Nahtlos-Arbeitslosengeld I und die berühmten "15 Stunden" - Kann das jemand für jedermann verständlich erklären?

Alo455

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Ich habe ALG I in Form der Nathlosigkeit beantragt, da ich ausgesteuert werde, eine LTA Maßnahme in der Schwebe ist und ich weiter krankgeschrieben bin.

Eine Fachklinik bescheinigte mir eine Beurteilung des Leistungsvermögens von 3 bis unter 6 Stunden.

Dazu findet sich folgendes:

...um von dieser Nahtlosigkeitsregelung zu profitieren und weiterhin ALG I zu beziehen, prüft die Bundesagentur für Arbeit, ob die Leistungsminderung nur vorübergehender Natur ist. Dies ist dann der Fall, wenn - im Wege einer Prognose - nicht innerhalb von sechs Monaten die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit zu einer versicherungspflichtigen, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassenden Beschäftigung auf dem für den Arbeitslosen in Betracht kommenden Arbeitsmarkt mit Sicherheit zu erwarten ist (siehe LSG Bayern, Beschluss vom 25.02.2013 - L 9 AL 8/13 B ER).

In einem Schreiben an mich von der Arbeitsagentur heißt es wörtlich:

"Wird vom ärtzlichen Dienst festgestellt, dass die Leistungsfähigkeit > 6 Monate auf weniger als 15 Stunden beschränkt ist, kann Nahtlosengeld gezahlt werden. Die Nahtlosigkeit kommt auch zur Anwendung, wenn das Leistungsvermögen zwar zwischen 15 und 30 Stunden/Woche umfasst, jedoch nicht den üblichen Bedingungen des für Sie erreichbaren Arbeitsmarktes entspricht."

Das mit den 15 Stunden verstehe ich einfach nicht. Andere Quellen sagen man muss mind. 15 Stunden fähig sein, sonst kein ALG I. Auch auf dem Arbeitslosenantrag soll man laut Muster von Doppeloma angeben, dass man mit seinem "Restleistungsvermögen" zur Verfügung steht, bzw. alles tut um die Arbeitslosigkeit zu beenden.

Kann das jemand wirklich verständlich erklären?
Was bedeutet das jetzt für jemanden, der

- mit 3 bis unter 6 Stunden
- oder mit unter 3 Stunden beurteilt wird?

Bekomme ich eventuell wegen der Beurteilung 3 bis unter 6 Stunden kein Nahtlosengeld? Das wäre für mich ruinierend.
Aufgrund einer schweren Sozialphobie mit weiteren psychischen Erkrankungen sehe ich mich selbst ohne LTA Maßnahme überhaupt nicht in der Lage zu arbeiten. Mehrere Ärzte haben auch bescheinigt, dass ich meiner letzten Tätigkeit sowie einer selbständigen beruflichen Umorientierung bzw. Bewerbungsprozess nicht gewachsen bin.

Ich bin stark verunsichert, da ich auch gefunden habe:

bescheinigt der Arzt, dass Sie
  • leichte Arbeit
  • sofort
  • mehr als 3 Std./Tag
verrichten können, gilt Nahtlosigkeit für Sie nicht. Sie gelten als leistungsfähig für den Arbeitsmarkt.
 
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Alo455

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Das darfst du aber nicht sagen !!! Du kannst und willst Arbeiten und stellst dich mit deinem Restleistungsvermögen(was der ÄD/AFA feststellen muss)der Vermittlung zu Verfügung.
Aber für Vollzeit/Teilzeit,für genau soviel Stunden wie du vorher auch gearbeitet hast !!!

Was völliger Humbug ist - man ist also fiktiv arbeitsfähig, obwohl klar ist, dass man es nicht ist.

Würde es Sinn machen die RV nun anzuschreiben und das Gutachten zu verlangen bzw. gleich zu schreiben, dass es alternativ auch an den Facharzt gehen kann? Ansonsten wüsste in der Tat die Agentur vor mir was in dem Gutachten überhaupt steht .

Ändern tut es an der Sache aber auch nichts, denn die werden am längeren Hebel sitzen und können sich jederzeit auf fehlende Mitwirkung berufen.
Ich habe das Gefühl wie mans macht ist es verkehrt.
 

Antik 63

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Hallo @Alo455,
Was völliger Humbug ist - man ist also fiktiv arbeitsfähig, obwohl klar ist, dass man es nicht ist.
Nein das ist kein Humbug - ja genau,man ist fiktiv arbeitsfähig.

