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Nahles lockert Mindestlohn-Regeln

HHPeterle

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#1
Anfang vom Ende?

FAZ 30.06.2015
Dokumentationspflichten
Nahles lockert Mindestlohn-Regeln
Viel zu bürokratisch: Schon kurz nach der Einführung wurde Kritik am Mindestlohn laut. Nun gibt Arbeitsministerin Nahles nach – die Dokumentationspflichten für Arbeitgeber werden entschärft.

(...)

Die SPD-Politikerin kündigte am Dienstag in Berlin an, dass die Pflicht zur Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit entfallen soll, wenn das regelmäßige monatliche Entgelt in den letzten zwölf Monaten mindestens 2000 Euro brutto betragen habe.
Mindestlohn: Nahles lockert Dokumentationspflichten
 

USERIN

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#2
Das hätte mit rein gemusst in die TE:


Die SPD-Politikerin kündigte am Dienstag in Berlin an, dass die Pflicht zur Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit entfallen soll, wenn das regelmäßige monatliche Entgelt in den letzten zwölf Monaten mindestens 2000 Euro brutto betragen habe.


(2000 : 8,50 = ca. 240 Stunden)


Köööstlich wie auch realistisch! Macht ja jeder Leihsklave auf der linken-Arxxxbacke.
 

ThisIsTheEnd

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#3
Die Erfassung der täglichen Arbeitszeit ist also immer noch ein "Bürokratiemonster". Unfassbar.


Saubere Buchführung gehört zum Handwerk
Die Dokumentation der täglich geleisteten Arbeitszeit gehört bereits nach geltender Rechtslage zu einer sauberen Buchführung eines Handwerksunternehmens und ist unverzichtbar für eine attraktive, leistungsgerechte Entlohnung der Beschäftigten. Dies ist ein wesentlicher Faktor zur Bildung eines positiven Images des Handwerks als Arbeitgeber.
Welcher ordentliche Arbeitgeber hat nicht schon bisher dokumentiert, welche Arbeitsleistung er für seine gezahlten Löhne eingekauft hat? Als Arbeitgeber will ich doch sicher sein, dass die Stunden, die ich bezahle, auch tatsächlich geleistet werden. Ein ‚Bürokratiemonster‘ verbal heraufzubeschwören, welches faktisch kaum vorhanden sein kann, dient nach meiner Auffassung nur der Öffnung einer Hintertür zur Umgehung des Mindestlohnes. Und das ist sicher nicht im Sinne des Gesetzes.
Das Mindestlohngesetz ist kein Bürokratiemonster - Glaswelt

[via DGB]
 

snafu

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#4
Jedes mal wenn der Name Nahles faellt besuche ich die Mel Brooks Website: http://www.brookslyn.com/audio/audio.php um mich aufzuheitern:

Where are you, Devil Women... Don't forget the checky... Hold me, touch me. Hold me, touch me... Just say oops and get out.

240 Arbeitsstunden per Monat multipliziert mit 8,50 Euro macht 2040 Euro brutto.

2040 monatlich brutto, gibt mit Steuerklasse 1 weniger als 1400 netto.

Liebe Andrea fuer so doof darfst du mich nicht halten. Ist der Arbeitsminister nicht auch fuer die Einhaltung der Regelarbeitszeit zustaendig?

Wer solche Politiker als Minister hat braucht keine Feinde mehr.
 

HHPeterle

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#6
Endlich können alle Arbeitnehmer wieder ackern bis sie vom Stuhl fallen...
Stundenanzahl?...was ist das? :dank:
 

XxMikexX

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#7
Vom Schweizer Käse wird das übrig bleiben was ihn kennzeichnet, diesmal besonders ausgeprägt.:biggrin:
 

Ein Hartzianer

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#8
Das war abzusehen. Das Placebo verschwindet wieder
und die "Lohnfindung" (ich persönlich nenne das eher Almosenfindung)
läuft wie vorher nach Gutsherrenart weiter.

Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.
 

nightangel

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#12
Wo ist denn die Stundenerfassung ein Bürokratiemonster? Das ist absolut nichts neues denn die Stundenzahl erscheint auch auf der Lohnabrechnung. Schon von daher muss ein Arbeitgeber wissen wieviel Stunden man gearbeitet hat.

