Nachweis über Lebensunterhalt bei Schwarzarbeit

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onkelhotte

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Hi Leute,

erstmal kurze Zusammenfassung meiner Situation:

- keine KV (über 1 Jahr)
- kein Konto (wegen Überziehung gekündigt ebenfalls mehr als ein Jahr)
- keine eigenen Wohnung (seit 2 Monaten) komme momentan bei einem Freund unter

Beim ersten Termin Anfang der Woche unterstellte (im Unterton ich will mir ja nur zusätzlich Geld erschleichen, eigentlich lebe ich ja prima) mir der Sachbearbeiter, dass ich keinen Anspruch auf ALG II habe, da ich nicht nachweisen kann welche Einkünfte ich die letzten Monate erhalten habe. Was für mich schwierig ist, da ich die letzten Monate von der Hand in den Mund gelebt habe durch einige schwarze Jobs.
Daraufhin wurde es lauter, weil ich einerseits verständlicherweise keine Quittungen bei Schwarzarbeit bekomme, mich bei Nennung der "Arbeitgeber" mich selbst quaasi zur Selbstanzeige bringe und deren Unmut auf mich ziehe weil sie mir einen Job angeboten haben.

Nun versteift sich die ARGE auf die Nachweise bevor sie überhaupt den ALG II Antrag weiter bearbeitet wird, das ich Zitat Laufzettel (Aufforderung zur Mitwirkung..)

"-konkrete Nachweise, wie der Lebensunterhalt in den letzten 6 Monaten sichergestellt wurde"



Ich brauche unbedingt einen positiven ALG Bescheid, weil ich sonst nach dem Jahreswechsel auf der Strasse sitze (das weiss die ARGE ebenfalls).


Meine Frage:

Wie bitte soll ich konkret Schwarzarbeit nachweisen, sind solche Forderungen überhaupt zulässig?

Was soll bitte die Unterstellung ich würde mir hier Leistungen erschleichen, wenn ich doch Nachweisslich ohne Wohnung/Konto/KV dastehe, nur weil ich vor 4 Jahren einmal von der ARGE einen Vorschuss (~100€) auf ALG II erhalten habe, ich danach doch nochmal die Kurve bekommen habe und keine weiteren Leistungen mehr beansprucht habe.
 
M

Mamato

Gast
Man muss nicht nachweisen, wovon man gelebt hat.
Eben von Containern, Schnorren bei Freunden etc.

Anspruch hat man, wenn man bedürftig ist. Basta!
Anträge dürfen nicht abgelehnt werden!
Gib einen formlosen Antrag notfalls beim Bürgermeisteramt oder sonst wo ab.

Der JC Tante mit EA beim Sozialgericht drohen und sofort auf das Sozialgericht marschieren und Antrag nach 86 b SGG stellen. Die helfen bei der Formulierung. Es reicht auch wenn du schreibst, dass das JC dir Leistungen verweigert und den Antrag nicht bearbeiten/annhemen will.

"Hiermit beantrage ich Hilfe zum Lebensunterhalt".
Abstempeln lassen und auf § 16 SGB I berufen.

Auch § 9 SGB X Nichtförmlichkeit des Verwaltungsverfahrens Zehntes Buch

Dann ab zum Amtsgericht, Antrag auf Beratungshilfe stellen und ab zum Anwalt.

Das JC muss dir Schwarzarbeit nachweisen.
Auch wenn ich persönlich Schwarzarbeit uncool finde. Zumindest wenn man nebenher noch Staatskohle zockt.
 

saida25

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Du hast Flaschen gesammelt?
Bei den Open-Air Festen im Sommer hast Du Dir sicher eine goldene Nase verdient, oder?

Ist das denn auch Schwarzarbeit? Zumal man zuvor nichts vom
Amt erhalten hat?

Das würde mich mal interessieren?

Du hast Lieder auf der Straße gesungen? Mit Hut? Ist das auch
Schwarzarbeit? Oder braucht man dafür eine Genehmigung?

Du hast mit Deinem Hund zusammen gesessen auf der Straße
und gebettelt? Ist das auch Schwarzarbeit?

Du jongliert auf der Straße? Ist das auch Schwarzarbeit?

Du hast ein Instrument auf der Straße gespielt? Mit Hut? Ist
das auch Schwarzarbeit?