Das ALG 1 nach der Aussteuerung ist nämlich kein Ersatzkrankengeld !!!
Würde es Sinn machen die RV nun anzuschreiben und das Gutachten zu verlangen bzw. gleich zu schreiben, dass es alternativ auch an den Facharzt gehen kann?
Ja,das würde ich auf jeden Fall machen,damit du weißt was da drin steht.
 
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Ruhrpottmensch

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Ändern tut es an der Sache aber auch nichts, denn die werden am längeren Hebel sitzen und können sich jederzeit auf fehlende Mitwirkung berufen.
Ich habe das Gefühl wie mans macht ist es verkehrt.
Ich kann langsam verstehen, warum schon so einige hier das Handtuch geworfen haben... :rolleyes:

Wenn Du Dich nicht als Erwerbsfähig siehst, dann stelle einen EMR Antrag.
Dann "musst" Du auch nicht der bösen AfA auf der Tasche liegen.
Wie @Antik 63 schon schrub... ALG nach Aussteuerung ist eben KEIN "Ersatzkrankengeld"... Ich glaube,genau da ist -im persönlichen Verständnis- der Hase begraben...

Aber was solls... Ich bin hier wohl auch raus. Gedreht haben wir uns ja jetzt innerhalb weniger Posting mehr als einmal... 🤷‍♀️
 

Alo455

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Ich habe es nie als Ersatzkrankengeld gesehen. Allerdings wird mir sicher der eine oder andere auch zustimmen, dass die ganzen Regelungen irgendwie für den Allerwertesten sind. Der Gesetzgeber hat einen Paragraph für Nahtlosregelung erschaffen damit ausgesteuerte nicht in ein soziales Loch fallen - lobenswert! Allerdings wird dieser (wie in D üblich) wieder im nächsten Absatz in Frage gestellt.

Und anstatt jemanden zeitnah zu unterstützen (respektive die RV), und ihm damit den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen, hält man ihn so lange in Warteschleife, schickt ihn von Gutachter zu Gutachter, lässt ihn in finanzielle Schwierigkeiten kommen- bis er wahrscheinlich selbst auch das Handtuch wirft und sich aufgibt.

Ich sehe mich nicht als nie mehr erwerbsfähig, aber ich bin immer noch krank geschrieben und benötige (jetzt von !4! unabhängigen Ärzten bestätigt/empfohlen) dringend die LTA Maßnahme um wieder ansatzweise in die Spur zu kommen.
Es steht sogar im Klinikbericht, dass ich einem Bewerbungsprozess bzw. Neuorientierung gar nicht gewachsen bin.
Und solange weder die Gerichtsverhandlung stattgefunden hat noch endlich mal Klarheit über die LTA Maßnahme herrscht, kann ich einfach nicht arbeiten, weil das 24 Stunden am Tag extreme Ängste in mir hervorruft.

Kann das niemand verstehen?
Tut mir leid wenn manche die Lust verlieren, aber ihr müsst euch auch mal in die Verzweiflung desjenigen reinversetzen.
 

Antik 63

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Hallo @Alo455,
Kann das niemand verstehen?
Tut mir leid wenn manche die Lust verlieren, aber ihr müsst euch auch mal in die Verzweiflung desjenigen reinversetzen.
Doch,ich kann dich sehr gut verstehen !

Mach dir das doch nicht so schwer und versuche die Hilfe anzunehmen.Es wird alles gut ! 👍
 

Ruhrpottmensch

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Letzte Wurst auf der Stulle...


Kann das niemand verstehen?
Tut mir leid wenn manche die Lust verlieren, aber ihr müsst euch auch mal in die Verzweiflung desjenigen reinversetzen.
Ich kann das durchaus verstehen... Wie gesagt, mir gehts/gings ähnlich...
Und trotzdem -Sorry, das knall ich Dir jetzt einfach mal vor den Bug- rechtfertigt auch die (möglicherweise prekäre) Verzweifelung keine "Schockstarre" und dem latenten Wunsch, dass einem alles "in den Schoß fällt"!

