.

Aber das ist nur ein Vorschlag von mir, mehr nicht.


Grüße saurbier
 

grakor

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Liebe Helfer,

vielen Dank für Euren Rat.

Wenn man vom Teufel spricht, soeben ist die Reha bewilligt worden, ein Antrittstermin steht aber noch nicht fest, den würde mir die Reha-Einrichtung selbst noch mitteilen.

Wird ganz schön kompliziert jetzt im Nexus Krankengeld, Aussteuerung, ALG1, Nahtlosigkeit, Reha etc. etc.

Noch was:

Mein Facharzt hat mir explizit eine konkrete Reha-Klinik empfohlen, die für meinen Fall genau die richtige wäre. Diesen Wunsch habe ich beim Reha-Antrag auch angegeben. Nur hat mir die RV jetzt eine ganz andere Klinik zugeschanzt. Lohnt es sich etwa, in den Widerspruch zu gehen und darauf zu bestehen, nur in den gewünschten Ort zu kommen?

LG

Grakor
 

HermineL

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Gem. § 8 SGB IX hast du ein Wunsch und Wahlrecht. Widerspruch wäre also möglich. Du solltest im Vorfeld aber abklären ob diese Reha überhaupt mit deiner DRV zusammenarbeitet. Aber Achtung DRV ist nicht gleich DRV. z.B. arbeitet die DRV Mitteldeutschland mit vielen Kliniken nicht zusammen mit denen aber die DRV Bund zusammenarbeitet.
Arbeitet deine DRV nicht mit der Klinik zusammen wirst du auch keine Chance haben dahin zu kommen.
 

grakor

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Okay, ich werde da einmal nachfragen hinsichtlich der Querverbindungen zwischen Kliniken und RVs (bei mir ist es die mitteldeutsche RV).

Unabhängig davon, wo die Reha stattfinden wird, ist mit Hinblick auf die Aussteuerung Mitte (Juni) und das Krankengeld davor bzw. das (hoffentlich nach Nahtlosigkeit funktionierende) ALG1 danach eine wesentliche Frage, wann die Reha überhaupt stattfinden wird (5 Wochen soll sie dauern).

Welcher Verlauf, welches Vorgehen wäre hier für mich am besten (ich hab ja ggf. Mitspracherecht, kann also vlt. den Kliniktermin etwas nach vorn oder hinten hin justieren)?
 

grakor

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wäre es nun am günstigen, die Reha würde

(1) noch während des Krankengeldes (also vor der Aussteuerung),
(2) innerhalb der Aussteuerug (Krankengeld läuft also in mitten der Reha aus) oder
(3) nach der Aussteuerung (bei ALG1-Bezug)

stattfinden?
 

HermineL

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Während der Reha bekommst du Übergangsgeld.
ALG 1 ruht in der Zeit und verlängert sich durch den Übergangsgeldbezug.
Krankengeld ruht auch aber Übergangsgeld verlängert nicht den Krankengeldanspruch.
So gesehen wäre es finanziell am besten während des ALG 1 Bezugs.
 

Kerstin_K

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Du kannst es sowieso nicht beinflussen.

Wenn de Reha während des KG stattfindet, wird die Reha Zeit auf die 78 Wochen angerechnet.

Findet die Reha in de ALG Zeit statt, wird diese Zeit an desn ALG I Anspruch angehängt. Das sit natürlich günstiger, aber wie gesagt, Du kannst da nur in soweit etwas dran tun, dass Du die dir zur Verfügung stehenden Fristen voll ausnutzt und Dir eine gut besuchte Rehaklinik per Wunsch- und Wahlrecht aussuchst und somit versuchst, die Reha so weit wie möglich nach hinten zu verschieben.

EInen kleine trick gibt es noch, um etwas Zeit zu gewinnen: ZUerst eine formlosen Antrag stellen. Damit bist Du Deiner Mitwirkungspflicht nachgekommen und die DRV wird dir die passenden Formulare zuschicken. Die füllst Du dann aus und erst dann kann die DRV beginnen, Deinen Antrag zu bearbeiten.
 

saurbier

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Hallo grakor,

Freu dich nicht zu früh.

Zuerst einmal dürfte es davon abhängen mit welchem befund du mal aus der Reha entlassen wirst.

Sollte da zwischen 3-6 Std./tägl. Leistungsfähigkeit raus kommen oder gar gar nichts, dann wirst du bei einem Nathlosigkeitsfall wohl einige Probleme bekommen, denn den sehen die meisten äD-Gutachter lediglich bei einer Reha-Entlassung mit einem Leistungsvermögen unter 3 Std./tägl.. Da geht es dann meist problemlos mit der Nathlosigkeit.

Also erst einmal abwarten.

Alles andere wurde ja bereits geschrieben.


Grüße saurbier
 

grakor

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Vielen Dank

eine Möglichkeit, den Zeitraum evtl. zu strecken, wäre ein Widerspruch

Im Bewilligungsschreiben des RVs hieß es unter "Hinweise zur Durchführung" : "ihrem im Rahmen des Wunsch- und Wahlrechts geäußerten Wunsch haben wir bei de Entscheidung über die beantragte Leistung und deren Ausführung berücksichtigt"

Mein Wunsch war eine konkrete Klinik, da mir diese mein behandelnder Arzt ans Herzt gelegt hatte. Somit hatte ich das im Antrag als Präferenz angegeben.

Wie können die hier von "Berücksichtigung" schreiben, wenn doch ein ganz anderer Ort dingfest gemacht worden ist?

Hätte eine Klage Aussicht?
 
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