Du hast gekniet auf dem Gehweg und die Hand aufgehalten?
Ist das auch Schwarzarbeit?

Wer hat noch mehr dazu zu sagen? ..

Für mich bedeutet das: Überleben!!!
 

onkelhotte

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Wie hoch war das Einkommen monatlich ?

Du hast dich doch nicht wirklich hingesetzt und was von Schwarzarbeit erzählt oder ?

ca. 150-200€ wenn es gut lief und ich habe wirklich von Schwarzarbeit geredet.
Wie sollte ich sonst plausibel zeigen wovon ich die letzten Monate gelebt habe, normale, sozialversicherte Arbeit funktionierte ja nicht, da ich keine Krankenversichrung hatte.

Mamato meinte:
Das JC muss dir Schwarzarbeit nachweisen.
Auch wenn ich persönlich Schwarzarbeit uncool finde. Zumindest wenn man nebenher noch Staatskohle zockt.

Habe ich nicht vor, noch habe ich ja überhaupt nichts erhalten bzw. liegt der Antrag noch auf Eis. Will mit Hilfe von ALG II endlich wieder auf die Rolle kommen.


Also sollte ich den Punkt komplett ignorieren weil ich keine Nachweise erbringen kann? Ich habe halt Angst davor mit Androhung von Sozialgericht noch weiter ohne Unterstützung (Fristen,Bürokratie,Jahreswechsel/Urlaub) auszukommen, ich stehe dann sprichwörtlich auf der Strasse.

Gibt es eine Möglichkeit auf einen anderen Sachbearbeiter auszuweichen bzw. mein Anliegen jemand anderen in der Leistungsabteilung des JC mitzuteilen? Weil die "gute" Dame mir sehr! ablehend gegenübersteht während die anderen Stellen im JC (außerhalb der Leistungsabteilung) den Antrag als reine Formalie ansahen, angesichts meiner Situation.
 

onkelhotte

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Klar ist das Schwarzarbeit, wenn er nicht bei Finanzamt und Sozialversicherungsträgern gemeldet ist und keine Quittungen für die Arbeit bekommt.

Das ist strafbar! Auch für den Arbeitgeber.
§ 266a StGB Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt - dejure.org

Genau das ist mein Problem, wenn ich die Arbeitgeber nenne (schriftlich mit Erläuterung bzw. die geforderten "konkreten Nachweise") mache ich mich strafbar, zusätzlich habe ich dann noch ein dickes Problem, da die dann angezeigten Arbeitgeber mich natürlich kennen und 1+1 zusammenzählen.
 

ZynHH

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Du hast dich halt mit Betteln über Wasser gehalten. punkt aus.

Keine Angaben zu irgendeiner Tätigkeit. Niemand muss sich selbst belasten.

Man man... willst halt jetzt wieder auf die füsse kommen und brauchst dafür die Hilfe vom JC. Die sollen den Antrag bearbeiten und gut ist. Und sie sollen gleich nen Vorschuss fertig machen.

Am besten nicht mehr allein hingehen sondern jemanden als Beistand mitnehmen.
 
M

Mamato

Gast
Du hast Flaschen gesammelt?
Bei den Open-Air Festen im Sommer hast Du Dir sicher eine goldene Nase verdient, oder?

Ist das denn auch Schwarzarbeit? Zumal man zuvor nichts vom
Amt erhalten hat?

Das würde mich mal interessieren?

Du hast Lieder auf der Straße gesungen? Mit Hut? Ist das auch
Schwarzarbeit? Oder braucht man dafür eine Genehmigung?

Du hast mit Deinem Hund zusammen gesessen auf der Straße
und gebettelt? Ist das auch Schwarzarbeit?

Du jongliert auf der Straße? Ist das auch Schwarzarbeit?

Du hast ein Instrument auf der Straße gespielt? Mit Hut? Ist
das auch Schwarzarbeit?

Du hast gekniet auf dem Gehweg und die Hand aufgehalten?
Ist das auch Schwarzarbeit?

Wer hat noch mehr dazu zu sagen? ..

Für mich bedeutet das: Überleben!!!

Das ist alles keine klassische Schwarzarbeit, aber daür dann eben Steuerhinterziehung.
Selbstversträndlich muss Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit versteuert werden. Da könnt ihr euch drehen und wenden wie ihr wollt.
Jegliches Einkommen unterliegt der Steuerpflicht, bzw. muss angegeben werden.
 