Denn:

Ich habe es nie als Ersatzkrankengeld gesehen. Allerdings wird mir sicher der eine oder andere auch zustimmen, dass die ganzen Regelungen irgendwie für den Allerwertesten sind. Der Gesetzgeber hat einen Paragraph für Nahtlosregelung erschaffen damit ausgesteuerte nicht in ein soziales Loch fallen - lobenswert! Allerdings wird dieser (wie in D üblich) wieder im nächsten Absatz in Frage gestellt.
Können wir tatsächlich froh sein, ein solches "System" zu haben, dadurch "aufgefangen" zu werden und am Ende (zum Glück) nicht "mit gar nix" dazustehen!

Aber...

Und anstatt jemanden zeitnah zu unterstützen (respektive die RV), und ihm damit den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen, hält man ihn so lange in Warteschleife, schickt ihn von Gutachter zu Gutachter, lässt ihn in finanzielle Schwierigkeiten kommen- bis er wahrscheinlich selbst auch das Handtuch wirft und sich aufgibt.
Wieder so ein dummer Spruch von Omma:
"Von nix, kommt nix!"
Oder auch: Es fällt einem nicht in den Schoß!
Man muss da -wie bereits mehrfach geschrieben- auch ein bisschen Eigeninitiative und vielleicht auch mal -streckenweise- einen etwas schwierigen Weg in Kauf nehmen...
Und dazu gehört es nun mal (leider?!) auch, dass man bei (fast) jeder Stelle zum Gutachter soll/muss, sich in gewisser Weise "durchleuchten" lassen muss und ggf. zum x-ten Mal seine Geschichte erzählt. Jetzt stell Dir das mal vor, wenn die zuständigen Stellen diese (für mich persönlich berechtigte) Überprüfung nicht mehr machen würden... 🤔🤷‍♀️
Zum Glück haben wir noch "so ein System"...

Ich sehe mich nicht als nie mehr erwerbsfähig, aber ich bin immer noch krank geschrieben und benötige (jetzt von !4! unabhängigen Ärzten bestätigt/empfohlen) dringend die LTA Maßnahme um wieder ansatzweise in die Spur zu kommen.
Es steht sogar im Klinikbericht, dass ich einem Bewerbungsprozess bzw. Neuorientierung gar nicht gewachsen bin.
Und solange weder die Gerichtsverhandlung stattgefunden hat noch endlich mal Klarheit über die LTA Maßnahme herrscht, kann ich einfach nicht arbeiten, weil das 24 Stunden am Tag extreme Ängste in mir hervorruft.
Wer sagt Dir eigentlich, dass Du SOFORT wieder Arbeiten musst?! 🤔
Mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl, dass Du das arme Pferd ständig von hinten aufzäumst und Dir einen unnötigen Gedankenbrei um Eier machst, die noch gar nicht gelegt sind... Sollte man m.E. mal ordentlich überdenken diese Haltung... 🤷‍♀️

Aber anyway... Du wirst schon (D)einen Weg gehen... Da bin ich mir ziemlich sicher...
 

Alo455

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Können wir tatsächlich froh sein, ein solches "System" zu haben, dadurch "aufgefangen" zu werden und am Ende (zum Glück) nicht "mit gar nix" dazustehen!

Aber...


Wieder so ein dummer Spruch von Omma:
"Von nix, kommt nix!"
Oder auch: Es fällt einem nicht in den Schoß!

Wer sagt Dir eigentlich, dass Du SOFORT wieder Arbeiten musst?! 🤔

Hallo Ruhrpottmensch,

bitte entschuldige, aber manche Punkte kann ich nicht recht nachvollziehen.

Unter "auffangen" würde ich verstehen, dass 3 Befunde von unabhängigen Stellen (Facharzt, Klinik, LTA-Einrichtung) reichen um zu begreifen dass der Betroffene die Hilfe tatsächlich braucht.

Stattdessen läuft aus meiner Sicht nichts anders als eine Verzögerungstaktik und der ohnehnin "schwächere" Antragsteller muss einen Spießrutenlauf sondergleichen durchlaufen. Dafür zahlt man dann lieber nochmals einen Gutachter auf Kosten der Steuerzahler, der dann nichts anderes feststellt.

Mich wundert aus heutiger Sicht, dass die RV der Tagesklinik damals sofort zugestimmt hat, sich hier jetzt aber windet ohne Ende.

Bis Januar hatte ich einen großen Schritt getan mein Leben in den Griff zu bekommen.
Wäre die Maßnahme einfach genehmigt worden, stünde ich eventuell heute schon wieder mit einem Bein im Berufsleben.