Das bleibt doch eh zum Großteil am AN hängen. Wir müssen auch einen Stundenzettel ausfüllen wo die tägliche Arbeitszeit eingetragen wird, damit macht mein AG dann die Lohnabrechnung fertig. Wenn er diese Stundenzettel ordentlich abheftet und aufbewahrt hat er schon die ganze Dokumentation immer griffbereit.
Ok, bei uns ist es eine monatliche Auflistung, heißt immer so um den 22.ten rum geben wir die Liste ab und dann werden die Gesamtstunden daraus an den Steuerberater weiter geleitet der dann die Lohnabrechnungen erstellt. Hat auch den Vorteil das ich immer kontrollieren kann ob die Abrechnung so auch stimmt denn ich mache mir immer vorher eine Kopie von dem Stundenzettel. Hat aber bisher immer gestimmt.

Da gibt es für AG wohl andere Bürokratiemonster wovon einige sicher auch unsinnig sind.
 

libertad

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#13
Schwarzarbeit, Hinterziehung von Sozialabgaben und Steuern muss doch legal bleiben :icon_kratz:
 

Heidschnucke

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#14
Tja da zeigt es sich mal wieder, wenn man lange genug Jammert und Bockt führt das zum Erfolg!
Wir hatten bis dieses Jahr auch keine Stempeluhr nach einiger Diskussion wurde eine Angeschafft, mit Fingerprint, das hat nicht mal 200€ gekostet, bei ca. 500 Leute die wir sind in der Hochzeit ist die Investition doch sehr Überschaubar, und selbst im Winter wo wir blos so ca. 100 Leute sind macht das Sinn.
Die Software funktioniert Tadellos, und es gibt eine Minutengenaue Abrechnung, es gibt keine Manipulation, von wegen Stemple mal für mich usw. und auch keine Übertragung Fehler, vom Stundenzettel in das Abrechnungsprogramm, plus und minus Stunden werden ausgewiesen. Wir sind zufrieden und weniger Arbeit ist es auch, denn die macht jetzt der PC. Und Chef ist auch zufrieden, er würde es nicht zugeben, aber ein Blick auf den Rechner und er weiß wer im Haus ist.
Es gab aber auch für so manchen Koll. ein böses Erwachen, was sich so alles sammelt wenn man jeden Tag zu spät kommt. L
Also Stempeluhren die Beste Erfindung seid es bezahlte Arbeit gibt!
 
E

ExitUser

Gast
#15
Ok, bei uns ist es eine monatliche Auflistung, heißt immer so um den 22.ten rum
Schon das ist ein Verstoß gegen die Dokumentationspflicht und kann mit Strafen bis zu 500000 Euro geahntet werden.

Ich hoffe nur, dein Arbeitgeber hält die Aufzeichnungen spätestens nach sieben Tagen an DEINEM Arbeitsort vor, egal wo er seinen Firmensitz bzw. sein Büro hat.
 

biddy

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#16
Hier mal eine Auflistung, wer bzw. für wen überhaupt die Dokumentationspflicht gilt - sind nämlich längst nicht alle:

§ 17 MiLoG
Erstellen und Bereithalten von Dokumenten

(1) 1Ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach § 8 Absatz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch (Minijobs - Anmerkg. biddy) oder in den in § 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes genannten Wirtschaftsbereichen oder Wirtschaftszweigen beschäftigt, ist verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre beginnend ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt aufzubewahren. 2Satz 1 gilt entsprechend für einen Entleiher, dem ein Verleiher eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer oder mehrere Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer zur Arbeitsleistung in einem der in § 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes genannten Wirtschaftszweige überlässt. 3Satz 1 gilt nicht für Beschäftigungsverhältnisse nach § 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.
(2) [...]
Quelle

Also wären das Minijobber (nicht die in Privathaushalten) und die Berufszweige, die in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz aufgelistet sind:

*klick* § 2a SchwarzArbG Mitführungs- und Vorlagepflicht von Ausweispapieren Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz

Ich habe u. a. einen Job in der Gleitzone und soll, lt. Hinweis auf der Lohnabrechnung, meine Stunden erfassen wg. MiLoG. Mache ich aber guten Gewissens nicht, da es a) kein Minijob ist und b) kein in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannter Zweig.
 

nightangel

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#17
Schon das ist ein Verstoß gegen die Dokumentationspflicht und kann mit Strafen bis zu 500000 Euro geahntet werden.