M

Mamato

Gast
Also sollte ich den Punkt komplett ignorieren weil ich keine Nachweise erbringen kann?

Sorry, blicke gerade nicht, was du meinst.
Ich habe halt Angst davor mit Androhung von Sozialgericht noch weiter ohne Unterstützung (Fristen,Bürokratie,Jahreswechsel/Urlaub) auszukommen, ich stehe dann sprichwörtlich auf der Strasse.

Gerade das Sozialgericht ist aktuell deine einzige Chance, dass dir schnell geholfen wird und du Geld bekommst.
Das sorgt dafür, dass du deine Leistungen die dir zustehen auch bekommst und deine Existenz gesichert wird. Das ist die Pflicht des JC!!


§ 1 Aufgabe und Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende

(1) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.

§ 1 SGB II Aufgabe und Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Gibt es eine Möglichkeit auf einen anderen Sachbearbeiter auszuweichen bzw. mein Anliegen jemand anderen in der Leistungsabteilung des JC mitzuteilen?

Nein! Erst muss du eine schriftliche Bestätigung haben, dass und wann du den Antrag gestellt hast. Hast du die nicht, Antrag nochmals stellen wie oben beschrieben dann eben bei einer anderen Behörde, damit du für Dez. noch rückwirkend Leistungen bekommst.

Mehr als vorher kann ich dir nicht raten. Du hast Anspruch darauf, dass die den Antrag bearbeiten und du so schnell wie möglich Geld bekommst.

Du kannst auch eine vorläufige Barzahlung beantragen:
siehe neben § 1 SGB II auch
§ 1 SGB I Aufgaben des Sozialgesetzbuchs Sozialgesetzbuch (SGB) Erstes Buch
§ 17 SGB I Ausführung der Sozialleistungen Sozialgesetzbuch (SGB)
(1) Die Leistungsträger sind verpflichtet, darauf hinzuwirken, daß

1. jeder Berechtigte die ihm zustehenden Sozialleistungen in zeitgemäßer Weise, umfassend und zügig erhält,


Weil die "gute" Dame mir sehr! ablehend gegenübersteht während die anderen Stellen im JC (außerhalb der Leistungsabteilung) den Antrag als reine Formalie ansahen, angesichts meiner Situation.

Wenigstens mal etwas. Wenn die Arbeitsvermittler wohlgesonnen sind ist das die halbe Miete.

Ich rate nochmals. Ab auf das Amt und direkt Geld verlangen, mit Sozialgericht drohen, mit den obigen §§ winken und dann sofort ab aufs Sozialgericht, am besten persönlich.
Danach zum Amtsgericht den Beratunsschein holen und einen Anwalt suchen (kostet dann 10 €)
 

ela1953

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Hast du tatsächlich Schwarzarbeit gemacht? Ich denke, es war eher Nachbarschaftshilfe für etwas zu essen.

Oder deine Freunde und Nachbarn haben dir was zu essen zugeschoben, ohne Gegenleistung von dir. denn sie konnten dich doch nicht verhungern
lassen.

Erst jetzt wurdest du dazu gedrängt einen ALGII Antrag zu stellen. Denn dir steht diese Leistung zu. Auch brauchst du eine Krankenversicherung.
 

Erolena

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Genauso. Du hast dich mit gutwilligen Spenden von Menschen über Wasser gehalten.
Diese werden dich aber zukünftig nicht mehr ernähren und kostenlos wohnen lassen.

Zur Schwarzarbeit kein Wort, wenn nicht gewollt. Du musst dich nicht selbst einer strafbaren Handlung bezichtigen. (es sei denn, du hättest Vorteile davon, wenn du gegen den Arbeitgeber vielleicht noch Krankenkassennachzahlungen einfordern willst).

Krankenversichert warst du vermutlich nicht. Dann kommen Nachzahlungen auf dich zu. Aber das ist ein Extra-Thema. Dazu gibt es z.B. im Internet ein Krankenkassenforum.

Auskünfte auf Fragen, deren Beantwortung den Auskunftspflichtigen oder eine ihm nahestehende Person der Gefahr der Verfolgung wegen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit aussetzen würde, können verweigert werden
 
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