Stattdessen werde ich nun ausgesteuert und weiß nichtmal ob ich das Nahtlosengeld bekomme.
Ergo: mein Zustand ist eigentlich wieder so wie vor der Klinik - und es wird alles immer schwieriger, am Ende ist man dann tatsächlich (dank der tollen Hilfe) erwerbsunfähig.

Und das würdest du Sozialstaat nennen.
Was soll ich mit den Satz "Von nix kommt Nix" anfangen: klingt irgendwie deplaziert.

Es geht auch nicht darum ob ich sofort wieder arbeiten muss, es geht allein um die Existenz !
 
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saurbier

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Ist ja auch nicht notwendig, denn die Frage wurde ja ausreichend beantwortet.

Das ALG-I ist kein Ersatz für das KG und wird mit der Sonderstellung des § 145 SGB III lediglich als Übergangslösung unter entsprechender Voraussetzung geleistet. Daran ändert auch die zum Teil wirre Auslegung der BA an der Rechtsprechnung recht wenig.
 

Alo455

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Genau darum gehts - die "wirre" Auslegung.
Wäre das eindeutig und der Betroffene tatsächlich erstmal "aufgefangen", würde er keine schlaflosen Nächte in Internetforen verbringen und sich sorgen um die nächste Miete machen müssen.

Man wirft dem Hund mit der Nathlosregelung also einen Brocken hin, um diesen zu erreichen werden aber schon im Vorfeld wieder Hürden aufgestellt.

Das fängt an vom einerseits freiwilligen Entbinden der Schweigepflicht, andererseits doch nicht so wirklich... bishin zu der widersprüchlichen Auslegung mit 15 Stunden oder nicht.

Scheinbar ist das auch ein bisschen wie Russisch Roulette.

Ich kann verstehen wenn hier mancher die Nerven verloren hat, das kommt aber auch nicht von ungefähr.
 

Antik 63

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Hallo Alo455
Ich kann verstehen wenn hier mancher die Nerven verloren hat, das kommt aber auch nicht von ungefähr.
Ja,ich versuchs mal weiter. ;) Versuche,das was wir dir zu erklären versuchen,einfach mal anzunehmen und versuche nicht immer wieder alles zu zerreden.
Genau darum gehts - die "wirre" Auslegung.
Wäre das eindeutig und der Betroffene tatsächlich erstmal "aufgefangen", würde er keine schlaflosen Nächte in Internetforen verbringen und sich sorgen um die nächste Miete machen müssen.
Du musst keine schlaflosen Nächte haben,mach dich bitte nicht so verrückt !

Du hast in deinem anderen Thread geschrieben dein Krankengeld endet Mitte September.
Dann bekommt du ja erst noch den halben September KG und dann erst die Restlichen Tage halben/September ALG 1(das wird ja immer erst Ende des Monats gezahlt).

Was hast du den jetzt genau gemacht/geschrieben,hast du den Klinikbericht noch zum ÄD/AFA geschickt ?
 
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saurbier

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Genau darum gehts - die "wirre" Auslegung.

Hier gibt es keine "wirre" Auslegung.

Zuerst einmal muß sich der aus dem KG ausgesteuerte selbst einmal darüber im klaren werden wie er sich seine Zukunft vorstellt, denn wie bereits erwähnt ist das ALG-I über die Nahtlosigkeitsregelung des § 145 SGB III kein Krankengeldersatz mit welchem man sich dann noch ein paar Monate weiter erholen bzw. kurrieren kann. Wer davon ausgeht liegt völlig falsch.

Hier heißt es dann sich über seine weitere Zukunft ernsthaft Gedanken zu machen und ggf. mit den behandelnden Ärzten sich zu überlegen wie es in Zukunft weiter geht. Sofern der/die behandelnde Arzt in absehbarer Zeit keine Erwerbstätigkeit sieht, sollte man sich mit einer EMR näher auseinander setzen, welche durchaus auch zeitlich befristet bewilligt werden kann, was dann allerdings auch entsprechender ärztlicher Befunde bedarf.

Ebenso schreibt der Gesetzgeber hierfür entsprechende Wege vor, die man dann einzuhalten hat (Thema Mitwirkungspflichten). Dazu gehört dann eben auch der ausgefüllte Gesundheitsfragebogen bei der AfA wie auch ggf. die eine oder andere Schweigepflichtentbindung nach Aufforderung durch den äD-Gutachter, wobei man dann schon im eigenen Interesse seine medizinischen Unterlagen immer nur dem äD-Gutachter persönlich zukommen lassen sollte (Thema Datenschutz).