Ich hoffe nur, dein Arbeitgeber hält die Aufzeichnungen spätestens nach sieben Tagen an DEINEM Arbeitsort vor, egal wo er seinen Firmensitz bzw. sein Büro hat.
Mein AG hat auch noch einen Arbeitsplan wo alle eingetragen sind, wann wer da ist also.
Nur müssen wir selber auch den Stundenzettel monatlich abgeben weil sich auch mal was ändern kann, z.B. wenn ich mit der Kollegin mal die Schicht tausche weil ein Termin ansteht oder wenn man mal etwas später kommt und die Kollegin dadurch etwas länger macht. Das können wir auch unter uns ausmachen.
Dazu muss ich auch sagen das wir so gesehen feste Zeiten haben, sprich immer eine Woche Frühschicht und eine Woche Spätschicht. Dazu gibt es noch zwei Aushilfen die die Wochenenden und Feiertage machen. Aber es kann auch mal sein das eine Aushilfe in Urlaub ist oder Krank wird und dann machen wir "Vollzeitkräfte" halt das WE mit oder auch umgekehrt.

Und ja, das liegt alles an meinem Arbeitsort vor, denn das Büro ist direkt vor Ort und der Chef wohnt auch direkt vor Ort über dem Büro. Ist halt kein Großkonzern sondern ein Familienbetrieb. :wink:
 
E

ExitUser

Gast
#18
Mein AG hat auch noch einen Arbeitsplan wo alle eingetragen sind, wann wer da ist also.
Ich würde gern deinen Beitrag positiv bewerten.

Leider bleibt die Anzeige bei "0" stehen und ändert sich nicht.

deshalb: :dank::dank::dank::dank::dank:

@admin2: Hilfe!
 
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#20
Puuh….
bevor das einmal mehr in die falsche Richtung läuft.

Mir ist zwar sowieso schleierhaft wie man auf die Rechnung
2000.- / 8,50 = ca. 240 Arbeitsstunden kommt, mit den dann folgenden falschen Rückschlüssen, aber vielleicht überlegt ihr mal ob
2.000.- / 160 Stunden = 12,50
nicht logischer klingt.
Und diese Unternehmen sollen von der Aufzeichnungspflicht befreit werden, da der Lohn den Mindestlohn bereits übersteigt.

Gr
IchHabsSoSatt
 

pinguin

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#21
@IchHabsSoSatt
Das wird wohl auch mit dem Gastronomiebereich zu tun haben, wo ja schon herumgeschrien wird, 12-Stunden-Schichten zuzulassen.
 
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#22
Na ja, ich kann die Rechnung schon etwas nachvollziehen, aber dazu habe ich auch noch ein paar zusätzliche Überlegungen/Berechnungen anstellen müssen :icon_hihi:

Mit der neuen Regelung: von der Dokumentationspflicht sind diejenigen ausgenommen, die mehr als 2.000EUR pro Monat verdienen, würde es bedeuten:

Von der Dokumentationspflicht ist derjenige befreit, der
  • 8,50EUR/h verdient und 236h pro Monat arbeitet (ca. 54h/Woche => Arbeitszeitgesetz).
  • 151,67h pro Monat arbeitet (35h/Woche ZAF) und 13,19EUR/h verdient (=> die mussten schon immer - wegen deren Abrechnungen - die Zeiten dokumentieren),
  • 152,25h pro Monat arbeitet (35h/Woche Industrie) und 13,13EUR/h verdient,
  • 174,00h pro Monat arbeitet (40h/Woche Industrie) und 11,49EUR/h verdient oder
  • 209,00h pro Monat arbeitet (48h/Woche Gastronomie) und 9,57EUR/h verdient.

Das würde bedeuten;
  • In der Industrie (35h-Woche) unterliegt jemand - der in der untersten Entgeltgruppe ohne Leistungsentgelt eingestuft ist - nicht der Dokumentationspflicht!!
  • Bei ZAFs unterliegt jemand, bis einschließlich EG5-West (13,11EUR/h), noch der Dokumentationspflicht (aber, siehe oben).
  • In der Gastronomie (48h-Woche) unterliegt jemand, bis 9,57EUR/h, noch der Dokumentationspflicht (=> da kann ich nichts dazu sagen, weil ich keine Einblicke habe).

Meine Aussage kann (möglicherweise!!) - durch das Einbeziehen von Zuschlägen und Überstunden - umgangen werden.

Also ist die Aussage der Arbeitgeber; "der Mindestlohn führt/e zu einem Bürokratiemonster", FALSCH!
Natürlich, sollten die ZAFs jetzt anfangen zu klagen; "Wir sind gezwungen, für alle LAN bis EG6-W die Zeiterfassung neu einzuführen" ... Krokodilstränen!!

@pinguin:
Auch in der Gastronomie darf die (im Durchschnitt) 48h-Woche nicht überschritten werden!
=> 4 Tage á 12h x 4,35Wochen/Monat = 209h/Monat x 9,57EUR/h
 
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