Bei dem Thema Nahtlosigkeit sollte man auch bedenken, daß es hier nicht um die eigene Einschätzung der Leistungsfähigkeit bzw. dessen Umfang geht, sondern darum wie der äD-Gutachter das Leistungsvermögen hinsichtlich einer möglichen Arbeit als auch deren zeitlichem Umfang beurteilt (Restleistungsvermögen), denn mit diesem muß man sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen will man in den Genuss von ALG-I kommen.
 

Alo455

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Hier gibt es keine "wirre" Auslegung.

Zuerst einmal muß sich der aus dem KG ausgesteuerte selbst einmal darüber im klaren werden wie er sich seine Zukunft vorstellt, denn wie bereits erwähnt ist das ALG-I über die Nahtlosigkeitsregelung des § 145 SGB III kein Krankengeldersatz mit welchem man sich dann noch ein paar Monate weiter erholen bzw. kurrieren kann.

Bei dem Thema Nahtlosigkeit sollte man auch bedenken, daß es hier nicht um die eigene Einschätzung der Leistungsfähigkeit bzw. dessen Umfang geht, sondern darum wie der äD-Gutachter das Leistungsvermögen hinsichtlich einer möglichen Arbeit als auch deren zeitlichem Umfang beurteilt (Restleistungsvermögen), denn mit diesem muß man sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen will man in den Genuss von ALG-I kommen.

Ja das ist ja toll, man erfährt logischerweise am letzten Tag des Krankengelds keine Wunderheilung, fällt aber dann quasi in Gottes Hand wie es weitergeht.
Die "Einschätzung" von mir spielt auch keine Rolle, weil ich in der derzeitigen Situation in überhaupt keinem Job - ob 2,3,4,5,6 Stunden - klarkommen würde. Abgesehen davon würde eine Vermittlung auch gar keinen Sinn machen, da nicht klar ist was bei der Gerichtsverhandlung herauskommt.

Und um was für eine LTA Leistung es geht, ist wieder eine gute Frage. Es gibt diverse Trainingseinrichtungen extra für psychisch erkrankte. Da gibt es unterschiedliche Modelle. Bei mir wurde eine sogenannte "Anpassungsfortbildung" empfohlen. D.h. man fängt mit Unterstützung langsam an und steigert sich. Nebenbei wird einem beim Bewerben etc. geholfen. Dort ist man auch vernetzt und findet eventuell passende Arbeitgeber oder kann Praktika vermitteln.

Und zum Thema Restleistungsvermögen: dann stellt sich sinngemäß jemand mit 1 Stunde oder weniger "Restleistungsvermögen" zur Verfügung, nur weil das fiktiv Voraussetzung ist um als arbeitslos zu gelten... So etwas kann es wirklich wieder nur in D geben.
 

ABSW

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Hallo Alo455,
Du hast umfangreiche Informationen zur Nahtlosigkeitsregelung erhalten.
Eigentlich sollte es doch verständlich sein.
Der medizinische Dienst der Afa entscheidet.

Diese Entscheidung ist abzuwarten.

Deine LTA Maßnahme Anpassungsfortbildung - anscheinend will die RV dies dir nicht genehmigen.
Grund?

Nachstehend sende ich Dir noch einen Leitfaden zum Thema Nahtlosigkeitsregelung.

Es ist mit einfachen Worten erklärt


https://sozialrecht-justament.de/data/documents/12_2018_sozialrecht-justament.pdf
 

Alo455

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Ich danke dir !!!
Und auch in diesem Leitfaden wird beschrieben wie schizophren das eigentlich ist, wieviel Aufklärungsbedarf es gibt und sogar Berater darüber stolpern können.

Kein Wunder also. Oder anders formuliert: das könnte man auch einfacher regeln und in 3 kurzen Sätzen transparent gestalten.
Allein mit objektiv, subjektiv etc... typisch Deutschland.

Das heißt im Grunde auch, dass ich schon mehrere Fehler gemacht hätte, wenn ich mich nicht tagelang durch Foren gewühlt und auch den Musterantrag von Doppeloma gefunden hätte. Denn seitens der Agentur wurde ich nämlich so gut wie gar nicht beraten.

Den Leitfaden sollte man eigentlich hier im Forum anpinnen.

Da steht Übrigens auch wieder: die Nahtlosigkeitsregelung greift erst bei einem Leistungsvermögen unter 15 Stunden.
Dazu zitiere ich nochmals den Satz auf dem Wisch von der Agentur selbst:

Die Nahtlosigkeit kommt auch zur Anwendung, wenn der ärztliche Dienst feststellt, dass das Leistungsvermögen zwar zwischen 15-30 Stunden liegt, jedoch nicht den üblichen Bedingungen des erreichbaren Arbeitsmarktes entspricht.

Also schon wieder ein Widerspruch in sich. Andererseits steht in anderen Quellen, dass man unter 15 Stunden nicht vermittelbar sei = nicht als arbeitslos gelten könne.

Alles in allem kommt man auch beim Lesen dieses Leitfadens zum Schluß: es bleibt russisches Roulette.
Oftmals mit dem Ergebnis, dass (mal wieder) der ohnenhin Schwächere Opfer dieses Systems wird.
 

Alo455

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@ Antik63 danke für dein Verständnis.

Ich habe den Antrag, Gesundheitsfragebogen sowie mehrere Berichte des behandelnden Arztes gleich in extra Umschlag an den ÄD geschickt. Daraufhin kam ein Schreiben dass ich auch die Klinik sowie die RV von der Schweigepflicht entbinden solle.

Da das alles "freiwillig" ist, habe ich mir das wie oben geschrieben erst mal überlegt. Nachdem auch mein Psychiater meint, es wäre besser zu kooperieren werde ich das nun auch noch unterschreiben und dann einer ungewissen Zeit entgegen sehen.
 

Antik 63

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Hallo @Alo455

Ich hatte gerade noch was geschrieben(hat sich überschnitten)aber du hast ja jetzt schon geantwortet.
Da das alles "freiwillig" ist, habe ich mir das wie oben geschrieben erst mal überlegt. Nachdem auch mein Psychiater meint, es wäre besser zu kooperieren werde ich das nun auch noch unterschreiben und dann einer ungewissen Zeit entgegen sehen.
Ok,dann musst du jetzt einfach abwarten.👍

Hm,wie gesagt für die DRV würde ich die Schweigepflichtbindung nicht unterschrieben,die braucht der ÄD/AFA nicht.
 

Lucky Luke

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Ja das ist ja toll, man erfährt logischerweise am letzten Tag des Krankengelds keine Wunderheilung, fällt aber dann quasi in Gottes Hand wie es weitergeht.
... So etwas kann es wirklich wieder nur in D geben.
Wie dir einige hier geraten haben wäre es doch nun in deinem eigenen Interesse an der Zeit, einfach mal die entsprechenden Schritte zu TUN anstatt über das "böse System" zu lamentieren!

Ja, man ist - wenn man gesundheitlich stark angeschlagen ist - in keiner beneidenswerten Situation, man ist verunsichert, hat Existenzängste, und und und.... alles verständlich und nachvollziehbar, ging mir genauso... bei mir kam noch ( eine durchaus reale) Todesangst - im wahrsten Sinn des Wortes - hinzu. Demut ist heute für mich weit mehr als nur ein Wort.

Und ja, unser deutsches Sozialsystem ist - da über Jahrzehnte gewachsen und immer wieder geändert/erweitert - zum Teil echt ein wahrer Irrgarten ( über den sich niemand so wirklich Gedanken macht, bis er dann "urplötzlich" mitten drin steckt...). Aber ich für meinen Teil war sehr froh, dass ich sehr schnell als Patientin in der Herzchirurgie landete, dass eine lebensrettende OP durchgeführt wurde, und das für 10,-- Krankenhauszuzahlung/Tag. Und als dann noch eine Krebsdiagnose dazu kam; wieder 10,-- Zuzahlung pro Antikörper-Dosis (reale Kosten ca. 8.000,--/Dosis...), mittlerweile bei Nr. 31.....

Ja, ich ärgere mich saumässig über die DRV und streite mich mit denen 'rum, die Bürokratie bringt mich öfters richtig auf die Palme, Liste beliebig verlängerbar...

ABER -> ich bin dankbar, dass ich in einem Land lebe, in dem solche medizinischen Behandlungen möglich sind (für den "Otto Normalverbraucher", ohne einen im Leben nicht mehr abzutragenden Schuldenberg aufzubauen), dass es Lohnersatzleistungen gibt die sogar bei einem rein fiktiven Restleistungsvermögen ausbezahlt werden, und und und...

So etwas kann es wirklich wieder nur in D geben.....

Und deshalb appelliere ich dringend an deinen sog. "gesunden Menschenverstand"; tu' dir selbst einen großen Gefallen, hör' auf (echte oder fiktive) Haare in der Suppe zu suchen und -> werde in deinem Sinne endlich tätig!!!!!
 

Alo455

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@ Antik63, wozu nun der Dank deinerseits, oder war damit ABSW gemeint?

@ Lucky Luke so etwas wünscht man natürlich niemandem und von mir aus weiterhin die allerbesten Genesungswünsche. Bei mir ist die Krankheit zwar nicht physisch, aber war eine zeitlang von solcher Dimension, dass ich heute froh bin dass nichts Schlimmeres passiert ist. Und auch wenn die Krankheit "nur" im Kopf ist, kann das eigene Leben zur Qual werden. Mich hat das damals relativ unvorbereitet getroffen und ich konnte mir davor selbst nicht vorstellen wie sie einen im Griff haben kann.

Abschließend: die Agentur weiß offenbar dass ich noch bei einem Gutachter der DRV war. Wie gesagt, habe ich bisher weder das Gutachten selbst gelesen, noch ist daraus irgendeine Entscheidung gefällt worden.
Soll ich tatsächlich diese Erklärung dann nicht unterschreiben?
Ich weiß nicht ob es dann wegen dieser Kleinigkeit schon wieder alles verzögert werden könnte.
 

Alo455

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Übrigens, ich habe mittlerweile mit dem Sozialverband Vdk gesprochen. Derr Herr meinte man muss nur solche Schweigepflichtsentbindungen unterschreiben die die aktuelle Leistungsfähigkeit zur Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt beurteilen, alles was darüber hinaus geht nicht.
 

Lucky Luke

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Also Alo455 - mit Verlaub -
.... man muss nur solche Schweigepflichtsentbindungen unterschreiben die die aktuelle Leistungsfähigkeit zur Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt beurteilen, alles was darüber hinaus geht nicht.
das ist doch genau DAS, was die AfA mit der Schweigepflichtsentbindung zu eruieren versucht......

Und jedwede Schweigepflichtsentbindung, die du evtl. mal ggü. der DRV unterschreiben sollst bzw. wirst -> auch die zielen doch rein darauf ab, deine Leistungsfähigkeit bzw.Nicht-Leistungsfähigkeit - man kann auch Erwerbsfähigkeit oder eben deren Minderung dazu sagen - festzustellen.

Und natürlich werden auch Prognosen aufgrund deiner medizinischen Unterlagen erstellt werden, was deine ZUKÜNFTIGE Leistungsfähigkeit - selbstverständlich immer in Bezug auf den sog. Arbeitsmarkt - angeht...

Aber Hallo, das ist ja man 'ne Erkenntnis von dem VDK-Mitarbeiter, was soll denn sonst mit diesen Dingern bezweckt werden?!?

Edit: Sorry, ich komme jetzt bestimmt etwas "ungehalten" rüber (ist ja ganz allein deine Sache, wie du deine Angelegenheiten angehst...) - aber ich verstehe echt nicht, weshalb du nicht endlich mal zu Potte kommst, jetzt hältst du dich schon wieder mit "Hölzchen und Stöckchen" auf, anstatt. tätig zu werden.
 
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Alo455

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Nee, bin ich doch schon. Hab unterschrieben und eingeworfen was die wollten, weil ich einfach das "Risiko" ausschließen will, dass nacher wegen fehlender Mitwirkung da wieder irgendwelche Steine in den Weg gelegt werden.

Nur rein Informativ habe ich auch nochmals mit dem Vdk telefoniert, wobei die Aussage im Grunde auch sinnlos ist, weil (wie du schreibst) ja sämtliche Berichte letztendlich mit der Arbeitsfähigkeit zu tun haben.

Der Vdk Mitarbeiter meinte bloß, dass dich mich noch auffordern werden eine Erwerbsminderungsrente zu stellen, obwohl ich ihm erklärt hab, dass noch immer nicht über LTA entschieden wurde, und ich im Grunde ja wieder ins Erwerbsleben zurück will, aber dafür eben die LTA dringend bräuchte. Er meinte dann nur, dass am Ende die DRV entscheiden wird was passiert, irgendwas kürzen dürfte die Agentur aber nicht.

Ich lasse mich jetzt überraschen wie es weitergeht.
 
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